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Wie bewerbe ich mich auf einer Fachmesse?

Artikel vom 06.10.2009, 11:58
Der alljährliche Pflichttermin der Immobilienwirtschaft - die Expo Real - läuft bis zum MIttwoch: Für Bewerber und Wechselwillige bietet sie die Chance, sich bei verschiedenen Unternehmen in kurzer Zeit vorzustellen. Voraussetzung ist jedoch eine gute Vorbereitung. Rund 1.600 Unternehmen aus 34 Ländern haben sich für die diesjährige Expo Real angemeldet, und so manch ein Unternehmen bringt nicht nur seine Mitarbeiter aus dem operativen Geschäft, sondern auch seine Personalverantwortlichen mit nach München. Zudem sind auch zahlreiche Personalberater auf der Messe vertreten, jedoch meist ohne festen Stand (siehe Tabelle: Personaler auf der ExpoReal). Anders als bei Karriere- oder Absolventenmessen steht bei der Expo Real nicht das Recruiting im Mittelpunkt, sondern der fachliche Austausch. Doch wer sich geschickt anstellt, kann Vorträge von Unternehmensvertretern auch als Aufhänger für ein Gespräch über das Unternehmen und die Einstiegsmöglichkeiten nutzen. Nur Visitenkarten verteilen reicht nicht "Wer gezielt Kontakt zu Unternehmen am Stand aufnehmen möchte, sollte jedoch nicht mit leeren Händen kommen, sondern eine Kurz-Bewerbung mitbringen", sagt Susanne Ollmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Aengevelt Immobilien. Sie empfiehlt einen einseitigen Flyer mit professionellem Bewerbungsfoto, der als zentrales Element den Lebenslauf und einen Überblick über die Qualifikationen und die angestrebte Position enthält; alternativ könnten auch Klemmordner verwendet werden. Wenig hilfreich sei es, einfach nur die Visitenkarte dazulassen. Nach drei Messetagen sei der "Erinnerungswert" an die Person bei der Aufarbeitung im heimischen Büro zu gering, so Ollmann. Besser sei es, die Visitenkarte an die Bewerbungsunterlagen direkt anzuheften. Während Absolventen eine Kopie ihres Abschlusszeugnisses beifügen bzw. das Thema ihrer Arbeit nennen sollten, empfiehlt es sich für Berufserfahrene, die eigenen Tätigkeitsschwerpunkte der vergangenen Jahre möglichst genau und belastbar darzustellen, so Ollmann. Kniffelig ist das Anschreiben, wenn die Kandidaten bei mehreren Unternehmen - vielleicht auch spontan - vorstellig werden wollen. Auch dann ist es ratsam, möglichst genau die angestrebte Position, z.B. Traineestelle, zu benennen - und den Bezug zum Unternehmen herzustellen. Zu allgemeine Fragen, die sich mit einem Blick auf die Unternehmenshomepage beanworten lassen, sollten ebenso wenig gestellt werden wie die Frage nach Arbeitszeit, Urlaub und Bezahlung, so Ollmann. Denn die Gesprächsthemen orientierten sich an dem Umfeld Fachmesse und hätten daher einen fachlichen Bezug. Für andere Detailfragen ist nach der Messe Zeit. Studenten, die sich gezielt nach Einstiegsjobs umschauen wollen, sollten nicht in der Gruppe an Ständen erscheinen, sondern das Einzelgespräch zu suchen. Wer genau weiß, mit wem er sprechen möchte, kann auch versuchen, im Vorfeld der Messe Gesprächstermine zu vereinbaren - dann können sich beide Seiten noch besser vorbereiten und auch ausreichend Zeit für das Gespräch reservieren. Nach der Messe an den Kontakt wieder anknüpfen Das Gespräch auf der Messe ist im Idealfall nur der Erstkontakt. "Wann darf ich Ihnen meine vollständige Bewerbungsmappe nachreichen?", ist ein guter Aufhänger, um nach der Messe an das Gespräch wieder anzuknüpfen, sagt Ollmann. "Auf jeden Fall sollte der Kandidat wissen, welche Schritte im Anschluss an das Messegespräch folgen - bevor das Gespräch beendet ist." (sma) TIPP Am dritten Tag der Expo Real findet der Career Day im Planning & Partnerships Forum (Halle A2) von 10:00 bis 12:50 Uhr statt. Welche Fähigkeiten in einer globalisierten Immobilienwirtschaft gefragt sind, wird ab 10 Uhr diskutiert. Später stellt die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) ihre Berufsbilder-Definitionen vor, und im ULI Young Leader Panel wird das Thema "Be different - eigene Wege zum Erfolg" erörtert.