Wisag Aviation baut Jobs ab

Karriere 28.09.2020
Die Krise der Luftfahrt trifft auch die Bodenverkehrsdienstleister. Wisag Aviation ist auf Sparkurs und streicht nicht nur in Berlin, sondern auch am Flughafen Frankfurt Stellen. ... 

Die Krise der Luftfahrt trifft auch die Bodenverkehrsdienstleister. Wisag Aviation ist auf Sparkurs und streicht nicht nur in Berlin, sondern auch am Flughafen Frankfurt Stellen.

Einen entsprechenden Bericht auf airliners.de bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Immobilien Zeitung. Wisag Aviation befinde sich "in konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten", teilte eine Unternehmenssprecherin mit Bezug auf die geplanten Stellenstreichungen mit. "Wie viele Stellen wegfallen, lässt sich derzeit nicht sagen."

"Die Lage im Luftverkehr ändert sich täglich"

Dies begründet die Sprecherin wie folgt: "Die Lage im Luftverkehr insgesamt ändert sich täglich. Nach einer leichten Erholung im Passagierverkehr in den vergangenen Wochen streichen Fluggesellschaften aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle ihr Angebot wieder zusammen. Deshalb sind Voraussagen kurz- und mittelfristig praktisch nicht möglich. Die Bodenverkehrsdienstleister - und auch Wisag Aviation - können in diesem Umfeld nur flexibel und auf Sicht handeln."

Mehr als 3.000 Beschäftigte in Berlin und Frankfurt

Unter dem Dach der Wisag Aviation Service Holding befinden sich die Tochtergesellschaften Airport Service, Ground Service, Passage Service, Cargo Service und Airport Personal Service. In Frankfurt beschäftigt das Unternehmen laut airliners.de rund 1.600 Mitarbeiter. Mehr als 90% der Beschäftigten befänden sich in Kurzarbeit.

In Berlin sollen laut einem früheren Bericht von Business Insider bis zu 800 von gut 1.500 Jobs an den Flughäfen Schönefeld und Tegel in Gefahr sein. Wisag Aviation hatte diese Größenordnung Anfang Juli als "im Ansatz richtig" bezeichnet. Neben der Corona-Krise der Luftfahrt ist auch die absehbare Schließung des Flughafens Tegel ein Grund für die avisierten Stellenstreichungen.

Nach Angaben von Wisag sind rund 3.500 von insgesamt über 50.000 Mitarbeitern im Geschäftsbereich Aviation tätig. Aktuell befinden sich noch rund 80% der Aviation-Kollegen in Kurzarbeit. "Lange Zeit lag diese Zahl – wegen des dramatischen Einbruchs des Flugverkehrs – sogar noch höher, bei über 90 %", so die Sprecherin.

Wisag soll für Ground Service Tegel Insolvenz angemeldet haben

Zwischenzeitlich soll Wisag laut einem Bericht von rbb 24 von Ende Juli für den Bodendienstleister am Flughafen Tegel (Ground Service Tegel) mit 350 Beschäftigten Insolvenz angemeldet haben. Die Gewerkschaft Verdi habe Wisag vorgeworfen, die Corona-Krise zu nutzen, um sich mit der Insolvenz des Tochterunternehmens bereits vereinbarte Abfindungen sparen zu können. Diese Zahlungen seien für die Mitarbeiter vereinbart worden, die beim Wechsel zum neuen Hauptstadtflughafen BER ohnehin ihren Job verlieren.

Etwas anders als in Berlin und Frankfurt stellt sich die Situation der Wisag-Sprecherin zufolge am Flughafen Köln/Bonn dar: "Coronabedingt hat das Frachtgeschäft stark angezogen, entsprechend hat sich auch der Bedarf an Bodenverkehrsdienstleistungen verändert."

Harald Thomeczek

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Diese Jobs warten auf der Karrierewoche

Bereit? Am 26. Oktober geht die digitale IZ-Karrierewoche los.

Bereit? Am 26. Oktober geht die digitale IZ-Karrierewoche los.

Quelle: imago images, Urheber: Panthermedia

Karriere 22.10.2020
Mit Hilfe der digitalen Karrierewoche der IZ kommende Woche möchten die virtuellen Aussteller jede Menge Jobs besetzen. Sie erwarten eine größere Vielfalt von Bewerbern als sonst beim ... 

Mit Hilfe der digitalen Karrierewoche der IZ kommende Woche möchten die virtuellen Aussteller jede Menge Jobs besetzen. Sie erwarten eine größere Vielfalt von Bewerbern als sonst beim Karriereforum.

In diesem pandemiegeprägten Jahr laden Immobilien Zeitung (IZ) und Heuer Dialog Arbeitgeber aus der Immobilienwirtschaft und Bewerber zur digitalen Karrierewoche statt zum Karriereforum in Frankfurt ein. Vom 26. bis 30. Oktober tauschen sich Firmenvertreter digital mit ihren potenziellen neuen Mitarbeitern aus.

Gesprächsstoff dürfte es genug geben. 25 Unternehmen haben sich für das Event angemeldet. Sie haben etliche Jobangebote dabei. Meistens wird die ganze Bandbreite vom Praktikanten bis zum Berufserfahrenen gesucht. Die erste Einstiegshürde ist häufig ein laufendes oder abgeschlossenes immobilienwirtschaftliches Studium und/oder eine entsprechende Ausbildung.

Die zahlreichen Maklerhäuser, die auf der Karrierewoche vertreten sind, rollen ihr Angebot in vielfältigen Einsatzgebieten aus. Savills bietet vor allem Stellen in der Vermietung von Büros oder Logistikimmobilien an, im Bereich Bewertung, im Property- und Facility-Management sowie in der Assistenz. JLL geht es ähnlich. Das Unternehmen bringt rund ein Dutzend Ausschreibungen mit. Sie beziehen sich unter anderem auf Posten aus den Bereichen Valuation & Transaction Advisory, Office Investment und Residential Development. Ein Schwerpunkt liege auf der Bewertungsabteilung. Auch CBRE sucht verstärkt im Segment Valuation nach Neuzugängen, ebenso wie im Property-Management. Trainee-Plätze sind ebenfalls noch zu vergeben.

Vor allem um das Kerngeschäft, die Immobilienberatung und -vermittlung, geht es indes bei Aengevelt Immobilien. Das Familienunternehmen bringt vier offene Positionen für Young Professionals oder langjährig Erfahrene mit. Wer sich mit der Anwendung branchenbekannter IT-Systeme auskennt, sammelt damit weitere Pluspunkte.

Eine besonders große Vielfalt offener Stellen bietet BNP Paribas Real Estate an. Die Liste umfasse "alle unsere Geschäftsbereiche von Transaction, Consulting und Valuation, Property-Management sowie Investmentmanagement bis hin zu unseren Central Functions", teilt das Unternehmen mit.

ECE setzt darauf, über die Karrierewoche Berufseinsteiger beispielsweise für die Wohnprojektentwicklung oder Berufserfahrene für das Asset-, Facility- oder Vermietungsmanagement zu finden. Neue Führungskräfte im Segment Work & Live sind auch willkommen.

Das Format der Karrierewoche findet gleich Zuspruch unter den Firmen. Savills hofft, "dass gegebenenfalls sogar mehr Kandidaten an der IZ-Karrierewoche teilnehmen als zuvor, da das virtuelle Format es für Kandidaten deutschlandweit einfach, kosten- und zeitsparender ermöglicht teilzunehmen". Auch Edge sieht einen Pluspunkt: Durch die Ausdehnung auf eine Woche hätten Teilnehmer mehr Zeit für den Kontakt zu den Unternehmen. Ein weiteres Novum, von dem sich die Unternehmen Erfolg versprechen: Sie treffen bei der Karrierewoche anders als zuvor mehr Berufserfahrene. CBRE begrüßt diese Vorteile, weiß aber, dass "dies nicht den direkten persönlichen Austausch ersetzt, der es Bewerbern noch einfacher macht, ein Gefühl für CBRE zu bekommen".

Anke Pipke

Lasst die andere Hälfte der Menschheit auch mitreden!

Anne Tischer.

Anne Tischer.

Quelle: Karma she said... Kommunikation für Diversity & werteorientiertes Management, Urheberin: Farideh Diehl

Karriere 22.10.2020
Die Diskussion um zukunftsfähige Konzepte für die Branche braucht dringend mehr Frauen, sagt Anne Tischer, Gründerin von Karma she said und der Initiative Frauen in Führung. Sie fordert 50% ... 

Die Diskussion um zukunftsfähige Konzepte für die Branche braucht dringend mehr Frauen, sagt Anne Tischer, Gründerin von Karma she said und der Initiative Frauen in Führung. Sie fordert 50% Rednerinnen auf den Podien und Panels der Immobilienwirtschaft.

"Neustart der Immobilienbranche", "Wir bauen auf Mut" oder "Machen wir die Zukunft daraus" - seit dem Ausbruch von Corona titelt nahezu jedes Branchenevent mit Bezug auf die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. Immer geht dabei der Blick in die Zukunft und auf die Frage, welche Lösungen und Konzepte die richtigen sind, für die verödenden Innenstädte, für Büros, Einzelhandel und Hotels oder die Digitalisierung.

Was alle Events eint: Die Ideen und Konzepte werden fast ausschließlich von Männern diskutiert. Das Programm für die Hybrid Expo in München hatte 15% Frauen auf den Messepanels vermeldet. Auch die Kongresse der Verbände und Veranstalter*innen setzen auf denselben Rednertypus: männlich, weiß, zwischen 50 und 60, Geschäftsführer oder Vorstand, Branchengewächs. Doch zukunftsfähige Lösungen brauchen vor allem eines, mehr Frauen, die sich einbringen und mitdiskutieren.

Hier fünf Gründe für mehr Frauen auf den Panels: Erstens, sie sind die Hälfte der Menschen, die Immobilien nutzen, die darin wohnen, arbeiten, einkaufen, leben. Wenn die Zukunft der Branche diskutiert wird, gehören Frauen mit an den Tisch und auf die Bühne, zu 50%!

Zweitens, Frauen sind die Hälfte der klügsten Köpfe in der Branche. Auf sie zu verzichten, wenn neue Ideen vorgestellt und entwickelt werden, ist eine riesige vertane Chance, auch mit Blick auf die junge Generation - 64% der Immobilienstudierenden an der TH Aschaffenburg sind weiblich, an der EBS sind es 41% und an der Uni Regensburg 42%.

Drittens: Das größte Problem für die Zukunftsfähigkeit der Branche ist nicht Corona, die Mietpreisbremse oder die Enteignung von Wohnraumbesitzern, sondern die fehlende Diversität in den Führungsebenen. Sie macht Unternehmen innovationsträge, starr und unattraktiv für Talente. Der nötige Kulturwandel gelingt nur, wenn Frauen sichtbarer werden, als Chefinnen in den Unternehmen und als Expertinnen auf den Podien.

Viertens, spannendere Events. Je bunter die Diskussionsrunde, desto interessanter ist sie, das freut sowohl das Publikum als auch Teilnehmer*innen und Veranstalter*in.

Und fünftens, Frauen auf den Panels ziehen andere Frauen nach, indem sie sie mit ihrem Vorbild dazu ermutigen, sich einzubringen, im Job und auf der Bühne.

Anne Tischer