Karriere-News

Von der Baustelle zum Bachelorstudium

Marcel Ari und Christof Schneider (rechts im Bild und kleines Bild unten) pendeln seit einem halben Jahr zwischen Baustelle und Hörsaal. Die beiden absolvieren den Bachelor-Studiengang Baustellenmanagement an der FH Münster.

Marcel Ari und Christof Schneider (rechts im Bild und kleines Bild unten) pendeln seit einem halben Jahr zwischen Baustelle und Hörsaal. Die beiden absolvieren den Bachelor-Studiengang Baustellenmanagement an der FH Münster.

Bild: Wolff & Müller

Karriere 27.03.2014
Das Stuttgarter Bauunternehmen Wolff & Müller schickt erstmals zwei seiner gewerblichen Mitarbeiter in die Hochschule. Ein Bachelorstudium soll die Bauprofis auf ihre neue Position als ... 

Das Stuttgarter Bauunternehmen Wolff & Müller schickt erstmals zwei seiner gewerblichen Mitarbeiter in die Hochschule. Ein Bachelorstudium soll die Bauprofis auf ihre neue Position als Bauleiter vorbereiten.

Als das Angebot zum Studium kam, musste Marcel Ari nicht lange überlegen. Der 33 Jahre alte Vorarbeiter hatte eine Ausbildung zum Stahlbetonbauer bei Wolff & Müller gemacht und strebte den Polier an. Nun gehört er neben seinem Kollegen Christof Schneider, geprüfter Polier, zu den ersten zwei gewerblichen Mitarbeitern von Wolff & Müller, die das Bachelorstudium zum Baustellenmanager an der FH Münster absolvieren. Die ersten sechs Wochen sind vergangen. "Die Professoren sind super", sagt Schneider, und es sei "viel Stoff", ergänzt Ari.

Acht Semester bzw. vier Jahre dauert der berufsbegleitende Studiengang an der FH Münster in Kooperation mit dem Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen. In 40 einwöchigen Präsenzphasen werden die Lehrinhalte vermittelt, d.h. die Teilnehmer müssen zehn Wochen im Jahr von ihren Arbeitgebern freigestellt werden. Hinzu kommen Studiengebühren in Höhe von 4.500 Euro bzw. 3.575 Euro inkl. Unterbringung und Verpflegung pro Semester.

Wolff & Müller habe genau geprüft, ob dieses Angebot für das Stuttgarter Unternehmen mit insgesamt 1.800 Mitarbeitern passend sein könnte, sagt Anne Kinateder, Gruppenleiterin Personalentwicklung, und sich dann für ein Pilotprojekt entschieden. Für das Studium kamen junge Mitarbeiter mit gewerblicher Ausbildung und Poliere mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung infrage. In Absprache mit den Niederlassungsleitern gingen die Personaler auf drei mögliche Kandidaten zu. Diese mussten zunächst einen mathematisch-logischen Test absolvieren, der auf die Inhalte des Studiums zugeschnitten war, sagt Personalentwickler Jörg Marquardt. Es folgten intensive Gespräche über den Studienablauf und die zusätzlichen Lernzeiten. Ari und Schneider haben die voraussichtlichen Belastungen vorab mit Freunden und Familie abgesprochen. "Auf jeden Fall mit dem Umfeld abstimmen", lautet denn Aris Tipp. Auch Kinateder weiß, dass niemand vier Jahre im Voraus planen könne, was mit seiner Familie passiert.

Das berücksichtigt der Studiengang. Die Teilnehmer können nach zwei Jahren die Prüfung zum Geprüften Polier vor der Industrie- und Handelskammer und nach drei Jahren die Prüfung zum Techniker ablegen, und stehen so auch bei vorzeitigem Ausscheiden nicht mit leeren Händen da.

Der Studiengang kann ohne Abitur studiert werden. Der akademische Grad hat auch Ari, der nach dem Realschulabschluss in die Lehre gegangen ist, an dem Programm gereizt. Und er ist nicht allein. Studenten ohne Hochschulzugangsberechtigung zieht es inzwischen immer stärker in die Hörsäle, wie eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung zeigt: Entschieden sich 1997 nur 1.568 Personen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung für ein Studium, so stieg ihre Zahl bis 2007 auf 3.940 Personen und verdreifachte sich bis 2011 auf 11.907. Einen fachlich beschränkten Hochschulzugang gibt es in allen Bundesländern für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufspraxis, heißt es in der Studie. Praktiker mit Meisterbrief oder vergleichbarem Abschluss waren 2012 Personen mit allgemeiner Hochschulreife immerhin in 14 Bundesländern gleichgestellt.

Der Studiengang, 2002 gestartet, zähle 99 Absolventen, sagt Prof. Dr. Ulrich F. Weber. Knapp jeder zehnte Teilnehmer ist weiblich. Ein Masterstudium hätten schon fünf Absolventen drangehängt. Die Lehrveranstaltungen finden überwiegend in Ausbildungszentren der Bauindustrie statt, vom viel besungenen Studentenleben bekommen die Teilnehmer relativ wenig mit, wenn sie für ihren Bachelor of Engineering ackern. Auch sonst unterscheidet sich der Studiengang mit bis zu 21 Plätzen pro Jahrgang von anderen. Durch kleine Gruppen könnten Themen intensiv gelehrt werden. Die berufserfahrenen Studenten hätten ein ganz anderes Bewusstsein als junge Abiturienten, sagt Weber. Bei den Praxisthemen seien sie auf Augenhöhe mit ihren Dozenten. Es würden Erfahrungen ausgetauscht, sagt Weber. Schneider gefällt, dass es genug Zeit für Fragen gibt und der Zusammenhalt in der Gruppe eng ist.

Bei inhaltlichen Fragen können sich Ari und Schneider an ihre Mentoren im Unternehmen wenden. Langsam sollen sie dann an die Bauleitung herangeführt werden. Sie sei froh, den gewerblichen Mitarbeitern etwas anbieten zu können, sagt Kinateder. "Wir haben dann Bauleiter, die kommen von einer ganz anderen Seite. Das finde ich sehr spannend." Sie hofft, dass die neuen Bauleiter auch ein Bindeglied zwischen den gewerblichen Mitarbeitern und den Akademikern auf der Baustelle sein werden. Angst, dass es nicht genug Positionen geben könnte, hat die Personalentwicklerin nicht. "Bauleiter werden wir immer suchen."

Nähere Informationen zum Bachelor-Studium Baustellenmanagement an der FH Münster finden Sie hier. An beruflich Qualifizierte ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung wendet sich die Internetseite www.studieren-ohne-abitur.de vom CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Die Seite bietet einen Überblick über die rechtlichen Bestimmungen in den 16 Bundesländern und über Möglichkeiten zur Studienfinanzierung. Aktuelle Termine werden über den Facebook-Auftritt der Seite veröffentlicht. Auch einige immobilienwirtschaftliche Studiengänge akzeptieren anstelle eines (Fach-)Abiturs ausreichende Berufspraxis (www.iz-jobs.de/karriere/studium).

Sonja Smalian

GdW holt Spanier nach Deutschland

Die Wohnungswirtschaft kann über die neue GdW-Initiative junge Mitarbeiter aus Spanien gewinnen. Der Aufwand für die Unternehmen ist gering, denn auch um die Anerkennung ausländischer Zeugnisse kümmern sich die Ansprechpartner aus den Förderprogrammen.

Die Wohnungswirtschaft kann über die neue GdW-Initiative junge Mitarbeiter aus Spanien gewinnen. Der Aufwand für die Unternehmen ist gering, denn auch um die Anerkennung ausländischer Zeugnisse kümmern sich die Ansprechpartner aus den Förderprogrammen.

Bild: <a href="http://www.azubi-kampagne.de" target="_blank">www.azubi-kampagne.de</a>/Screenshot IZ

Karriere 20.03.2014
Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen will spanische Jugendliche für ein Praktikum und später auch eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann nach Deutschland ... 

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen will spanische Jugendliche für ein Praktikum und später auch eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann nach Deutschland holen.

Bei der Ausbildungsinitiative gehe es nicht nur darum, den Fachkräftemangel in Deutschland zu mindern, sondern auch Verantwortung in Europa zu übernehmen, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Es habe Kontakte zur spanischen Botschaft, zur Bundesagentur für Arbeit und zur Europäischen Kommission gegeben. Nun wurde ein Programm für die Wohnungswirtschaft aufgelegt, um spanische Jugendliche, die im Heimatland keine Beschäftigung finden, für eine Ausbildung zum/r Immobilienkaufmann/-frau nach Deutschland zu holen.

Unterstützt wird die Ausbildungsinitiative durch das EU-Förderprogramm MobiPro-EU. Dabei erhalten sowohl die spanischen Bewerber wie auch die deutschen Unternehmen viel Unterstützung durch verschiedene Organisationen. So erfolge die Ansprache der Jugendlichen zunächst vor Ort durch die Bundesagentur für Arbeit. Geeignete Kandidaten erhielten dann 400 Stunden Deutschunterricht in ihrem Heimatland. Danach sei ein dreimonatiges Praktikum in Deutschland vorgesehen, währenddessen die Teilnehmer weiterhin deutschen Sprachunterricht erhalten und zudem auch sozialpädagogisch betreut werden.

Sprachkurse und Betreuung gewährleistet.

Passen das Unternehmen und der Bewerber zueinander, können beide einen Ausbildungsvertrag zum/r Immobilienkaufmann/-frau abschließen. Das Programm umfasst auch Zuschüsse zu den Reise- und Lebenshaltungskosten in der Ausbildungszeit. Schon zwei Tage nach Bekanntwerden des Projekts hätten sich zehn Wohnungsunternehmen online registriert. Die Anmeldung ist für die Unternehmen unverbindlich. Es sei wirklich fantastisch, was die EU und die Bundesregierung so schnell für Einzelpersonen auf die Beine gestellt hätten, lobt Gedaschko. Trotz der vielfältigen Unterstützung ist das Programm nicht für jeden geeignet. Voraussetzung sei, dass die Teilnehmer Lust darauf haben, sich einzulassen und in einem fremden Land etwas Neues zu machen, sagt Gedaschko.

Während sich viele Projekte auf die Metropolen konzentrierten, werde die GdW-Initiative auch die ländlichen Regionen ins Auge fassen. Das sei ein Tipp der spanischen Botschaft gewesen. Der GdW werde dorthin gehen, wo sein Angebot gut angenommen werde, sagt Gedaschko. Dafür soll nun ein Testballon gestartet werden.

Das aktuelle Projekt ist nicht die erste Ausbildungsinitiative, die der GdW unterstützt. 2009 hatte der Verband mit seinen Mitgliedsverbänden und dem AGV Arbeitgeberverband der deutschen Immobilienwirtschaft eine deutschlandweite Imagekampagne für den Beruf des Immobilienkaufmanns gestartet. Mit dem Slogan "Du bist mehr Immobilienpro" als du denkst!" traten die Wohnungsunternehmen in den Wettbewerb um Talente ein. Dafür konnten sie Marketingartikel wie Flyer, Plakate und Stellenanzeigen in einem einheitlichen Grunddesign nutzen und für die eigenen Erfordernisse anpassen. Wenn die neue Initiative gelingt, könnten die ersten jungen Spanier schon im Spätsommer dieses Jahres nach Deutschland kommen.

Sonja Smalian

Der überlastete Bauleiter

Bauleiter sind oft stark belastet. Damit sie den den Kopf wieder frei
haben für wichtige Aufgaben, hat ein Forschungsprojekt Handlungshilfen
entwickelt.

Bauleiter sind oft stark belastet. Damit sie den den Kopf wieder frei haben für wichtige Aufgaben, hat ein Forschungsprojekt Handlungshilfen entwickelt.

Bild: contrastwerkstatt/Fotolia.com

Karriere 13.03.2014
Bauleiter spielen eine Schlüsselrolle auf der Baustelle. Anders als ihre Managerkollegen müssen sie nicht nur das große Ganze im Blick haben, sondern sind auch für viele Routineaufgaben ... 

Bauleiter spielen eine Schlüsselrolle auf der Baustelle. Anders als ihre Managerkollegen müssen sie nicht nur das große Ganze im Blick haben, sondern sind auch für viele Routineaufgaben zuständig. Das verschleißt die Führungskräfte unnötig und kann bei Fehlern hohe Mehrkosten verursachen. Prof. Dr. Manfred Helmus hat in einem Forschungsprojekt Handlungshilfen für die "Macher der Baustelle" entwickelt.

Immobilien Zeitung: Herr Helmus, Sie bilden an der Bergischen Universität Wuppertal seit vielen Jahren Bauingenieure aus und führen ein eigenes Projektsteuerungsbüro. Was läuft schief auf deutschen Baustellen?

Manfred Helmus: Die Qualität der Bauwerke hängt ganz entscheidend von der Planung und der Bauphase ab. Eine Schlüsselrolle in der Bauphase spielen Bauleiter. Unser Forschungsprojekt "Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit von Baustellen-Führungskräften (EB BFü)" hat gezeigt, dass sie ihren Job häufig nicht richtig machen können.

IZ: Warum nicht?

Helmus: Weil sie chronisch überlastet sind. Unter den Befragungsteilnehmern war kein Bauleiter, der dauerhaft nicht mindestens 50 bis 70 Stunden pro Woche gearbeitet hat.

IZ: Für Führungskräfte sind solche Arbeitszeiten doch längst nichts Ungewöhnliches mehr.

Helmus: Wahrscheinlich nicht, aber dennoch müssen wir uns fragen, ob dieses Modell auf Dauer sinnvoll ist. Wenn Bauleiter Fehler machen oder aus Gesundheitsgründen ausfallen, weil sie überlastet sind, führt das oft zu hohen Mehrkosten. Wir haben hier hohe Risiken festgestellt. Viele der rund 60.000 Bauunternehmen sind eher klein- oder mittelständisch organisiert. Ein Ausfall ihres Bauleiters würde sie besonders hart treffen, weil es häufig keinen Ersatz gibt.

IZ: Wie sollten Unternehmen gegensteuern?

Helmus: Wir brauchen einen Paradigmenwechsel. Die Unternehmen müssen lernen, dass sie wirtschaftlicher arbeiten und qualitativ besser werden, wenn sie sich mehr um ihre Mitarbeiter kümmern. In vielen Bauunternehmen geht das Personalmanagement gegen null. Dabei sind am Bau mehr als 50% der Kosten Lohn- und Personalkosten.

IZ: Wie erklären Sie sich diese mangelnde Methodenkompetenz im Personalmanagement auf Seiten der Bauunternehmen?

Helmus: Das liegt sicher an der kleinteiligen Organisationsform. Viele Bauunternehmen zählen nur zehn bis 15 Beschäftigte. Zudem sind die Gewinnmargen niedriger als in vielen anderen Branchen und die Unternehmen sehen Personalmanagement häufig nur als Kostenfaktor. Außerdem gab es viele Jahre lang Architekten und Bauingenieure auf dem Arbeitsmarkt im Überfluss.

IZ: Diese Zeiten dürften vorbei sein, betrachtet man die Imagekampagnen der Bau-Verbände, um junge Menschen für die Branche zu gewinnen.

Helmus: Stimmt, allein im gewerblichen Bereich brauchen wir jedes Jahr 10.000 Auszubildende. Von denen wandert jedoch etwa die Hälfte später in andere Branchen ab. Das ist ein Armutszeugnis. Auch Bauingenieure sind schwer zu bekommen. Umso wichtiger ist es, sie im Unternehmen zu halten.

IZ: Welche Lösungsmöglichkeiten haben Sie mit dem EBBFü-Projekt erarbeitet, das von der Bergischen Universität Wuppertal, der conpara Gesellschaft für Unternehmensberatung und dem Berufsförderungswerk der Bauindustrie Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde?

Helmus: Wir haben auf der Basis der Befragungsdaten ein so genanntes Pentagon der Bauleitung entwickelt. Es umfasst fünf verschiedene Säulen, um die Arbeitsbedingungen für Bauleiter zu verbessern und den Unternehmen Werkzeuge für das Personalmanagement an die Hand zu geben. Das beginnt damit, dass Bauleiter stärker entlastet werden von Routineaufgaben und Kleinkram, der sie von ihren eigentlichen Aufgaben ablenkt.

IZ: Wie soll das umgesetzt werden?

Helmus: Uns schwebt vor, dass Bauleiter eine Assistenz bekommen, die für sie z.B. Aufmaße macht oder das Routineberichtswesen übernimmt.

"In vielen Bauunternehmen geht das Personalmanagement gegen Null."
IZ: Welche Qualifikationen müssten die mitbringen?

Helmus: Das könnten Bachelorabsolventen, Bauzeichner oder andere Mitarbeiter sein, die entsprechend intern fortgebildet werden. Wir haben für die Bauleiter auch eine App programmiert, mit der sie eigene Prozesse analysieren und optimieren können.

IZ: Welche weiteren Handlungshilfen stellt das Projekt bereit?

Helmus: Es gibt eine Excel-Programmierung, mit der die Weiterbildung der Mitarbeiter kontrolliert werden kann. Die Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter meist nach dem Gießkannenprinzip und nicht personenbezogen abgestimmt weiter. Betriebsabläufe sollten stärker standardisiert werden, wie beispielsweise in der Autoproduktion. Noch immer werden in den Unternehmen viel zu oft dieselben Fehler wiederholt. Auch Mentoring sehen wir für die Macher der Baustelle vor. Sie sprechen zwar gern davon, was "sie geschaffen haben", oder von "ihrem Bauwerk", doch über auftretende Probleme tauschen sie sich häufig zu spät oder gar nicht mit Kollegen aus. Bei der fünften Säule geht es um Handlungshilfen für das Personalmanagement. Welche Elemente hat ein Mitarbeitergespräch oder was muss eigentlich in eine Stellenausschreibung für Bauleiter rein?

IZ: Glauben Sie, dass die Unternehmen ihre Handlungshilfen annehmen werden?

Helmus: Ich glaube, dass sie diese brauchen. Die Position des Bauleiters darf nicht so unattraktiv werden, dass sich die Generation Y dafür nicht mehr gewinnen lässt. Und auch die Immobilienwirtschaft sollte ein Interesse daran haben, dass die Führungskräfte auf der Baustelle ihren Job gut machen können. Denn nur qualitativ hochwertige Bauten garantieren auch Asset- und Facility-Managern gute Arbeitsbedingungen.

IZ: Herr Helmus, vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Sonja Smalian.

IZ

Als Arbeitgeber geehrt

Wurden von der Auszeichnung überrascht: Die beiden Brüder und
geschäftsführenden Gesellschafter von Piepenbrock - Olaf (links) und
Arnulf Piepenbrock.

Wurden von der Auszeichnung überrascht: Die beiden Brüder und geschäftsführenden Gesellschafter von Piepenbrock - Olaf (links) und Arnulf Piepenbrock.

Bild: Piepenbrock

Karriere 13.03.2014

Praxisbezug: Ausgezeichnet

Die diesjährigen Gefma-Förderpreisträger (v.l.n.r.): Asbjörn Gärtner,
Daniela Schneider, Philipp Salzmann, Uwe Dünkel, Philipp Schiemann und
Christine Lippert.

Die diesjährigen Gefma-Förderpreisträger (v.l.n.r.): Asbjörn Gärtner, Daniela Schneider, Philipp Salzmann, Uwe Dünkel, Philipp Schiemann und Christine Lippert.

Bild: sma

Karriere 06.03.2014
Zum 17. Mal wurden die Gefma-Förderpreise in diesem Jahr auf der Messe Facility Management in Frankfurt am Main verliehen. Die Themen der prämierten Arbeiten reichten von "Augmented ... 

Zum 17. Mal wurden die Gefma-Förderpreise in diesem Jahr auf der Messe Facility Management in Frankfurt am Main verliehen. Die Themen der prämierten Arbeiten reichten von "Augmented Reality" bis zur "deutschen Zettelwirtschaft". Die Arbeiten zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus und viele der sechs Preisträger setzen ihre Ergebnisse im beruflichen Alltag um.

Mit dem Hauptpreis wurde Daniela Schneider ausgezeichnet. Sie verfasste ihre Dissertation "Modell für das nachhaltige Immobilien-Portfoliomanagement betrieblicher Büro-Bestandsbauten" am Karlsruher Institut für Technologie. Als Senior Specialist/Real Estate Portfolio Management ist sie bei BASF beschäftigt und setzt dort die Erkenntnisse ihrer Arbeit um. Dieser hohe Praxisbezug ist in der Ausschreibung des mit insgesamt 8.000 Euro dotierten Preises gefordert - und wurde von den Arbeiten eingelöst.

Aus 24 eingereichten Arbeiten wählte der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Markus Lehmann von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen die Preisträger aus. Der insgesamt vierköpfigen Jury gehören auch zwei Praktiker an. Die Immobilien Zeitung ist Kooperationspartner der Föderpreise, die von der German Facility Management Association (Gefma) zum 17. Mal verliehen wurden. 102 Absolventen von 35 verschiedenen Hochschulen sind seit Bestehen des Wettbewerbs ausgezeichnet und mit insgesamt rund 125.000 Euro Preisgeld belohnt worden.

Wichtiges Kriterium ist der Praxisbezug, der auch bei Philipp Schiemann in hohem Maße gegeben war. In seiner Bachelorarbeit untersuchte er die Energieoptimierung von Lüftungsanlagen in Operationssälen. Bislang laufen die Anlagen in deutschen OP-Sälen mit halber Leistung, auch wenn der Raum gerade nicht genutzt wird. Schiemanns Messungen am Universitätsklinikum Dresden haben gezeigt, dass diese Praxis aus hygienischen Gründen nicht notwendig ist und zum Beispiel in der Schweiz auch anders gehandhabt wird. An den Ergebnissen des Absolventen der Hochschule Mittweida haben schon zwei weitere Kliniken Interesse gezeigt.

Der Sonderpreis in der Fachkategorie "IT-Standardisierung" ging an Asbjörn Gärtner. Er promovierte an der Technischen Universität Kaiserslautern zur "Entwicklung eines Standards für innovative IT-Schnittstellen im Facility-Management zur Kopplung webbasierter CAFM-Systeme mit neuen Gebäudeautomationstechnologien". Für die Arbeit war er vor kurzem auch mit dem zweiten Platz in der Kategorie Bauingenieurwesen beim Bundeswettbewerb Auf IT gebaut ausgezeichnet worden.

Der "deutschen Zettelwirtschaft" hatte sich Christine Lippert in ihrer Masterarbeit zur Bestandsdokumentation gewidmet und Erfordernisse für den FM-gerechten Betrieb erarbeitet. Weniger ist manchmal mehr, lautete das Fazit der Architektin und technischen Betriebswirtin, die nun noch einen Masterabschluss im FM von der Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm vorweisen kann. Ihre Ergebnisse setzt sie bei der Stadt Fürth als Technische Amtsleiterin der Gebäudewirtschaft um.

Mit einem Diplomstudium erfüllte sich der 49 Jahre alte Uwe Dünkel von Strabag PFS noch einen lang gehegten Wunsch. Ausgezeichnet wurde er für seinen Lösungsansatz zur Entwicklung eines branchenbezogenen Arbeitsschutzmanagements in Abgrenzung zur Betreiberverantwortung im FM.

Einen Blick in die Zukunft des FM wagte Philipp Salzmann von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin/Beuth Hochschule für Technik Berlin in seiner Masterarbeit. Er untersuchte die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality im Instandhaltungsmanagement. Zum Einsatz kommt dabei eine Datenbrille à la Google Glass. Ein Prototyp kann vielleicht schon auf der nächsten FM-Messe bestaunt werden.

Einsendeschluss für die Gefma-Förderpreise 2015 ist am 30. November 2014. Weitere Informationen zu den bisherigen Wettbewerben unter www.gefma.de

Sonja Smalian

Kreative Wege gefragt

Sie öffnen die Tür zur Gagfah Group auch für Auszubildende in gewerblichen Berufen: Personalleiter Frank Gieshoidt und Personalentwicklerin Silke Ternes.

Sie öffnen die Tür zur Gagfah Group auch für Auszubildende in gewerblichen Berufen: Personalleiter Frank Gieshoidt und Personalentwicklerin Silke Ternes.

Bild: sma

Karriere 27.02.2014
Rund jeder 14. Mitarbeiter bei der Gagfah ist ein Auszubildender. Um Nachwuchskräfte zu finden, setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit dem TÜV Nord. Doch auch für Berufserfahrene ... 

Rund jeder 14. Mitarbeiter bei der Gagfah ist ein Auszubildender. Um Nachwuchskräfte zu finden, setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit dem TÜV Nord. Doch auch für Berufserfahrene bietet die Gagfah Group Academy zahlreiche Angebote.

Genau 43 junge Menschen begannen 2013 ihre Ausbildung bei der Gagfah Group, rund 120 sind es insgesamt in drei Jahrgängen. "Bei einer Gesamtzahl von 1.600 Beschäftigten liegt der Anteil der Auszubildenden mit über 7% auf einem hohen Niveau", sagt Ressortleiter Personal und Verwaltung, Frank Gieshoidt. 60% werden in kaufmännischen, die übrigen in gewerblichen Berufen ausgebildet.

Doch diese Berufe machen Gieshoidt keine Sorgen. Die Handwerksberufe sind es, für die Bewerber schlechter zu bekommen seien. Verstehen kann der Personalleiter das nicht so ganz. Denn die neuen Techniken wie Solaranlagen müssten die jungen Leute doch eigentlich begeistern? Wissen sie nicht, dass dafür eine Ausbildung zum Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik erforderlich ist? In diesem Beruf bildet das Unternehmen 2013 zum ersten Mal drei junge Menschen aus. Der Schwerpunkt liegt u.a. auf der elektrischen Energieversorgung von Wohnimmobilien. Ebenfalls erstmalig stellte die Gagfah zwei Auszubildende zu Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ein. Außerdem werden zusammen mit einem externen Partner Gärtner ausgebildet.

Um mehr junge Leute für die gewerblichen Berufe zu gewinnen, ist das Wohnungsunternehmen eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Kooperation eingegangen, und zwar mit dem TÜV Nord. Nicht jeder Autofahrer dürfte wissen, dass der TÜV Nord seit rund 20 Jahren auch in der Aus- und Weiterbildung aktiv ist. Auf der Zeche Zollverein unterhält er Ausbildungswerkstätten, in denen junge Leute sechs bis zwölf Monate lang handwerkliche Grundlagen erlernen, bevor sie eine Ausbildung beginnen. Während der Lehrzeit bietet das Bildungszentrum weitere Unterstützung an, z.B. durch Werkunterricht.

Für die Rekrutierung ihrer Nachfolger haben sich die Azubis selbst ins Zeug gelegt und drei verschiedene Postkartenmotive entworfen: Die Aufschriften "E-Checker?", "Klima-Experte?" oder "Koniferen-Koryphäe?" prangen in Weiß auf Gagfah-Grün. Auch die Verteilung der Werbeträger übernahmen die Auszubildenden. "Man muss kreative Wege gehen", sagt Gieshoidt. In diesem Jahr will das Unternehmen Kontakte zu Schulen, insbesondere Haupt- und Realschulen, knüpfen.

Bei den jährlich etwa 20 bis 25 neuen Immo-Azubis verlaufe die "Anwerbung" über den Freundeskreis und die Familie. Aber auch TV-Sendungen wie "mieten, kaufen, wohnen" und Radioformate würden einen Effekt haben. Aus diesem Grund überlege das Wohnungsunternehmen, ob es eventuell selbst Radiospots schalten will.

Die Aus- und Weiterbildungsaktivitäten des börsennotierten Unternehmens sind in der Gagfah Group Academy zusammengeführt, die seit fünf Jahren besteht. In der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft verfügt nur knapp jedes dritte Unternehmen über ein Personalentwicklungskonzept, hat die Marktstudie zur Aus-, Fort- und Weiterbildung des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gezeigt (siehe Artikel "Weniger Personalentwicklungskonzepte", IZ 44/2013). Etwa 350 Euro pro Jahr und Mitarbeiter investiert das Unternehmen in die Weiterbildung, sagt Gieshoidt.

Unter dem Dach der Gagfah Group Academy werden auch die Fortbildungen wie z.B. berufsbegleitende Studiengänge organisiert. Zehn bis 15 Mitarbeiter entscheiden sich jedes Jahr dafür. Die Nachfrage nehme zu, sagt Personalentwicklerin Silke Ternes. Klassiker sei der Immobilienfachwirt, gefolgt vom Immobilienökonom. Bachelor- und vereinzelt auch Masterstudiengänge würden nachgefragt. Die ersten drei Mitarbeiter hätten 2013 mit dem Fachwirt Gebäudemanagement begonnen.

Workshops zu Sozial- und Methodenkompetenzen, fachliche Fortbildungen, Einzelcoachings sowie Einarbeitungsprogramme gehören auch zum Angebot der Akademie. Letztere dauern etwa vier bis fünf Wochen und umfassen Einweisungen durch Kollegen, aber auch Einzelcoachings und Teamworkshops, in denen die Mitarbeiter ihre Erwartungen an den neuen Kollegen oder Vorgesetzten äußern dürfen. Seit 2011 gibt es auch das Modul Wissenstransfer. Soll z.B. ein neuer Mitarbeiter eine bestimmte Position von jemandem übernehmen, führen beide unter Aufsicht von Ternes ein von ihr moderiertes Gespräch. Der Wissensnehmer soll aktiv Fragen stellen; Ternes protokolliert.

Neben fachspezifischen Aspekten geht es auch u.a. um den richtigen Ansprechpartner im Falle xy und wo die Fettnäpfchen sind. Der Arbeitsalltag wird geschildert und festgehalten, damit der Wechsel reibungslos gelingt - "und die Leute schnell ins Laufen" gebracht werden.

Sonja Smalian

IZ-Umfrage zum Arbeitsmarkt beginnt

Karriere 27.02.2014
Wie hoch sind die Einstiegsgehälter für Absolventen in der Immobilienbranche? Welche Unternehmen zählen zu den Top 15 der interessantesten Arbeitgeber für Immo-Talente? Die IZ-Umfrage sucht ... 

Wie hoch sind die Einstiegsgehälter für Absolventen in der Immobilienbranche? Welche Unternehmen zählen zu den Top 15 der interessantesten Arbeitgeber für Immo-Talente? Die IZ-Umfrage sucht Antworten.

Es gibt nur einen ersten Berufseinstieg im Leben - und das macht die Sache so schwierig. Denn viele Studenten wissen nicht, welche Gehaltsforderungen sie stellen können und welche Qualifikationen die Unternehmen schätzen. Umgekehrt gibt es auch so manche Unsicherheit auf Arbeitgeberseite. Sind die aufgerufenen Einstiegsgehälter konkurrenzfähig? Warum sind bestimmte Unternehmen beliebter als andere, obwohl sich die Geschäftsfelder nur wenig unterscheiden? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die jährliche Gehalts- und Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung. Studenten und Unternehmen können ab sofort teilnehmen.

Gehalts- und Arbeitsmarktstudien bieten einen Orientierungspunkt. Seit 2001 untersucht die Immobilien Zeitung mit ihrer Umfrage innerhalb der Joboffensive den Arbeitsmarkt der Immobilienwirtschaft. Aufgerufen sind beide Akteure - Studenten wie Arbeitgeber - an der Befragung teilzunehmen und so für mehr Transparenz zu sorgen. Die Teilnahme wird belohnt mit Gewinnen im Gesamtwert von 60.000 Euro.

Wer ein immobilienwirtschaftliches Fach studiert und innerhalb der nächsten vier Semester seinen Abschluss macht, kann mitmachen. Die ersten 650 Teilnehmer erhalten den IZ-Karriereführer 2014/15 für die Immobilienwirtschaft mit der vollständigen Auswertung der Umfrage, vielen Arbeitgeberporträts, einer Übersicht über die Weiterbildungs- und Studienangebote sowie einer Fülle von Karrieretipps. Zudem werden unter allen teilnehmenden Studenten 15 Premium- sowie 315 Jahresabonnements der Immobilien Zeitung sowie 25 Eintrittskarten zur Münchner Expo Real 2014 verlost.

Auch die Unternehmen erhalten als Dankeschön für ihre Teilnahme den neuen IZ-Karriereführer 2014/15 für die Immobilienwirtschaft. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, ihr Unternehmen in dem gedruckten Ratgeber und auf der IZ-Karriereseite www.iz-jobs.de online zu präsentieren. Ansprechpartnerin ist Martina Walker (E-Mail: walker@iz.de).

Die Joboffensive wird unterstützt von der Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Corpus Sireo, DTZ, ECE, Irebs Immobilienakademie, Kaufland, Messe München/Expo Real, mfi management für immobilien, Patrizia Immobilien und RGM. Teilnahmeschluss ist am 17. April 2014. Die Umfrage finden Sie unter www.iz-jobs.de/joboffensive.

Sonja Smalian

Erster FM-Studiengang im Iran

Frau Dr. Mandana Banedj-Schafii (Mitte links) und Prof. Dr. Kunibert
Lennerts (4. von links besuchten mehrfach die Teheraner Universität.

Frau Dr. Mandana Banedj-Schafii (Mitte links) und Prof. Dr. Kunibert Lennerts (4. von links besuchten mehrfach die Teheraner Universität.

Bild: privat

Karriere 27.02.2014
Nach zehn Jahren Vorbereitung beginnt wohl im Herbst 2014 der erste Facility-Management-Studiengang an der Teheraner Universität. Die Initiative dafür ging von Deutschland aus.  ... 

Nach zehn Jahren Vorbereitung beginnt wohl im Herbst 2014 der erste Facility-Management-Studiengang an der Teheraner Universität. Die Initiative dafür ging von Deutschland aus.

Der erste iranische FM-Masterstudiengang wird an der ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Universität Teheran gelehrt werden. Vier Semester wird das Vollzeitstudium dauern und nach Hoffnung der Organisatoren im September dieses Jahres starten können. Geplant sind zehn Plätze, die per Zugangstest vergeben werden. Abgefragt werden Kenntnisse in Mathematik, Statistik, Allgemeinwissen und Englisch, doch die Unterrichtssprache wird Persisch sein. Die Bewerber, die durchschnittlich 22 Jahre alt sind, bringen den Abschluss Bachelor of Science aus einem ingenieurwissenschaftlichen Fach mit. Studiengebühren müssen die Studenten, von denen etwa die Hälfte weiblich sind, an der staatlichen Hochschule nicht bezahlen. Auf dem Lehrplan stehen u.a. Kurse wie Machbarkeitsstudien, Energieeffizienz, Projektplanung und -management, Forschungsmethoden sowie IT fürs FM.

Damit der Studiengang jetzt beginnen kann, war zehn Jahre Aufbauarbeit notwendig. Mandana Banedj-Schafii, die mit neun Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen war, ging nach ihrem Bauingenieursstudium in Stuttgart nach Teheran. Dort arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Building and Housing Research Center mit der Vision im Kopf, ein gesundes Stadtviertel aufzubauen. Stattdessen erhielt sie jedoch die Aufgabe, die erste Abteilung für FM im Iran zu gründen.

Zurück in Deutschland promovierte Banedj-Schafii von 2004 bis 2009 an der Universtität Karlsruhe bei Prof. Dr. Kunibert Lennerts. Währenddessen arbeitete sie auch an der Internationalisierung des so genannten Opik-Projekts (Optimierung und Analyse von Prozessen im Krankenhaus) des Karlsruher Instituts für Technologie mit. Ein Ergebnis dabei war, dass der Aufbau eines FM-Studiengangs im Iran ein wichtiger Weg für die Internationalisierung sei. Dafür erhielt sie die volle Unterstützung ihres Doktorvaters, der sie auch mehrfach in den Iran begleitete. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ein Zusammenschluss der Universität Karlsruhe mit dem Forschungszentrum Karlsruhe, vereinbarte mit der University of Tehran und der Tehran University of Medical Sciences eine Kooperation. Die Abteilung FM am Institut für Technologie und Management im Baubetrieb am KIT wird beim Aufbau des ersten FM-Masterstudiengangs im Iran Unterstützung leisten (vgl. Artikel "KIT baut ersten FM-Studiengang im Iran auf", IZ 50/09).

Der Deutsche Akademische Austauschdienst gewährte eine dreijährige Anschubfinanzierung. Mehrere Delegationen reisten nach Deutschland und informierten sich zum FM. Summer Schools wurden veranstaltet. Es galt die bürokratischen Hemmnisse in beiden Ländern zu überwinden und Einzelinteressen in einen Mehrwert für alle umzuwandeln. Dass der Studiengang nun kurz vor dem Start steht, bedeutet Banedj-Schafii sehr viel.

Denn 2003 wurde sie, die junge deutsche Absolventin, vom zehnköpfigen Universitätskomitee in Teheran nur belächelt, als sie erklärte, FM in den Iran bringen zu wollen. Inzwischen ist sie Prokuristin bei Wisag Medizintechnischer Service und Mutter von zwei Kindern, die sie bei den Delegationsbesuchen in den Iran begleitet haben. Banedj-Schafii glaubt an das FM-Potenzial in beiden Ländern und hat sich schon eine neue Aufgabe gesucht: Sie arbeitet am Aufbau eines FM-Kompetenzzentrums im Iran, das eine Schnittstelle zwischen Ausbildung, Forschung und Industrie sein soll im Iran, aber auch zum Ausland.

Sonja Smalian

Wüstenrot Immobilien legt weiter zu

Karriere 25.02.2014