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Karriere-News

Huf Haus vollzieht Generationswechsel

Köpfe 16.04.2021
Benedikt Huf und Christian Huf übernehmen gemeinsam die Geschäftsführung der Fertighausfirma Huf Haus. Die Doppelspitze folgt auf Georg Huf, der das Familienunternehmen 25 Jahre lang geleitet ... 

Benedikt Huf und Christian Huf übernehmen gemeinsam die Geschäftsführung der Fertighausfirma Huf Haus. Die Doppelspitze folgt auf Georg Huf, der das Familienunternehmen 25 Jahre lang geleitet hat.

Der Fertighaushersteller Huf Haus hat eine neue Doppelspitze. Im April hat der geschäftsführende Gesellschafter Georg Huf die operative Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Benedikt Huf und seinen Neffen Christian Huf übergeben. Das Unternehmen bleibt damit in vierter Generation in Familienhand.

Wie das Unternehmen mitteilt, wird sich das neue Führungsduo die Aufgaben künftig aufteilen. So übernimmt der 33-jährige Benedikt Huf die kaufmännische Leitung von Huf Haus und den sechs Tochterunternehmen. Er ist dort seit 2012 tätig und verantwortete zuvor die Finanzierungsabwicklung und die Produktionsplanung für Deutschland und Europa.

Die Leitung des Vertriebs hat der 32-jährige Christian Huf übernommen. Der Unternehmer trat 2014 in das Familienunternehmen ein und ist seit Oktober 2019 Vorstandsmitglied beim Bundesverband Deutscher Fertigbau.

Georg Huf bleibt dem Unternehmen erhalten

Georg Huf bleibt weiterhin mit besonderen Aufgaben betraut. In seiner Zeit als Geschäftsführer setzte er ab 1996 vor allem auf die Expansion in ausländische Märkte und den Aufbau der eigenen Firmengruppe.

Die neue Doppelspitze will das Portfolio des Unternehmens künftig erweitern. Dabei sollen neben mehrgeschossigen Stadthäusern und Dachaufstockungen auch Tinyhouses angeboten werden. Am Standort Hartenfels im Westerwald will Huf Haus festhalten. Zusätzlich werden im Frühjahr ein neuer Vertriebsstandort mit Musterhaus bei Hamburg und im Herbst ein smartes Musterhaus in nachhaltiger Fachwerkbauweise im Großraum Leipzig eröffnet.

Janina Stadel

Commerz Real: Gabriele Volz geht, Henning Koch übernimmt

Henning Koch.

Henning Koch.

Quelle: Commerz Real

Köpfe 16.04.2021
Commerz Real muss erneut einen Wechsel an der Unternehmensspitze verkraften. Nach gerade mal vier Monaten, die sie offiziell im Amt verbracht hat, verlässt Vorstandsvorsitzende Gabriele ... 

Commerz Real muss erneut einen Wechsel an der Unternehmensspitze verkraften. Nach gerade mal vier Monaten, die sie offiziell im Amt verbracht hat, verlässt Vorstandsvorsitzende Gabriele Volz den Asset-Manager wieder. Ihr Nachfolger steht schon bereit: Vorstand Henning Koch (43) rückt nach.

Commerz Real kommt bei der Besetzung seines Vorstands einfach nicht zur Ruhe. Nun hat sich Gabriele Volz am gestrigen Donnerstag mit dem Aufsichtsrat darauf geeinigt, ihren Vertrag bereits zum 30. April 2021 enden zu lassen. "Grund der Trennung sind unterschiedliche Auffassungen über die Führung und künftige strategische Ausrichtung der Commerz Real", teilt das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden mit. Die Aufsichtsratsvorsitzende Sabine Schmittroth bedauert den Weggang von Volz.

Koch kommt aus dem internationalen Transaction-Geschäft

Der Chefsessel bleibt allerdings warm. Denn Henning Koch übernimmt Volz' Platz zum 1. Mai - und damit nicht nur den Vorstandsvorsitz von Commerz Real, sondern auch den Vorsitz in der Geschäftsführung der Commerz Real Investmentgesellschaft.

Koch, selbst erst seit einem Jahr Mitglied des Commerz-Real-Vorstands, kümmerte sich bislang um das Teilgebiet Transactions und das Asset-Management. Im Jahr 2017 stieß er als Global Head of Transactions zur Commerz Real. Damals lagen elf Jahre bei Credit Suisse hinter ihm. Dort war er seit 2013 als Head of Acquisition & Sales Europe tätig. Internationale Transaktionsgeschäfte und Immobilienanlageprodukte prägten seinen Berufsalltag.

Mehr Kontrolle durch die Commerzbank

Künftig dürfte Koch in seinem täglichen Geschäftstreiben stärker noch als Volz Berührungspunkte zur Konzernmutter Commerzbank haben. Denn ihr Vorstandschef Manfred Knof ist in den Aufsichtsrat der Immobilienfonds-Tochter eingezogen.

Mit dem Weggang von Gabriele Volz schmilzt die Besetzung des Commerz-Real-Vorstands auf zwei Personen: Neben Henning Koch hält Dirk Schuster die Stellung, und das seit 2016. Im Moment liefen bereits Gespräche für eine Erweiterung des Vorstands, teilt Commerz Real auf Anfrage der Immobilien Zeitung mit. Auch eine Erweiterung auf vier Personen sei nicht ausgeschlossen. Damit wäre man wieder auf dem Niveau, als noch Andreas Muschter, Sandra Scholz, Johannes Anschott und Dirk Schuster den Vorstand bildeten. Das war zuletzt vor gut einem Jahr so, inzwischen sind drei Mitglieder nicht mehr an Bord.

Anke Pipke

NPL-Spezialisten sind sehr selten

Es wird mehr faule Äpfel geben - die Frage ist nur, wie viele.

Es wird mehr faule Äpfel geben - die Frage ist nur, wie viele.

Quelle: imago images, Urheber: blickwinkel

Karriere 15.04.2021
Auch wenn die Banken es nicht gern hören: Noch stemmt sich der Staat gegen die große NPL-Welle. Doch wenn der Deus ex machina sich wieder zurückzieht, wird sich der Schleier über das ... 

Auch wenn die Banken es nicht gern hören: Noch stemmt sich der Staat gegen die große NPL-Welle. Doch wenn der Deus ex machina sich wieder zurückzieht, wird sich der Schleier über das wahre Ausmaß der Verheerung heben. Durch Mietausfälle, Leerstände und Insolvenzen dürften dann auch mehr gewerbliche Immobilienkreditnehmer in Schwierigkeiten geraten. Sprunghaft steigen wird dadurch auch die Nachfrage nach NPL-Spezialisten. Diese aber sind nach zehn Jahren Immobilienboom eine seltene Spezies.

Kreditausfälle kennen die Banken dank galoppierender Immobilienpreise und Dauerniedrigzinsen praktisch nur noch vom Hörensagen. Spezialisten für Non-Performing Loans konnten die Geldhäuser daher guten Gewissens abbauen und/oder in andere Abteilungen verschieben. "Die meisten Institute haben ihre NPL-Teams sehr stark verkleinert. Seit der Finanzkrise sind ja auch ein paar Jahre ins Land gegangen …", konstatiert Torsten Hollstein, Geschäftsführer des Asset-Managers und Kredit-Servicers CR Investment Management.

NPL-Investoren wie Hollstein warten schon seit Herbst auf Gelegenheiten. Die Liquiditäts- und Kreditprogramme der KfW, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und das Kurzarbeitergeld haben Kreditausfälle im größeren Stil jedoch bis dato verhindert. Laut einer Umfrage der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) sind die NPL-Bestände der Kreditinstitute in der gewerblichen Immobilienfinanzierung im Corona-Jahr 2020 sogar in mehr Häusern geschrumpft (24%) als gestiegen (14%).

Doch die Zeiten werden günstiger für Hollstein & Co. Für die kommenden zwölf Monate rechnet praktisch keine Bank mehr mit rückläufigen NPL-Beständen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Dagegen erwarten 38% mehr Sorgenkinder. Faule Kredite verkaufen oder ins externe Servicing geben wollen in den kommenden zwölf Monaten 22% der von der BKS befragten Institute (gegenüber nur 4% im vergangenen Jahr). Zudem gehen 29% - und damit dreimal mehr als für 2020 - von sinkenden Preisen bei NPL-Verkäufen aus. Die NPL-Quote im Bereich gewerblicher Immobilienkredite sehen die befragten Risikomanager der Banken von 1,7% im vergangenen Jahr über 2,5% in diesem auf 3,1% im kommenden Jahr klettern.

In der Realität werden die Banken oft von den Ereignissen überrumpelt. "Es ist ja nicht so, dass der Kreditnehmer seine Bank lange im Voraus schonend auf die Situation vorbereitet", sagt ein Kenner der Materie. Vielmehr würden Probleme so lange wie möglich auf die lange Bank geschoben - "und dann kommt ein spontaner Anruf des Kreditnehmers und plötzlich ist alles ganz schlimm". Die Teams, die die Kuh wieder vom Eis holen sollen, müssen dann ebenso spontan zusammengestellt werden.

"Es ist zu erwarten, dass der Schwebezustand noch bis zur Bundestagswahl weiter durch staatliche Maßnahmen gestützt wird", sagt Antje Mertig, Managing Partner von Steinberg Real Estate Management, ebenfalls ein Spezialist für notleidende und leistungsgestörte gewerbliche Immobilienkredite und die dazugehörigen Immobilien. Auch die Finanzierer tun das Ihrige dafür, damit aus der Ruhe vor dem Sturm noch kein Sturm wird: "Aktuell auftretende Probleme werden nach unserer Kenntnis noch durch Prolongationen sowie Waiver von Covenants geheilt", berichtet Mertig.

Sicher, die Kreditausfallquoten befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau, nach der Finanzkrise haben die Banken ihre Beleihungsausläufe reduziert und also weniger Risiken in die Bücher genommen. Die üblichen LTVs zwischen 50% und 70% erscheinen als komfortables Polster. Von Ausfällen wären als Erste alternative Finanzierer wie Debt-Fonds oder Mezzanine-Kreditgeber betroffen, die in den vergangenen Jahren vermehrt Finanzierungslücken durch nachrangige Darlehen geschlossen haben. Und für etwaige Einschläge haben die Banken vorsorglich schon Rückstellungen gebildet.

"Doch ist die Grundlage für die Berechnung des LTV zuverlässig und stabil?", fragt Mertig rhetorisch. Der Anlagedruck habe zu Preisübertreibungen geführt, Annahmen über Mietentwicklungen und Exit-Preise würden oft immer unrealistischer, gibt Mertig zu bedenken. "Die Risikoneigung der Investoren ist stark gestiegen, um überhaupt noch eine Rendite gegenüber zinslosen Liquiditätsbeständen zu erzielen."

Auch die Investmentdienstleister geben mitunter Anlass zu Besorgnis: "Die stark gewachsenen Investmentmanager haben sich aufgrund der Incentivierung vorwiegend auf An- und Verkäufe konzentriert. Risiken wurden mit dem volumengetriebenen Wachstum nach unserem Eindruck teils ausgeblendet", stellt Mertig fest. Die Kreditinstitute haben dieses Spiel offenbar mitgespielt: "Nach meiner Einschätzung hat in der Konsequenz auch die Risikoaffinität der Banken zugenommen, um dem Druck durch das Niedrigzinsumfeld und alternative Finanzierer standzuhalten", sagt Mertig.

Mietausfälle und Risiken werden von Gewerbemietern auf die Vermieter abgewälzt und über diese in die Banken verlagert. Und selbst wenn die tatsächlichen Ausfälle begrenzt sein werden, so dürfte angesichts drohender Leerstände und Insolvenzen doch zumindest der Bearbeitungsaufwand für sanierungsbedürftige Kredite deutlich zunehmen - was auch schon mit einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach NPL-Spezialisten einhergeht. Diese aber sind nach zehn Jahren Immobilienboom eine seltene Spezies.

"Der Arbeitsmarkt für Sanierungsexperten ist ziemlich leergefegt", sagt Peter Axmann, der das Immobilienkundengeschäft bei der Hamburg Commercial Bank (HCOB) leitet. Der Grund: "In vielen Banken wurden in den letzten Jahren Restrukturierungsprozesse angestoßen, die zu Kostenreduzierungen und Mitarbeiterabbau führten." Dadurch sei eine mittelfristig ausgerichtete Personalentwicklung, zu der auch die Ausbildung junger Mitarbeiter gehöre, zu kurz gekommen.

Während die Banken noch Vorkehrungen für mögliche Problemkredite treffen, suchen Anwaltskanzleien schon nach geeignetem Personal im Bereich Restrukturierung/Sanierung mit Spezialkenntnissen im Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht sowie den auf rauer See nötigen Soft Skills und einem Verständnis für Sanierungspläne. Doch sie finden nur selten geeignete Leute.

Den Banken ist nicht bang vor NPLs

Die von der Immobilien Zeitung stichprobenartig befragten Banken betonen die Resilienz ihrer Immobilienkreditportfolios und die - zumindest potenziell - ausreichende Mannstärke. Berlin Hyp etwa beziffert den Anteil fauler Äpfel zum 31. Dezember 2020 auf 0,6%. Und selbst dieser geringe Prozentsatz rührt nicht etwa aus dem Corona-Jahr her: "Im Jahr 2020 haben wir keine pandemiebedingten Zahlungsausfälle verzeichnet", betont eine Sprecherin. Auch personell sieht sie ihr Haus gut gerüstet: "Die Mitarbeiter, die früher mit der Bearbeitung befasst waren, sind zum weit überwiegenden Teil noch immer in der Berlin Hyp beschäftigt und nehmen derzeit andere Aufgaben wahr. Im Zweifel könnte die Bank dieses Know-how kurzfristig wieder in entsprechenden Bearbeitungseinheiten bündeln."

Die Deka Bank räumt ein: "Die Corona-Pandemie hat seit Jahren erstmals wieder zu vereinzelten Leistungsstörungen bei Finanzierungen geführt." Weil die Summe notleidender Immobilienengagements aber immer noch über eine "sehr niedrige einstellige Anzahl" nicht hinausgehe, ist das Work-out-Team der Deka Bank derzeit nur mit zwei Spezialisten besetzt. Die Helaba betont ausdrücklich, ihren Personalbestand nicht auf "die historisch niedrige NPL-Quote" abgestimmt zu haben, konzediert aber "Optimierungen" hin zu einer "effizienteren Organisation". Mit Problemkrediten befasse sich ein Team mit einer "hohen mittleren zweistelligen Personalstärke".

Auch die Deutsche Bank versichert, die Anzahl der Mitarbeiter, die sich um notleidende Kredite kümmern, in den vergangenen Jahren "bewusst stabil gehalten" zu haben, "da davon auszugehen war, dass zum Zeitpunkt einer möglichen makroökonomischen Krise entsprechendes Fachpersonal am Arbeitsmarkt schwer verfügbar sein dürfte". Die Bayern LB hat die Kapazitäten zwar "an den reduzierten Bedarf angepasst", geht aber davon aus, einen "möglichen Mehrbedarf" in der Zukunft "intern decken" zu können, weil abgezogene Kräfte "in wesentlichen Teilen" in andere Assetklassen im Problemkreditbereich oder in andere Bereiche der Bank gewechselt seien.

Axmanns HCOB hat nach der Finanzkrise eine eigene Truppe für den Abbau milliardenschwerer Kredite aufgebaut. Deshalb "haben wir noch mehr Fachpersonal an Bord, als wenn wir diese HSH-Nordbank-spezifische Situation nicht gehabt hätten". Die Aareal Bank hat mit der Aareal Estate AG sogar einen Spezialisten für Problemfälle im Haus, der seine Dienste Dritten anbietet.

Hollstein gibt die Hoffnung derweil nicht auf. "Vielleicht ist das wie bei einem Tsunami: Das Wasser zieht sich zurück, alle laufen ins Wasser - und dann kommt die große Welle. Fallen die ersten Unternehmen, werden viele andere mitgezogen."

Harald Thomeczek