Karriere-News

JLL ist Top-Arbeitgeber der Immobilienwirtschaft

Mehr als 600 Studierende der Immobilienwirtschaft wurden befragt, in welchem Unternehmen sie am liebsten anheuern möchten.

Mehr als 600 Studierende der Immobilienwirtschaft wurden befragt, in welchem Unternehmen sie am liebsten anheuern möchten.

Bild: Fotolia.de/contrastwerkstatt

Karriere 18.07.2013
Zum zweiten Mal in Folge wurde Jones Lang LaSalle zum Top-Arbeitgeber der Immobilienwirtschaft gewählt. Der Makler und Immobilienberater positionierte sich mit deutlichem Abstand vor dem ... 

Zum zweiten Mal in Folge wurde Jones Lang LaSalle zum Top-Arbeitgeber der Immobilienwirtschaft gewählt. Der Makler und Immobilienberater positionierte sich mit deutlichem Abstand vor dem Shoppingcenter-Entwickler ECE und dem Baukonzern Hochtief, die die Plätze 2 und 3 belegen. Die Immobilien Zeitung befragte im Rahmen der Joboffensive 2013 mehr als 600 Studenten der Immobilienwirtschaft und verwandter Studiengänge nach ihrem Wunscharbeitgeber.

Die Studierenden aus mehr als 60 Hochschulen bundesweit nannten insgesamt 188 verschiedene Unternehmen, bei denen sie gerne arbeiten würden. Auf die Top 3 entfiel dabei fast ein Viertel der Punkte. Die Top 15 konnten 59% aller vergebenen Punkte auf sich vereinen. Unter ihnen befinden sich weitere Makler-/Beratungsunternehmen wie CBRE, BNP Paribas Real Estate und Engel & Völkers. Auch die großen Baukonzerne sind - neben Hochtief - mit Bilfinger und Strabag auf den oberen Rängen gut vertreten.

Das wichtigste Kriterium bei der Arbeitgeberwahl sind für die Nachwuchskräfte der Immobilienbranche die Tätigkeitsfelder des Unternehmens. Auch die Karriereperspektiven spielen eine große Rolle, es folgen Standort und Internationalität. Mit Letzterem konnte Jones Lang LaSalle bei den Studierenden besonders punkten. Bei ECE lockte vor allem das interessante Aufgabenfeld und bei Hochtief waren es die Karriereperspektiven. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie die Entlohnung spielten bei der Wahl des Top-Arbeitgebers eher eine untergeordnete Rolle.

Die gesamte Berichterstattung zum Arbeitgeberranking finden Sie in der heutigen Ausgabe 28/2013 der Immobilien Zeitung.

Das Arbeitgeberranking ist Teil der Joboffensive für die Immobilienwirtschaft, die unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka steht. Unterstützt wird die Initiative zudem von Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, Bilfinger Facility Services, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Corpus Sireo, DTZ, ECE, Irebs Immobilienakademie, IVG Immobilien, Kaufland, Messe München / Expo Real, mfi management für immobilien, Patrizia Immobilien und RGM.

Britta Kriechel

Michael Morgenroth verlässt Signa

Michael Morgenroth.

Michael Morgenroth.

Bild: IZ

Karriere 15.07.2013

DTZ jetzt auch bei Einzelhandelsimmobilien aktiv

DTZ mit Deutschlandhauptsitz in Frankfurt erweitert sich.

DTZ mit Deutschlandhauptsitz in Frankfurt erweitert sich.

Bild: tp

Karriere 15.07.2013
Das Maklerhaus DTZ bringt die neue Abteilung für Einzelhandelsinvestments mit Sitz in Düsseldorf und Frankfurt am Main an den Start. Das Team werde Handelsimmobilien im gesamten ... 

Das Maklerhaus DTZ bringt die neue Abteilung für Einzelhandelsinvestments mit Sitz in Düsseldorf und Frankfurt am Main an den Start. Das Team werde Handelsimmobilien im gesamten Bundesgebiet vermarkten, teilt das Unternehmen mit. DTZ baut damit sein Leistungsspektrum in Deutschland aus.

Geleitet wird der Bereich von Jörg Neunzig (44), der als Head of Department Retail Investment Germany neu bei DTZ anfängt. Er war zuvor Geschäftsführer der Gesellschaft City Projekt Immobilien, die auf die Vermittlung von einzelhandelsgenutzten Immobilien in Deutschland und in der Schweiz spezialisiert ist. Unterstützt wird Neunzig von Christoph Scheuermann, der als Director in Frankfurt den Bereich Retail Investment vertritt. Er hat zwölf Jahre Berufserfahrung im Bereich Handelsimmobilien und war bereits Leiter Retail Valuation bei DTZ. In Düsseldorf verstärkt Dominik Ising das Team, der seit mehr als sechs Jahren für DTZ tätig ist.

DTZ sieht einen interessanten Markt im Bereich Handelstransaktionen. Im ersten Halbjahr 2013 lagen Einzelhandelsobjekte mit 3,85 Mrd. Euro des Investmentvolumens in Deutschland auf Rang zwei der beliebtesten Asset-Klassen, hinter Büro- und vor Logistikimmobilien. Eine aktuelle DTZ-Studie zeige, dass auf der Nachfrageseite Handelsimmobilien sogar genauso stark waren wie Büroimmobilien, allerdings konnte aus Mangel an geeigneten Objekten das Investmentvolumen nicht entsprechend umgesetzt werden. Insbesondere Einkaufszentren seien Mangelware, auch wenn im zweiten Quartal wieder mehr Objekte gehandelt werden konnten als noch im ersten Quartal.

Peter Dietz

Richtig feiern mit Mitarbeitern und Kunden

Auf der Burg Crass in Eltville feierte Piepenbrock mit Mitarbeitern und Kunden das hundertjährige Firmenjubiläum. Die Teilnehmer konnten einen Parcours absolvieren, der u.a. Stationen wie "Hau den Lukas"  und Melken an der Modellkuh umfasste.

Auf der Burg Crass in Eltville feierte Piepenbrock mit Mitarbeitern und Kunden das hundertjährige Firmenjubiläum. Die Teilnehmer konnten einen Parcours absolvieren, der u.a. Stationen wie "Hau den Lukas" und Melken an der Modellkuh umfasste.

Bild: sma

Karriere 11.07.2013
Wenn Unternehmen ihren Gründungstag feiern, dann sind die wichtigsten Fragen: Wie wird gefeiert, wo wird gefeiert und vor allem, wer steht auf der Gästeliste? Unternehmen, die dabei auch ... 

Wenn Unternehmen ihren Gründungstag feiern, dann sind die wichtigsten Fragen: Wie wird gefeiert, wo wird gefeiert und vor allem, wer steht auf der Gästeliste? Unternehmen, die dabei auch ihre Beschäftigten im Auge haben, können viel für die Mitarbeiterbindung tun.

Wer 100 Jahre alt wird, der hat allen Grund zu feiern. Ob es ein Galadinner oder eine Grillparty gibt, bleibt dem Unternehmen überlassen. Befindet es sich gerade in einer schwierigen Phase, dann müsse fürs Jubiläum auch nicht tief in die Kasse gegriffen werden, sagt Dr. Jutta Rump, Professorin an der Hochschule Ludwigshafen und Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability. Wichtig sei, dass die Feier zum Unternehmen, seiner Kultur und seinem Klima passe.

Der FM-Dienstleister Piepenbrock, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiert, entschied sich für Feiern unterschiedlichen Typs. Am Stammsitz in Osnabrück eröffnete eine Gala mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten den Partyreigen, der mit lokalen Feiern an acht weiteren Standorten fortgesetzt wurde. Konzipiert wurden diese vom unternehmenseigenen Veranstaltungsmanager. Er kenne die Mitarbeiter und wisse, woran die Leute Spaß haben, sagt Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Während in Dresden eine Dixielandfahrt auf der Elbe geplant ist, gab es im Rhein-Main-Gebiet eine Feier direkt am Rheinufer auf Burg Crass in Eltville. Überschattet wird das Jubiläumsjahr durch den Tod Hartwig Piepenbrocks (siehe Rubrik Personalien auf dieser Seite unten).

Wie lang die Gästeliste sein sollte, ist eine kniffelige Frage. Piepenbrock feiert mit etwa 4.000 seiner rund 27.000 Mitarbeitern. Angefangen von den Führungskräften bis teilweise zur Vorarbeiterebene sind Mitarbeiter eingeladen. Doch das Unternehmen bedankte sich bei allen seinen Mitarbeitern durch einen Aufdruck auf der Lohnabrechnung für die geleistete Arbeit. Die Kunden durften bei den Feiern auch nicht fehlen.

Das sieht Susanne Ollmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Aengevelt Immobilien, ebenso: "Wir wären nicht 100 Jahre alt geworden ohne die Kunden." Das Unternehmen feierte 2010 sein hundertjähriges Bestehen mit rund 2.000 Teilnehmern an sechs Standorten.

Jubiläumsfeiern dienten mehreren Zwecken, sagt Thomas Glodek, Leiter Information und Marketing bei Aengevelt Immobilien. Neben der Mitarbeiterbindung seien das auch die Kundenbindung und die Kundengewinnung. Aengevelt waren ungewöhnliche Immobilien wichtig, in denen die Abendveranstaltungen mit Kunden, Dienstleistern, Keynote-Speaker wie dem Bürgermeister oder dem Chef der Industrie- und Handelskammer, den Mitarbeitern der jeweiligen Niederlassung, den beiden Gesellschaftern und dem Führungskreis stattfanden. Für Ollmann war es ein wichtiges Signal, dass auch die Führungsspitze bei allen Terminen präsent war. Doch auch bei diesem Thema kommt es wieder auf das einzelne Unternehmen an. Der Geschäftsführer muss nicht immer vor Ort sein, sagt Personalwissenschaftlerin Rump. Wichtig ist, dass die Verhältnisse stimmen. Tritt das Führungsteam im Alltag nicht in Erscheinung, kann die lokale Feier auch mit den lokalen Bezugspersonen, also den lokalen Führungskräften, durchgeführt werden.

Durch Jubiläumsfeiern könne ein Wir-Gefühl erzeugt und Wertschätzung ausgedrückt werden, sagt Rump. Gelebte Werte könnten durch eine Feier verdeutlicht werden. Beide Unternehmen haben dies u.a. getan, indem sie zu Spenden für karitative Einrichtungen aufriefen, die sie schon seit Jahren unterstützen. Piepenbrock stockte u.a. die Spenden der Mitarbeiter für ein Trinkwasserprojekt in Laos um 100.000 Euro auf.

Stadtansichten waren das verbindende Element bei den verschiedenen Feiern von Aengevelt Immobilien. Anfang der 1990er Jahre hatte das Unternehmen ein Künstlerehepaar beauftragt, Bilder der Stadt Düsseldorf, dem Aengevelt-Stammsitz, zu malen. Zum Jubiläum sollten nun auch von den anderen Standorten Bilder angefertigt werden. In dem Buch "Deutsche Städte in Bildern" wurden alle 116 abgedruckt und zum Festakt in Düsseldorf zusammen gezeigt. Ausstellungen der lokalen Stadtbilder gab es auch in den jeweiligen Niederlassungen während der Jubiläumsfeiern.

Einen Film ließ Piepenbrock zur 100-Jahr-Feier erstellen, in dem die Unternehmensgeschichte erzählt wird und auch alte "Piepenbrocker" zu Wort kommen. Die Ehemaligen spielten so auch bei den Feierlichkeiten eine Rolle und einige Ex-Mitarbeiter waren eingeladen mitzufeiern. So etwas erhöhe noch einmal die Verbundenheit, sagt Rump. Und das sei in Zeiten von Fachkräfteengpässen keine schlechte Idee.

Sonja Smalian

Immo-Unternehmen punkten

Karriere 04.07.2013
Zahlreiche Unternehmen der Immobilienwirtschaft wurden in diesem Jahr mit einem Zertifikat des audit beruf und familie ausgezeichnet. ... 

Zahlreiche Unternehmen der Immobilienwirtschaft wurden in diesem Jahr mit einem Zertifikat des audit beruf und familie ausgezeichnet.

Vergeben wird das Zertifikat von der berufundfamilie gGmbH, die 1998 von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet wurde. Die Gesellschaft unterstützt Unternehmen, eine familienbewusste Personalpolitik umzusetzen, dazu zählt u.a. lebensphasenbezogene Arbeitszeit.

Zu den ausgezeichneten Immobilienunternehmen, die teilweise reakkreditiert wurden, zählen in diesem Jahr: BIM Berliner Immobilienmanagement, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, DG Hyp, ECE Projektmanagement, Gemeinnütziger Spar- und Bauverein Friemersheim, Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH), Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft (Chemnitz), GSW Immobilien, GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt, GWH Wohnungsgesellschaft Hessen, Hallesche Wohnungsgesellschaft, Hilfswerk-Siedlung, Mülheimer Wohnungsbau, Mülheimer Wohnungsbau Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft, Schwäbisch Hall-Gruppe, Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, Vivawest Wohnen, Volkswohnung und Volkswohnung Service.

Sonja Smalian

Baumenschen haben ein schlechtes Gewissen

Jürgen Schneider erzählt in der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden, das Publikum lauscht.

Jürgen Schneider erzählt in der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden, das Publikum lauscht.

Bild: cvs

Karriere 04.07.2013
Wenn Jürgen Schneider auftaucht, soll er natürlich nicht nur Anekdoten aus seinem Leben erzählen. Dafür gibt es ja sein Buch. Also spricht der einstige Entwickler auch über seine Vorbilder ... 

Wenn Jürgen Schneider auftaucht, soll er natürlich nicht nur Anekdoten aus seinem Leben erzählen. Dafür gibt es ja sein Buch. Also spricht der einstige Entwickler auch über seine Vorbilder und äußert sich zum aktuellen Wirtschaftsleben. Bericht von einem Kamingespräch in Wiesbaden.

Die Villa Uhlandstraße 4 in Wiesbaden war einmal Sitz des hessischen Datenschutzbeauftragten. Im vergangenen Jahr kaufte die u.a. auf Bau- und Architektenrecht spezialisierte Anwaltskanzlei Cäsar-Preller das spitzgieblige Gebäude, das ein wenig an die Villa Andreae in Königstein erinnert, in der der Gast des Abends seinerzeit den Banken Milliarden aus dem Kreuz leierte. Das Ehepaar Cäsar-Preller nutzt die "Villa Justitia" nicht nur als Kanzlei, sondern veranstaltet dort auch Kabarettabende, Ausstellungen und Lesungen. Am 26. Juni nahm Jürgen Schneider zum Kamingespräch Platz. Der Eintritt kostete 17 Euro.

Vor etwa 50 Zuhörern gab der größte Pleitier der deutschen Immobiliengeschichte einige schöne Anekdoten aus seinem prallgefüllten Berufsleben zum Besten, darunter die von der Grundsteinlegung des Bernheimer Palais in München. Für dessen Sanierung gab ihm die Deutsche Bank angeblich 490 Mio. D-Mark, obwohl Schneider in den Kreditunterlagen zwei Geschosse eingezeichnet hatte, die erkennbar nie gebaut wurden. Als bei der Zeremonie die Reihe der Redner an ihn kam, nahm Schneider das Geld, das er in der Tasche hatte, es waren 250 Mark, und legte es zu den Zeitungen, die nach altem Brauch in einen Metallbehälter geschweißt und eingemauert wurden. "Das ist mein Eigenkapital", sagte er. Was die meisten für einen Witz hielten, war tatsächlich wahr. Das wussten allerdings nur Schneider und die Deutsche Bank.

Sein Vater hielt ihn für ein "Weichei"

Schneider, der nächstes Jahr 80 Jahre alt wird, erzählte, wie er im Schülertheater Diogenes in der Tonne spielte und dabei lernte, seine Auftrittsangst zu überwinden. Sein Vater, ein bedeutender hessischer Bauunternehmer, habe ihn wegen seiner Schüchternheit (und vielleicht auch weil er Theater spielte) für ein "Weichei" gehalten. Die Auftritte des Sohnes vor Gericht hätten den greisen Vater am Ende allerdings mit Stolz erfüllt. Er habe sich alle Zeitungsberichte über das Verfahren vorlesen lassen. "Bevor er gestorben ist, gab er mir die Hand und sagte: ,Ist schon alles ok'."

Schneider wurde am 23. Dezember 1997 wegen Betrugs zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Zuvor hatte er bei 55 Banken rund 6 Mrd. D-Mark Kapital für Bauprojekte eingesammelt und dabei zum Teil gefälschte Bauunterlagen und Mietverträge vorgelegt. Schneider arbeitete mit der Methode der Überfinanzierung, d.h. er lieh sich mehr Geld, als er für Kauf und Umbau eines Gebäudes brauchte. Das ging, weil die Banken zukünftige Werte beliehen. Auf seinem Festgeldkonto sammelten sich auf diese Weise angeblich 750 Mio. D-Mark an.

Schneider und die Banken, das ist ein Kapitel für sich. In der Pause erzählte der 79-Jährige, wie die Deutsche Bank ihn habe überreden wollen, seine Projekte über geschlossene Fonds zu finanzieren. Es war die Zeit, als Anno August Jagdfeld begann, mit seinem Hotel-Adlon-Projekt für Furore zu sorgen. Er habe Ärger mit Kleinanlegern gefürchtet, so Schneider. Seine Meinung zu geschlossenen Fonds: "Wenn Große Kleinen etwas aufschwatzen, was diese nicht verstehen, erachte ich das als Betrug." Jagdfeld selbst hält er gleichwohl für einen "guten Mann".

Der Vater, "mein Vorbild", seine Frau, "meine Beschützerin". Schneider setzte nicht nur sich, sondern auch den beiden Menschen, die ihm wohl am nächsten standen bzw. stehen, ein Denkmal. Und seinem Richter Heinrich Gehrke. "Ohne ihn wäre ich heute ein gebrochener Mann." Und ohne Pleite wahrscheinlich schon nicht mehr am Leben. "Ich hätte mich totgearbeitet", sagt er rückblickend auf die Zeit vor seiner Flucht nach Florida, wo er am 19. Mai 1995 von FBI-Beamten verhaftet wurde. Bis zu seiner Flucht habe er nur vier Stunden am Tag geschlafen. Sein Blutdruck war auf 220. "Meiner Frau habe ich versprochen, dass ich keinen Backstein mehr anfasse."

Sein Rat: Große Projekte direkt an den Vorstand

So ganz kann die Katze das Mausen aber nicht lassen. Jürgen Schneider berät heute "etwa zehn Klienten" aus dem Mittelstand, denen er zeigt, wie man einen Kreditantrag für ein Bauvorhaben "schön lecker" aussehen lässt. Dass sie von Schneider gebrieft werden, behalten die Kunden für sich. "Würden die sagen, dass sie von mir beraten werden, würde die Bank die Kalaschnikow rausholen."

Die Bemühungen, die Banken unter eine strenge Kontrolle des Staates zu stellen, begrüßt er, verspricht sich aber nicht allzu viel davon. "Banken sind schlau und haben Riesenapparate. Die werden Wege finden, das zu umgehen." Immobilienleuten mit großen Ideen und großem Kapitalbedarf rät er, sich nicht mit Sachbearbeitern aufzuhalten, sondern ihre Projekte wenn möglich direkt an den Vorstand zu bringen. "So habe ich das auch gemacht." Banken seien heute wie früher "hierarchisch" aufgebaut. Habe man den Chef überzeugt, würden die "Genehmigungen nach unten durchgereicht". Niemand traue sich dann mehr, das Votum von ganz oben infrage zu stellen.

Das Publikum schien den Abend mit Jürgen Schneider sehr zu genießen. "Sie sind sooo intelligent", sagte eine Dame im Publikum voller Bewunderung. Eine andere wollte wissen, ob er denn nie ein schlechtes Gewissen fühlte. Schneiders Antwort: "Einen Baumenschen ohne schlechtes Gewissen, das gibt es nicht."

Christoph von Schwanenflug