Karriere-News

Lasst die andere Hälfte der Menschheit auch mitreden!

Anne Tischer.

Anne Tischer.

Quelle: Karma she said... Kommunikation für Diversity & werteorientiertes Management, Urheberin: Farideh Diehl

Karriere 22.10.2020
Die Diskussion um zukunftsfähige Konzepte für die Branche braucht dringend mehr Frauen, sagt Anne Tischer, Gründerin von Karma she said und der Initiative Frauen in Führung. Sie fordert 50% ... 

Die Diskussion um zukunftsfähige Konzepte für die Branche braucht dringend mehr Frauen, sagt Anne Tischer, Gründerin von Karma she said und der Initiative Frauen in Führung. Sie fordert 50% Rednerinnen auf den Podien und Panels der Immobilienwirtschaft.

"Neustart der Immobilienbranche", "Wir bauen auf Mut" oder "Machen wir die Zukunft daraus" - seit dem Ausbruch von Corona titelt nahezu jedes Branchenevent mit Bezug auf die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. Immer geht dabei der Blick in die Zukunft und auf die Frage, welche Lösungen und Konzepte die richtigen sind, für die verödenden Innenstädte, für Büros, Einzelhandel und Hotels oder die Digitalisierung.

Was alle Events eint: Die Ideen und Konzepte werden fast ausschließlich von Männern diskutiert. Das Programm für die Hybrid Expo in München hatte 15% Frauen auf den Messepanels vermeldet. Auch die Kongresse der Verbände und Veranstalter*innen setzen auf denselben Rednertypus: männlich, weiß, zwischen 50 und 60, Geschäftsführer oder Vorstand, Branchengewächs. Doch zukunftsfähige Lösungen brauchen vor allem eines, mehr Frauen, die sich einbringen und mitdiskutieren.

Hier fünf Gründe für mehr Frauen auf den Panels: Erstens, sie sind die Hälfte der Menschen, die Immobilien nutzen, die darin wohnen, arbeiten, einkaufen, leben. Wenn die Zukunft der Branche diskutiert wird, gehören Frauen mit an den Tisch und auf die Bühne, zu 50%!

Zweitens, Frauen sind die Hälfte der klügsten Köpfe in der Branche. Auf sie zu verzichten, wenn neue Ideen vorgestellt und entwickelt werden, ist eine riesige vertane Chance, auch mit Blick auf die junge Generation - 64% der Immobilienstudierenden an der TH Aschaffenburg sind weiblich, an der EBS sind es 41% und an der Uni Regensburg 42%.

Drittens: Das größte Problem für die Zukunftsfähigkeit der Branche ist nicht Corona, die Mietpreisbremse oder die Enteignung von Wohnraumbesitzern, sondern die fehlende Diversität in den Führungsebenen. Sie macht Unternehmen innovationsträge, starr und unattraktiv für Talente. Der nötige Kulturwandel gelingt nur, wenn Frauen sichtbarer werden, als Chefinnen in den Unternehmen und als Expertinnen auf den Podien.

Viertens, spannendere Events. Je bunter die Diskussionsrunde, desto interessanter ist sie, das freut sowohl das Publikum als auch Teilnehmer*innen und Veranstalter*in.

Und fünftens, Frauen auf den Panels ziehen andere Frauen nach, indem sie sie mit ihrem Vorbild dazu ermutigen, sich einzubringen, im Job und auf der Bühne.

Anne Tischer

Immoprofis, auf in die Verwaltung!

Arbeitsplatz Verwaltung: sicher, aber unsexy.

Arbeitsplatz Verwaltung: sicher, aber unsexy.

Quelle: imago images, Urheber: teutopress

Karriere 22.10.2020
Bei der Bezahlung können Kommunen nicht mit privaten Immobilienfirmen mithalten, in puncto Arbeitsplatzsicherheit schon. Zu einem Run auf Jobs im öffentlichen Dienst führt das trotz ... 

Bei der Bezahlung können Kommunen nicht mit privaten Immobilienfirmen mithalten, in puncto Arbeitsplatzsicherheit schon. Zu einem Run auf Jobs im öffentlichen Dienst führt das trotz Corona-Krise nicht.

In den vergangenen Monaten haben viele Beschäftigte erlebt, wie wertvoll ein sicherer Arbeitsplatz und ein sicheres - wenn vielleicht auch im Vergleich zur Privatwirtschaft überschaubares - Gehalt sein können. Der öffentliche Dienst ist als Arbeitgeber in der Gunst der Bewerber gestiegen. Für Jobs mit Immobilienbezug gilt das allerdings nur bedingt.

"Der Markt für Ingenieure ist für Kommunen weiter angespannt", sagt Holger Lachmann, Beigeordneter der Stadt Neuss u.a. für Personal. Lachmann führt das darauf zurück, dass es "keine corona-bedingten Ausschläge auf die Bauwirtschaft" gegeben habe - und nach seiner Einschätzung vermutlich auch nicht geben wird. In der Wohnungs- und Immobilienbranche wurde das Kurzarbeitergeld schließlich kaum in Anspruch genommen, und mit einem nachlassenden Eifer öffentlicher und privater Bauherren rechnet Lachmann nicht. Dabei hat er die eine oder andere offene Stelle, die er gern mit Bauingenieuren für den Hoch- und Tiefbau besetzen würde. "So langsam geraten wir an den Anschlag."

"Das Standing von Arbeitgebern aus dem öffentlichen Dienst hat sich während Corona verbessert. Nichtsdestotrotz sind die klassischen Wunscharbeitgeber von Absolventen in der Privatwirtschaft", berichtet Stefanie Saß, Geschäftsführerin der Personalberatung engagingtalents aus Hamburg. Das Gros der Absolventen wolle, Sicherheit und geregelte Arbeitzeiten hin oder her, Karriere in der Wirtschaft machen. "Eine Beamtenlaufbahn ist trotz Corona nur für die wenigsten Absolventen interessanter geworden." Saß hat sich auf Absolventen und Young Professionals spezialisiert, die Immobilienwirtschaft, Architektur oder Bauingenieurwesen studiert und meistens einen Masterabschluss gemacht haben.

Die Stadt Wiesbaden hat in der Bauaufsicht bzw. der Bauberatung in den vergangenen Wochen wieder einige Stellen ausgeschrieben, nachdem Besetzungsverfahren zu Beginn der Corona-Pandemie gestoppt worden waren. Zumindest bei einer der offenen Stellen sei ein gestiegener Eingang an Bewerbungen zu verzeichnen - "vermutlich u.a. bedingt durch die aktuelle Lage", heißt es aus dem Wiesbadener Dezernat für Stadtentwicklung und Bau. Die anderen Ausschreibungen laufen noch, sodass die Stadt die Entwicklung nicht abschließend zu beurteilen vermag.

Simone Zapke ist da schon etwas weiter. Die Leiterin der Bauaufsicht der Stadt Frankfurt hat bei den letzten beiden Ausschreibungen von Stellen für die Baukontrolle, die nach der Corona-Zäsur stattfanden, Auffälligkeiten festgestellt. "In der Vergangenheit hatten wir in diesem Geschäftsbereich Schwierigkeiten", jetzt sei sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Bewerbungen deutlich erhöht. Nicht nur Bautechniker, auch Bauingenieure bemühten sich um die vakanten Stellen.

Dabei weiß auch die Leiterin der Frankfurter Bauaufsicht, dass die Kommune - trotz angehobener Eingruppierung ins Tarifsystem - nicht mit privaten Arbeitgebern mithalten kann. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt in der Baukontrolle beziffert sie mit 50.000 Euro brutto. In der Endstufe winken bis zu 62.000 Euro. Dass nicht zuletzt jüngere Arbeitnehmer öfter den Weg in die Frankfurter Verwaltung finden, erklärt sich Zapke allerdings weniger mit der Sicherheit öffentlicher Arbeitsplätze. "Junge Menschen setzen andere Prioritäten, ihnen ist der Sinn ihrer Tätigkeit wichtig: Bei uns wollen sie an der Stadtgestaltung mitwirken."

Harald Thomeczek

"Homeoffice ist kein rechtsfreier Raum"

Bequem, aber nicht regelkonform: Arbeiten auf und vor der Couch.

Bequem, aber nicht regelkonform: Arbeiten auf und vor der Couch.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: opolja

Karriere 22.10.2020
Die Corona-Pandemie trieb eine Vielzahl von Mitarbeitern ins Homeoffice. Doch rechtlich ist das nur selten einwandfrei, weil die gesetzlichen Vorgaben oft nicht eingehalten werden. ... 

Die Corona-Pandemie trieb eine Vielzahl von Mitarbeitern ins Homeoffice. Doch rechtlich ist das nur selten einwandfrei, weil die gesetzlichen Vorgaben oft nicht eingehalten werden.

Immobilien Zeitung: Frau Schweitzer, Sie sind Rechtsanwältin bei Bryan Cave Leighton Paisner. Sagen Sie mir: Macht uns die Art, wie die Meisten von uns gerade Homeoffice betreiben, alle zu Rechtsbrechern?

Julia Schweitzer: Es werden derzeit vielerorts schon beide Augen zugedrückt. Das Homeoffice ist kein rechtsfreier Raum, es gibt einige gesetzliche Regelungen, die relevant sind.

IZ: Nun scheinen beide Seiten, vor allem die Arbeitnehmer, mit dem Ist-Zustand sehr zufrieden. Wo genau liegen denn die Schwierigkeiten?

Schweitzer: Die Anforderungen und die Pflichten des Arbeitgebers beim Homeoffice sind hoch. Er hat Fürsorgepflichten gegenüber den Mitarbeitern. Einschlägig ist z.B. das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Es gilt auch die Arbeitsstättenverordnung, sie macht Vorgaben zur Beschaffenheit von Arbeitsplätzen. Hinzu kommt das Arbeitszeitgesetz. Und für die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist ebenfalls der Arbeitgeber verantwortlich.

IZ: Die meisten Arbeitgeber sind also momentan in der Datenschutzhölle und in der Arbeitsschutzhölle.

Schweitzer: Das sind Arbeitgeber im Grunde fast immer. Deshalb ist es wichtig, Regelungen zu finden, zu informieren, aufzuklären und klarzustellen.

IZ: Beim Datenschutz geht es vermutlich um Vorgaben zu abschließbaren Räumen und Schränken, um sichere Speichermedien und ähnliches?

Schweitzer: Ja, richtig.

IZ: Worum geht es beim Arbeitsschutz?

Schweitzer: Hier steht die Gefährdungsbeurteilung im Vordergrund, die die Risiken für Sicherheit und Gesundheit untersucht. Es gibt Stimmen, die hierfür ein Zutrittsrecht des Arbeitgebers zur Wohnung des Arbeitnehmers als notwendig ansehen. Mindestens aber sollte der Arbeitgeber die örtlichen Gegebenheiten abfragen und bewerten. Zudem muss er den Arbeitnehmer aufklären, z.B. über Bewegungsmangel, Ergonomie und die psychischen Belastungen bei der Entgrenzung von Arbeit und Freizeit.

Und er muss auf die Vorgaben des Arbeitszeitrechts hinweisen, das leider häufig dem Bedürfnis der Mitarbeiter nach einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung entgegensteht.

IZ: Haben Sie ein Beispiel hierfür?

Schweitzer: Wer morgens früh arbeitet, tagsüber Kinder betreut und abends noch etwas erledigt, hält oft die geforderte Ruhezeit von elf Stunden nicht ein. Aber: Es wäre fatal, wenn alle einfach so weitermachen wie derzeit.

IZ: Wieso? Was könnte drohen?

Schweitzer: Da sind natürlich die bekannten hohen Bußgelder laut DSGVO. Und gemäß § 25 ArbSchG kommen bei Verstößen ebenfalls Bußgelder in Betracht - auch für Beschäftigte, wenn sie sich etwa behördlichen Anordnungen widersetzen.

IZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Brigitte Mallmann-Bansa.

Brigitte Mallmann-Bansa

Der Mitarbeiter wird zum Aushängeschild

Matthias Reuner und seine Vespa sind als Motiv Teil der Kampagne.

Matthias Reuner und seine Vespa sind als Motiv Teil der Kampagne.

Quelle: Bayerische Hausbau

Karriere 22.10.2020
Eine Stellenanzeige allein reicht offenbar nicht mehr aus, um Mitarbeiter zu gewinnen. Bayerische Hausbau hat eine Kampagne gestartet, für die das eigene Personal aktiv wird. ... 

Eine Stellenanzeige allein reicht offenbar nicht mehr aus, um Mitarbeiter zu gewinnen. Bayerische Hausbau hat eine Kampagne gestartet, für die das eigene Personal aktiv wird.

Projektleiterin Christine Kirchner, der Hamburger Niederlassungsleiter Matthias Reuner, Asset-Manager Kilian Seestaller, IT-Spezialist Christian Gebhard und Sandra Scheick, Assistentin der Geschäftsführung Bikini Berlin, dürften nun über ihre Funktionen bei Bayerische Hausbau hinaus bekannte Leute sein. Sie sind das Aushängeschild der noch jungen Employer-Branding-Kampagne #zukunfthausgemacht. Sie stehen für die Berufsgruppen, in denen das Unternehmen einen hohen Personalbedarf verzeichnet.

Kurze Imagefilme zeigen die fünf Mitarbeiter außerhalb der üblichen Bürokulisse, mal im Feld, mal in St. Pauli, mal im Münchner Brauhaus Donisl. Sie berichten nicht typischerweise von ihrem Tagesablauf, sondern vor allem von den persönlichen Werten, die ihnen wichtig sind und die ihnen die Bayerische Hausbau bietet.

Ihr Konterfei ziert zusammen mit kurzen Statements zudem Plakate in den Immobilien von Bayerische Hausbau bis hin zu Parkhäusern. Sogar als große Gerüstwerbung auf Münchner Baustellen am Nockherberg und nahe der Theresienwiese sind sie zu sehen.

Das Unternehmen bewirbt die Kampagne auf der eigenen Webseite und über Social-Media-Kanäle. "Die Inhalte werden sehr oft geklickt", erzählt Bernhard Taubenberger, Leiter Kommunikation und Marketing, erfreut.

"Wir bewegen uns auf einem Arbeitsmarkt, auf dem Fachleute heißbegehrt sind", erklärt Taubenberger. Um da mithalten zu können, musste das Familienunternehmen beim Recruiting eine Schippe drauflegen. "Es war aber nicht alles Müssen", meint der Marketingleiter. "Der größere Teil war die Lust daran, das Unternehmen zu präsentieren", sagt er. Auf diese Weise konnte die Bayerische Hausbau zeigen, wie vielfältig und anspruchsvoll die Arbeit im Unternehmen ist und welche Entwicklungsmöglichkeiten es innerhalb der Schörghuber-Gruppe gibt.

Anke Pipke

Gut für Natur und Netzwerk

Karriere 22.10.2020

Makler macht Ex-Azubis "ready für die Rente"

Allesamt Gesellschafter von Kunz-Schulze: Jan Kampmann und Marco Ziegler (hinten), Thomas Kunz und Roland Schulze (Mitte) sowie Karina Ilaew.

Allesamt Gesellschafter von Kunz-Schulze: Jan Kampmann und Marco Ziegler (hinten), Thomas Kunz und Roland Schulze (Mitte) sowie Karina Ilaew.

Quelle: Kunz-Schulze Immobilien

Karriere 22.10.2020
Die Karlsruher Gewerbeimmobilienmakler und Projektentwickler Thomas Kunz und Roland Schulze steigen jetzt ins Investmentgeschäft ein. Fest an ihrer Seite: Die drei Ex-Azubis, die die ... 

Die Karlsruher Gewerbeimmobilienmakler und Projektentwickler Thomas Kunz und Roland Schulze steigen jetzt ins Investmentgeschäft ein. Fest an ihrer Seite: Die drei Ex-Azubis, die die beiden Gründer in den vergangenen Jahren nach und nach in den Gesellschafterkreis des Maklerhauses Kunz-Schulze aufgenommen haben. Das Ziel: Kompetenzen erweitern - und die Zukunft absichern.

Jeder Azubi, der beim Makler Kunz-Schulze anfängt, muss einen persönlichen Zielplan für die nächsten fünf Jahre aufsetzen. Acht bis zehn DIN-A4-Seiten können solche Fünfjahrespläne schon umfassen. "Entwicklung braucht Visionen, die in konkrete Ziele gegossen werden", findet Kunz. "Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die ihre Ausbildung bei uns machen und somit förmlich das Kunz-Schulze-Gen mit der Muttermilch aufsaugen, auch unsere Philosophie am besten verinnerlichen."

Der Auswahlprozess für die Ausbildungsplätze bei Kunz-Schulze ist hart, und wer ihn übersteht, bringt die Ausbildung nicht immer zu Ende. Besagte Philosophie übernommen haben offenbar Marco Ziegler, Jan Kampmann und Karina Ilaew. Sie wurden in den vergangenen Jahren nach und nach in den Gesellschafterkreis aufgenommen. Kunz und Schulze gaben im Maklerhaus auch deshalb peu à peu Verantwortung ab, um sich mehr auf ein anderes Geschäftsfeld zu konzentrieren, das sie vor ein paar Jahren für sich entdeckt haben: die Projektentwicklung.

"Die ersten drei Monate von 7 bis 21 Uhr"

Ziegler lernte Kunz vor zwölf Jahren kennen, als der Co-Chef des Maklerhauses als Gastprüfer bei der IHK in der mündlichen Abschlussprüfung der angehenden Immobilienkaufleute saß - und der zwei Meter lange Prüfling zur Tür hereinkam. Ziegler muss einen nachhaltigen Eindruck auf Kunz hinterlassen haben: Kurz nach der Prüfung eiste ihn der Gastprüfer jedenfalls von LBS Immobilien los. Zum Start im neuen Unternehmen wurde der Nachwuchskraft der Einstieg - nicht etwa mit Work-Life-Balance versüßt: "Es ging mit Vollgas los", schwelgt Kunz in Erinnerungen. "Die ersten drei Monate von 7 bis 21 Uhr, um die Transformation von Wohn- zu Gewerbeimmobilien hinzubekommen."

Wie die Zeit vergeht: Seit sieben Jahren schon ist Ziegler, heute 34 Jahre alt, Gesellschafter. Jan Kampmann kam ein paar Jahre später von der Bundeswehr ins Unternehmen. "Mit mir könnt ihr zehn Jahre planen, dann möchte ich etwas eigenes aufbauen", ließ er seine Ausbilder 2015 wissen.

Doch selbst wenn Kampmann, der 2018 Gesellschafter wurde, das Maklerhaus in fünf Jahren verlässt: Erhalten bleiben will er seinen derzeitigen Compagnons als Co-Investor. Zum 30. Oktober 2020 wird eine Investmenttochter der Kunz-Schulzeschen Firmengruppe in der Sonderform einer Immobilienträgergesellschaft das Licht der Geschäftswelt erblicken. Gemeinsam mit den Ex-Azubi-Gesellschaftern wollen Kunz und Schulze dann "Vermögen Stein auf Stein aufbauen", wie Kunz sagt. Er versteht das Co-Investment mit den Azubi-Gesellschaftern als "Mitarbeitermotivationsprogramm". Die gemeinsamen Investitionen seien aber unabhängig vom Maklerunternehmen zu sehen. Als Geschäftsführer der Investmenttochter firmieren wird Ziegler, der verrät: "Wir starten mit dem Ankauf von 900 m² Gewerbefläche in Karlsruhe."

Mit ihren Investments wollen sich die fünf Gesellschafter nicht zuletzt "ready für die Rente" machen, noch so ein Bonmot von Kunz. Wobei er und Schulze, die die 50 schon überschritten haben, das Renteneintrittsalter ungleich früher erreichen werden als ihre Mitstreiter. Kampmann ist erst 28, Ilaew 31 Jahre alt. Sie betont: "In der Selbstständigkeit kann man nicht früh genug damit beginnen, ein passives Einkommen aufzubauen." Doch nicht nur ums Geld soll es gehen, das ist Kunz wichtig: Auch die Lernkurve sollen die jungen Menschen, die er unter seine Fittiche genommen hat, beschreiten.

Ilaew hatte, bevor sie zu Thomas Kunz fand, ein paar Semester Wirtschaftsrecht studiert, das Studium aber abgebrochen. "Meinen Beruf als Bereicherung für mein Leben empfinden zu dürfen, das war immer mein Traum. Sonntags nicht mit trüben Gedanken an den Montag denken ... Diesen Traum habe ich mir bei Kunz-Schulze Immobilien erfüllt!", versichert Ilaew.

Ob sie auch eigenes Geld in gemeinsame Investments stecken soll, darüber musste Ilaew offenbar nicht lange nachdenken: "Gemeinsam mit meinem Team zu investieren, mit der Erfahrung der Herren Kunz und Schulze Grundsteine für eine abgesicherte Zukunft zu legen - das ist ein weiterer Beweis für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit und den Glauben an unsere gemeinsame Vision", schwärmt die junge Frau, die die Philosophie des Hauses gleichsam mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Harald Thomeczek