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Flüchtlinge auf dem Bau nur Hilfsarbeiter und Azubis?

Vor allem fehlende Sprachkenntnisse und Qualifikationen sind in den Augen der Arbeitgeber eine Hürde für die Einstellung von Flüchtlingen.

Vor allem fehlende Sprachkenntnisse und Qualifikationen sind in den Augen der Arbeitgeber eine Hürde für die Einstellung von Flüchtlingen.

Bild: alexandre zveiger/Fotolia.com

Karriere 10.12.2015
Viele Flüchtlinge drängen nach Deutschland und möchten hier arbeiten. Sind sie die Lösung für den Fachkräftemangel, an dem auch die Bauwirtschaft leidet? Welche Einsatzmöglichkeiten ... 

Viele Flüchtlinge drängen nach Deutschland und möchten hier arbeiten. Sind sie die Lösung für den Fachkräftemangel, an dem auch die Bauwirtschaft leidet? Welche Einsatzmöglichkeiten für die Neuankömmlinge bestehen, hat das ifo Institut auch Arbeitgeber der Bauwirtschaft gefragt. Eine Bestandsaufnahme zwischen Willkommenskultur und Fachkräftemangel.

Die Bauwirtschaft hat Personalsorgen. "Ein anhaltendes Problem scheint 2015 der Fachkräftemangel zu bleiben", diagnostizierte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe Anfang März 2015. Und erst kürzlich wurden die Hochbauberufe ohne Spezialisierung in die Positivliste der Arbeitsagentur eingereiht. Dort werden Berufe nach einer Engpassanalyse aufgenommen. Folglich sei die Besetzung offener Stellen mit ausländischen Bewerbern "arbeitsmarkt- und integrationspolitisch verantwortbar", wie es im Beamtendeutsch heißt. Gesucht werden im Hochbau Spezialisten mit Meister- oder Technikerausbildung bzw. einem gleichwertigen Fachschul- oder Hochschulabschluss. Sind also Flüchtlinge die Lösung für die Personalprobleme der Branche?

Die Bauwirtschaft zeigt sich zumindest offen für die Neuankömmlinge, zeigt eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts. Fast jedes zweite Bauunternehmen in den westlichen Bundesländern sieht ein hohes Einstellungspotenzial - als Auszubildende. In den östlichen Bundesländern ist die Bereitschaft, Flüchtlinge auszubilden, geringer, hier sprechen sich nur 28% der Unternehmen dafür aus. Flüchtlinge als ungelernte Hilfsarbeiter zu rekrutieren, können sich 39% der Bauunternehmen im Westen und 28% der Unternehmen im Osten vorstellen.

Doch wie sieht es mit den Fachkräften aus? Hier reagieren die Arbeitgeber etwas verhaltener. Ein Viertel der Bauunternehmen im Westen (Osten: 18%) sieht ein hohes Potenzial darin, Flüchtlinge auch als Fachkräfte einzustellen. Das zeigt eine nicht repräsentative Umfrage des ifo Instituts unter 3.148 Unternehmen aus dem Baugewerbe, dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2015. Jedes vierte befragte Unternehmen ist der Bauwirtschaft zuzurechnen.

Die Bauunternehmen in den westlichen Bundesländern schätzen das Einstellungspotenzial der Flüchtlinge als Azubis höher ein als Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes oder des Handels im Westen. Vielleicht auch, weil sie u.a. seit 2013 mit dem Pilotprojekt FAB - Flüchtlinge und Asylbewerber im Bauhandwerk Erfahrungen mit der Integration gesammelt haben.

Branchenübergreifend sehen sogar 59% der befragten Unternehmen ein hohes Potenzial für die Einstellung von Asylbewerbern, insbesondere größere Unternehmen mit mehr als 249 Mitarbeitern zeigen sich offen. Als größte Hindernisse für eine Einstellung von Flüchtlingen machen die Unternehmen branchenunabhängig fehlende Sprachkenntnisse (92%) sowie ein unpassendes Qualifikationsniveau (71%) aus, gefolgt von arbeitsrechtlichen Vorgaben (59%). Den Mindestlohn bewertet nur ein Drittel als Hinderungsgrund.

In der Bauwirtschaft hingegen bewerten mehr als ein Drittel der Unternehmen im Westen und sogar jedes zweite im Osten den Mindestlohn als Hinderungsgrund für eine Einstellung von Flüchtlingen. Auch die arbeitsrechtlichen Vorgaben werden von zwei Dritteln der Befragten als hinderlich und damit negativ bewertet. Ähnlich wie in den anderen Branchen auch bereiten 96% (Ost: 91%) die fehlenden Sprachkenntnisse und das unpassende Qualifikationsniveau (West/Ost: 72%) Kopfschmerzen.

Deswegen fordert ifo-Volkswirt Ludger Wößmann, das Bildungsniveau der Flüchtlinge systematisch zu erfassen. "Wir stochern derzeit im Nebel", beklagte der Bildungsökonom Wößmann. "Niemand weiß wirklich, über welche Qualifikationen die Menschen verfügen. Dies ist aber entscheidend für ihre mögliche Integration in den Arbeitsmarkt. Doch nicht einmal die Sprachkenntnisse werden derzeit systematisch untersucht."

Die Arbeitsagentur bietet zahlreiche Informationen zur Beschäftigung von Flüchtlingen an, u.a. die Broschüren "Potenziale nutzen - geflüchtete Menschen beschäftigen" sowie "Praktika und betriebliche Tätigkeiten für Asylbewerber und geduldete Personen"(www.arbeitsagentur.de; Menü: Unternehmen). Auch die Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt hat einen kostenlosen Praxis-Leitfaden für Arbeitgeber herausgegeben, der über die wichtigsten Fragen zur Beschäftigung von Flüchtlingen informiert (www.charta-der-vielfalt.de; Menü: Service - Publikationen - "Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt!"). Das Dossier "Flüchtlinge - Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration" hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.qualiboxx.de/wws/dossier-fluechtlinge.php) zusammengestellt. Näheres zum Pilotprojekt FAB finden Sie unter www.lehrbaustelle-bebra.de

Sonja Smalian

Susanne Klaußner

Susanne Klaußner, hier am Kitzsteinhorn in Österreich, ist Mitglied im Skiclub Nürnberg.

Susanne Klaußner, hier am Kitzsteinhorn in Österreich, ist Mitglied im Skiclub Nürnberg.

Bild: Susanne Klaußner

Karriere 10.12.2015
Susanne Klaußner (50) führt die GRR Group aus Nürnberg. Ihre ersten Schritte in der Immobilienwirtschaft machte die gebürtige Nürnbergerin in der Gewerbevermietung bei Peter Hamm Immobilien, ... 

Susanne Klaußner (50) führt die GRR Group aus Nürnberg. Ihre ersten Schritte in der Immobilienwirtschaft machte die gebürtige Nürnbergerin in der Gewerbevermietung bei Peter Hamm Immobilien, Nürnberg. Es folgten Stationen bei Immobilien Fischer, der Bavaria Objekt- und Baubetreuung und DeTeImmobilien bzw. später Sireo Real Estate. Sie ist u.a. Mitglied im LionsClub Nürnberg-Metropolregion und im Golfclub Zollmühle in Ellingen.

Wo wohnen Sie zurzeit?

In einer Doppelhaushälfte aus den 1960er Jahren.

Bitte beschreiben Sie Ihr Haus mit ein paar Sätzen.

Das Haus liegt am Stadtrand in einem netten Wohngebiet aus den 60er Jahren mit großem Garten und schönem alten Baumbestand.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Natürlich, denn wir hatten ein kleines Raumausstattungsunternehmen und da war die Renovierung des Hauses Familiensache.

Was muss das perfekte Haus unbedingt haben?

Lichtdurchflutete Räume, eine gemütliche Leseecke, eine Sauna, einen schönen Garten, großes Wohnzimmer.

Wie und wo möchten Sie im Alter gerne wohnen?

Am liebsten in meinem Haus und natürlich in Nürnberg.

Womit haben Sie als Erwachsene zum ersten Mal Geld verdient?

Buchhaltung im elterlichen Betrieb und bei meinem ersten Studentenjob bei der GfK Handelsforschung Nürnberg.

Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Nicht geplant, aber auch nicht ganz zufällig. Im elterlichen Betrieb haben wir viele Altbausanierungen für regionale Family-Offices realisiert und die sanierten Gründerzeitwohnungen haben mich immer fasziniert.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Keine Ahnung, ich bin seit über 30 Jahren in dieser Branche und habe meinen Traumjob. Es ist wohl unwahrscheinlich, dass ich die Branche noch mal wechsle.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Es gibt so viele schöne alte Gebäude mit Stil. Das Bauhaus in Dessau fasziniert mich, da es die heutige Architektur immer noch beeinflusst.

Welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen?

Das City-Center in Fürth, weil dieses Shoppingcenter schon genauso lange nicht funktioniert, wie ich in der Immobilienbranche bin: 31 Jahre.

Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

Privat: Ungerechtigkeit und blöde Kommentare. Beruflich: oberflächliche Arbeit. Ich bin ein Fan der Perfektionisten.

Wo oder wie können Sie sich besonders gut entspannen oder abschalten?

Bei meinem Sport oder beim Lesen mit guter Musik.

Für welches private Vergnügen haben Sie zu wenig Zeit?

Golf spielen und lesen.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs?

Dave Brubecks "Take Five".

Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an …?

Blauen Himmel, Ruhe und gutes Essen mit gutem Wein.

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen und warum?

Sport: BMW German Open in München-Eichenried wegen der Stimmung. Kultur: Open Air München/Königsplatz mit Kaufmann und Netrebko wegen der lockeren Stimmung und Anteilnahme für einen erkrankten Kollegen.

In welcher Lokalität kann man Sie häufiger antreffen?

Restaurant Entenstuben oder Wonka in Nürnberg.

Und mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen?

Vor ein paar Wochen hätte ich noch Helmut Schmidt gesagt, wegen seiner Analysen der Weltlage. Alternativ gerne mit Alfred Biolek, weil seine Talkrunden mir auch heute noch in Erinnerung sind.

Verraten Sie uns auch noch Ihr Lieblingsgericht?

Kaiserschmarrn und/oder Palatschinken. Ich liebe österreichische Mehlspeisen.

Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag das Leben tauschen?

Mit niemandem, denn ich bin mit meinem Leben sehr glücklich und will kein anderes führen.

Gibt es etwas im Ausland, was Sie in Deutschland vermissen?

Den berühmten Powder Snow, den es leider nur in Nordamerika gibt.

Sie haben 100.000 Euro zur freien Verfügung und müssen das Geld komplett ausgeben - welchen Traum erfüllen Sie sich?

Mehrfamilienhaus, denn ich weiß dann, was ich tue, und vom Cashflow kann man immer noch nette Reisen unternehmen.

IZ

Ziehen Sie Bilanz und prüfen Ihren Kurs

Einmal im Jahr sollten sich Berufstätige Zeit für eine persönliche Bestandsaufnahme nehmen und überprüfen, ob sie noch auf dem richtigen Kurs sind.

Einmal im Jahr sollten sich Berufstätige Zeit für eine persönliche Bestandsaufnahme nehmen und überprüfen, ob sie noch auf dem richtigen Kurs sind.

Bild: BilderBox.com

Karriere 03.12.2015
Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, wird in vielen Unternehmen noch einmal richtig Gas gegeben. Denn der Jahresabschluss muss erstellt werden. Daran sollten sich Berufstätige ein Beispiel nehmen. ... 

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, wird in vielen Unternehmen noch einmal richtig Gas gegeben. Denn der Jahresabschluss muss erstellt werden. Daran sollten sich Berufstätige ein Beispiel nehmen. Nur wer seine persönliche Bilanz aufstellt, weiß, ob er noch auf dem richtigen Kurs ist.

Berufstätige sollten zu keiner Zeit ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit aus den Augen verlieren, mahnte Jutta Rump auf der Messe Facility Management in diesem Frühjahr. Bei der Beschäftigungsfähigkeit handele es sich um nichts anderes als den eigenen Vermögenswert, führte die Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) der Hochschule Ludwigshafen aus. Und dieser Wert an Wissen und Kompetenzen belaufe sich bei einem Jahresbruttogehalt von 30.000 Euro und einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren auf 1,35 Mio. Euro. Kein Pappenstiel, dennoch sei der Umgang mit den eigenen Ressourcen eher zufällig, fast willkürlich, hat die Personalexpertin beobachtet. Damit sollte Schluss sein. "Machen Sie einmal im Jahr eine persönliche Standortbestimmung!", riet Rump den Zuhörern. "Denn Sie sind Ihr größter Unternehmenswert." So wie fast jedes Unternehmen einmal im Jahr einen Geschäftsbericht verfasst, sollten auch die Beschäftigten Bilanz ziehen. Dabei muss es nicht nur um die eigene Inventarliste gehen, sondern auch um Ziele.

Das Jahresende bietet sich für einen solchen persönlichen Jahresabschluss an, sagt Karrierecoach Thomas Körzel. Der studierte Psychologe empfiehlt, vor Weihnachten im Büro mal "klar Schiff zu machen" und die Ablage nach Liegengebliebenem durchzugehen. Dann sei es ratsam, mit dem Kalender in der Hand das Jahr Revue passieren zu lassen und sich dabei ein paar Fragen zu beantworten. Beispielsweise: Was hat gar nicht funktioniert? Wo war ich erfolgreich? Was möchte ich im nächsten Jahr nicht mehr machen? Wo habe ich mich weiterentwickelt?

Neben dem Beruf können auch die drei Bereiche soziale Kontakte, Zeit für sich selbst sowie Gesundheit und Sport in die Betrachtung einbezogen werden. Diese Vier-Feld-Matrix mit Plus- und Minuszeichen zu versehen und zu analysieren, reicht zunächst aus. Das darf im Büro, Zuhause oder aber auch an einem neutralen Ort mit weiter Aussicht geschehen. Dann kann das Resümee beiseite gelegt und die Feiertage genossen werden.

Wenn der erste Arbeitstag naht, schaut man erneut auf die Notizen. "Das Unterbewusstsein hat in der Zwischenzeit nach Lösungen gesucht", sagt Coach Körzel. Nun gilt es, konkrete Ziele und Maßnahmen zu ihrer Umsetzung für das nächste Jahr zu formulieren, von der Gehaltserhöhung bis zu Aufgaben wie der Verringerung der Mieterfluktuation. Häufige Karrierethemen sind die Ausweitung des Budgets oder die Ernennung zum Prokuristen, hat Körzel beobachtet. Nach drei Monaten erfolgt dann eine Bestandsaufnahme. Ist die Planung zu ehrgeizig gewesen? Dann müssen die Maßnahmen angepasst werden.

Ein echter Dauerbrenner ist die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Die Fach- und Führungskräfte, die bei ihm Rat suchen, "wollen Karriere machen, ohne dass alles andere den Bach hinuntergeht". Deswegen darf auch die Frage nach dem "warum" in der Planung nicht fehlen, warnt Körzel. Denn das Thema "Karriere machen" kommt oft aus der Familie und nicht dem Ratsuchenden selbst. Doch wer Ziele nennt, hinter denen er gar nicht steht, weiß der Coach, dem geht schnell die Motivation verloren.

Wer Anregungen für seinen eigenen Jahresabschluss braucht, der sollte mal einen Blick in einen Geschäftsbericht werfen. Neben der Inventarliste sowie der Gewinn- und Verlustrechnung finden sich dort auch Angaben zu den Werten des Unternehmens sowie Berichte zu Prognosen, Risiken und Chancen. Auch das gehört in eine Karriereplanung: Wo liegen für mich die Chancen und die Risiken im Unternehmen und in der Branche?

Leseanregung für die besinnlichen Tage: "Aufgewacht! - Wie Sie das Leben Ihrer Träume finden" von Angelika Gulder (Campus Verlag, ISBN: 978-3593393520, 19,99 Euro).

Sonja Smalian

ISM bietet ab Herbst 2016 Immo-Master an

Karriere 03.12.2015
Sonja Smalian

Punkten mit Personalarbeit

Karriere 03.12.2015
Vier Unternehmen der Immobilienbranche stehen auf der Shortlist für den diesjährigen Human Resources Excellence Award des Fachmagazins Human Resources Manager. ... 

Vier Unternehmen der Immobilienbranche stehen auf der Shortlist für den diesjährigen Human Resources Excellence Award des Fachmagazins Human Resources Manager.

Immer häufiger messen sich Unternehmen der Immobilienwirtschaft öffentlich mit ihrer Personalarbeit. Auf der Shortlist für die zum vierten Mal ausgelobten HR Excellence Awards stehen Vivawest Wohnen, Caverion Deutschland, die Bausparkasse Schwäbisch-Hall und die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft. Insgesamt konkurrieren gut 110 Unternehmen in 40 Kategorien miteinander.

Nominiert in der Kategorie Employer-Branding-Strategie für kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) ist Vivawest Wohnen. Der Jury gefiel, dass die Mitarbeiter die Arbeitgebermarke selbst ausgestaltet haben. Caverion Deutschland überzeugte mit seinem ersten Caverion Freeride Camp in der Kategorie KMU Karriere- und Recruiting-Event. Von den elf Teilnehmern, die zusammen mit Fach- und Führungskräften 2015 ein Wochenende im Schnee verbrachten, erhielten vier einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Zudem betreute Caverion drei Abschlussarbeiten und vermittelte zwei Praktikumsplätze unter den "Freeridern".

Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft rief ihre Mitarbeiter anlässlich des 90. Firmenjubiläums zu 90 guten Taten auf. Es wurden deutlich mehr: 127 gute Taten erbrachten die 386 Mitarbeiter und engagierten sich insgesamt 1.504 Stunden lang ehrenamtlich. Für ihr Unternehmen gab es dafür die Nominierung in der Kategorie KMU Mitarbeiterengagement. Mit ihrer Umsetzung einer strategischen Personalplanung punktete die Bausparkasse Schwäbisch-Hall in der gleichnamigen Kategorie für Konzerne.

Sonja Smalian

Immo-Unternehmen buhlen um Preise für ihre Personalarbeit

Karriere 30.11.2015
Vier Unternehmen der Immobilienbranche stehen auf der Shortlist für den diesjährigen Human Resources Excellence Award des Fachmagazins Human Resources Manager. ... 

Vier Unternehmen der Immobilienbranche stehen auf der Shortlist für den diesjährigen Human Resources Excellence Award des Fachmagazins Human Resources Manager.

Immer häufiger messen sich Unternehmen der Immobilienwirtschaft öffentlich mit ihrer Personalarbeit. Auf der Shortlist für die zum vierten Mal ausgelobten HR Excellence Awards stehen Vivawest Wohnen, Caverion Deutschland, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft. Insgesamt konkurrieren gut 110 Unternehmen in 40 Kategorien miteinander.

Vivawest Wohnen schaffte es unter die Nominierten in der Kategorie KMU Employer Branding-Strategie. Der Jury gefiel, dass die Mitarbeiter die Arbeitgebermarke selbst ausgestaltet haben.

Caverion Deutschland überzeugte mit seinem ersten Caverion Freeride Camp in der Kategorie KMU Karriere- und Recruiting Event. Von den elf Teilnehmern, die zusammen mit Fach- und Führungskräften im März 2015 ein Wochenende im Schnee verbrachten, erhielten vier einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Zudem betreute Caverion drei Abschlussarbeiten und vermittelte zwei Praktikumsplätze unter den "Freeridern".

Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft rief ihre Mitarbeiter anlässlich des 90. Firmenjubiläums zu 90 guten Taten auf. Es wurden deutlich mehr: 386 Mitarbeiter erbrachten 127 gute Taten, engagierten sich insgesamt 1.504 Stunden lang ehrenamtlich und brachten ihrem Unternehmen die Nominierung in der Kategorie KMU Mitarbeiterengagement.

Mit ihrer Umsetzung einer strategischen Personalplanung punktete die Bausparkasse Schwäbisch Hall in der gleichnamigen Kategorie für Konzerne.

Sonja Smalian

Architekten loben Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Jeder zweite angestellte Architekt bezeichnet die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in seinem Unternehmen als "sehr gut oder gut". Im öffentlichen Dienst sind es sogar fast drei Viertel.

Jeder zweite angestellte Architekt bezeichnet die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in seinem Unternehmen als "sehr gut oder gut". Im öffentlichen Dienst sind es sogar fast drei Viertel.

Bild: Karin & Uwe Annas/Fotolia.com

Karriere 26.11.2015
Angestellte Architekten loben mehrheitlich ihre Arbeitgeber für viele Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Am meisten genutzt werden flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit und ... 

Angestellte Architekten loben mehrheitlich ihre Arbeitgeber für viele Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Am meisten genutzt werden flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit und Arbeitszeitkonten, wie die aktuelle Mitgliederbefragung der Architektenkammern zeigt.

Die Architekten muss man sich als glückliche Angestellte vorstellen. So lesen sich zumindest die Angaben zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 58% bewerten die Möglichkeiten zur Vereinbarung ihrer familiären und beruflichen Pflichten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber als "sehr gut bzw. gut". Ein Viertel vergibt immerhin noch das Siegel "befriedigend" und nur 18% sagen, die Angebote seien mangelhaft. Von den im öffentlichen Dienst tätigen Architekten vergeben sogar 72% die Bestnote. Hingegen sind die Architekten in Planungs- und Architekturbüros bzw. der gewerblichen Wirtschaft ein kleines bisschen zurückhaltender: "Sehr gut/gut" attestieren 53% bzw. 55% ihrem Arbeitgeber, immerhin jeder Zweite.

Zu diesem Ergebnis kommt die Struktur- und Gehaltsbefragung der Architektenkammern der Länder, die nun für das Berichtsjahr 2014 vorliegt und einen umfassenden Einblick in die Arbeitswelt angestellter Architekten in Deutschland gibt. 10.740 Kammermitglieder füllten den Fragebogen aus, davon ca. 45% Frauen. 56% der Befraguntsteilnehmer sind in einem Architektur- und Planungsbüro tätig. 24% sind im öffentlichen Dienst und 21% in der gewerblichen Wirtschaft angestellt. Die vollständige Studie wird in Kürze auf der Internetseite der Bundesarchitektenkammer (www.bak.de) veröffentlicht.

Insbesondere kleinere Architektur- und Planungsbüros bemühen sich offenbar um ihre Mitarbeiter. Sicherlich nicht zuletzt, weil der Wegfall eines einzelnen Mitarbeiters, relativ gesehen, eine größere Lücke reißt als in großen Organisationen. In Büros mit bis zu fünf Beschäftigten vergeben 58% der Befragten die Bestnote für die Vereinbarkeit. Unabhängig von der Mitarbeiterzahl des Büros sind im Schnitt etwa ein Fünftel der Beschäftigten gänzlich unzufrieden mit den Angeboten ihres Arbeitgebers in diesem Bereich.

Karrierekiller Babypause? 43% sagen Nein!

Die Studie unterscheidet zwischen Befragten mit Betreuungsverpflichtungen für minderjährige Kinder oder Angehörige und solchen ohne. Interessanterweise bewerten die Architekten mit Kindern unter 18 Jahren bzw. einem zu pflegenden Angehörigen die Angebote des Büros sogar positiver als Angestellte ohne solche Verpflichtungen. Das deute darauf hin, dass die tatsächliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser ist als die angenommene, heißt es in der Studie.

Diese These würde auch durch ein weiteres Indiz gestützt: Angestellte in Architektur- und Planungsbüros, die ihre berufliche Laufbahn schon einmal aufgrund von familiären Verpflichtungen unterbrochen haben, bewerten ihre Arbeitgeber ebenfalls positiver als ihre Kollegen, die bislang keine familiär begründete Auszeit genommen haben.

Dennoch sind gut ein Drittel der Befragten überzeugt, dass eine Babypause berufliche Nachteile mit sich bringt. Am geringsten schätzen die Architekten im öffentlichen Dienst (26%) diese Benachteiligung ein, am höchsten die Architekten in Architektur- und Planungsbüros (41%).

An welche Nachteile die Befragten dabei denken, lässt die Studie leider im Dunkeln. Dass junge Mütter und Väter keine verantwortungsvollen Aufgaben mehr übernehmen dürfen, ist es jedenfalls in den meisten Fällen nicht. 67% verneinen so ein Vorgehen, und nur 15% würden behaupten, dass Eltern quasi zu beruflichen Leichtgewichten werden und plötzlich für die Routinearbeiten zuständig seien. Kindererziehung ist auch nicht (mehr) reine Frauensache. 57% sagen, dass es für Männer nicht schwieriger als für Frauen sei, die vorhandenen Maßnahmen zur Vereinbarkeit zu nutzen.

Welches Angebot wird am meisten genutzt? Gleitzeit!

Dabei handelt es sich vor allem um flexible Arbeitszeitmodelle. 69% der Arbeitgeber bieten Gleitzeitmodelle an, jeder Zweite Teilzeit. 12% der Unternehmen führen Arbeitszeitkonten bzw. Jahresarbeitszeitkonten ihrer Mitarbeiter. Homeoffice ist bei einem Viertel der Befragten möglich.

Am meisten genutzt von Eltern und Pflegenden in Architektur- und Planungsbüros werden Gleitzeit (84%), Arbeitszeitkonten (69%) und Teilzeit (64%). Zum ersten Mal fragten die Studienmacher, ob und wie ein (gehaltsfreies) Sabbatjahr angeboten und genutzt wird. Das haben im Schnitt 8% der Arbeitgeber im Angebot, und zwar auch in den eher kleinen Architektur- und Planungsbüros. Die Auszeit nutzen 8% der Eltern und Pflegenden, aber 10% der Architekten ohne Betreuungspflichten.

Sonja Smalian