Karriere-News

DVAG schreibt Nachwuchspreis aus

Karriere16.04.2015
Sonja Smalian

DVAG schreibt Nachwuchspreis aus

Der Walter-Christaller-Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Der Walter-Christaller-Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Bild: Fotolia.de/Liv Friis-larsen

Karriere10.04.2015

"Krebs ist noch ein Tabuthema"

Petra Zahrt mit einer Collage von Genesungswünschen, die sie von ihrer Familie und Freunden erhalten hat. Das Bild hängt jetzt in ihrem Büro über ihrem Schreibtisch.

Petra Zahrt mit einer Collage von Genesungswünschen, die sie von ihrer Familie und Freunden erhalten hat. Das Bild hängt jetzt in ihrem Büro über ihrem Schreibtisch.

Bild: Uwe Weiser

Karriere09.04.2015
Geht der Krebs, bleibt oft der Karriereknick. Von einem offeneren Umgang mit der Krankheit würden alle Seiten profitieren, sagt Petra Zahrt, Geschäftsführerin einer Kommunikationsagentur mit ... 

Geht der Krebs, bleibt oft der Karriereknick. Von einem offeneren Umgang mit der Krankheit würden alle Seiten profitieren, sagt Petra Zahrt, Geschäftsführerin einer Kommunikationsagentur mit Schwerpunkt Immobilienbranche. Sie erzählt, wie sie als Selbstständige ihre erzwungene Auszeit organisierte und nun den Wiedereinstieg in den Beruf vorbereitet. Zahrt ist kein Einzelfall: Jährlich erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen an Krebs, etwa 224.000 sterben daran. Die Erkrankten kämpfen nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um ihren Platz im Arbeitsleben.

Immobilien Zeitung: Frau Zahrt, im Juni 2012 wurden Sie mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Wie sind Sie mit diesem Schock, eine potenziell tödliche Krankheit zu haben, umgegangen?

Petra Zahrt: Die Diagnose hat mich eiskalt erwischt. Sie hatte mir tatsächlich die Sprache verschlagen - ich konnte in den ersten Tagen überhaupt nicht reden. Selbst meiner Familie und engen Freunden habe ich erst Wochen später davon erzählen können. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich das Wort Krebs aussprechen konnte.

IZ: Ihr Leben hat sich wahrscheinlich von einem Tag auf den anderen völlig verändert?

Zahrt: Ja, ab dem Moment der Diagnose war ich komplett in der Maschinerie drin. Gut eine Woche nach dem Befund wurde ich zum ersten Mal operiert. Mir stand ein Jahr Therapie bevor - das war völlig jenseits meiner Vorstellungskraft.

IZ: Ein Albtraum für jeden Selbstständigen. Sie führen eine eigene Kommunikationsagentur und betreuen hauptsächlich Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft.

Zahrt: Ja, ich habe noch fast anderthalb Jahre bis September 2013 reduziert weitergearbeitet, während der Chemotherapie, während der Bestrahlung und während der Rehaphase. Die Arbeit hat mich in dieser Zeit gut abgelenkt. Nach der Abschluss-OP im November 2013 habe ich dann ganz aufgehört.

IZ: Haben Sie Ihren Kunden den Grund genannt?

Zahrt: Ich habe es einigen wenigen schon früher erzählt, anderen nicht.

IZ: Warum?

Zahrt: Weil ich natürlich auch Angst hatte, Projekte zu verlieren. Weil es mir auch schwer gefallen ist, darüber zu sprechen.

IZ: Welche Reaktionen erhielten Sie auf Ihre Offenheit?

Zahrt: Ich habe die ganze Bandbreite erlebt. Verständnis und Unterstützung, Bedauern, Erschrecken, Zurückhaltung, Stille. Es gab auch witzig gemeinte Bemerkungen zu meiner neuen Frisur, die in Wirklichkeit eine Perücke war. Aber auch das sind Erfahrungen, die zur Orientierung dienen … Es ist wohl auch Unbeholfenheit und Unsicherheit im Spiel.

IZ: Nachdem Ihre Behandlung abgeschlossen war, wollten Sie eine Auszeit von rund einem halben Jahr nehmen, u.a. auch, um mit ihrem Mann ein paar Wochen durch Südeuropa zu fahren.

Zahrt: Ja, ich hatte meine Projekte beendet bzw. an Nachfolger übergeben. Das Gerüst meiner Agentur blieb bestehen, die Inhalte waren vorerst weg. Für das Frühjahr 2014 hatte ich meinen Job-Wiedereinstieg geplant. Aber daraus wurde nichts. Meine Energie war aufgebraucht, das merkte ich erst jetzt. Im Februar/März 2014 hatte ich erste Termine. Ich wollte wieder arbeiten, es ging aber noch nicht.

IZ: Haben Sie da das erste Mal Existenzängste bekommen?

Zahrt: Nein, aber es gab schon Gedanken, wie sich wohl so alles entwickeln wird. Die Welt wartet schließlich nicht auf einen. Ich habe dann aber versucht, den Zustand zu akzeptieren. Es wird wieder. So habe ich mir selbst zugeredet.

IZ: Und wurde es wieder?

Zahrt: Langsam, ja. Ich habe 2014 ein Buch über meine Erkrankung geschrieben, erzählt, was ich erlebt habe, Interviews u.a. mit Ärzten geführt. Es war auch eine Rückbesinnung auf meine beruflichen Wurzeln als Journalistin. Das Schreiben hat meinen Alltag strukturiert und mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es war so befriedigend, wieder etwas zu tun und ein Projekt zu Ende zu bringen.

IZ: Und Sie merkten, die Zeit für den Wiedereinstieg war nun gekommen?

Zahrt: Ja, das Buchprojekt hat mir gezeigt, dass ich wieder rein möchte, rein ins Arbeitsleben.

IZ: Was hindert Sie daran?

Zahrt: "Frau, Alter und Gesundheit", wenn ich einen Headhunter zitiere, mit dem ich mich über mögliche Arbeitsperspektiven unterhalten habe. Ja, die Krankheit und der dadurch erzwungene Ausstieg mag ein eindeutiger Karriereknick sein. Aber ich habe mir das nicht ausgesucht, und ich bin fest entschlossen zu zeigen, dass mit mir wieder was geht.

IZ: Enttäuschen Sie solche Einschätzungen? Zumal viele Unternehmen Sabbaticals beispielsweise für eine Weltreise sogar selbst anbieten.

Zahrt: Ja, ich würde mir eine stärkere Kultur der Wertschätzung wünschen, die auch gilt, wenn nicht alles glatt läuft. Auf ein Sabbatical sind alle vorbereitet. Meine Diagnose ist jetzt knapp drei Jahre her. Die Stärke, die ich aus meiner Überlebenserfahrung gezogen habe, sollte mehr in den Blick rücken. Nicht die Tatsache, dass ich zwei Jahre lang nicht auf der Bühne stand.

IZ: Ist Krebs noch ein Tabuthema?

Zahrt: Ich glaube ja. Ich habe die Krankheit anfangs ja selber dazu gemacht. Heute habe ich einen anderen Blick darauf. Für mich gehört zu einer guten Arbeitskultur ein offener Umgang - auch mit Erkrankungen. Es wäre nicht nur für die Rückkehrer, egal ob als externe Dienstleister oder Angestellte, schön und hilfreich, wieder willkommen im Unternehmen zu sein; auch die Unternehmen profitieren schließlich von der wiedergewonnenen Expertise und Qualität, die sich nicht verändert, nur eben eine Zeit auf Eis gelegen hat …

IZ: Wie planen Sie Ihren Wiedereinstieg?

Zahrt: Ich habe das Gefühl, tatsächlich aus dem Stand neu anfangen zu müssen. Ich nehme Kontakt zu früheren Kunden auf. Außerdem habe ich eine Liste mit Unternehmen, für die ich gerne arbeiten, und eine mit Projekten, die ich gerne umsetzen würde.

IZ: Sie halten auch Lesungen und moderieren. Was planen Sie sonst noch für Ihr zweites Arbeitsleben?

Zahrt: Nach einer solchen Erfahrung stellen Sie alles auf den Prüfstand. Ich werde keine Kehrtwendung machen, aber ich will nicht einfach dort weitermachen, wo ich aufgehört habe. Es werden neue Themen hinzukommen, auch wenn die Immobilienwirtschaft ein Schwerpunkt bleiben wird. Kommunikation und Schreiben sind meine Leidenschaft. Ich werde künftig bewusster mit meiner Zeit und meiner Energie umgehen. Ich habe jetzt ein paar neue Geschichten in meinem Rucksack - aber ich bin wieder gesund und freue mich sehr auf den weiteren Weg.

IZ: Frau Zahrt, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Petra Zahrts Buch "Auf den zweiten Blick: Brustkrebs. Ein Lesebuch" ist als Taschenbuch und Kindle Edition für 14,00 Euro bzw. 5,00 Euro erhältlich (ISBN 978-1506090801).

Sonja Smalian

IZ-Arbeitsmarktumfrage 2015: Ihre Stimme zählt!

Was bietet die Immobilienwirtschaft dem Branchennachwuchs? Die IZ-Arbeitsmarktanalyse gibt Orientierung.

Was bietet die Immobilienwirtschaft dem Branchennachwuchs? Die IZ-Arbeitsmarktanalyse gibt Orientierung.

Bild: Fotolia.de/Boggy

Karriere09.04.2015
Noch bis zum 17. April befragt die Immobilien Zeitung (IZ) im Rahmen der Joboffensive 2015 Unternehmen und Studierende zur Arbeitsmarktlage in der Immobilienwirtschaft. Unterstützen Sie ... 

Noch bis zum 17. April befragt die Immobilien Zeitung (IZ) im Rahmen der Joboffensive 2015 Unternehmen und Studierende zur Arbeitsmarktlage in der Immobilienwirtschaft. Unterstützen Sie die IZ-Analyse und geben auch Sie Ihre Einschätzung ab!

Sind Sie in Ihrem Unternehmen personalverantwortlich tätig? Dann beantworten Sie die kurze Umfrage für Arbeitgeber. Die Ergebnisse in Form des neuen "IZ-Karriereführers 2015/16 für die Immobilienwirtschaft" erhalten die teilnehmenden Unternehmen gratis. Zusätzlich werden 5 Bücher "Rekrutierung in einer zukunftsorientierten Arbeitswelt" verlost.

Schließen Sie Ihr Immobilienstudium bis März 2017 ab? Dann beantworten Sie die Umfrage für Studenten und nehmen an der Verlosung teil. Es werden Preise im Gesamtwert von 58.000 EUR verlost, z.B. Informationspakete der IZ, Fachbücher und Eintrittskarten zur Expo Real 2015.

In welchen Bereichen wird zurzeit Personal gesucht? Welche Qualifikationen sollten Berufseinsteiger mitbringen? Was erwarten Studierende von den Arbeitgebern? Die IZ-Arbeitsmarktanalyse ist für Nachwuchskräfte eine wichtige Informationsgrundlage auf ihrem Weg in den Job. Sie gibt Orientierung für den Berufseinstieg, in Gehaltsfragen und für den Bewerbungsprozess. Arbeitgebern gibt die Analyse Benchmarks für ihre Personalarbeit an die Hand.

Die Joboffensive, eine Initiative der IZ, wird unterstützt von Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM. Partner bei der Durchführung der Umfragen ist Immo Media Consult.

Britta Kriechel

Jobs, Netzwerke und ein Millionenvermögen

Herbert Einsiedler von Bilfinger HSG Facility Management im Gespräch mit Studenten.

Herbert Einsiedler von Bilfinger HSG Facility Management im Gespräch mit Studenten.

Bild: Alexander Sell

Karriere02.04.2015
Die Aussteller der Ende März stattgefundenen Messe Facility Management haben in Frankfurt dem Branchennachwuchs den roten Teppich ausgerollt. Zahlreiche Netzwerktreffen mit Personalern sollten ... 

Die Aussteller der Ende März stattgefundenen Messe Facility Management haben in Frankfurt dem Branchennachwuchs den roten Teppich ausgerollt. Zahlreiche Netzwerktreffen mit Personalern sollten die Studierenden für den Einstieg begeistern. Doch es gab auch mahnende Worte: Arbeitnehmer dürfen nicht die Weiterbildung vernachlässigen.

Wer die Ausstellerhalle betrat, wurde sogleich von einer Hostess in rotem Kostüm und Schild in der Hand begrüßt: "Job gesucht? Sprich' mich an!" steht darauf. Von ihr erfuhr der Besucher, welche Karriere-Events die Messe in diesem Jahr zu bieten hatte. Sie informierte ihn beispielsweise zu den Jobbörsen mit zahlreichen Stellenangeboten, den individuellen halbstündigen Karriereberatungen oder den Bewerbungsfotoshootings. "Die Branche kann noch viel mehr FM-Absolventen aufnehmen", sagt Prof. Dr. Herbert Einsiedler, Sonderbeauftragter der Geschäftsführung von Bilfinger HSG Facility Management. Selbst wenn die Hochschulen ihre Studienplätze vervielfachen würden, könne der Markt die Absolventen immer noch absorbieren, ist sich Einsiedler sicher. Denn Facility-Manager nähmen eine Querschnittfunktion ein.

Die Anreise von Studierenden von zehn Hochschulen haben die Möglichmacher-Unternehmen in diesem Jahr finanziell unterstützt.Die Personaler dieser zwölf FM-Unternehmen stehen auf der Allee der Möglichmacher Rede und Antwort. Ein Engagement, das bei der Zielgruppe sehr gut ankam. "Es war einfach, ins Gespräch zu kommen mit den Unternehmensvertretern", sagt Tobias Morfeld. Der Bachelorstudent von der HWR Berlin war positiv überrascht, wie hoch das Interesse nach FM-Nachwuchskräften ist.

Diese Botschaft dominierte auch auf dem Karrieretag am Messe-Donnerstag. "FM ist eine junge Branche und eine Wachstumsbranche", betonte Christine Sasse, Vorstand von Dr. Sasse, in ihrer Rede. Sie warf noch ein weiteres Argument in die Waagschale pro FM, um die jungen Talente zu begeistern: Arbeitsplatzsicherheit. FM sei nicht einseitig abhängig von den Entwicklungen in einer Branche. Gehe es dem Finanzsektor schlecht, boome vielleicht die Automobilbranche, sagt Sasse. Mit anderen Worten, es gibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch Einsatzgebiete für Dienstleister. Dass das Thema Arbeitsplatzsicherheit bei der jungen Generation hoch im Kurs steht, zeigte die IZ-Umfrage zur Joboffensive 2014: Ein sicherer Arbeitsplatz ist das viertwichtigste Kriterium, das einen attraktiven Arbeitgeber auszeichnet. Als wichtiger werden nur noch Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildungsangebote und das Gehalt erachtet.

Aufstiegsmöglichkeiten und Führungsverantwortung diskutierten die Personaler mit den Teilnehmern auf dem Alumni-Treffen der Junior Lounges der Gefma. Mit 200 Gästen nahmen an dem Netzwerktreffen so viele Studierende und Young Professionals teil wie noch nie. Spontan wurde dort zudem die Gründung einer weiteren Junior Lounge in Sachsen-Anhalt geplant, es wäre der 15. Junioren-Stammtisch des Verbands.

Doch trotz aller positiven Aussichten gab es für die Nachwuchskräfte auch mahnende Worte. Berufstätige sollten zu keiner Zeit ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit aus den Augen verlieren, sagte Gastrednerin Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) der Hochschule Ludwigshafen. Dabei sei zunächst einmal der Einzelne gefordert, sich kontinuierlich an die neuen beruflichen Anforderungen anzupassen und darüber hinaus das Thema Weiterbildung nicht zu vernachlässigen.

Denn die Zeiten haben sich geändert. Sei Beschäftigungsfähigkeit bislang Basis für den beruflichen Aufstieg gewesen, sei sie künftig notwendig, um den beruflichen Abstieg zu verhindern. "Der Bedarf an Fachkräften wird steigen, nicht an Arbeitskräften", warnte Rump. Und sie ermunterte die Teilnehmer, ihren eigenen Vermögenswert zu berechnen. Denn bei der Beschäftigungsfähigkeit handele es sich um nichts anderes als ebendiesen. Selbst bei einem Jahresbruttogehalt von 30.000 Euro und einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren kommt dabei ein Wert an Wissen und Kompetenzen von 1,35 Mio. Euro heraus. "Jeder von uns hier ist ein Millionenvermögen", sagte Rump. Ein Satz, über den viele sicherlich noch nachdenken werden. Doch wie würden viele mit diesem Wert, mit sich selbst, umgehen? Oftmals sei der Umgang mit den eigenen Ressourcen eher zufällig, fast willkürlich, sagte die Personalexpertin. Damit sollte Schluss sein. "Machen Sie einmal im Jahr eine persönliche Standortbestimmung!", riet Rump. "Denn Sie sind Ihr größter Unternehmenswert."

Sonja Smalian

Kemper spendiert 1,5 Mio. Euro

Gerhard K. Kemper während der Feierstunde zur Vorstellung der Kemper-Stiftung an der HAWK Holzminden.

Gerhard K. Kemper während der Feierstunde zur Vorstellung der Kemper-Stiftung an der HAWK Holzminden.

Bild: HAWK Holzminden

Karriere02.04.2015
Gerhard K. Kemper hat eine Stiftung für Immobilienlehre und -forschung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden gegründet. Dafür stiftete er 1,5 Mio. Euro. ... 

Gerhard K. Kemper hat eine Stiftung für Immobilienlehre und -forschung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden gegründet. Dafür stiftete er 1,5 Mio. Euro.

Die Kemper-Stiftung für Immobilienlehre und -forschung hat Gerhard K. Kemper an der HAWK Holzminden ins Leben gerufen. Der Experte für Einzelhandelsimmobilien stellte dafür 1,5 Mio. Euro aus seinem Privatvermögen bereit. Kemper übernimmt den Vorsitz im Stiftungsvorstand, dem auch die beiden HAWK-Professoren Rainer Vahland und Jens Oeljeschlager angehören.

Geld könne man ausgeben, vererben oder wohltätigen Zwecken zuführen, sagt Kemper. "Aber eine Stiftung hat etwas sehr Nachhaltiges. Im besten Sinne ist es ein Perpetuum mobile." Aus diesem Grund habe er sich für diese Form des Engagements entschieden. Gefördert werden sollen u.a. Abschlussarbeiten, Exkursionen, Auslandssemester und Forschungsprojekte von Studenten und anderen Angehörigen der HAWK, die einen direkten Bezug zu dem immobilienwirtschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengang haben.

Kemper lehrt seit 2009 zu Themen wie Einzelhandelsimmobilien in Ia-Lagen und Shoppingcentern an der HAWK. Vor Aufnahme der Dozententätigkeit schaute er sich in der deutschen Hochschullandschaft um. Holzminden habe ihm am besten gefallen. "Hier weht ein Geist der Neugierde", schwärmt Kemper. Die HAWK sei eine besondere Ausbildungsstätte mit einer großen Tradition, die bis ins Jahr 1831 zurückführe, so der 64-Jährige. Im Wintersemester 2014/15 schrieben sich 225 Studierende in dem immobilienwirtschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengang neu ein. Gemessen an dieser Zahl ist die HAWK nach eigenen Angaben der größte Hochschulstandort für das immobilienwirtschaftliche Studium in Deutschland. "Wir sind Marktführer", sagt Kemper dazu, den die Hochschule 2012 zum Honorarprofessor ernannte.

Er sieht aber auch den Standortnachteil der Hochschule. Deswegen werde der Lehrplan durch viele Exkursionen ergänzt, u.a. nach London, Barcelona, Paris, New York und Warschau. Kemper selbst besuchte mit Teilnehmern seiner Vorlesung schon Shoppingcenter in Berlin, Frankfurt, Mailand und Istanbul. Ein besonderes Augenmerk der Stiftung soll deswegen auf der Förderung des internationalen Wissensaustauschs liegen.

Kemper hat fast 15 Jahre in den USA und Kanada gearbeitet, bevor er 1991 nach Deutschland zurückkehrte und ins Familienunternehmen einstieg. 2008 verkaufte er das auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus Kemper's an JLL. Heute führt er sein Beratungsunternehmen Geka Kemper und gehört dem Vorstand der Royal Institution of Chartered Surveyors in Deutschland an. Die Kemper-Stiftung nimmt im Wintersemester 2015/16 ihre Fördertätigkeit auf. Projektbewerbungen sind bis zum 31. August 2015 möglich. "Ich bin gespannt, was wir für Anträge erhalten werden."

Sonja Smalian

Gefma verleiht sieben Förderpreise

Die Preisträger des Jahres 2015.

Die Preisträger des Jahres 2015.

Bild: sma

Karriere02.04.2015
Sonja Smalian