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Private Equity statt privater Pflege?

Karriere16.04.2018
Die Irebs Immobilienakademie schreibt zum fünften Mal den Essay-Wettbewerb "Ideenpreis Immobilien für eine alternde Gesellschaft" aus. Diesmal dreht sich alles um die Frage, wie eine zunehmende ... 

Die Irebs Immobilienakademie schreibt zum fünften Mal den Essay-Wettbewerb "Ideenpreis Immobilien für eine alternde Gesellschaft" aus. Diesmal dreht sich alles um die Frage, wie eine zunehmende Institutionalisierung der Pflege älterer Menschen aussehen kann. Zu denken ist an staatliche Pflegeeinrichtungen, an genossenschaftliche oder kirchliche Einrichtungen - aber auch an Private Equity. Was können, was wollen wir uns leisten? Und bleibt bei einer privatwirtschaftlichen, sprich: renditeorientierten (Teil-)Lösung dieser Frage die Menschlichkeit zwangsläufig auf der Strecke?

Zum Hintergrund: Aktuell werden rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen im privaten Umfeld versorgt, und zwar überwiegend durch Verwandte. Dieses Modell steht jedoch zunehmend auf dem Prüfstand, da immer mehr Frauen arbeiten möchten/müssen oder die schwere Pflegearbeit im Alter nicht mehr alleine leisten können.

Die besten Essays werden mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro prämiert. Teilnehmen können nur natürliche Personen. Sie müssen ihre Ideen hierfür in einen Essay gießen und bis zum 14. Mai 2018 bei der Irebs einreichen: ideenpreis@irebs.de. Die Arbeiten sollen 5.000 bis 10.000 Zeichen inklusive Leerzeichen umfassen. Werbetexte sind unerwünscht. Sponsor ist Frank Löwentraut, Geschäftsführer von Aaetas Consult. Die Immobilien Zeitung ist Medienpartner.

Harald Thomeczek

Führen muss man lernen

Dagmar Übelhör und Alexander von Erdély.

Dagmar Übelhör und Alexander von Erdély.

Quelle: IZ, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere12.04.2018
Nach zehn Jahren als Investmentmanagerin bei Deka Immobilien wollte Dagmar Übelhör den Sprung in die erste Führungsrolle ihres Lebens packen. Das unternehmensübergreifende ... 

Nach zehn Jahren als Investmentmanagerin bei Deka Immobilien wollte Dagmar Übelhör den Sprung in die erste Führungsrolle ihres Lebens packen. Das unternehmensübergreifende Mentoring-Programm von Immoebs brachte die 40-Jährige mit CBRE-Chef Alexander von Erdély zusammen. Die Rolle hat Übelhör bekommen - und CBRE ein hauseigenes Mentoring.

Mit 40 Lebens- und 15 Berufsjahren war Übelhör eine untypische Teilnehmerin des von Immoebs initiierten und begleiteten Mentoren-Sparrings. Das Programm richtet sich nämlich eigentlich an Menschen, die nicht älter als 35 Jahre sind und höchstens acht Jahre Berufserfahrung mitbringen. "Die Arbeit mit Immobilien macht mir zu viel Spaß, als dass ich sie für eine Führungsposition in einem anderen Bereich der Bank hätte aufgeben wollen", sagt sie. Sie hatte es deshalb bisher nicht darauf angelegt, innerhalb des Bankkonzerns Karriere zu machen. Die Gelegenheit, beim Immobilienfondsanbieter der Bank zur Head of Acquisitions and Sales - France, Italy, Spain & Portugal aufzusteigen, wollte Übelhör jedoch nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Mit von Erdély simulierte sie u.a. Mitarbeitergespräche: "Wen heißt man wie willkommen? Was und wie viel sage ich? Und wie nehme ich die Bedürfnisse des anderen wahr? Im täglichen Stressumfeld fällt es ja nicht immer leicht zuzuhören." Seit Februar kann sie das in den Übungen mit von Erdély erlernte Wissen praktisch anwenden: Übelhör führt jetzt selbst ein kleines Team aus vier Transaktionsmanagern. Darunter einen neuen Kollegen, der frisch von der Hochschule kommt, und einen, der zwar kein Greenhorn mehr ist, aber noch keine Investmenterfahrung hat.

Geholfen hat Übelhör der Austausch mit dem Mentor aus einem anderen Konzern auch dabei, das Auswahlverfahren in ihrem eigenen Hause gut über die Bühne zu bringen. Gleich mehrere Abteilungsleiter nahmen sie nacheinander in die Mangel. "Vor dem Mentoring mit Alexander wäre ich in diese Gespräche sicher noch ganz anders reingegangen." Gelernt hat sie nicht zuletzt, sich auch in Situationen, in denen man sich gut verkaufen muss, so treu zu bleiben, wie es geht. "Anderen non-stop was vorzuspielen, das schafft auf Dauer eh keiner."

CBRE ist inzwischen dabei, hierzulande auf Initiative des eigenen Frauennetzwerks selbst ein Mentoring einzuführen. Nicht etwa, um dem männlichen Nachwuchs die Lust auf höhere Aufgaben zu verleiden. Sondern damit sich endlich auch mehr Frauen trauen. Denn an karrierehungrigen Jungbullen herrscht bekanntlich kein Mangel. Von Erdélys Worte sind das natürlich nicht, er drückt es so aus: "An ehrgeizigen, motivierten Mitarbeitern mangelt es aktuell nicht; dennoch möchten wir mit diesem Programm vermehrt auch Frauen dazu motivieren, sich zu bewerben." Die Einführung eines unternehmensinternen Mentoring-Programms habe ohnehin auf seiner Agenda gestanden, erklärt der seit ca. anderthalb Jahren amtierende Deutschlandchef. Da sei die Anfrage, ob sich CBRE als Kooperationspartner und von Erdély selbst als Mentor an Immoment (so heißt das Immoebs-Programm) beteiligen wolle, gerade recht gekommen.

Und auch die Gespräche mit seiner Mentee haben von Erdély auf die Sprünge geholfen: "Ich habe mich wieder daran erinnert, wie es ist, wenn man plötzlich nicht mehr nur mit seiner fachlichen, sondern auch mit seiner sozialen Kompetenz überzeugen muss. Der Austausch mit Dagmar hilft mir im Umgang mit Leuten, denen ich jetzt selbst erste Führungsverantwortung gebe." Jede Sprosse auf der Karriereleiter sei mit Aufgaben verbunden, die dem-/derjenigen, der/die sie erklimmt, Respekt abnötigt. Das vergäßen die, die es längst geschafft haben, gerne. Von Erdély hat den Austausch mit einer Außenstehenden auch zur Reflexion über seine eigene Rolle genutzt. So habe er seine Mentee vor einem Workshop mit 600 Kollegen gefragt: "Dagmar, ganz ehrlich, was würdest du da gerne hören?"

Harald Thomeczek

Aurelis: Fair Value nähert sich der 2-Mrd.-Schwelle

Karriere12.04.2018
Aurelis Real Estate hat im Geschäftsjahr 2017 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Gewinn (Ebitda) von 217,4 Mio. Euro geschrieben, 20% mehr als im Vorjahr (2016: 180,6 Mio. Euro). ... 

Aurelis Real Estate hat im Geschäftsjahr 2017 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Gewinn (Ebitda) von 217,4 Mio. Euro geschrieben, 20% mehr als im Vorjahr (2016: 180,6 Mio. Euro). Der Verkehrswert des Aurelis-Portfolios legte trotz hohen Verkäufen ähnlich stark zu und kratzt jetzt an der 2-Mrd.-Euro-Marke.

Joachim Wieland, CEO von Aurelis, erklärt das gute Ergebnis so: "In einem positiven Marktumfeld haben wir Projekte revitalisiert oder neu gebaut, die Vermietungsquoten gesteigert und einige dieser Projekte früher als geplant veräußert." Konkret: Die Mieterlöse kletterten um 9,5% von 86,1 Mio. auf 94,3 Mio. Euro. Die Verkaufserlöse legten etwa halb so stark zu, nämlich um knapp 5% von 331,9 Mio. auf 347,7 Mio. Euro.

Halb so viel zugekauft wie verkauft

Für das eigene Portfolio, das seit 2014 auf Wachstum getrimmt ist, wurden Objekte für insgesamt 169,4 Mio. Euro zugekauft, u.a. ein 85.000 qm großes Gewerbeareal in Neuss. Das Ankaufsvolumen war damit um 18% größer als im Jahr 2016 mit 143,8 Mio. Euro, fiel aber nur halb so hoch wie das Verkaufsvolumen aus.

Das in der Pipeline befindliche Investitionsvolumen der Projekte, die nach Um-, Aus- oder Neubau ins eigene Mietportfolio wandern (sollen), schrumpfte dagegen um fast ein Viertel von 275,5 Mio. auf 210 Mio. Euro. Hier sind alle Investitionen gemeint, die entweder vergangenes Jahr umgesetzt oder für die kommenden Jahre vereinbart wurden.

Die zu einem späteren Zeitpunkt für den Verkauf vorgesehenen Neubauprojekte in der Pipeline addierten sich zu einem Investitionsvolumen von 670 Mio. Euro - ein Wert, der um satte 38% höher ausfiel als im Vorjahr (2016: 485,2 Mio. Euro). In dieser Zahl enthalten sind ebenfalls alle Projekte, die im letzten Jahr verwirklicht oder vertraglich vereinbart wurden.

Fair Value wächst um ein Viertel

Der Verkehrswert des Aurelis-Portfolios - eigener Bestand plus zum Verkauf bestimmte Objekte - legte 2017 weiter zu und nähert sich nun der 2-Mrd.-Euro-Marke. Per Ende des Geschäftsjahrs 2016 hatte das Unternehmen noch einen Fair Value von 1,6 Mrd. Euro ausgewiesen. "Die Steigerung resultiert aus Zukäufen, Wertzuwächsen durch umfassende Refurbishments und die Steigerung der Mieteinnahmen im Bestandsportfolio", sagt Susanne Heck, Leiterin Marketing & Kommunikation bei Aurelis. Anno 2016 hatte der Verkehrswert von 1,4 Mrd. auf 1,6 Mrd. Euro zugelegt.

Harald Thomeczek

Frankfurt UAS kann FM-/Gebäudetechnik-Studiengänge starten

Karriere09.04.2018
Die Messe Frankfurt, Wisag Gebäudetechnik und die beiden Ingenieurbüros canzler und TGA5 sponsern zwei neue Bachelorstudiengänge für Facility-Management und Gebäudetechnik an der Frankfurt ... 

Die Messe Frankfurt, Wisag Gebäudetechnik und die beiden Ingenieurbüros canzler und TGA5 sponsern zwei neue Bachelorstudiengänge für Facility-Management und Gebäudetechnik an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Eigentlich hätte es nur ein einziger Studiengang werden sollen.

Die Frankfurt UAS hat das nötige Kleingeld für die beiden neuen Bachelorstudiengänge Real Estate und Facility-Management bzw. Real Estate und Integrale Gebäudetechnik mit dem Committment der vier Unternehmen nun zusammen. "Das gesetzte Finanzierungsziel ist zwar noch nicht vollständig erreicht, die Finanzierung ist aber in einem solchen Umfang gesichert, dass der Studiengang im Oktober - also zum Wintersemester - starten kann", erzählt Pressereferentin Sarah Blaß.

Messe Frankfurt steuert eine Viertelmillion bei

Allein die Messe Frankfurt wird die neuen Studiengänge mit einer Gesamtsumme von einer Viertelmillion Euro über fünf Jahre hinweg sponsern. Weitere Sponsoren sind Wisag Gebäudetechnik sowie die beiden Ingenieurbüros canzler und TGA5. Auch sie haben ihre Unterstützung für fünf Jahre zugesichert. Über die Höhe ihres Engagements möchten diese Unternehmen nicht Auskunft geben.

Ursprünglich wollte die Frankfurt UAS nur einen einzigen neuen Studiengang an den Start bringen, bei dem sich die Studenten erst im Laufe der höheren Semester für eine Vertiefungsrichtung entscheiden sollten (Facility-Management oder Integrale Gebäudetechnik). Dass es nun zwei geworden sind, erklärt Blaß so: "Aus prüfungsrechtlichen Gründen muss jedoch von Studienbeginn an die Wahl für den Schwerpunkt feststehen. Deshalb wurden aus dem einen ursprünglich geplanten zwei Studiengänge."

36 Plätze für FM, 18 für Gebäudetechnik

Die Grundmodule sind in beiden Studiengängen aber nach wie vor dieselben. Auch an der Anzahl der Studienplätze hat sich nichts geändert: Nach wie vor stehen insgesamt 54 Studienplätze zur Verfügung. Ausgelegt sind die Studiengänge für 36 Studenten im Studiengang Real Estate und Facility-Management und 18 im Studiengang Real Estate und Integrale Gebäudetechnik. Erfolgreiche Absolventen können sich – je nach Studiengang – mit dem Titel Bachelor of Science (B.Sc.) oder Bachelor of Engineering (B.Eng.) schmücken.

Harald Thomeczek

Frost legt Baustellen lahm

Karriere06.04.2018
Das Wetter hat im Februar 2018 so manche Baustelle auf Eis gelegt. Das legt zumindest die Auswertung der Beitragsmeldungen nahe, die die Bauunternehmen an die Sozialkassen der Bauwirtschaft ... 

Das Wetter hat im Februar 2018 so manche Baustelle auf Eis gelegt. Das legt zumindest die Auswertung der Beitragsmeldungen nahe, die die Bauunternehmen an die Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau) übermittelt haben.

Die Anzahl der lohnzahlungspflichtigen Stunden gewerblicher Arbeitnehmer, die die meldepflichtigen Unternehmen für Februar gemeldet haben, sind saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat (Januar 2018) um 5% geschrumpft. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat (Februar 2017) steht ein klares Minus von 4,6% zu Buche. Im Januar war das effektive Arbeitsvolumen gegenüber Dezember 2017 zwar auch schon gesunken - um 3,6% -, im Vorjahresvergleich hatte es jedoch um 3,4% zugelegt.

Effektives Arbeitsvolumen und Bruttolohnsumme kräftig gesunken

Die Bruttolohnsumme sank im Februar 2018 ebenfalls kräftig und zwar um satte 6% gegenüber Januar 2018 und um 4,1% gegenüber Februar 2017. Im Januar hatte die Bruttolohnsumme dagegen zugelegt: um 1,3% (Vormonat) bzw. um 13,5% (Vorjahr). Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer blieb im Februar konstant. Zu der schwächeren Bautätigkeit hat wohl auch das Wetter beigetragen, mutmaßt Soka-Bau: Der Monat Februar war viel kälter als üblich und brachte teilweise strengen Frost über das Land.

Frühindikatoren schwächeln

Auch die Frühindikatoren hätten zuletzt geschwächelt. So seien die Auftragseingänge im Februar deutlich - nämlich um 12,8% - eingebrochen. Im Januar war das deutsche Bauhauptgewerbe nach Zahlen des Statistischen Bundesamts noch mit einem deutlichen Orderplus ins neue Jahr gestartet. Die Baugenehmigungen im Hochbau waren zu Jahresbeginn rückläufig (Januar 2018: minus 4,8%). Dieser Rückgang erstreckte sich sowohl über den Wohnungs- wie über den Nichtwohnungsbau.

Harald Thomeczek

Coworking wird überbewertet

Nicholas Brinckmann.

Nicholas Brinckmann.

Quelle: Hansainvest Real Assets

Karriere05.04.2018
Eigentümer von Büroimmobilien vermieten derzeit oft und gern an Anbieter von Coworking-Spaces. Nicholas Brinckmann, Sprecher der Geschäftsführung der Hansaivest Real Assets, sieht den starken ... 

Eigentümer von Büroimmobilien vermieten derzeit oft und gern an Anbieter von Coworking-Spaces. Nicholas Brinckmann, Sprecher der Geschäftsführung der Hansaivest Real Assets, sieht den starken Glauben der Vermieter an den Boom kritisch.

Alle reden derzeit über Coworking: In der Hamburger City lag der Anteil der sogenannten Shared Offices am Büroflächenumsatz im Jahr 2017 bei sage und schreibe 25%. Aus Sicht der Vermieter ist der Erfolg dieses Phänomens allerdings keineswegs nur positiv zu sehen.

Zwar sind die Coworkinganbieter aktuell beliebte Mieter. Sie legen sich länger fest und nehmen auch tendenziell größere Flächen ab als klassische Büromieter. Diese lange Vertragsbindung - in der Regel zwischen zehn und zwanzig Jahre - hat aber ihren Preis. Der Vermieter muss oft relativ hohe Incentives gewähren. Konkret sind das beispielsweise deutlich höhere Kosten für Mieterausbauten, die teilweise um zwischen 800 und 1.000 Euro/m2 teurer sind als bei regulären Büromietern. Die zweite Kröte, die die Vermieter schlucken müssen, sind lange mietfreie Zeiten. In der Praxis beobachten wir bis zu zwölf Monate.

Nun sind diese Incentives bei einem langfristigen Mietvertrag grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Kann ein Vermieter so einen bonitätsstarken Büromieter binden, lohnt sich der Einsatz. Bei Coworking ist allerdings nicht sicher, ob die Rechnung aufgeht. Die Firmen betreiben ein klassisches Fristentransformationsgeschäft. Sie mieten langfristig an und vermieten kurzfristig weiter. Sicher ist: Dieses Geschäft ist besonders anfällig für Wirtschaftszyklen. In der aktuellen Boomphase mag dieses Risiko gering erscheinen. Im Falle einer Krise werden sich Unternehmen jedoch als erstes von Coworkingflächen zurückziehen - und zwar einfach, weil es quasi von heute auf morgen geht.

Das Risiko wird noch dadurch erhöht, dass Coworkinganbieter Flächen in guten City-Lagen mit entsprechender Verkehrsanbindung anmieten müssen und somit selbst hohe Mieten bezahlen. Die hippen Konzepte funktionieren nur dort. Kein Nutzer eines Shared Offices will beispielsweise hinaus nach Berlin-Köpenick fahren.

Coworking ist ein relativ junges Phänomen. Viele Anbieter sind erst seit kurzer Zeit am Markt und haben teilweise keine großen finanziellen Reserven. Ob sich Coworking wirklich langfristig etabliert oder ob es sich nur um eine Modererscheinung handelt, die in fünf Jahren bereits wieder verschwunden sein wird, vermag derzeit niemand zu sagen. Asset-Manager dürfen nicht den Fehler machen und einen langfristigen Mietvertrag mit einem Coworkinganbieter als Selbstläufer betrachten. Dies könnte ein böses und teures Erwachen nach sich ziehen.

Nicholas Brinckmann

London sucht deutsche Value-add-Profis

Headhunterin Alice Fontana im Einsatz auf der Immobilienmesse Expo Real 2017 in München.

Headhunterin Alice Fontana im Einsatz auf der Immobilienmesse Expo Real 2017 in München.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler

Karriere05.04.2018
Kapitalakquisiteure, Einkäufer und Asset-Manager mit Deutschlandexpertise sind bei internationalen Private-Equity-Investoren, Investment-Managern und Fondshäusern begehrt. Die Nachfrage ... 

Kapitalakquisiteure, Einkäufer und Asset-Manager mit Deutschlandexpertise sind bei internationalen Private-Equity-Investoren, Investment-Managern und Fondshäusern begehrt. Die Nachfrage hat sich allerdings verschoben, berichtet Alice Fontana, Co-Chefin der Londoner Personalberatung Bohill Partners: Gefragt sind aktuell insbesondere Spezialisten, die das Maximum aus Objekten mit Optimierungspotenzial herauszuholen wissen. Bei den Gehältern wird nicht geknausert.

Viele von Fontanas Kunden finden die Preise für Core-Assets in Deutschland überteuert. Sie legen deshalb mittlerweile immer öfter Produkte mit Fokus auf Value-add-Immobilien auf. Sie brauchen das entsprechende Personal, das solche Objekte findet, die Rechte an diesen sichert - und mit solchen Objekten zu arbeiten versteht. Last but not least braucht es natürlich auch Leute, die deutsche Investoren von den Vorzügen einer solchen Anlagestrategie zu überzeugen wissen, damit diese die Schatulle für solche Investments öffnen.

"Zurzeit wird speziell Kapital für Value-add-Assets geraised", berichtet die gebürtige Österreicherin Fontana. Sie machte sich 2008 mit einer Kollegin selbstständig, ist aber insgesamt schon seit fast zwei Jahrzehnten als Headhunterin von London aus in der Dach-Region aktiv. Mit der Nachfrage nach Immobilien, deren Leerstände gefüllt werden wollen, denen die Mieter angesichts bald auslaufender Mietverträge abhanden zu kommen drohen, die ein mehr oder minder tiefgreifendes Facelifting nötig oder Platz für Erweiterungen haben, steigt der Bedarf an Menschen, die Potenziale wie diese zu heben imstande sind. An Einkäufern und Asset-Managern also, die "technische Immobilien-Skills mitbringen und gleichzeitig die kaufmännische Expertise haben, die sich also auch mit Cashflows und Returns auskennen", wie Fontana sagt. "Die sind gesucht - und das spiegelt sich auch im Gehalt wider."

In den Himmel schießen die Gehälter auf dem deutschen Personalmarkt zwar nicht, vielmehr bleiben sie stabil auf hohem Niveau, "in Deutschland ist das nicht anders als in London", so Fontana. Bei den Boni konstatiert die erfahrene Headhunterin, die u.a. Positionen wie Heads of Asset-Management (AM), Heads of Business Development bzw. "Capital Raiser" oder Deutschland-Geschäftsleiter von nicht-deutschen Unternehmen (mit Hauptsitz oder Dependance in der britischen Hauptstadt) besetzt, immerhin eine "leichte Steigerung". Und die Grundgehälter hätten im Vorjahresvergleich ebenfalls leicht zugelegt.

Ein Head of AM darf mit einem Grundgehalt von 130.000 bis 180.000 Euro im Jahr brutto rechnen - "manche sind teurer, füllen dann aber eine breitere Rolle auf Geschäftsführerebene aus,", erläutert Fontana. Die Boni für Chef-Asset-Manager sieht sie bei 50% bis 100% des Basisgehalts, "teils darüber". Asset-Manager werden heute ab und an zudem mit Anteilen an den von ihnen gemanagten Fonds in Basispunkthöhe geködert: "Das ist eher ein Private-Equity-Konstrukt und dort schon lange gang und gäbe. Mittlerweile werden solche carry-Elemente auch Asset-Managern angeboten." Oder diese können selbst in eine Transaktion investieren und werden dann ebenfalls am Erlös beteiligt, wenn die Immobilie wieder verkauft wird.

Kapitalakquisiteure, die ihren Dienstsitz in Deutschland haben und im Auftrag eines deutschen oder ausländischen Investment-Management-Unternehmens deutsche institutionelle Anleger für ein wie auch immer geartetes Immobilienprodukt anzapfen, können mehr verdienen. "Heads - also die most senior person in the team oder ein Alleinkämpfer, der verantwortlich ist für Deutschland bzw. deutsche Kunden - beginnen bei 150.000, 155.000 Euro", erzählt Fontana, die schon so lange in London lebt und arbeitet, dass ihre Sätze vor englischen Ausdrücken nur so wimmeln. Bis zu 200.000 Euro sind nach ihrer Erfahrung heute drin für Capital-Raiser - aber nur, wenn diese 15 Jahre oder mehr Track-Record mitbringen und schon Milliarden bei Institutionellen aus Germany eingesammelt haben. Der Bonus kann eine schwindelerregende Höhe von bis zu 200% des Fixums erreichen - Letzteres hätte sich damit also verdreifacht.

Wie die Asset-Manager und die Kapitalsammler sollten "auch Transaktionsmanager dieses Jahr nicht enttäuscht werden", orakelt Fontana. Wer aktiv passende Deals findet, die Verträge selbst verhandelt und zudem "die Execution durchführt", darf mit einem Jahresgrundgehalt von mindestens 110.000, 120.000 Euro und maximal mit 180.000 Euro rechnen - wenn er nicht eine breiter angelegte Rolle, z.B. als Geschäftsführer, spielt. Dann kann sein festes Salär "über 180.000 Euro hinausgehen; das geht auch schon mal Richtung 200.000 Euro". Die Leute, die die Personalberaterin hier vor Augen hat, müssen allerdings schon eine "sehr glaubwürdige" Transaktionserfahrung haben und zumindest zwölf Jahre "relevante" Erfahrung in die Waagschale werfen können.

Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: "So aggressiv wie vor der Krise wird nicht mehr rekrutiert. Unsere Kunden sind sehr picky; sie warten lieber auf die richtige Person, als Kompromisse einzugehen. Die Suchprofile sind sehr komplex - und der Wunschzettel soll möglichst auch erfüllt werden", erzählt Fontana. War so mancher Kunde vor Lehman durchaus weniger kritisch, was Kandidaten betraf - und fragte allenfalls: "Hat er/sie in einem reputablen Unternehmen gearbeitet? Spricht er/sie Deutsch? Okay, das passt schon, davon nehmen wir drei!" -, tauchen die Arbeitgeber im Recruiting heute viel mehr in die Details ein: "Hast du die Transaktion wirklich komplett alleine gemacht oder Unterstützung gehabt?" Auch mit dem Aufbau ganzer Deutschland-Teams sind Londoner Adressen heute vorsichtiger als einst. Und mitunter wird "lieber ein Junior rekrutiert", weil er jünger und also billiger ist.

Fontana bearbeitet derzeit rund zehn Senior-Mandate für Deutschland. Die gefragtesten Tätigkeitsfelder? "Asset-Management, Capital-Raising und Akquise sind sehr busy." Ein Asset-Manager sei eher zu einem Wechsel zu bewegen, wenn er bereits in den Ankauf involviert wird, statt eine Immobilie vor die Nase gesetzt zu bekommen und den Businessplan nur noch zu exekutieren. Wem die Aussicht winkt, künftig schon am Beginn einer Transaktion ins Geschehen eingreifen zu können, fühle sich womöglich - pekuniäre Anreize hin oder her - von einem Jobangebot viel eher angezogen. Auch die Zusage umfangreicher Capex-Maßnahmen für ein Refurbishment kann die Anziehungskraft eines Jobangebots deutlich erhöhen.

Was der Kopfjägerin außerdem in der jüngeren Vergangenheit aufgefallen ist: "Logistik und Light-Industrial sind der flavor of the month, beim student housing ist der Bedarf spürbar größer als vor zwei, drei Jahren." Aktuell drehen sich allein drei ihrer Aufträge um die Assetklasse Logistikimmobilie. In einem Fall soll Fontana für einen neuen Player in diesem Bereich ein ganzes Team aufbauen; bei den beiden anderen geht es um den Ausbau bestehender Teams von etablierten Spielern.

Im vergangenen Jahr hatten 50% aller Immobilienmandate von Bohill Partners einen Deutschlandbezug: Zu besetzen waren Stellen von Hamburg bis München, sowie Jobs für Deutsche in London. Den geplanten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union nimmt die Headhunterin nicht als nennenswerten Hemmschuh für ihre Arbeit wahr. "Die Leute sind doch immer offen für Neues und hören immer gern ihren Marktwert: Was habe ich im Moment und was könnte ich vergleichsweise haben? Die Bereitschaft zu pendeln wächst, sei es von Berlin nach München oder von Hamburg nach London. Die Rolle muss natürlich stimmen."

Ist das der Fall, ist es offenbar nach wie vor kein Problem, Deutsche nach London zu locken. "Klar spielt der Brexit bei manch einem schon eine Rolle. Der Großteil von denen, die abwinken, tun das aber eher, weil sie familiär gebunden sind." Wer wirklich international Karriere machen wolle, "dem ist der Brexit jedenfalls egal".

Harald Thomeczek

Strabag fischt nach Studienabbrechern

Karriere05.04.2018
Wer Bauingenieurwesen, Architektur und Vermessungswesen studiert, aber keinen Abschluss gemacht hat, kann bei Strabag zurück auf den rechten Berufsweg finden. ... 

Wer Bauingenieurwesen, Architektur und Vermessungswesen studiert, aber keinen Abschluss gemacht hat, kann bei Strabag zurück auf den rechten Berufsweg finden.

Der Kölner Baukonzern und der private Bildungsanbieter Eckert Schulen bieten ein Ausbildungsmodell an, mit dem Studienaussteiger binnen zweieinhalb Jahren im Rahmen einer Kombination aus Theorie und innerbetrieblicher Praxis zwei staatlich geprüfte Abschlüsse machen können - und die Aussicht auf eine Übernahme in Festanstellung erhalten.

Zu Beginn des "Fast Track Praxisstudiums" schnuppern die Ex-Studenten in einem Vorpraktikum eine Woche lang Praxisluft bei Strabag. Dann drücken sie zwölf Monate lang die Schulbank bei Eckert Schulen und halten hinterher im besten Fall einen Abschluss als Industrietechnologe Bau in Händen. Anschließend steht ein 18-monatiger Praxiseinsatz in einer der 15 Strabag-Direktionen auf dem Programm: Hier steigen die Teilnehmer voll ins Arbeitsleben ein. On the job können sie einen zusätzlichen Weiterbildungsabschluss zum Bautechniker erwerben. Regulär dauert allein die Erstausbildung zum Industrietechnologen 24 Monate.

Natürlich will Strabag gescheiterten Studenten nicht ganz uneigennützig eine neue Perspektive bieten. "Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher sind für uns eine interessante Zielgruppe, denn sie bringen viele Vorkenntnisse und fachliches Verständnis mit", sagt Christian Hattendorf, Vorstand und Arbeitsdirektor von Strabag. Durch den Praxisaufenthalt - der Startschuss erfolge in der Direktion Bayern Nord - sei die Ausbildung auf das Anforderungsprofil von Strabag zugeschnitten. "Unser Ziel ist dann natürlich, die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen fest einzustellen", so Hattendorf.

Zugangsvoraussetzung für eine Teilnahme an dem Programm sind u.a. das (Fach-)Abitur und mindestens 30 Credit Points nach dem European Credit Transfer System, die in einem Hochschulstudium aus dem Bereich der sogenannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) eingeheimst wurden. Der "Fast-Track"-Abschluss ist dem Bachelor of Engineering gleichgestellt. Der Pilotkurs soll im August 2018 starten. Anmeldungen werden bis zum 30. Juni 2018 entgegengenommen. Zukünftig sollen die Kurse zweimal im Jahr beginnen, teilen Eckert Schulen und Strabag mit.

Die Eckert Schulen bieten solche Modelle zusammen mit Partnerunternehmen auch für Studienabbrecher anderer Fachrichtungen aus dem Mint-Spektrum an. Mit der Strabag wird das "Praxisstudium" erstmals im Baubereich angeboten.

Harald Thomeczek

Sattes Gehaltsplus für CREM-Chefs

Karriere03.04.2018
Immobilienchefs von weltweit agierenden Großkonzernen haben 2017 inklusive Boni und langfristiger Prämien im Schnitt 339.000 USD verdient. Das geht aus der aktuellen Vergütungsstudie von ... 

Immobilienchefs von weltweit agierenden Großkonzernen haben 2017 inklusive Boni und langfristiger Prämien im Schnitt 339.000 USD verdient. Das geht aus der aktuellen Vergütungsstudie von CoreNet Global, einem in den USA beheimateten Verband für Corporate Real Estate Manager (CREM), und der Personalberatung FPL Associates hervor. Die Vorjahresstudie hatte - bezogen auf das Jahr 2016 - einen Durchschnittsverdienst von 315.000 USD zu Tage gefördert. Damit steht aktuell ein 7,6%iges Gehaltsplus zu Buche. Insgesamt steuerten Heads of Corporate Real Estate von 73 Unternehmen Gehaltsdaten zur aktuellen Studie bei. Die meisten Unternehmen kommen aus Nordamerika, ein kleiner Teil aber auch aus Europa.

Die CRE-Manager europäischer Firmen erhielten 2017 eine Gesamtvergütung von durchschnittlich 248.000 USD - 9,3% mehr als im Vorjahr (2016: 227.000 USD). Vor allem ihr Grundgehalt hat von 2016 auf 2017 kräftig zugelegt: Es ist von 166.000 auf 199.000 USD geklettert (plus 19,9%). Damit liegen die Grundgehälter der Nordamerikaner (206.000 USD) in Reichweite. Dafür sind die Cashboni der Europäer von 45.000 auf 33.000 USD geschrumpft, und ihre langfristigen Prämien blieben gleich (16.000 USD). Mit den Boni (85.000 USD) und den langfristigen Prämien der Nordamerikaner (76.000 USD) können die Europäer längst noch nicht mithalten.

Harald Thomeczek