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LBBW baut Immobilienvertrieb in München aus

Ralf Pechter.

Ralf Pechter.

Bild: LBBW

Karriere05.08.2016
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verstärkt die Vertriebskraft für ihr Immobilienbüro in München. Ab September wird Jürgen Bonin den Büroleiter Ralf Pechter unterstützen. ... 

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verstärkt die Vertriebskraft für ihr Immobilienbüro in München. Ab September wird Jürgen Bonin den Büroleiter Ralf Pechter unterstützen.

Pechter war zuvor rund dreizehn Jahre lang in leitenden Positionen für die Eurohypo bzw. ihre Nachfolgerin Hypothekenbank Frankfurt tätig. Anfang September unterhält er im Münchner LBBW-Immobilienbüro Unterstützung von Bonin, dem designierten stellvertretenden Büroleiter. Bonin ist seit gut zehn Jahren von Stuttgart aus in der gewerblichen Immobilienfinanzierung der Landesbank tätig. Die LBBW machte bis dato in Deutschland von Stuttgart, Mainz und Hamburg Geschäft mit gewerblichen Immobilienkunden.

2015 war Ausnahmejahr für die LBBW

Der Bestand an gewerblichen Immobilienkrediten summierte sich bei der LBBW - laut einer Investorenpräsentation von April 2016 - Ende 2015 auf 22,5 Mrd. Euro. Davon entfielen nur knapp 4% auf Projektfinanzierungen. Das durchschnittliche Neugeschäftsvolumen betrug in den Jahren 2012 bis 2015 rund 5,8 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr erreichte es satte 7,5 Mrd. Euro (darin sind sowohl echtes Neugeschäft wie auch Prolongationen enthalten; eine Differenzierung nimmt die Bank traditionell nicht vor). Die LBBW sieht 2015 als "äußerst erfreuliches Ausnahmejahr". Langfristig plane man mit einem jährlichen Neugeschäft von ungefähr bzw. mehr als 6 Mrd. Euro. Der durchschnittliche Loan-To-Value (LTV) im Neugeschäft wird auf unter 60% beziffert.

Im Segment Corporate erzielte die Bank im vergangenen Jahr ein Vorsteuerergebnis von 791 Mio. Euro. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung steuerte dazu rund 180 Mio. Euro bei und damit etwas mehr als im Vorjahr (2014: 168 Mio. Euro).

Harald Thomeczek

Jugend, auf zum Bau!

Auf Deutschlands Baustellen arbeiten immer mehr über 50-Jährige, aber immer weniger Jüngere.

Auf Deutschlands Baustellen arbeiten immer mehr über 50-Jährige, aber immer weniger Jüngere.

Bild: Pixabay

Karriere04.08.2016
Auf dem Bau greift der demografische Wandel um sich. Inzwischen ist jeder dritte Erwerbstätige 50 Jahre oder älter. ... 

Auf dem Bau greift der demografische Wandel um sich. Inzwischen ist jeder dritte Erwerbstätige 50 Jahre oder älter.

Der Anteil der älteren Erwerbstätigen (Arbeitnehmer und Selbstständige) im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe ist laut dem European Labour Force Survey von Eurostat seit 2008 von 23% auf 33,5% gestiegen. In absoluten Zahlen waren 2015 rund 900.000 Erwerbstätige auf dem Bau 50 Jahre oder älter.

Zwar ist der Anteil dieser Altersgruppe auch in der gesamten deutschen Wirtschaft gestiegen - von 26,7% auf 35% - und liegt damit immer noch höher als in der Bauwirtschaft, doch der Anstieg im Baugewerbe (10,5 Prozentpunkte) fiel stärker aus als in der Gesamtwirtschaft (8,3 Prozentpunkte), meldet die Soka-Bau. Grundsätzlich spiegele sich die in der Erhebung des europäischen Statistikamts gezeichnete Entwicklung auch in den von Soka-Bau erhobenen Beitragsmeldungen für die gewerblichen Arbeitnehmer der Bauwirtschaft wider. Die Soka-Bau vereint die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft sowie die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes unter einem Dach.

Dass der demografische Wandel auf dem Bau besonders stark um sich greift, legen auch folgende Vergleiche nahe: Im verarbeitenden Gewerbe lag der Anteil der Altersklasse Ü50 vor sieben Jahren auf dem gleichen Niveau wie in der Bauwirtschaft, legte seitdem aber weniger stark zu. So ist die absolute Zahl älterer Erwerbstätiger am Bau seit 2008 um 55,4% geklettert, während sie im verarbeitenden Gewerbe nur um 29,5% und in der Gesamtwirtschaft um 39,1% zulegte. Und in den Altersgruppen der in der Bauwirtschaft tätigen 25- bis 49-Jährigen sowie der 15- bis 24-Jährigen stieg die Zahl der Erwerbstätigen nicht etwa nur schwächer als bei den über 50-Jährigen, sondern sank um 6% bzw. um 13,4%.

Zur Nachwuchssicherung sollten auch Jugendliche, die mit ihrer Qualifikation sonst keinen Ausbildungsplatz bekämen, dank einer unterstützenden Vorbereitung die Chance auf eine Ausbildung erhalten, so Soka-Bau.

Harald Thomeczek

Das Personalkarussell bei Maklern nimmt Fahrt auf

Andreas Wende, COO und Investmentchef von Savills Deutschland, wird das Maklerhaus verlassen.

Andreas Wende, COO und Investmentchef von Savills Deutschland, wird das Maklerhaus verlassen.

Bild: Savills

Karriere04.08.2016
Ein ganzer Schwung neuer Investmentmakler von JLL und CBRE für Cushman & Wakefield (C&W), ein prominenter Abgang bei Savills: Bei den großen angelsächsisch geprägten ... 

Ein ganzer Schwung neuer Investmentmakler von JLL und CBRE für Cushman & Wakefield (C&W), ein prominenter Abgang bei Savills: Bei den großen angelsächsisch geprägten Maklerhäusern hierzulande wird eifrig Bäumchen-wechsel-dich gespielt. Für C&W soll die Einkaufstour im Capital-Markets-Experten-Shop noch lange nicht zu Ende sein.

Immobilienmakler bzw. Führungskräfte und gemeine Mitarbeiter von Immobilienberatungshäusern gelten ja als besonders wechselwillig. Vorurteil oder nicht: Eine ganze Reihe aktuell bekannt gewordener Wechsel in der Maklerzunft sorgt für Aufsehen. Einige derer, die nun die Pferde wechseln, haben ihrem alten Arbeitgeber mehr als ein volles Jahrzehnt lang die Treue gehalten.

Die wohl wichtigste Personalie zuerst: Andreas Wende, COO und Head of Investment von Savills in Deutschland, wird den Immobiliendienstleister verlassen. Savills bestätigte seinen durchgesickerten Abgang auf Nachfrage der Immobilien Zeitung offiziell. Wende hat sein Anstellungsverhältnis selbst gekündigt. Noch ist er für seinen aktuellen Arbeitgeber tätig. Er werde vorerst verschiedene laufende Projekte weiterbetreuen, heißt es. Ein Austrittstermin sei bisher noch nicht vereinbart worden.

Wie Savills weiter mitteilt, plant das Unternehmen eine Umstrukturierung auf der deutschen Führungsebene: Marcus Lemli, CEO von Savills in Deutschland und Investmentchef für Europa, wird einen Teil des Deutschland-Investmentgeschäfts, das bislang komplett in den Händen von Wende liegt, übernehmen. Die Position des COO soll wieder neu besetzt werden. Wendes Nachfolger, der allerdings noch nicht feststeht, wird sich die Verantwortung für die Investmentaktivitäten hierzulande aber mit Deutschlandchef Lemli teilen.

Zu Wendes Zukunft heißt es, der 52-Jährige bleibe "der Branche national wie international treu und wird sich 2017 mit weiter-führenden, auch unternehmerischen Tätigkeiten beschäftigen". Wende war im Sommer 2013 von JLL zu Savills gekommen.

Das Stühlerücken unter den Kapitalmarktexperten der deutschen Großmakler greift allerdings nicht nur bei Savills, sondern auch bei anderen namhaften Playern um sich: Fünf Profis aus Berlin, Frankfurt und Hamburg wechseln Branchenkreisen zufolge von JLL und CBRE zum Wettbewerber C&W. Mit Alexander Kropf, derzeit noch Leiter Office Investment bei JLL in Berlin, soll wohl die vakante Position des Deutschlandchefs für den Investmentbereich bei C&W besetzt werden. Kropf kam im Juni 2012 zu JLL. Er war zuvor sechs Jahre für CBRE im Bereich Capital Markets tätig gewesen. Auch eine Station bei Savills weist sein Lebenslauf auf.

Wie JLL bestätigt, hat Kropf per Ende Januar 2017 gekündigt, sein JLL-Kollege Clemens von Arnim beendet seinen Vertrag Ende November 2016 - wie zu hören ist, um dann das Berliner Investmentgeschäft für C&W zu leiten. Dritter im Bunde ist Richard Tucker, leitender Büro-Investmentmakler aus dem Frankfurter JLL-Büro. Auch er werde demnächst zu C&W wechseln, heißt es. Tucker kam zum 1. April 2011 von CBRE zu JLL. Arnim ist seit September 2013 bei JLL beschäftigt.

Auch Simon Jeschioro, Senior Director Capital Markets und Head of Portfolio Investment bei CBRE in Frankfurt, und Marc Rohrer, Senior Director Capital Markets bei CBRE in Hamburg, sollen vor einem Wechsel zu C&W stehen. CBRE bestätigt den Abschied von Jeschioro und Rohrer zum Jahresende 2016. Mit den beiden 37-Jährigen verlassen CBRE zwei langjährige Mitarbeiter: Rohrer und Jeschioro sind seit dem Jahr 2005 für ihren Noch-Arbeitgeber tätig.

Von C&W war zu den Wechselgerüchten kein Kommentar zu erhalten. Es gilt jedoch als offenes Geheimnis, dass der Konzern sein deutsches Capital-Markets-Team massiv aufstocken will bzw. muss. Die aktuelle Besetzung sei zu klein, um den Markt angemessen zu bedienen. Zehn bis 15 weitere Investmentmakler würden in Deutschland - zusätzlich zu den fünf Neuzugängen der Führungsriege - noch gebraucht, die entsprechenden Investitionspläne stehen. "C&W kauft keine Überkapazitäten. Selbst wenn der Markt morgen einbrechen sollte, bräuchte man diese neuen Leute", heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens.

CBRE hat nicht nur den Verlust zweier altgedienter deutscher Kollegen zu beklagen. Der börsennotierte Immobiliendienstleister aus den USA hat wegen des beschlossenen Austritts Großbritanniens aus der EU seine Prognose für das Jahr 2016 gesenkt. Das bereinigte Jahresergebnis je Aktie sieht man nun nur noch in einem Korridor von 2,15 USD (-5%) bis 2,30 USD (-3%). CEO Bob Sulentic begründete die gedämpften Gewinnerwartungen "im Wesentlichen mit Blick auf die Auswirkungen des Brexits auf den britischen Immobilieninvestmentmarkt". Im abgelaufenen Quartal legte das bereinigte Ergebnis pro Aktie von 0,42 USD (im zweiten Quartal 2015) auf 0,52 USD zu. Unbereinigt sanken der Gewinn je Aktie leicht von 0,37 USD auf 0,36 USD.

Monika Leykam,Harald Thomeczek

Mehr offene Stellen in der TGA und auf dem Bau als 2015

In der technischen Gebäudeausrüstung sind laut dem Hays-Construction-&-Property-Fachkräfte-Index viel mehr vakante Positionen zu besetzen als vor einem Jahr.

In der technischen Gebäudeausrüstung sind laut dem Hays-Construction-&-Property-Fachkräfte-Index viel mehr vakante Positionen zu besetzen als vor einem Jahr.

Bild: Spie

Karriere03.08.2016
Die Personalnachfrage in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und im Baugewerbe sowie speziell nach Bauplanern und Bauleitern hat im zweiten Quartal 2016 abgenommen gegenüber dem ... 

Die Personalnachfrage in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und im Baugewerbe sowie speziell nach Bauplanern und Bauleitern hat im zweiten Quartal 2016 abgenommen gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Quartal des Vorjahres ist der Bedarf an Fachkräften in diesen Bereichen aber deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Construction-&-Property-Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays hervor.

Der Index basiert auf einer Auswertung von Stellenanzeigen in Tageszeitungen und Online-Jobbörsen. Der Subindex für Bauleiter stand im ersten Quartal 2016 noch fast bei 150 Punkten. Nun ist er auf 137 Zähler abgesackt. Im zweiten Quartal 2015 hatte er noch bei 118 Punkten gestanden. Der Referenzwert von 100 Punkten spiegelt die Anzahl der offenen Positionen zum Zeitpunkt der erstmaligen Erhebung des Index (erstes Quartal 2011) wider.

Bei den Bauplanern ist der Rückgang im abgelaufenen Quartal nicht ganz so gravierend ausgefallen: Aktuell steht der entsprechende Subindex bei 117 Punkten, im Vorquartal waren es gut 120 Punkte. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2015 (knapp 90 Zähler) ergibt sich indes ein sattes Plus von 30 Punkten.

Mit Blick auf einzelne Branchen zeigt sich ein ähnliches Bild. Sowohl in der technischen Gebäudeausrüstung als auch bei Ingenieurbüros und im Baugewerbe insgesamt ist die Zahl der vakanten Positionen im zweiten Quartal 2016 verglichen mit dem Vorquartal gesunken, während es im Vergleich mit dem Vorjahresquartal eine deutliche Zunahme gab. Viel mehr neue Mitarbeiter als vor einem Jahr suchen insbesondere technische Gebäudeausrüster (plus 49 auf rund 215 Zähler), Ingenieurbüros (plus 39 auf 120 Punkte). Auch im Baugewerbe sind aktuell mehr offene Stellen als vor Jahresfrist zu besetzen (knapp 120 Zähler; plus 19 Punkte).

Harald Thomeczek

Hochschulbetreiber kauft die EBS

Campus der EBS in Oestrich-Winkel mit dem Schloss Reichartshausen im Rheingau.

Campus der EBS in Oestrich-Winkel mit dem Schloss Reichartshausen im Rheingau.

Bild: EBS

Karriere01.08.2016
Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht ist in neuen Händen: Der Klinik- und Hochschulbetreiber SRH aus Heidelberg hat über seine Tochter SRH Higher Education sämtliche Anteile an ... 

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht ist in neuen Händen: Der Klinik- und Hochschulbetreiber SRH aus Heidelberg hat über seine Tochter SRH Higher Education sämtliche Anteile an der EBS übernommen.

Auch die acht Immobilien auf dem Campus Oestrich-Winkel, darunter das Schloss Reichartshausen, gehen laut einer Mitteilung von SRH an die neuen Eigentümer über. Ein Verkauf und eine Wiederanmietung des Schlosses sind damit dem "Wiesbadener Kurier" zufolge vom Tisch. Stattdessen will SRH nun Geld in Sanierung und Ausbau der Immobilien, allen voran des Schlosses, stecken.

Der Kaufpreis für die EBS liegt laut übereinstimmenden Berichten von "Wiesbadener Kurier" und "Frankfurter Rundschau" bei 3,6 Mio. Euro. Zusätzlich wolle der Käufer rund 14,4 Mio. Euro in die Privat-Uni investieren.

Standorte bleiben erhalten

Die beiden Standorte in Oestrich-Winkel und Wiesbaden sollen erhalten bleiben. An den beiden Fakultäten, der EBS Business School und der 2011 aus der Taufe gehobenen EBS Law School, finden sich aktuell rund 2.100 Studierende. Seit 2006 werden im EBS Real Estate Management Institute (EBS Remi), das zur betriebswirtschaftlichen Fakultät gehört, auch Nachwuchs- und Führungskräfte der Immobilienwirtschaft ausgebildet.

Die EBS war in der Vergangenheit des Öfteren mit roten Zahlen, unsachgerecht verwendeten Fördergeldern, Untreuevorwürfen gegen ihren ehemaligen Präsidenten und einer drohenden Pleite in die Schlagzeilen geraten. Im Geschäftsjahr 2015 hat die EBS aber nach eigenem Bekunden dank Unterstützern den Break-even erreicht und wieder ein positives Eigenkapital ausgewiesen.

Harald Thomeczek

Demire kürzt Bezüge von Aufsichtsräten

Karriere28.07.2016
Für das Geschäftsjahr 2015 hat der Demire-Aufsichtsrat insgesamt 270.000 Euro erhalten. Ab dem Geschäftsjahr 2017 werden es nur noch 180.000 Euro sein. Die Vergütung des Kontrollgremiums hatte ... 

Für das Geschäftsjahr 2015 hat der Demire-Aufsichtsrat insgesamt 270.000 Euro erhalten. Ab dem Geschäftsjahr 2017 werden es nur noch 180.000 Euro sein. Die Vergütung des Kontrollgremiums hatte ein Aktionär auf die Tagesordnung der Hauptversammlung gebracht.

Ein einfaches - bzw. das aktuell einzige einfache - Aufsichtsratsmitglied erhält ab 2017 eine feste Vergütung von 30.000 Euro. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Dreifache (90.000 Euro), sein Stellvertreter das Doppelte (60.000 Euro). Das haben die Aktionäre auf der Hauptversammlung 2016 beschlossen. Im Geschäftsjahr 2015 erhielt der Vorsitzende laut dem jüngsten Geschäftsbericht 135.000 Euro, sein Stellvertreter 90.000 Euro und der Dritte im Bunde 45.000 Euro.

Die Aufsichtsratsvergütung hatte Rolf Elgeti, der über seine Beteiligungsgesellschaft Obotritia Capital knapp 13% an Demire hält, nachträglich auf die Tagesordnung für die Hauptversammlung gerückt. Er wollte dieser jedoch ursprünglich vorschlagen, dass ein Aufsichtsratsmitglied von Demire künftig - und zwar schon ab dem Geschäftsjahr 2016 und nicht erst ab 2017 - 10.000 Euro bekommt, der Aufsichtsratschef das Doppelte (20.000 Euro) und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache (15.000 Euro). Summa summarum hätten die drei Vertreter des Kontrollgremiums künftig also nur noch 45.000 Euro, ein Sechstel der Summe von 2015, erhalten.

Elgetis Begründung lautete: Die gegenwärtige Gesamtvergütung über 270.000 Euro stehe in keinem Verhältnis zur Größe der Gesellschaft. Und weiter: Die zuletzt erfolgte Anhebung der Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 sei mit der positiven Entwicklung und dem starken Wachstum der Gesellschaft begründet worden. "Die Ergebnisse zeigen allerdings alles andere als eine positive Entwicklung: Die Gesellschaft hat einen negativen operativen Cashflow; auch der Aktienkurs entwickelt sich seit längerem negativ. Wir halten die Vergütung daher nicht für angemessen und schlagen vor, diese auf ein Sechstel herabzusetzen."

Offenbar hat sich Elgeti in anschließenden Gesprächen noch eines Besseren belehren lassen. Seine Obotritia Capital stellte jedenfalls noch einen Gegenantrag zum eigenen Antrag: Dieser Gegenantrag sah nun vor, was von der Hauptversammlung dann auch beschlossen wurde, nämlich die Reduzierung der Aufsichtsratsbezüge auf vier Sechstel der Gesamtvergütung von 2015. Im Aufsichtsrat von Demire sitzen weiterhin Hermann Anton Wagner (Vorsitzender), Peter Maser (Stellvertreter) und Günther Walcher.

Harald Thomeczek

Fassen Sie sich kürzer, Herr Buch

Rolf Buch auf der Vonovia-Hauptversammlung im Mai 2016. Die Rede, die Buch dort vor den Wohnungsgesellschaft-Aktionären gehalten hat, hat ein Kommunikationswissenschaftler auf formale Verständlichkeit geprüft.

Rolf Buch auf der Vonovia-Hauptversammlung im Mai 2016. Die Rede, die Buch dort vor den Wohnungsgesellschaft-Aktionären gehalten hat, hat ein Kommunikationswissenschaftler auf formale Verständlichkeit geprüft.

Bild: imago/Sven Simon

Karriere28.07.2016
In einem aktuellen CEO-Reden-Ranking landet der Vorstandsvorsitzende von Vonovia unter den Dax-30-Chefs nur auf Position 25. So schlecht ist es um die Redekunst von Rolf Buch in puncto ... 

In einem aktuellen CEO-Reden-Ranking landet der Vorstandsvorsitzende von Vonovia unter den Dax-30-Chefs nur auf Position 25. So schlecht ist es um die Redekunst von Rolf Buch in puncto formaler Verständlichkeit aber gar nicht bestellt. Doch eine markante Schwäche hat der Redner Buch.

Im aktuellen sogenannten Hohenheimer Verständlichkeitsindex (HIX) der Universität Hohenheim erzielt der Vonovia-Chef, der nach dem Aufstieg des Bochumer Wohnungsvermieters in den Dax im Herbst 2015 erstmals im HIX vertreten ist, auf einer Skala von 0 bis 20 exakt 11,1 Zähler. Der aktuelle Spitzenreiter, Timotheus Höttges von der Deutschen Telekom, erreicht mit 19,5 Punkten fast das Maximum in puncto formaler Verständlichkeit. Im Durchschnitt kommt ein CEO im aktuellen HIX auf einen Wert von 14,3 Punkten (2015: 13,0).

"Die Platzierung im CEO-Ranking hat mit der Qualität von Buchs Rede zunächst nichts zu tun", sagt Professor Dr. Frank Brettschneider, der die Reden der Dax-30-Chefs auf den jüngsten Hauptversammlungen zum fünften Mal für das Handelsblatt analysiert hat. "Buchs Rede war nicht brillant, aber auch nicht furchtbar schlecht", so Brettschneider. Der von den Kommunikationswissenschaftlern der Uni Hohenheim festgelegte Zielwert für Reden mit komplexen Inhalten liegt auf der genannten Skala nämlich bei mindestens zwölf Punkten. Buch hat die Latte also nur knapp gerissen. Zum Vergleich: Für Texte auf Homepages oder Werbetexte, die naturgemäß besonders eingängig sein sollen, gilt ein Zielwert von 16 Zählern.

Für den HIX hat Kommunikationswissenschaftler Brettschneider die schriftlichen Redemanuskripte der Vorstandsvorsitzenden der börsennotierten Aktiengesellschaften im Dax 30 unter die Lupe genommen. Die Reden wurden mit Hilfe einer speziellen Software nach formalen Verständlichkeitskriterien, die auch einer breiteren Öffentlichkeit theoretisch einen Zugang zum Inhalt der Rede garantieren sollen, untersucht. Der Inhalt der Rede, der Aufbau oder Vortragsstil blieben außen vor. "Natürlich sind das mindestens genauso wichtige Kriterien wie die formale Verständlichkeit, aber nur diese kann man objektiv messen", erklärt Brettschneider.

Anhand der Rede-Manuskripte ermittelte die Software für Brettschneiders aktuelle Studie "Klartext oder Kauderwelsch?" zahlreiche Wort- und Satzmerkmale. U.a. untersucht wurden die durchschnittliche Satzlänge, der Anteil der Sätze mit mehr als 20 Wörtern, die Anteile von Schachtelsätzen und von Sätzen mit mehr als zwei Informationseinheiten, der Anteil von Passivsätzen, die durchschnittliche Wortlänge sowie die Anteile von abstrakten Substantiven, von Fremdwörtern und von Wörtern aus dem Grundwortschatz.

Vonovia-CEO Buch fällt mit langen Sätzen negativ auf: Mit durchschnittlich knapp 14 Wörtern sind seine Sätze fast doppelt so lang wie die von Telekom-Chef Höttges. Der Zielwert, also das für den Zuhörer auf Dauer erträgliche Maximum an Wörtern pro Satz, liegt bei zwölf Wörtern. Auch der Anteil viel zu langer Sätze - solcher mit mehr als 20 Wörtern - ist bei Buch zu hoch, er liegt bei 14%. Als erträgliche Obergrenze für dieses Redekriterium sieht der HIX 10% vor.

Mag sein, dass Sätze wie der folgende ihrem Inhalt nach und vor allem, wenn man sie in Schriftform vor sich liegen hat, nicht eben unverständlich sind: "Aufgrund des derzeitigen attraktiven Zinsumfeldes können wir davon ausgehen, dass wir uns künftig unterhalb unserer aktuellen durchschnittlichen Finanzierungskosten refinanzieren und somit die zukünftigen Zinszahlungen weiter reduzieren können." Doch Hörern, die gerade bei komplexen Themen auf eingängige Botschaften angewiesen sind, machen es Satzungetüme wie dieses mit 27 Wörtern schwer, den Faden nicht zu verlieren.

Dass in der Kürze die Würze liegt, weiß Buch offenbar durchaus: Mit weniger als 3.000 Wörtern liegt seine Rede in der Kategorie Gesamtredelänge im oberen Mittelfeld. Zudem greift er erfreulich selten auf Passivsätze zurück: Deren Anteil lag in Buchs Rede auf der Hauptversammlung 2016 bei rund 2,4%. VW-Chef Matthias Müller ist wohl nicht ganz zufällig - Stichwort: Dieselgate - mit einem Anteil von 8,3% in dieser Subkategorie unrühmlicher Spitzenreiter. Auch Sätze mit mehr als zwei Informationen kommen nach Brettschneiders Analyse bei Buch nicht zu häufig vor.

Bei den Wort-Merkmalen hat Buch gut abgeschnitten: So weist seine Rede nur einen Anteil von 1,6% an Wörtern mit mehr als 16 Buchstaben auf. Der Grenzwert wird hier mit 8% definiert. Und bei der durchschnittlichen Wortlänge, in Buchstaben gemessen, bleibt er mit sechs Buchstaben pro Wort ebenfalls im Rahmen. Mehr als sieben Buchstaben pro Wort sollten es im Schnitt nicht sein, wenn auch der unbedarfte Kleinaktionär auf Dauer am Ball bleiben können soll.

In Sachen unangemessener Gebrauch von Fachausdrücken, die einem Nicht-Fachpublikum das Verständnis erschweren, finden sich in der Studie zwei Negativbeispiele aus Buchs Rede ("like-for-like"; "Loan-to-Value"). Anglizismen gibt es sonst jedoch kaum in Buchs Vortrag: ihr Anteil beläuft sich auf verschwindend geringe 0,06%. Bis zu 5% könnte ein Zuhörer aushalten.

Brettschneiders Fazit: "Buchs Rede war sicher nicht grundsätzlich unverständlich; an seinen langen Sätzen sollte er allerdings arbeiten. Denn ein Hörer kann nicht zurück-hören, anders als ein Leser, der zurückblättern kann", sagt Brettschneider. Den Vortragsstil der Dax-CEOs hat das Handelsblatt auf Grundlage von Redemitschnitten übrigens gesondert bewertet. Da von Buchs Rede jedoch kein geeigneter Redemitschnitt vorlag, blieb er ohne B-Note.

Harald Thomeczek

BBSR sucht Studenten mit Ideen für mehr Grün in der Stadt

Karriere28.07.2016
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sucht Studierende mit guten Ideen für urbane Grünräume in wachsenden Großstädten. Unter dem Motto "Zukunftsbilder einer grünen ... 

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sucht Studierende mit guten Ideen für urbane Grünräume in wachsenden Großstädten. Unter dem Motto "Zukunftsbilder einer grünen Stadt - Grün auf engem Raum" hat das BBSR einen Wettbewerb für Studierende stadt- und raumwissenschaftlicher Disziplinen ausgelobt.

Harald Thomeczek