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Ikea: Auch Immobilienjobs von Transformationsplan betroffen

Das Areal, auf dem Ikea in Karlsruhe baut, misst in etwa nur ein Drittel so viel wie ein Grundstück für eine herkömmliche Filiale. Damit trotzdem nicht bei der Verkaufsfläche gespart werden muss, baut Ikea in die Höhe.

Das Areal, auf dem Ikea in Karlsruhe baut, misst in etwa nur ein Drittel so viel wie ein Grundstück für eine herkömmliche Filiale. Damit trotzdem nicht bei der Verkaufsfläche gespart werden muss, baut Ikea in die Höhe.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere22.11.2018
Kleinere, innerstädtische Einrichtungshäuser statt großer Klötze auf der grünen Wiese, mehr Verteilzentren für eine schnellere Beglückung von Onlinekunden oder Kunden gleich aus ... 

Kleinere, innerstädtische Einrichtungshäuser statt großer Klötze auf der grünen Wiese, mehr Verteilzentren für eine schnellere Beglückung von Onlinekunden oder Kunden gleich aus bestehenden Möbelhäusern heraus beliefern: Der Ikea-Mutterkonzern Ingka hat viele Ideen, wie er sich zukunftsfest machen will. Die Anpassung ans Kundenverhalten hat Auswirkungen aufs Personal.

So sollen in den beiden kommenden Jahren durch die Eröffnung 30 neuer innerstädtischer "Touchpoints" - das können klassische Einrichtungshäuser sein, aber auch neue Formate -, Investitionen in das Fulfilment-Netz (zur Abwicklung von Onlineaufträgen) und den Ausbau der digitalen Kapazitäten 11.500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wie der Ingka-Konzern bekannt gab. Die schlechte Nachricht: Zugleich könnten 7.500 von 160.000 Stellen wegfallen, und zwar vor allem in globalen Funktionen und den 30 Landeszentralen.

Transformationsprogramm auf drei Jahre angelegt

Was das genau für Deutschland und die deutsche Ikea-Truppe heißt, konnte eine Sprecherin noch nicht sagen: "Wir befinden uns noch in der Anfangsphase, und jeder Markt und jeder Geschäftsbereich bestimmt eigenverantwortlich, wie wir das Ziel erreichen. Die Auswirkungen variieren also von Land zu Land und je nach Funktion bzw. Geschäftsbereich." Das Transformationsprogramm sei auf drei Jahre angelegt. Die Veränderungen in den verschiedenen Märkten würden zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Jeder Markt werde einzeln betrachtet, "auch für den deutschen Markt werden die einzelnen Bereiche und Funktionen in der Zentrale sorgfältig analysiert".

Klar ist aber schon jetzt: "In Deutschland werden sich die Veränderungen zunächst neben Distribution Services (Dortmund) auch auf die Landeszentrale auswirken, wo auch die Kolleginnen und Kollegen von Property & Expansion angesiedelt sind. Die Einrichtungshäuser in Deutschland sind zurzeit nicht im Fokus", teilte die Sprecherin auf Nachfrage mit. Die Immobilienabteilung von Ikea in Deutschland zählt rund 80 Mitarbeiter: Grundstücksakquisiteure und Planer, Projektentwickler und Baufachleute ebenso wie Facility-Manager und Leute für den Innenausbau.

Ikea geht unter die Mieter

Bislang baut Ikea seine Möbelhäuser selbst und behält diese auch im Eigentum: Inklusive des jüngsten Projekts in Karlsruhe sind es 54 Filialen mit rund 2 Mio. qm Gebäudefläche und ca. 1,5 Mrd. Euro Assets under Management. Im Zuge der neuen Standortstrategie denkt Ikea auch über Anmietungen nach, wie die Immobilien Zeitung bereits berichtet hatte.

Für die künftige Expansion in Innenstadtlagen kommt die Einrichtungskette laut Johannes Ferber, Immobilienchef von Ikea in Deutschland, mit Verkaufsflächen von 5.000 qm bis 15.000 qm aus. Die ersten Testballons mit solchen "Customer Meeting Points", in denen die Kunden Waren in Augenschein nehmen und sich beraten lassen, aber nicht mehr unbedingt mit nach Hause nehmen sollen, sollen in den nächsten drei Jahren steigen.

Pilotprojekt in Berlin

"Für unsere Pilotprojekte konzentrieren wir uns auf Berlin. Damit haben wir uns in den letzten Monaten intensiv beschäftigt", sagte Ferber der Immobilien Zeitung Ende September anlässlich der Grundsteinlegung in Karlsruhe. In der Hauptstadt will Ikea in der City und den Bezirken mehrere Showroom-Filialen eröffnen, in denen Beratung großgeschrieben werden soll. Kunden, die dort einkaufen, sollen von den vier bestehenden Ikea-Möbelhäusern in Berlin aus beliefert werden. Im ersten Innenstadthaus von Ikea in Hamburg-Altona dagegen können Kunden noch sämtliche Waren mit dem Auto mitnehmen.

Auf der Handelsimmobilienmesse Mapic in Cannes hatte Ingka unlängst bekannt gegeben, 5,8 Mrd. Euro binnen drei Jahren in 30 innerstädtische "Meeting Places" mit Ikea-Anker in Großstädten rund um den Globus investieren zu wollen.

Harald Thomeczek

Gebäudereiniger streiken für Weihnachtsgeld

In Vollzeit beschäftigte Gebäudereiniger sollen künftig ein Weihnachtsgeld in Höhe von mindestens 80 Stundenlöhnen - oder einen halben Monatslohn - erhalten, fordern Gewerkschafter.

In Vollzeit beschäftigte Gebäudereiniger sollen künftig ein Weihnachtsgeld in Höhe von mindestens 80 Stundenlöhnen - oder einen halben Monatslohn - erhalten, fordern Gewerkschafter.

Quelle: Pixabay, Urheber: MichaelGaida

Karriere19.11.2018
Beschäftigte im Gebäudereinigerhandwerk sind heute dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Mit den Sonntagnacht gestarteten Warnstreiks will die Gewerkschaft IG Bau bei den ... 

Beschäftigte im Gebäudereinigerhandwerk sind heute dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Mit den Sonntagnacht gestarteten Warnstreiks will die Gewerkschaft IG Bau bei den Arbeitgebern die Bereitschaft wecken, den bundesweit rund 600.000 Beschäftigten ein tarifliches Weihnachtsgeld zu zahlen.

"Wir fordern als Einstieg 80 Stundenlöhne, bei längerer Betriebszugehörigkeit mehr. Teilzeitbeschäftigte sollen anteilig ihrer Arbeitszeit berücksichtigt werden", sagt Ruprecht Hammerschmidt, Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der IG Bau. Die Arbeitgeber seien nicht einmal bereit, Verhandlungen zu diesem Thema auch nur aufzunehmen - obwohl die Gebäudereiniger einige der wenigen Branchen sei, in denen kein Weihnachtsgeld gezahlt werde -, und hatten die Arbeitnehmer(innen) nur per Pressemitteilung wissen lassen, dass es mit ihnen keinen Tarifvertrag über ein Weihnachtsgeld geben werde, moniert die Gewerkschaft. Daher sind heute um Mitternacht die ersten Warnstreiks angelaufen.

Gestreikt wird an Flughäfen, in Krankenhäusern, in Verwaltungen und an Industriestandorten

Bis zur Mittagszeit sind laut einer Zwischenbilanz der IG Bau rund 150 Reinigungsobjekte im gesamten Bundesgebiet bestreikt worden. Betroffen seien Flughäfen in München und Frankfurt, Industriebetriebe, Krankenhäuser sowie Schulen und Verwaltungen. Bis zum Mittag streikten den Angaben zufolge in den einzelnen Objekten in der Spitze mehr als 200 Teilnehmer.

Arbeitgeber sehen keinen Spielraum mehr

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereinigerhandwerks (BIV) lehnt die Forderung unter Verweis auf schon vereinbarte Lohnerhöhungen ab. Die Arbeitgeber sehen keinen weiteren Spielraum für ein 13. Monatsgehalt: Die Sozialpartner hätten, teilt der Verband mit, kürzlich einen dreijährigen Lohntarifvertrag abgeschlossen, der eine "deutliche" Erhöhung der Tariflöhne mit einer Angleichung der Ostlöhne an das Westniveau verbinde. Ab Dezember 2020 verdienen Gebäudereiniger in Ost und West jeweils 10,80 Euro die Stunde. "Das geforderte 13. Monatsgehalt wäre eine weitere Lohnerhöhung von 4,17% und ist kurz nach Verhandlung unserer Löhne bis 2020 zurzeit nicht umsetzbar", sagt BIV-Geschäftsführer Johannes Bungart.

"Die meisten arbeiten in der untersten Lohngruppe"

IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux hält dagegen: "Die Beschäftigten in der Gebäudereinigung sind sauer. Sie wollen endlich die Anerkennung, die sie sich verdient haben und nicht länger als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden. Die meisten arbeiten in der untersten Lohngruppe. Sie arbeiten zuverlässig und hart. Reichtümer scheffeln sie dabei nun wirklich nicht." Die Attraktivität der Gebäudereinigerbranche wachse "ganz sicher nicht mit Dumpingmethoden". Damit die Arbeitgeber aus der Branche für Beschäftigte attraktiver würden, "brauchen wir sichtbare Signale für mehr Wertschätzung und Anerkennung". Das Weihnachtsgeld, findet Laux, wäre "dafür ein gutes Beispiel".

Harald Thomeczek

"Dann wird beim Personal aussortiert"

Der Mangel an Fach- und Führungskräften erleichtert den Quereinstieg, sagt Kathrin von Hardenberg - hier bei der Arbeit.

Der Mangel an Fach- und Führungskräften erleichtert den Quereinstieg, sagt Kathrin von Hardenberg - hier bei der Arbeit.

Karriere15.11.2018
Manche Unternehmen sind derzeit zu großen Kompromissen bereit, um offene Stellen mit Fach- und Führungskräften zu besetzen. Eine gute Ausgangsposition für Bewerber, um Forderungen im ... 

Manche Unternehmen sind derzeit zu großen Kompromissen bereit, um offene Stellen mit Fach- und Führungskräften zu besetzen. Eine gute Ausgangsposition für Bewerber, um Forderungen im Einstellungsgespräch durchzusetzen. Doch wer zu hoch pokert, kann seinen Job schnell wieder los sein. Denn die Branchen, die derzeit boomen, sind als erste von einem Abschwung betroffen, sagt Kathrin von Hardenberg, Geschäftsführerin von Indigo Headhunters.

Immobilien Zeitung: Noch brummt es in der Immobilienbranche - mit der Folge, dass Führungs- und Fachkräfte sehr gefragt sind und nicht jede Stelle mit dem Wunschkandidaten besetzt werden kann. Wie reagieren Unternehmen darauf?

Kathrin von Hardenberg: Sie fangen an - und das müssen sie auch -, Kompromisse zu machen. Das heißt, sie schauen eventuell nicht mehr so kritisch auf das Profil der Bewerber und machen Abstriche bei den Anforderungen. Derzeit werden zum Beispiel Personen in einer Führungsposition eingestellt, die zwar Führungspotenzial aufweisen, aber vorher noch keine Erfahrungen damit gemacht haben, ein Team zu leiten. Oder jemand bekommt den Job, der mit Blick auf die Wertevorstellungen oder Arbeitsweise eigentlich gar nicht so gut in das Unternehmen passt. Aber die Firma kann es sich nicht leisten, eine Stelle noch länger unbesetzt zu lassen.

IZ: Das hört sich nach ziemlich großen Kompromissen an.

von Hardenberg: Ja, der Quereinstieg ist heute viel einfacher möglich als noch vor ein paar Jahren. Kandidaten wird ganz anders zugestanden, Inhalte in der neuen Position dazuzulernen und Fähigkeiten zum Beispiel mittels eines jobbegleitenden Coachings weiterzuentwickeln.

IZ: Was passiert, wenn sich die Märkte abkühlen - vor allem mit denjenigen, die vielleicht nicht zu 100% auf eine Stelle passen?

von Hardenberg: Nicht jeder wird auf diesen Stellen bleiben können. Wenn weniger gebaut, entwickelt und investiert wird, wird auch beim Personal aussortiert. Von Mitarbeitern in der Probezeit können sich Unternehmen immer schnell trennen. Aber es ist grundsätzlich auch finanziell günstiger, sich von denjenigen zu trennen, die noch nicht so lange zum Unternehmen gehören.

IZ: In welchen Bereichen zeigt sich das aus Ihrer Sicht am schnellsten?

von Hardenberg: Alles, was transaktionsgesteuert ist, wäre betroffen. Also vor allem die Bereiche Investment und Projektentwicklung, aber auch Makler. Das sind genau die Unternehmen, in denen jetzt ein enormer Bedarf besteht. Es wird dann genau geschaut: Wo sind die Highperformer und wo nicht? Da lohnt sich auch ein Blick zurück in die Jahre 2008/09: Kurz vor der Krise haben zum Beispiel viele Spezialisten aus dem Bereich Investment den Job gewechselt. Das waren im Zweifelsfall diejenigen, von denen sich der Arbeitgeber als erstes trennte, als die Geschäfte nicht mehr so gut liefen.

IZ: Was raten Sie denjenigen, die gerade über einen Jobwechsel nachdenken? Sollten sie eine Abkühlung der Märkte bereits im Hinterkopf haben und einen Wechsel auch in dieser Hinsicht sehr genau abwägen?

von Hardenberg: Sie sollten sich auf jeden Fall das Unternehmen, in das sie wechseln wollen, genau anschauen und sich fragen: Wie ist es aufgestellt und wie würde es reagieren, wenn die Geschäfte nicht mehr so rundlaufen?

IZ: Was wären in dem Fall Warnzeichen?

von Hardenberg: Interessant ist es zu schauen, wie sich der mögliche neue Arbeitgeber nach der Krise 2008/09 verhalten hat: Ist er bekannt für eine starke Fluktuation von Personal? Reagiert er sehr kurzfristig auf Marktveränderungen? Ausländische Investmentunternehmen, die sehr opportunistisch am Markt unterwegs sind, agieren oft recht kurzfristig. Sie sind in der Lage, vergleichsweise schnell ihre Investmentstrategie zu ändern und entsprechende Teile ihres Portfolios abzustoßen. Eine Firma, die nur deutsche Büroimmobilien im Bestand hat, wird dagegen langfristiger im Markt unterwegs sein und sich dementsprechend auch nicht so schnell von Mitarbeitern trennen wollen.

IZ: Bei der derzeit hohen Nachfrage nach neuen Mitarbeitern haben Bewerber eine gute Ausgangsposition, was das Verhandeln des Gehalts angeht. Kann es im Falle eines Abschwungs den Job kosten, wenn man von Anfang an alles ausgereizt hat?

von Hardenberg: Wenn die Geschäfte schlechter laufen, schauen die Unternehmen ganz genau hin und stellen sich die Frage: Wer bringt uns mit Blick auf Erfahrung und Gehalt am meisten? Da kann es für diejenigen, die mit vergleichsweise hohen Gehältern die Jobzusage bekommen haben, eng werden.

IZ: Andersherum gedacht: Welche Bereiche würden von einer Abkühlung in den Märkten profitieren und eventuell Personal einstellen?

von Hardenberg: Wenn die Transaktionen wegfallen, spielt die Bestandspflege, also das Asset-Management, eine umso größere Rolle. Dann wird an dieser Stellschraube alles gedreht, was möglich ist, und es braucht erfahrene Experten, die sich kümmern. Ähnlich sieht es bei der Finanzierung aus: Dann sind Leute gefragt, die in Refinanzierungen und Umstrukturierungen tief greifende Erfahrung haben. Hier kann es dann auch Fluktuation beziehungsweise Wechsel und zusätzliche Einstiege geben. Denn es ist nicht möglich, diesen Bedarf mit Kollegen zu decken, die noch nicht so erfahren sind.

IZ: Kann der Brexit und die mögliche Verlagerung von Arbeitsplätzen von London nach Deutschland Entlassungen entgegenwirken?

von Hardenberg: Die eine oder andere Position, die normalerweise in London wäre, könnte nach Deutschland wandern. Das gilt für Banken, Finanzdienstleister oder auch Fonds. Aber die Stellen, die aufgebaut werden, können nicht die kompensieren, die in Zeiten des Abschwungs abgebaut werden.

IZ: Einen schnellen Abschwung erwartet derzeit wohl kaum jemand. Aber es ist klar, dass die Party nicht unendlich weitergehen wird. Haben die Unternehmen das bei den Einstellungen bereits im Blick?

von Hardenberg: Viele der Geschäftsführer und Abteilungsleiter, die heute Mitarbeiter einstellen, haben die Krise 2008/09 miterlebt und gehen sehr reflektiert mit dieser Situation um. Das heißt, die Häuser stellen Mitarbeiter ein, weil sie die aktuelle Arbeitsflut bewältigen müssen. Aber es wird nicht über den Bedarf Personal aufgebaut in der Erwartung, dass kurzfristig noch mehr Mitarbeiter benötigt werden.

IZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Katja Bühren.

Katja Bühren

Arbireo hat große Pläne

Wollen sich in absehbarer Zeit an Supermärkten versuchen, die Arbeit machen: Marcus Neumann (links) und Martin Leinemann.

Wollen sich in absehbarer Zeit an Supermärkten versuchen, die Arbeit machen: Marcus Neumann (links) und Martin Leinemann.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere01.11.2018
Der Investmentmanager Arbireo Capital hat seine Retail-Investmentaktivitäten in eine neu gegründete Tochtergesellschaft ausgelagert. Als Geschäftsführer dieser Gesellschaft, die auf den ... 

Der Investmentmanager Arbireo Capital hat seine Retail-Investmentaktivitäten in eine neu gegründete Tochtergesellschaft ausgelagert. Als Geschäftsführer dieser Gesellschaft, die auf den Namen Arbireo Retail Invest hört und in Hamburg sitzt, hat Arbireo-Vorstand Martin Leinemann den bisherigen Leiter Asset- und Property-Management des Regensburger Projektentwicklers Ratisbona, Marcus Neumann, angeheuert.

Neumann hat im August zugleich die Leitung des im Frühjahr eröffneten Hamburger Büros von Arbireo übernommen. Seine vordringlichste Aufgabe besteht aber darin, mit Hilfe Arbireo-eigener Analysetools und seiner Marktkenntnis passende Immobilien nicht nur für den Ende 2016 aufgelegten, weitgehend gefüllten Institutionellenfonds Arbireo Spezial-AIF Lebensmitteleinzelhandel zu finden. Bestückt werden wollen demnächst auch zwei neue Fonds, die Leinemann im Köcher hat: ein weiterer Core-/Core-plus-Fonds mit Fokus Supermärkte/Fachmarktzentren mit Lebensmittelanker nach dem Schema des ersten Retailfonds von Arbireo sowie ein Value-add-Produkt.

Core-(plus-)Fonds sucht Anleger

Der neue Core-(plus-)Fonds soll bis zu 250 Mio. Euro schwer werden; die Zielgröße fürs Eigenkapital liegt bei 130 Mio. Euro. Der Fonds befindet sich in Auflegung, der Vertriebsstart erfolgte kurz vor der Expo Real. Das Value-add-Vehikel ist noch Zukunftsmusik: Im Visier sind, so viel ist jetzt schon klar, z.B. "Mietverträge mit kürzeren Restlaufzeiten von drei, vier Jahren" und/oder Objekte, die sich durch eine Erweiterung auf eine zeitgemäße Größe bringen lassen, zählt Neumann, der seine kurze Ratisbona-Verweildauer von wenigen Monaten mit privaten Gründen erklärt. Leinemann sieht eine ganze Welle von Objekten mit Revitalisierungs- bzw. Repositionierungsbedarf auf den Markt zuschwappen.

Arbireo ist mehr als Handel

Die Ausgliederung der Retail-Investmentaktivitäten in die neue Tochter soll dem Markt auch signalisieren: Arbireo kann mehr als Handel. Hospitality und Residential gehören bereits zur Produktpalette, Mitte 2019 soll auch Office dazukommen, kündigt Leinemann an. Ein Hotelfonds befinde sich in Auflage. Last but not least: Das Standortnetz wird dichter gesponnen, und auch personell rüstet Arbireo kräftig auf.

Mehr zum Wachstumskurs von Arbireo Capital lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Immobilien Zeitung (44/2018) oder online.

Harald Thomeczek

Siemens Real Estate wirbt um junge ITler

SRE hat seit 2009 etwa 1 Mio. m2 neuer und modernisierter Flächen nach dem Konzept "Siemens Office" ausgerichtet. Ziel ist es, Mitarbeitern u.a. das mobile Arbeiten zu erleichtern, offene Bürolandschaften darzustellen und weitere Services zur Work-Life-Balance einzurichten.

SRE hat seit 2009 etwa 1 Mio. m2 neuer und modernisierter Flächen nach dem Konzept "Siemens Office" ausgerichtet. Ziel ist es, Mitarbeitern u.a. das mobile Arbeiten zu erleichtern, offene Bürolandschaften darzustellen und weitere Services zur Work-Life-Balance einzurichten.

Quelle: Siemens Real Estate

Karriere01.11.2018
Die Immobiliensparte des Industrieriesen Siemens hält derzeit vor allem unter technisch Versierten Ausschau nach Nachwuchskräften. Aber auch in anderen Gebieten gibt es viel zu tun. Von ... 

Die Immobiliensparte des Industrieriesen Siemens hält derzeit vor allem unter technisch Versierten Ausschau nach Nachwuchskräften. Aber auch in anderen Gebieten gibt es viel zu tun. Von Deutschland aus wird das Corporate Real Estate Management des gesamten global agierenden Konzerns geführt.

Der Siemens-Konzern steht für moderne Technologien, bewegt sich in einer Welt schnelllebiger Trends und agiert im alltäglichen Geschäft auf globaler Ebene. Wer denkt da schon im ersten Moment an das Immobiliengeschäft des Dax-Unternehmens mit Sitz in München und Berlin? Dabei scheut die 1994 gegründete Siemens Real Estate (SRE) nicht davor zurück, sich als selbstbewusste und dynamische Einheit zu präsentieren. Die hundertprozentige Siemens-Tochter taucht sogar - anders als z.B. bei Daimler - mit eigenen Geschäftszahlen im Konzernbericht auf (siehe "Who the f... is Daimler Real Estate?", IZ 40/2018).

Demnach managt SRE das komplette Corporate-Real-Estate-Portfolio der Mutter. Das umfasst weltweit betrachtet rund 13 Mio. m² vermietbarer Fläche. Das SRE-Vermögen wird im Geschäftsbericht 2017 mit gut 4,5 Mrd. Euro ausgewiesen, die in Grundstücken und Bauten stecken. Und der Umsatz beläuft sich auf 2,5 Mrd. Euro. Das Ergebnis (Ibit; Income before interest and taxes) summiert sich 2017 auf 187 Mio. Euro.

SRE beschäftigt sich damit, den kompletten Lebenszyklus der firmeneigenen Immobilien zu betreuen und die Immobilienstrategie des Konzerns mit Leben zu füllen. Darunter fallen nicht nur der Betrieb der Liegenschaften und Gebäude, sondern auch das Management von Bauvorhaben sowie die Aktivitäten rund um Kauf und Verkauf. "Die Wirtschaftlichkeit spielt dabei eine große Rolle", betont Heiko Hornberger, Head of Asset & Property Management mit globaler Verantwortung.

Weltweit sind etwa 3.300 Mitarbeiter bei SRE beschäftigt, darunter sind aber auch etliche aus der Sparte Restaurant Services. Um das Corporate Real Estate Management (CREM) kümmern sich 1.100, etwa die Hälfte davon in Deutschland, u.a. an den Standorten München, Berlin, Erlangen und Düsseldorf. In Deutschland sitzt auch das Headquarter, das die globalen wie die regionalen Strippen zieht.

Siemens arbeitet daran, sich personell stark aufzustellen. Wenn es um frische Kräfte geht, stehen bei SRE vor allem Young Professionals mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung im Fokus. Besonders wer sich mit Brownfield-Developments auskennt, hat derzeit gute Chancen, bei SRE einen Platz zu finden. Mindestens so herzlich willkommen sind Absolventen der IT mit immobilienwirtschaftlichem Hintergrund. Sie sollten sich für Data Analytics interessieren, ein recht junges Fachgebiet in der SRE-Welt. Dort wäre sogar ein sonst recht seltener Direkteinstieg vom Hörsaal ins Unternehmen möglich, stellt Hornberger in Aussicht.

Auf diese jungen ITler geht SRE derzeit aktiv zu. So pflegt das Unternehmen beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit Prof. Andreas Pfnür, Leiter des Fachgebiets Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der TU Darmstadt, und tritt auch in persona von SRE-CEO Zsolt Sluitner bei der dortigen Sommerkonferenz auf.

Generell gehört zudem ein Start als Werkstudent zu den Wegen in den Konzern. Mal dauert diese Art der Zusammenarbeit ein viertel, mal ein halbes, seltener ein ganzes Jahr. Wer will, kann dabei auch gleich seine Masterarbeit schreiben.

SRE ist sich seiner Stellung als Arbeitgeber in der Immobilienbranche bewusst. Die Resonanz auf den SRE-Vortrag beim IZ-Karriereforum zum Beispiel zeige, dass Siemens - ähnlich wie andere CREM-Vertreter - noch hinter den klassischen Immobilienunternehmen stehe, sagt Hornberger. Dabei biete das CREM große Vorteile. "Man lernt alle Bereiche der Immobilienwelt kennen und bleibt dabei in einem Unternehmen", führt der Chef aus. Man fange nicht immer von Neuem an, könne sich auf gewohnte Strukturen verlassen. "Und man lernt viele Länder und Kulturen kennen." Langweilig werde es ohnehin nicht in der CREM-Branche. "Hier entstehen die meisten Innovationen", betont Hornberger. Denn das Unternehmen arbeite für sich selbst. Da spielen Kosten, Nutzen und Nachhaltigkeit eine besondere Rolle. Die Betriebsoptimierung ist dabei ein wichtiges Thema. Standorte intelligent zusammenzulegen oder die Erzeugung, Speicherung und Nutzung eigener Energie sind Beispiele.

Ein weiterer Aspekt, den SRE gerne ausspielt, ist die Internationalität, die das globale Siemens-Netzwerk bietet. Um die Zusammenarbeit unter den vier Regionen Amerika, Asien und Australien, Deutschland sowie das restliche Emea-Gebiet zu pflegen, werden grenzüberschreitende Kontakte gepflegt. Eine Möglichkeit dazu ist der Junior Circle. In diesem arbeiten Talente aus dem gesamten Unternehmen - meist virtuell - an einem bestimmten Thema. Z.B. kann es dabei um die Digitalisierung in der Branche oder neue Dienstleistungen gehen. Das Programm läuft zwei Jahre lang, die Ergebnisse werden letztlich dem Management präsentiert.

Eine weitere Talentschmiede ist das zweijährige Graduate-Programm, eine Art Traineeship mit drei Stationen im Konzern, einer im Ausland. Daran nehmen Hornberger zufolge allerdings SREler in geringerem Maße teil. Weiterbildungsangebote für Führungskräfte werden in Zusammenarbeit mit der Irebs angeboten.

Anke Pipke

Ian Biglands baut Pflegeheime

Karriere25.10.2018
Ian Biglands, Managing Director Development und Deutschland-Geschäftsführer von Premier Inn Investments, verlässt die Hotelkette zum 31. Oktober 2018. Neuer Arbeitgeber soll der französische ... 

Ian Biglands, Managing Director Development und Deutschland-Geschäftsführer von Premier Inn Investments, verlässt die Hotelkette zum 31. Oktober 2018. Neuer Arbeitgeber soll der französische Pflegeheimbetreiber Orpea sein.

Bei Premier Inn Investments springt Acquisitions Director Chris-Norman Sauer für Biglands ein. Er kümmert sich nun beim deutschen Immobilien- und Investmentarm der britischen Hotelgruppe um die Expansion. Biglands macht dagegen künftig in Pflegeheimen: Zum 1. November schlüpft er nach IZ-Informationen beim französischen Pflegeheimbetreiber Orpea unter, genauer bei Orpea Deutschland Immobilien Services (Odis). Biglands Mission: als Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft das Portfolio ausweiten und umstrukturieren. Der Anteil der betriebenen Seniorenimmobilien im eigenen Bestand liegt bei Orpea deutschlandweit derzeit bei nur 10%. In den kommenden Jahren soll er auf etwa 50% anwachsen. Zudem setzt Orpea für das Wachstum auf Campuslösungen, bei denen Betreutes Wohnen oder Servicewohnen und Pflegeheime zusammen gedacht werden.

Biglands fing im Oktober 2015 als Development Director bei Premier Inn und Geschäftsführer der Premier Inn GmbH bei der britischen Hotelgruppe an. Er verantwortete die Immobilienstrategie beim Markteintritt des Hotelinvestors und -betreibers in Deutschland. Sauer ist seit einem Jahr bei Premier Inn Investments und verantwortet die Immobilien- bzw. Grundstücksakquisition. Zuvor war er Head of Hotel Development und Mitglied der Geschäftsführung von GBI.

Harald Thomeczek

Drei Berufswege ins Corporate Real Estate Management

Manchmal geht der Weg eben nicht schnurstracks zum Ziel.

Manchmal geht der Weg eben nicht schnurstracks zum Ziel.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: ra2 studio

Karriere25.10.2018
Man kann, man muss aber nicht unbedingt ein immobilienwirtschaftliches Studium hinter sich haben, um in der Branche auf Erfolgskurs zu sein. Florian Kappes, Locke McKenzie und Patrick Lange ... 

Man kann, man muss aber nicht unbedingt ein immobilienwirtschaftliches Studium hinter sich haben, um in der Branche auf Erfolgskurs zu sein. Florian Kappes, Locke McKenzie und Patrick Lange stehen für drei unterschiedliche Lebensläufe, die dato alle in der Sparte Corporate Real Estate Management (CREM) münden.

Das CREM ist ein vielfältiges Themenfeld. Es bildet alle Aspekte des Lebenszyklus einer Immobilie ab und spricht somit unzählig viele Dienstleister an. Diese Vielfalt spiegelt sich auch unter den Mitgliedern der internationalen Vereinigung CoreNet Global (CNG) wider, deren Fokus auf dem CREM-Geschäft liegt. Dort tummeln sich etliche Quereinsteiger.

Einer von ihnen ist Florian Kappes. An seinem Werdegang ist vor allem ein Arbeitsvermittler schuld. Er hat Kappes damals in London auf die Idee gebracht, in die Real-Estate-Branche einzusteigen. Studiert hatte Kappes Angewandte Kulturwissenschaften an der Leuphana-Uni in Lüneburg. Nachdem er mit seiner Frau nach London gezogen war, arbeitete er zunächst im Tourismussektor. 2008 dann suchte die Instant Group, ein Anbieter und Vermittler flexibler Workspace-Lösungen, einen deutschsprachigen Vertriebler, der vor allem die B2B- und B2C-Kontakte im Blick haben sollte. Kappes bekam den Job. "Die Engländer schauen nicht so stark auf das absolvierte Studium", erklärt Kappes. "Sie achten auf die Fähigkeiten." Die in Lüneburg erworbenen Skills, z.B. die Offenheit gegenüber verschiedenen Kulturen und die große Empathiefähigkeit, haben ihm Pluspunkte für den Instant-Job gebracht.

Vor fünf Jahren zog er nach Berlin und ist vom Inbound- zum Outbound-Geschäft gewechselt. Als Geschäftsführer Deutschland und Global Account Director gehört es zu seinen Aufgaben, die Marke Instant in Deutschland bekannter zu machen. Er tritt als Speaker bei Events auf, als Sponsor und Networker. Darüber hinaus akquiriert er Neukunden im flexiblen Büromarkt, also Anbieter, Makler und Berater, betreut Gesuche von Serviced Offices und Maklern und kümmert sich selbst um Büros in der DACH-Region, teilweise sogar Emea-weit. Dafür werden Marktreports erstellt, Objekte vor Ort besichtigt und Verträge verhandelt. Sein Fachwissen hat sich Kappes vor allem in Eigenregie beigebracht. "Ich habe viel bei den Kollegen abgeguckt, online recherchiert und Fachliteratur gelesen", erzählt der 36-Jährige.

Das Netzwerken hat ihm ebenso dabei geholfen, sich in der Branche zu orientieren. Und das betreibt er auch heute noch mit vollem Engagement. Vom Central-Europe-Chapter des CNG hat Kappes den regionalen Award Young Leader of the Year 2017 erhalten. Dieser Preis würdigt junge Führungskräfte, die sich besonders für das CREM einsetzen und dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Kappes hatte sich vor allem mit seinem Organisationsgeschick bei Events und der Mitgliederwerbung hervorgetan. Sein berufliches Know-how in der Eventplanung und Kontakte aus dem Netzwerk ergänzen sich für ihn dabei optimal. Es seien daraus sogar europaweite Freundschaften entstanden.

Zum Beispiel zu Locke McKenzie. Es ist elf Jahre her, als der US-Amerikaner mit einem Fulbright-Stipendium in der Tasche nach München gekommen ist. Er sollte nur ein Jahr lang hier bleiben - eigentlich. McKenzie vertiefte sich ins Nischenthema der deutschen Brauereikultur. Die Hälfte seiner Zeit forschte er, die andere Hälfte verbrachte er als Sprachlehrer im Gymnasium. Und während dieser Zeit verfestigte sich sein Wille, in Deutschland zu bleiben. Doch was sollte er arbeiten? Das, womit er sich schon auskannte: zum einen die Beratung kleinerer, bayerischer Brauereien, um ihre Marktpräsenz innerhalb Deutschlands auszubauen, und zum anderen die Beratung deutscher mittelständischer Unternehmen, um sie international bekannter zu machen. Nebenher arbeitete er zudem als Journalist und Übersetzer. Acht Jahre lang war McKenzie damit selbstständig tätig.

Vor etwa drei Jahren stieß McKenzie dann zu Deka Immobilien. Damals baute die Bank gerade die Abteilung Mietermanagement auf. McKenzie gehörte zum Team, das sich um das Emea-weite Büroportfolio kümmerte. "Ich war damals eher der Mann für die Soft Skills", erzählt er von den Anfängen. Bei Meetings mit internationalen Kunden sollte er als Vorbereitung zu den harten Verhandlungen für eine angenehme und lockere Stimmung sorgen. Zudem wurde er als Sprachtrainer für die Kollegen eingesetzt, die die Bank u.a. zu internationalen Messen schickte.

Nach sechs Monaten schon hatte McKenzie den ersten Aufstieg geschafft. Heute ist der 33-Jährige Senior Manager im Bereich Strategic Tenant Relations. Er ist daran beteiligt, strategische Partnerschaften mit internationalen Konzernen aufzubauen. Dabei hat er das globale Büroportfolio im Blick. McKenzie beobachtet den Markt und erkennt Trends in der Gestaltung von Arbeitswelten - wie eine flexible Mietvertragsgestaltung für möblierte Flächen oder das Angebot eines Fitnessstudios und weiteren Services für Mitarbeiter.

"Es war eine große Herausforderung, sich als Quereinsteiger in der Materie zurechtzufinden", berichtet der Amerikaner. Er hatte vor seinem Eintritt bei Deka einen Kurs in Asset-Management bei der Deutschen Immobilien Akademie in Freiburg besucht. Bei Deka hat er anschließend die ersten zwei Monate damit verbracht, Mietverträge zu wälzen und zu verstehen, wie welche Entscheidungen gefällt wurden.

Zurück in die USA will McKenzie nicht, auch wenn er seine Familie nur selten sieht. "Ich bin jetzt schon so lange in Deutschland. Ich habe mir hier mein Berufsleben aufgebaut. Zurückzugehen wäre mittlerweile schwierig." Dann müsste er auch die Kontakte zurücklassen, die er sich im Core-Net-Chapter Central Europe aufgebaut hat. Dort ist er Vorstandsmitglied und für den Aufbau der Young-Professional-Gruppe verantwortlich. "Wir wollen die Netzwerktreffen auf eine regionale Ebene bringen", erklärt er ein Ziel.

Behilflich ist ihm dabei Patrick Lange. Auf die Idee mit dem Studium des internationalen Bauingenieurwesens habe ihn sein amerikanischer Mentor gebracht, als er 2003 ein Auslandsjahr in Michigan verbrachte, erinnert sich Lange. "Damit könne man gutes Geld verdienen, hat er gesagt." Das hat sich der junge Mann gemerkt und sein Bachelor-Studium drei Jahre später in Mainz aufgenommen. Für Bilfinger Berger verbrachte er ein gutes halbes Jahr in Nigeria und half dabei, ein Regierungsgebäude zu errichten. Nach seiner Rückkehr nach Mainz sattelte Lange einen Master in technischem Gebäudemanagement auf. Schon in dieser Zeit knüpfte er Kontakte zur Ernst & Young Real Estate (EY RE), arbeitete dort als Consultant Real Estate Risk Advisory (Reras). Der Master war Lange aber noch nicht genug. Thomas Glatte, Geschäftsführer von BASF Real Estate, hatte den Student in den Vorlesungen so auf den CREM-Geschmack gebracht, dass Lange das Studium Master of Corporate Real Estate (MCR) absolvierte. Es wird in Kooperation von CNG und der Irebs Immobilienakademie angeboten. Der Aufstieg zum Senior Consultant bei EY RE folgte schnell. Dennoch wagte Lange einen Abstecher in den strategischen Einkauf Facility-Management bei ECE Projektmanagement.

Seit November 2017 ist er als Manager Corporate Solutions zurück bei EY RE. Dort berät er Industrieunternehmen zu ihrem Immobilienbestand. Das umfasst unter anderem die Strategieberatung genauso wie das Facility-Management, das Investitionsmanagement ebenso wie die Begleitung von Workplace-Transformationen. Darüber hinaus gehören digitale Trends im Corporate-Real-Estate-Portfolio sowie das Buy- und Sell-Side-Transaktionsmanagement zu seinen Themen.

Neben seiner Arbeit findet der 31-Jährige Zeit, sich für CNG zu engagieren. Er ist seit 2013 Mitglied des zentraleuropäischen Chapters. Besonders sein Einsatz zum Aufbau der Young-Professional-Gruppe bescherte ihm den regionalen Award Young Leader of the Year 2018. "Wir leben alle vom Netzwerk", sagt Lange. Es gehe nicht nur darum, Wissen über die Branche und Methoden zu teilen, sondern sich auch abseits vom Schreibtisch und ohne Schlips in Restaurants oder ungewöhnlicheren Umgebungen zu treffen. Die Entwicklung der Mitgliederzahl gibt ihm Recht. Es gebe immer mehr Zuspruch.

Anke Pipke

Kampmeyer sucht Leute für die Extrameile

Projektbesprechung am Videoboard: Roland Kampmeyer und eine Mitarbeiterin.

Projektbesprechung am Videoboard: Roland Kampmeyer und eine Mitarbeiterin.

Quelle: Kampmeyer Immobilien

Karriere18.10.2018
Roland Kampmeyer ist ein Mann klarer Worte. Seine Ansage an künftiges Personal fällt unmissverständlich aus: "Wir brauchen den, der bereit ist, die Extrameile zu gehen. Wem das zu ... 

Roland Kampmeyer ist ein Mann klarer Worte. Seine Ansage an künftiges Personal fällt unmissverständlich aus: "Wir brauchen den, der bereit ist, die Extrameile zu gehen. Wem das zu anstrengend ist, den will ich auch nicht haben." Für das Recruitment nutzt das mittelständische Maklerbüro einen Mix aus analogen und digitalen Instrumenten, um so effizient wie zielführend Personal zu gewinnen. Das ist Chefsache.

Roland Kampmeyer führt die Geschäfte von Kampmeyer Immobilien in Köln. Der Wohnungsmakler hat 25 Mitarbeiter, aber keine Personalabteilung. Der Aufwand lohne sich nicht, sagt der Chef, und einen Dienstleister mag er nicht beauftragen. Für das Recruitment erst recht nicht. Dass neue Mitarbeiter keinen bloßen Arbeitsvertrag erhalten, sondern Teil einer Wertegemeinschaft werden, wie es bei Kampmeyer heißt, dafür will der Chef Kandidaten persönlich begeistern. Das mehrstufige Auswahlverfahren ist straff durchorganisiert. Die Mischung klassischer und moderner Kommunikation soll dennoch Raum für intensives Kennenlernen geben.

Kampmeyer verlangt einiges: digitales Anschreiben, Videotelefonate, Probearbeiten. Klassische Vorstellungsgespräche führt er gerne samstags um 10 Uhr, alternativ auch mal um 16 Uhr. Das sei einfacher für Leute, die noch anderswo arbeiteten, sagt er. Im Kern geht es eher darum, die Einsatzbereitschaft zu testen. Denn am Wochenende haben Makler selten Freizeit, sondern Hochzeit, weil dann Wohnungsinteressenten besichtigen wollen.

Von Jobinteressenten erwartet das Unternehmen, dass sie ihre Unterlagen über eine Maske auf der Büro-Webseite einstellen. Die vollständigen Dokumente sind ähnlich wie bei Exposés in eine einzige pdf-Datei zu packen und hochzuladen. Kein Problem, sollte man meinen. Kampmeyers Erfahrung ist eine andere. "Wer denkt, dass Menschen unter 30 Jahren alle digital sind, irrt." Mancher scheitert schon hier.

Bereits im Bewerbungstool erfragt das Maklerbüro die Skype-Nummer der Kandidaten oder FaceTime und WhatsApp-Daten zur Planung eines Videointerviews. Im Büro sind Videotelefonate kommunikatives Standardinstrument. Erstens "nutzen wir Skype zum Austausch mit den Kollegen in den anderen Büros", erläutert Kampmeyer, der neben Köln Standorte in Düsseldorf und Bonn steuert. Zweitens würden Verhandlungen mit Kunden und Auftraggebern zunehmend über Skype geführt. Also hat jeder im Team Videotelefonie zu beherrschen, auch der oder die Neue. Das Interview wird zum Praxistest für Kandidaten - Stromversorgung prüfen, Kamera öffnen, pünktlich einwählen. Kampmeyer guckt, wie der Bewerber sich präsentiert: Lümmelnd auf der Couch, aufgeräumter Schreibtisch? Stimmen Perspektive, Ton und Kleidung? Der gewonnene Eindruck genügt zu entscheiden, ob jemand zum persönlichen Austausch eingeladen wird. Auf das zweite Gespräch folgt das Probearbeiten: Potenzielle Makler sollten in maximal einer Stunde ein Vermarktungskonzept auf die Beine stellen können. Dass Mitarbeiter solches Know-how mitbringen, setzt das Maklerbüro voraus. Das Büro könne sich nicht leisten, diese Potenziale erst im Job zu erschließen, meint Kampmeyer. Ausnahme sind die Azubis.

Monika Hillemacher