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Frankfurt am Main bekommt grünen Planungsdezernenten

Olaf Cunitz.

Olaf Cunitz.

Bild: Helmut Seuffert

Köpfe04.05.2011
Lange Zeit ist darüber spekuliert worden, wer die Nachfolge von Edwin Schwarz (CDU) als Frankfurter Planungsdezernent antreten wird. Nun steht sein Nachfolger fest: Olaf Cunitz (42), seit ... 
Lange Zeit ist darüber spekuliert worden, wer die Nachfolge von Edwin Schwarz (CDU) als Frankfurter Planungsdezernent antreten wird. Nun steht sein Nachfolger fest: Olaf Cunitz (42), seit 2006 Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Frankfurter Römer. Wie grün wird die Frankfurter Planungs- und Wohnungspolitik dadurch? Erste Anhaltspunkte für die verstärkte Macht der Grünen in Frankfurt dürfte schon der neue Koalitionsvertrag zeigen, der unter anderem geplante Milieuschutzsatzungen für teure Frankfurter Wohnquartiere umfassen soll.
Cunitz wird den 62-jährigen Schwarz, der bereits seit dem Jahr 2000 das Planungsdezernat führt und sich dann in den Ruhestand verabschiedet, allerdings voraussichtlich erst im März kommenden Jahres ablösen. Bevor die Entscheidung auf Cunitz fiel, waren unter anderem auch der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank und Umweltdezernentin Manuela Rottmann als Schwarz' Nachfolger im Gespräch gewesen.

Die Entscheidung für Cunitz ist auch dem erneuten starken Abschneiden der Frankfurter Grünen bei den Kommunalwahlen im März geschuldet. Dabei konnten sie ihre ohnehin komfortable Position im Stadtparlament weiter verbessern. Sie erzielten mit 25,8% der Stimmen ein Rekordergebnis, das 10,5 Prozentpunkte über dem Ergebnis der Kommunalwahl 2006 lag und ihnen 24 Sitze im Stadtparlament sichert. Das Ergebnis der CDU fiel dagegen mit 30,5% um 5,5 Prozentpunkte niedriger aus als vor fünf Jahren. Die Union bleibt aber mit 28 Sitzen weiterhin stärkste Kraft im Römer und wird auch künftig mit den Grünen die Koalition bilden.

Am kommenden Freitag werden die Details des neuen Koalitionsvertrags bekannt gegeben. Dieser soll dem Vernehmen nach auch einige wichtige Punkte zur künftigen Wohnungspolitik der Stadt enthalten, bei denen die Grünen federführend waren. Dazu sollen unter anderem geplante Milieuschutzsatzungen für hochpreisige Wohnquartiere wie das Nordend zählen, in denen eine Verdrängung von einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zu befürchten ist. Im Frankfurter Nordend steigen durch Abriss und Neubau die Wohnungspreise. Mittels einer Milieuschutzsatzung ist es Kommunen aber möglich, zur Erhaltung oder Zusammensetzung der Wohnbevölkerung Rückbau, Änderung oder Nutzungsänderung von Gebäuden genehmigungspflichtig zu machen. Gerade diese Maßnahmen sind aber in den teuren Quartieren bei Bauherrn sehr beliebt, weil lukrativ.

Lars Wiederhold

Vorstand von agenda4 tritt zurück

Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann und Dr. Lars B. Schöne.

Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann und Dr. Lars B. Schöne.

Bild: TUM/Dr. Wolfgang Eber

Köpfe03.05.2011
Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann und Dr. Lars B. Schöne haben mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt als Vorstand des Vereins agenda4 erklärt. Grund sind Unstimmigkeiten über eine ... 
Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann und Dr. Lars B. Schöne haben mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt als Vorstand des Vereins agenda4 erklärt. Grund sind Unstimmigkeiten über eine mögliche Fusion des Vereins mit der gif Gesellschaft für Immobilienforschung.

Während die beiden Vorstände eine solche Fusion begrüßen und seit einiger Zeit vorantreiben, konnte sich in der Mitgliederversammlung dafür keine Mehrheit finden. Den Beschluss der Versammlung, neben der gif Alternativen für eine Partnerschaft oder Fusion zu suchen, nahmen Zimmermann und Schöne zum Anlass für ihren Rücktritt. Zimmermann war Vorsitzender des Vereinsvorstands und ist Ordinarius am Lehrstuhl für Bauprozessmanagement und Immobilienentwicklung TU München, Schöne arbeitet für die LHI Leasing als Leiter Assets Immobilien.

Der neu gewählte Übergangsvorstand besteht nun aus Prof. Dr. Rudolf Schäfer, Studiendekan der Masterstudiengänge Real Estate Management und Urban Development an der TU Berlin, Dr.-Ing. Rainer Schofer, Geschäftsführender Gesellschaft der SMV Bauprojektsteuerung Ingenieurgesellschaft Berlin, und Rechtsanwalt Dr. Jan Kehrberg, Partner bei GSK Stockmann & Kollegen in Berlin. Schäfer leitet den Vorstand und wird von Schofer vertreten. Kehrberg übernimmt wie bereits zuvor im Vorstand die Funktion des Schatzmeisters.

Thomas Porten

"Ein guter Zeitpunkt, um zu gehen"

Rainer Konopka hängt seinen Bankerjob an den Nagel - und nimmt im Beirat
des Fondsinitiators Hamburg Trust Platz.

Rainer Konopka hängt seinen Bankerjob an den Nagel - und nimmt im Beirat des Fondsinitiators Hamburg Trust Platz.

Bild: LBBW

Köpfe28.04.2011
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat vergangene Woche die Bilanz für 2010 vorgelegt. Für Rainer Konopka sind es die letzten Zahlen. Den Bereichsleiter für das gewerbliche ... 

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat vergangene Woche die Bilanz für 2010 vorgelegt. Für Rainer Konopka sind es die letzten Zahlen. Den Bereichsleiter für das gewerbliche Immobilienkreditgeschäft zieht es nach 16 Jahren LBBW in den Vorruhestand. Sein Abschied fällt ihm angesichts der mit der EU-Kommission abgestimmten Verkleinerung der Geschäftsbasis nicht ganz so schwer.

In der ganzen Welt wollte die LBBW Kredite für Gewerbeimmobilien vergeben. Tokio, Singapur, Australien, Osteuropa und auch Russland standen noch im Spätsommer 2008 auf dem Expansionszettel von Konopka. Dann kam die Finanzkrise und die Rückbesinnung auf den Heimatmarkt. Im Ausland finanziert die Landesbank Gewerbeimmobilien seither nur noch in den USA und in Großbritannien.

Der Restrukturierungsplan ist, zumindest was die strategische Aufstellung angeht, abgeschlossen. Jetzt steht der Personalabbau auf dem Programm. Konzernweit sind davon 2.500 Mitarbeiter betroffen. Auch Konopkas Einheit muss einen Beitrag dazu leisten. "Wir beginnen im Laufe des nächsten Jahres mit den Gesprächen", sagt er. In anderen Konzernbereichen seien diese bereits angelaufen. Bis 2013 soll der Verkleinerungsprozess endgültig abgeschlossen sein.

Abschied aus freien Stücken

Konopka wird dann nicht mehr mit von der Partie sein. Sein Entschluss, in diesem Jahr zu gehen, stehe seit langer Zeit fest und habe nichts mit dem anstehenden Personalabbau zu tun: "Ich bin nicht Teil des Plans", versichert er. Seinen Posten wird Thorsten Schönenberger übernehmen, der von der Landesbank Hessen-Thüringen zu den Stuttgartern wechselt.

Mit Stolz und ein bisschen Wehmut blickt Konopka auf das Geleistete zurück. In seiner Amtszeit steigerte sich das Kreditneugeschäft von umgerechnet 0,6 Mrd. Euro im Jahr 1995 auf 7,5 Mrd. Euro im Jahr 2007. Das Kreditbuch verneunfachte sich zwischen 1995 und 2008 auf 27,5 Mrd. Euro. Gleichwohl, schränkt Konopka ein, sei das Wachstum nicht organisch gewesen, sondern teilweise durch Übernahmen getrieben.

Die Spitzenwerte werden wahrscheinlich für längere Zeit in Stein gemeißelt sein. Auf etwa 20 Mrd. Euro soll der Kreditbestand bis 2013 schrumpfen. Das Neugeschäft dürfte sich mittelfristig zwischen 3 Mrd. und 4 Mrd. Euro einpendeln. Dass es Konopka leichter fällt, in Zeiten des Rückbaus von seinem "geliebten" Job Abschied zu nehmen (O-Ton: "Banker zu werden war das Beste, was mir passieren konnte.") als in einer Phase des beinahe grenzenlosen Wachstums, dafür braucht es keine näheren Erläuterungen. Vermissen werde er seine Profession trotzdem, schließlich "ist es ein Unterschied, ob man das Sony-Center finanziert oder im Garten Tulpen setzt" - eine der privaten Leidenschaften Konopkas neben dem Reiten.

Für seinen Nachfolger hält er den Zeitpunkt der Verantwortungsübernahme aber für günstig, zum einen weil die Aufräumarbeiten beschlossen und eingeleitet sind. Zum anderen weil das Neugeschäft jetzt wieder losgehen kann, nachdem in den Jahren 2008 und 2009 nur wenige neue Kredite zugesagt wurden. "Daher glaube ich doch, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um zu gehen", so Konopka.

Für den LBBW-Konzern scheinen die Zeiten auch wieder etwas rosiger zu werden. Den nach IFRS-Zahlen ermittelten Jahresfehlbetrag von 1,5 Mrd. Euro aus dem Jahr 2009 konnte die Landesbank im vergangenen Jahr auf -347 Mio. Euro drücken. Der Start in das laufende Geschäftsjahr ist ebenfalls ordentlich gelaufen. Nach vorläufigen Zahlen stieg das Ergebnis nach Steuern auf 352 Mio. Euro (Vorjahr: 136 Mio. Euro). Konkrete Zahlen zum Immobiliengeschäft lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

Rainer Konopka

Seit insgesamt 33 Jahren arbeitet Rainer Konopka für die LBBW bzw. für Vorgängerinstitute. Am 1. Juli 2011 soll Schluss sein mit Immobilienbanking: Konopka geht in den Ruhestand - aus freien Stücken, wie er betont. Ein Zusammenhang mit dem bereits im Gang befindlichen Personalabbau in der Landesbank gebe es nicht. Bereits vor zwei Jahren hatte Konopka seinen Wunsch geäußert, im Alter von 60 Jahren die Segel zu streichen. "Ein paar Bekannte haben mir berichtet, dass es auch ein Leben nach der Bank gibt", zeigt er sich erwartungsfroh.

Wie dies aussehen könnte, darüber hat sich der gebürtige Hamburger schon so seine Gedanken gemacht: Afrika-Reise, die Anschaffung eines zweiten Pferdes, mehr Zeit für Freunde und für den heimischen Garten. Der Immobilienbranche vollends den Rücken zukehren wird er indes nicht, so viel steht heute schon fest. Nach seinem Ausscheiden aus der Bank wird er in den Beirat des Investmenthauses Hamburg Trust einziehen. "Ich möchte der Branche treu bleiben", sagt Konopka. © Immobilien Zeitung

Nicolas Katzung