Karriere News

Bley verlässt Hypothekenbank Frankfurt

Köpfe02.09.2013
Thomas Bley verlässt die Hypothekenbank Frankfurt, und Dirk Wilhelm Schuh wird sein Nachfolger als Risikovorstand. Das teilt das Unternehmen mit. "Die Trennung erfolgt im besten gegenseitigen ... 

Thomas Bley verlässt die Hypothekenbank Frankfurt, und Dirk Wilhelm Schuh wird sein Nachfolger als Risikovorstand. Das teilt das Unternehmen mit. "Die Trennung erfolgt im besten gegenseitigen Einvernehmen", heißt es in einer Mitteilung. Bley habe "in einer sehr schwierigen Zeit mitgeholfen, die Hypothekenbank Frankfurt zu stabilisieren", sagte Ulrich Sieber, Aufsichtsratsvorsitzender der Hypothekenbank Frankfurt. Der 51-jährige Bley war 2009 in den Vorstand der damaligen Eurohypo berufen worden; seit 2012 begleitete er den Abbau der Portfolien mit besonderem Fokus auf Erhaltung der operativen Stabilität.

Der neue Risikovorstand Schuh werde zugleich seine bisherige Aufgabe im Commerzbank-Konzern als Bereichsvorstand Kreditrisikomanagement für das Segment Non-Core Assets (NCA) weiterführen, hieß es. Der Manager ist seit mehr als 35 Jahren im Konzern und hatte ab Ende der 80er Jahre verschiedene Leitungsfunktionen im Privat- und Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank inne; seit Ende 2012 ist er Bereichsvorstand für das Kreditrisikomanagement des Segments NCA. Insofern sei Schuh bestens mit der Risikosituation der Hypothekenbank Frankfurt vertraut, sagte Aufsichtsratschef Sieber.

Peter Dietz

Jürgen Schneider soll erneut vor Gericht

Jürgen Schneider bei einem seiner zahlreichen öffentlichen Auftritte nach der Entlassung aus der Haft. Das Bild zeigt ihn 2008 bei einer Veranstaltung in München zur Zeit der Expo Real.

Jürgen Schneider bei einem seiner zahlreichen öffentlichen Auftritte nach der Entlassung aus der Haft. Das Bild zeigt ihn 2008 bei einer Veranstaltung in München zur Zeit der Expo Real.

Bild: IZ

Köpfe30.08.2013
Die Staatsanwaltschaft Bonn hat den Ex-Baulöwen Jürgen Schneider wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen angeklagt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Schneider selbst spricht von ... 

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat den Ex-Baulöwen Jürgen Schneider wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen angeklagt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Schneider selbst spricht von "alten Sachen" und sagt, er habe "Anleger schützen" wollen und dafür "Gebühren" verlangt. Ob das Gericht die Anklage zulässt, steht wohl noch nicht fest.

"Die Katze kann das Mausen nicht lassen" wäre hier wohl das passende Sprichwort. Deutschlands bekanntester Immobilienbetrüger, Jürgen Schneider, steht möglicherweise bald wieder vor Gericht. Dem ehemaligen Projektentwickler flatterte Anfang August eine Klage der Staatsanwaltschaft Bonn ins Haus. Die Ermittler werfen dem 79-Jährigen mehrfachen Betrug vor. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, geht es um einen Schaden von 108.000 Euro. Die Delikte sollen sich 2008 und 2009 ereignet haben.

Wie die Süddeutsche berichtet, soll Schneider sich mit Vertretern von Firmen oder Fondsgesellschaften getroffen haben, angeblich um in Investmentgeschäfte (z.B. in Spielbanken) einzusteigen. Dabei soll er vorgegeben haben, aus dem von ihm verwalteten Familienvermögen seiner Frau Darlehen von mehreren Millionen Euro investieren zu wollen. Dafür habe er Sicherheiten verlangt bzw. Bearbeitungsgebühren, die in drei Fällen auch gezahlt worden seien. Tatsächlich sei er, so die Staatsanwaltschaft, weder bereit noch in der Lage gewesen, die Investments zu tätigen. Auch Schneiders Ehefrau sei in zwei Fällen angeklagt, schreibt die Zeitung.

Schneider: "Ob ich das durfte, ist die Frage"

Schneider sagte gegenüber der IZ, es handle sich um eine "alte Sache", die "sehr kompliziert" sei. Die Staatsanwaltschaft habe deswegen 2010 schon einmal Anklage gegen ihn erhoben. Damals habe das Gericht diese aber nicht zugelassen. Was ihm nun vorgeworfen werde, "passt meiner Ansicht nach mit den Ermittlungsakten nicht zusammen". Schneider will bei den infrage stehenden Aktionen "andere vor Schaden bewahrt" haben. "Ob ich das so durfte, ist die Frage." Es sei ihm darum gegangen, "Anleger zu beschützen". Dafür habe er eine "Gebühr" verlangt. Inhaltlich wollte er weiter nicht Stellung nehmen. Die Angelegenheit müsse mit den Richtern "kooperativ geklärt" werden. "Wenn es zum Prozess kommt, wird das in aller Öffentlichkeit geklärt."

Schneider ist verantwortlich für einen der größten Firmenzusammenbrüche in der jüngeren deutschen Immobiliengeschichte. Am 23. Dezember 1997 wurde er wegen Betrugs zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Zuvor hatte er bei 55 Banken rund 6 Mrd. D-Mark Kapital für Bauprojekte eingesammelt und dabei zum Teil gefälschte Bauunterlagen und Mietverträge vorgelegt. Heute lebt er eigenen Angaben zufolge u.a. als Berater in Baufragen.

Christoph von Schwanenflug