Karriere-News

Ingeborg Warschke

Köpfe19.10.2006
Ingeborg Warschke wurde 1947 in Stadteinach geboren, ist im Oberfränkischen auch aufgewachsen und hat dort in Kulmbach und Coburg die Schule besucht. 1966, nach dem erfolgreichen Abschluss an ... 

Ingeborg Warschke wurde 1947 in Stadteinach geboren, ist im Oberfränkischen auch aufgewachsen und hat dort in Kulmbach und Coburg die Schule besucht. 1966, nach dem erfolgreichen Abschluss an einer Sprachenschule, begann ihr Berufsleben, sie startete als Exportsachbearbeiterin in Alpirsbach im Schwarzwald. 1974 kam Warschke, wie sie heute selbst sagt, "zufällig" in Brüssel zur Chase Manhattan Bank. Nachdem sie 1982 einen hausinternen Credit Training Course, zu dem normalerweise nur Hochschulabsolventen zugelassen waren, erfolgreich absolviert hatte, wechselte sie in das Immobiliengeschäft der Bank. Vorelf Jahren kam Ingeborg Warschke zu ihrem heutigen Arbeitgeber, der HelabaLandesbank Hessen-Thüringen, wo sie als Abteilungsleiterin Immobilienfinanzierung Ausland tätig ist. Ehrenamtlich ist Warschke -verheiratet, kinderlos ("aber einige mir wichtige Neffen und Nichten") -als Vorsitzende im Netzwerk Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V. aktiv.

Die Immobilienbranche erinnert an welches Tier?

An ein Pferd, denn sie kann ein fleißiger Ackergaul sein und (über alle Schattierungen hinweg) auch ein hochgezüchtetes Rennpferd.

Kamen Sie zufällig zur Immobilienbranche?

Ja, man suchte in der Bank jemanden mit deutschen, englischen und französischen Sprachkenntnissen für das Work-out der Problemkredite in Deutschland, Frankreich und England.

Ihr Lieblingsgericht?

Fränkischer Sauerbraten mit Klößen und Blaukraut (am liebsten von meiner Mutter gekocht).

Was wären Sie heute, wenn nicht Immobilienprofi?

Gartenbauarchitektin (wenn ich früh anders entschieden hätte), sonst irgendwo in der Bank.

Ihr letzter Besuch im Theater, Kino, Konzert, Stadion ...?

Ein Konzert: The Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Julia Fischer spielte in der Alten Oper Frankfurt Vivaldi, Elgar undTschaikowsky.

Welche berufliche Entscheidung würden Sie gerne revidieren?

Dass ich nicht studiert habe, sonst keine.

Ihre Lieblingsimmobilie?

Es gibt sehr viele, die ich bewundere, über alle Stile hinweg. Bei den modernen Gebäuden bewundere ich die lichtdurchfluteten von Sir Norman Foster, z.B. das Commerzbank-Gebäude in Frankfurt am Main.

Ihr erster Vermieter? Ihr erster Immobilienkauf?

Eine seltsame alte Dame mit vielen Schrullen vermietete mir in Coburg während meiner Schulzeit ein möbliertes Zimmer. 1978 kaufte ich im Londoner Stadtteil Bayswater eine moderne Zwei-Zimmer-Wohnung.

Können Sie sich vorstellen, für eine gewisse Zeit in die Politik zu gehen?

Sobald ich im Ruhestand bin durchaus, und gerne in die Kommunalpolitik. Gleichzeitig müsste ich noch einige Gleichgesinnte überzeugen, ebenso mitzumachen, da man sonst die kuscheligen, verkrusteten Strukturen nicht aufbrechen und somit nichts bewegen kann.

Womit beschäftigen Sie sich gerade besonders intensiv?

Mit den Auswirkungen von Basel II auf die Banken und daraus resultierendden für meine Kunden günstigsten Finanzierungsstrukturen.

Haben Sie einmal eine Nacht im Gefängnis verbracht?

Nein, aber einen Abend! In London war ich zu einem Theaterstück der Häftlinge für einen wohltätigen Zweck eingeladen. Die Hauptrolle spielte ein Frauenmörder.

Auf einer Party schon mal wegen der Vorurteile über die Immobilienbranche geärgert?

Nein, eher amüsiert.

Was tun Sie in ausweglos erscheinenden Situationen?

Ich überlege, ob sie wirklich ausweglos ist; in den seltenen Fällen, in denen dies wirklich der Fall ist, akzeptiere ich dies. Sonst fange ich mittendrin an, sie zu entwirren.

Wen würden Sie gerne einmal treffen?

Zaha Hadid; ich finde sie als Person und ihre Entwürfe ungewöhnlich und spannend.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

"Typisch älteste Schwester: Sie hat es immer gut gemeint."

IZ