Karriere-News

Aareal Bank schafft neue Positionen für Strategie "2020"

Köpfe 03.05.2016
Die Aareal Bank rüstet im Zuge ihrer Ende Februar 2016 ausgerufenen Strategie "Aareal 2020" auch personell auf. Der Immobilienfinanzierer gibt sich einen Group Managing Director Corporate ... 

Die Aareal Bank rüstet im Zuge ihrer Ende Februar 2016 ausgerufenen Strategie "Aareal 2020" auch personell auf. Der Immobilienfinanzierer gibt sich einen Group Managing Director Corporate Strategy und einen Group Technology Officer. Die beiden neu geschaffenen Positionen werden jeweils zum 1. Juli 2016 mit Leben gefüllt: Dann heuern René Steurer (42) und Holger Spielberg (48) als Treiber für Strategie- und Digitalisierungsthemen an.

Steurer kommt von der Société Générale aus London. Dort leitet er als Managing Director das M&A-Beratungsgeschäft u.a für europäische Spezialfinanzierer. Spielberg wechselt von der Credit Suisse zur Aareal. Bei der Schweizer Großbank ist er seit Mitte 2014 als Managing Director Digital Private Banking und Head of Innovation in Zürich beschäftigt.

Bei der Aareal wird sich Steurer um langfristige Strategieentwicklung und strategisches Projektportfoliomanagement sowie Beteiligungen und M&A-Aktivitäten kümmern. Spielberg soll die IT-Strategie für das Bankgeschäft koordinieren und das Innovationsmanagement der Gruppe vorantreiben. Steurer wird an Vorstandschef Hermann J. Merkens berichten, Spielberg an Thomas Ortmanns. Letzterer ist im Vorstand der Bank für IT und das Segment Consulting/Dienstleistungen verantwortlich und damit auch für die IT-Tochter Aareon zuständig.

Harald Thomeczek

Bilfinger hat einen neuen Chef

Thomas Blades.

Thomas Blades.

Bild: Bilfinger

Köpfe 03.05.2016
Die Würfel sind gefallen: Thomas Blades (59), heiß gehandelter Kandidat auf den Chefposten von Bilfinger, heuert tatsächlich als Vorstandsvorsitzender bei dem Baukonzern und ... 

Die Würfel sind gefallen: Thomas Blades (59), heiß gehandelter Kandidat auf den Chefposten von Bilfinger, heuert tatsächlich als Vorstandsvorsitzender bei dem Baukonzern und Immobiliendienstleister an.

Wie das Unternehmen heute Mittag mitteilte, hat der Aufsichtsrat den gebürtigen Hamburger und britischen Staatsbürger zum neuen CEO bestellt. Sein derzeitiger Arbeitgeber, der Technologiekonzern Linde, hat der Aufhebung von Blades' Vertrags demnach zugestimmt. Wann Blades sein neues Amt antritt, steht jedoch noch nicht genau fest. Passieren soll es "spätestens im 3. Quartal 2016", so Bilfinger.

Blades verantwortet bei Linde das Amerikageschäft

Blades sitzt seit 2012 im Vorstand von Linde. Dort trägt er u.a. die Verantwortung für das Amerikageschäft. Bei Bilfinger wird er neben seiner Rolle als CEO auch für das Segment Industriedienstleistungen verantwortlich sein. Der Chefposten bei Bilfinger war vakant geworden, weil der bis Ende April amtierende Vorstandsvorsitzende Per Utnegaard nach nur elf Monaten überraschend hingeschmissen hatte. Seit Ende April macht daher CFO Axel Salzmann den CEO-Job mit.

Das notwendige Rüstzeug für den im Umbruch befindlichen Bilfinger-Konzern bringt der Neue auf dem Regiestuhl offenbar mit: "Thomas Blades hat in seiner Karriere mehrfach bewiesen, dass er komplexe Führungsaufgaben meistern und Firmen erfolgreich neu ausrichten kann", so Bilfinger-Aufsichtsratschef Eckhard Cordes.

Ob Blades auch ein Wörtchen bei der Bilfinger-Entscheidung über einen möglichen (Teil-)Verkauf der Bau- und Immobiliensparte mitredet, ist nicht überliefert: Laut Wirtschaftswoche will der Konzern vor seiner Hauptversammlung am 11. Mai 2016 bekanntgeben, ob und an wen er seine lukrativste Sparte abtritt. Ein Bilfinger-Sprecher mochte sich auf Nachfrage nicht festlegen, bis wann diese Entscheidung gefällt bzw. wann sie verkündet werden soll. Auf der Bilfinger-Bilanzpressekonferenz Mitte März hatte Ex-Vorstandschef Utnegaard noch eine Entscheidung in einigen Wochen in Aussicht gestellt. Im Rennen um die Immobiliensparte von Bilfinger sind nach Informationen der Wirtschaftswoche noch der schwedische Private-Equity-Investor EQT und der Immobilienberater JLL. Der Kaufpreis könne 1,5 Mrd. Euro erreichen.

Harald Thomeczek

DIC Asset: Schrumpfkur für den Vorstand

Rainer Pillmayer.

Rainer Pillmayer.

Bild: DIC Asset

Köpfe 03.05.2016
DIC Asset verkleinert den Vorstand von vier auf drei Personen, gibt sich aber einen Geschäftsführer für den Fondsbereich. ... 

DIC Asset verkleinert den Vorstand von vier auf drei Personen, gibt sich aber einen Geschäftsführer für den Fondsbereich.

COO Rainer Pillmayer verlässt die Gewerbeimmobilien-AG mit Ablauf seines Vertrages zum 31. Mai 2016. Die Verantwortung für das Fonds-, Asset- und Property-Management übernimmt dann auf der Vorstandsebene CEO Aydin Karaduman. Um das Tagesgeschäft im Fondsbereich kümmert sich künftig Ralph Andermann, der im April 2016 bereits die neu geschaffene Position eines operativen Geschäftsführers für das Fondsgeschäft übernommen hat.

Baader-Helvea Equity Research begrüßt die Verkleinerung des DIC-Vorstands auf drei Köpfe: Eine börsennotierte (Gewerbe-)Immobiliengesellschaft habe für gewöhnlich zwei, maximal drei Vorstände, schreibt Analyst Andre Remke. Die Veränderung komme daher nicht überraschend. Zwar sei die Komplexität der DIC Asset weiterhin recht hoch, andererseits werde diese mit der Zeit reduziert. Und: Der erst seit Anfang 2016 als CEO amtierende Aydin Karaduman, zuvor Leiter der Division Real Estate bei Bilfinger und Vorstandsvorsitzender von Bilfinger Real Estate, bringe genug Erfahrung im Asset- und Fondsmanagement mit, um diesen Bereich abzudecken. Der Vorstand der DIC Asset besteht nach der Abschaffung des COO-Postens aus Karaduman, CFO Sonja Wärntges und CIO Johannes von Mutius.

Ralph Andermann, der neue Geschäftsführer für den Fondsbereich, war seit April 2011 für Real I.S. tätig. Er leitete dort das Fondsmanagement. Pillmayer ist seit 2008 bei DIC Asset. Seit Juni 2013 gehört er dem Vorstand als COO an.

Harald Thomeczek

Elgeti will einen Nischenfinanzierer formen

Rolf Elgeti.

Rolf Elgeti.

Bild: Obotritia Capital

Karriere 02.05.2016
Rolf Elgeti will mit seinem prospektiven Bankhaus Obotritia in Nischen vorstoßen, die deutsche Banken in seinen Augen bislang nur unzureichend bedienen. Zum einen will Elgeti sich auf dem ... 

Rolf Elgeti will mit seinem prospektiven Bankhaus Obotritia in Nischen vorstoßen, die deutsche Banken in seinen Augen bislang nur unzureichend bedienen. Zum einen will Elgeti sich auf dem Feld nachrangig besicherter Junior-Darlehen tummeln, zum anderen sieht er eine unzureichende Kreditversorgung von Projektentwicklern.

Elgeti will dem Finanztechnologieunternehmen FinTech Group die Aktionärsbank abkaufen, wie bereits am vergangenen Freitag bekannt wurde. Das Interessante dabei sind für ihn aber nicht die Kunden der Bank, die im Wertpapiergeschäft tätig war (der Geschäftsbetrieb wurde im November 2015 eingestellt), sondern deren Vollbanklizenz. Geplant ist, die Aktionärsbank in Bankhaus Obotritia - Elgetis Beteiligungsgesellschaft Obotritia Capital fungiert als Käuferin der Bank - umzuwidmen und in einen Spezialfinanzierer für die Immobilienwirtschaft um- und auszubauen.

"Klassisches Einlagen- und Kreditgeschäft"

"Das Bankhaus Obotritia wird ein klassisches Einlagen- und Kreditgeschäft mit besicherten Darlehen betreiben", sagt Elgeti. Pfandbriefe seien zur Refinanzierung derzeit nicht vorgesehen, über die Aufnahme von Einlagen würden schon "ausreichende Beträge" zusammenkommen. Auch Crowdfunding sei kein Thema.

Weshalb er erstmals in das Geschäft mit Immobilienfinanzierungen einsteigt, erklärt Elgeti so: "Es gibt einige Nischen, die von den Banken aktuell nicht gut genug bedient werden, z.B. weil das zu viel Eigenkapital binden würde." So überließen die deutschen Kreditinstitute das Feld der nachrangig besicherten sogenannten Junior-Darlehen "ausländischen Banken aus dem angelsächsischen Raum oder aus anderen europäischen Ländern". Diese Institute könnten aufgrund des geringen Kreditangebots bei höheren Beleihungsausläufen, also bei nicht mehr deckungsstockfähigen und daher nicht mehr per Pfandbrief refinanzierbaren LTV-Abschnitten zwischen ca. 65% bis 75%, Margen von 300, 400, 500 oder gar 600 Basispunkten aufrufen.

Vor allem in einer Größenordnung von knapp unter und über 10 Mio. Euro sieht Elgeti Bedarf an Nachrangdarlehen. Für Sparkassen und Volksbanken seien das nämlich häufig schon zu große Losgrößen, für überregionale Banken dagegen seien sie noch zu klein.

Die zweite Nische, die Elgeti mit mehr Angebot füllen will, sind Projektentwicklungsfinanzierungen mit relativ kleinen Losgrößen von ca. 2 Mio. bis 5 Mio. Euro Kreditvolumen. Hier kann er sich sowohl vorstellen, Komplettdarlehen zu vergeben, als auch, Junior-Abschnitte zu bedienen, die sonst oft von Mezzanine-Anbietern gefüllt werden.

Schwerpunkte in puncto Standorte oder Nutzungsarten wird das Bankhaus Obotritia nach Aussage von Elgeti bei der Kreditvergabe nicht setzen.

Von "bescheidenen Zielen" und einer "spezialisierten Bank" spricht Elgeti: "Die Bilanzsumme wird sich in einem mittleren neunstelligen Bereich bewegen." Zum Vergleich: Die Aareal Bank hat eine Bilanzsumme von fast 52 Mrd. Euro.

Ein knappes Dutzend Mitarbeiter gesucht

Den Betrieb der Plattform soll auch weiterhin die FinTech Group übernehmen. Für die Aktionärsbank ist aktuell rund ein Dutzend Mitarbeiter tätig, ein weiteres knappes Dutzend wird laut Elgeti noch benötigt, um die Pläne für das Bankhaus Obotritia zu verwirklichen. In den nächsten Monaten wolle man ein Team aus erfahrenen Immobilienfinanzierern zusammenstellen. Immer vorausgesetzt, dass das Inhaberkontrollverfahren den gewünschten Ausgang nimmt.

Vor Ende 2016 dürfte das Bankhaus Obotritia nicht an den Start gehen und Neugeschäft schreiben. Elgeti selbst will sich nach eigenem Bekunden aus dem operativen Geschäft der neuen Bank heraushalten. Die FinTech Group und Elgeti können sich vorstellen, bei künftigen Immobilienfinanzierungen zusammenzuarbeiten.

Harald Thomeczek