Karriere-News

Vonovia-Vorstand verdient 46 Mal so viel wie ein Mitarbeiter

Karriere 14.07.2017
Bei der im Dax notierten Wohnungsgesellschaft Vonovia nähert sich das Verhältnis der Vorstandsgehälter zu dem, was ein normaler Mitarbeiter verdient, dem durchschnittlichen Gefälle bei den ... 

Bei der im Dax notierten Wohnungsgesellschaft Vonovia nähert sich das Verhältnis der Vorstandsgehälter zu dem, was ein normaler Mitarbeiter verdient, dem durchschnittlichen Gefälle bei den DAX-30-Unternehmen an. Im letzten Jahr verdiente ein Vonovia-Vorstandsmitglied im Schnitt 46 mal so viel wie ein normaler Mitarbeiter. Im Jahr 2015 war es noch das 42fache.

Die Vorstandsmitglieder der Wohnungs-AG Vonovia verdienten im vergangenen Jahr 46 Mal so viel wie einer ihrer eigenen Mitarbeiter im Durchschnitt. Das geht aus der "Studie zur Vergütung der Vorstände in den DAX- und MDax-Unternehmen im Geschäftsjahr 2016" hervor, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Controlling der Technischen Universität München unlängst veröffentlicht haben. Für das Geschäftsjahr 2015 hatten die DSW und die TU München die Studie noch eine gemäßigtere Spreizung bei der Wohnungsgesellschaft festgestellt: Damals war die durchschnittliche Gesamtvergütung eines Vonovia-Vorstandsmitglieds noch 42 Mal so hoch gewesen wie der durchschnittliche Personalaufwand pro Mitarbeiter.

Personalaufwand pro Vonovia-Mitarbeiter sank stärker als die durchschnittliche Vorstandsvergütung

Dass das Gehaltsgefälle zwischen der Vonovia-Vorstandsetage und der sonstigen Belegschaft im letzten Jahr zugenommen hat, liegt aber nicht etwa daran, dass die Gehälter der Vorstände stärker gestiegen wären als die ihrer Mitarbeiter. Tatsächlich sind die Pro-Kopf-Vorstandsgehälter bei der Vonovia von 2016 auf 2015 im Schnitt gesunken, wie ein Vergleich der aktuellen Studie mit der entsprechenden Untersuchung aus dem Vorjahr zeigt: Hatten die Vonovia-Vorstandsmitglieder demnach 2015 noch durchschnittlich 2,4 Mio. Euro verdient, waren es 2016 rund 2,2 Mio. Euro. Dass das Gefälle zum gemeinen Mitarbeiter dennoch zugenommen hat, liegt daran, dass der Personalaufwand pro Vonovia-Mitarbeiter noch stärker gesunken ist: Verdiente ein Vonovia-Mitarbeiter 2015 noch durchschnittlich rund 56.000 Euro, bekam er 2016 nur noch 48.000 Euro.

Gehaltsschere hat sich seit 2014 etwas geschlossen

Über alle DAX-30-Vorstände hinweg passt der durchschnittliche Verdienst eines gewöhnlichen Mitarbeiters etwa 50 Mal in die Gesamtvergütung eines Vorstandsmitglieds aus dem eigenen Unternehmen. Das war schon 2015 so und im vergangenen Jahr hat sich daran nichts geändert. Der durchschnittliche Personalaufwand pro Mitarbeiter in den 30 DAX-Unternehmen ist konstant bei ca. 67.000 Euro geblieben, ebenso wie die Vorstandsgehälter, die lediglich um ein mageres Prozent auf 3,38 Mio. Euro zulegten. Die Bandbreite reicht aktuell von Faktor 23 zu Faktor 83. Vonovia notiert mit Faktor 46 ziemlich genau im Mittelfeld, nämlich auf Platz 14.

Vor zwei Jahren verdienten die Vorstandsmitglieder im DAX noch 54 Mal so viel wie ihre eigenen Leute. Die Gehaltsschere hat sich also seit 2014 etwas geschlossen. Die - trotz explodierender Gewinne und gestiegener Aktienkurse im vergangenen Jahr - moderate Entwicklung der Vorstandsgehälter im DAX erklären die Studienautoren damit, dass die Unternehmen seit einiger Zeit versuchen, ihre Vergütung stärker an der langfristigen Entwicklung des Aktienkurses auszurichten. Die variable Barvergütung, die kurz- bis mittelfristig orientiert ist, geht gleichzeitig deutlich zurück.

Harald Thomeczek

Enchilada sucht aktuell rund 30 Flächen

Hat ein Herz für Burger und so: Esma Günes.

Hat ein Herz für Burger und so: Esma Günes.

Quelle: Burgerheart Franchise GmbH

Karriere 13.07.2017
Der Systemgastronom Enchilada sucht aktuell rund 30 Flächen für verschiedene Konzepte. Mietobjekte für den Systemgastronomen finden soll jetzt auch Esma Günes. ... 

Der Systemgastronom Enchilada sucht aktuell rund 30 Flächen für verschiedene Konzepte. Mietobjekte für den Systemgastronomen finden soll jetzt auch Esma Günes.

Bis Ende 2018 sollen 60 zusätzliche Standorte eröffnen, kündigte die Enchilada-Gruppe mit aktuell rund 170 Restaurants an. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man zum 1. Juli 2017 Esma Günes (41) vom Burgerbruzzler Hans im Glück Franchise verpflichtet. Sie wird zusammen mit Expansionsleiter Ralf Sander, der auch erst seit Mitte März 2017 für Enchilada Gebäude und Franchisenehmer sucht, in nächster Zeit noch rund 30 Flächen finden müssen: Stand heute ist nämlich schon "rund die Hälfte der geplanten Objekte entweder unterschrieben oder in finalen Verhandlungen", wie die Enchilada-Gruppe auf Anfrage der Immobilien Zeitung mittteilt.

dean&david gucken über den deutschen Tellerrand hinaus

Besonders hungrig sind dean&david: Mit diesem Konzept können aufgrund seiner Skalierbarkeit unterschiedlichste Flächengrößen bespielt werden. Dabei guckt man über den deutschen Tellerrand hinaus: dean&david expandiert u.a. auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Qatar. In diesen und weiteren - bisher nicht erschlossenen - Ländern seien Stores in der Pipeline. Von den anderen Konzepten, die auf Deutschland fokussiert sind, sollen vor allem Burgerheart und Wilma Wunder zulegen. Was die Größe und Art von Objekten angeht, zeigt man sich flexibel: "Entdecken wir ein interessantes Objekt, prüfen wir, für welches Konzept es geeignet sein könnte."

Hier eröffnen die nächsten Restaurants

Die Liste der nächsten Eröffnungen liest sich so: Wilma Wunder geht in Dresden am Altmarkt 22 (573 qm) und in Mainz am Ballplatz 2 (337 qm) an den Start; Aposto eröffnet im August in Aalen (Marktplatz 26; 716 qm), Enchilada in Kempten (Königstraße 8; 985 qm) und Burgerheart in Hannover (Am Marstall 1a; 516 qm). Bei dean&david wird künftig, ab Ende Juli, in Basel am Centralbahnplatz 8, in Göttingen in der Weender Straße 60 und in Kiel am Wall 8 bis 10 gespeist. Bislang hat Enchilada im Jahr 2017 schon rund 20 neue Standorte eröffnet. Im Vorjahr gingen 40 neue Betriebe an den Start.

Die neue Expansionsmanagerin Esma Günes hat die letzten viereinhalb Jahre bei Hans im Glück verbracht. So lange gibt es diese Franchisekette schon, die aktuell 46 Betriebe zählt.

Nachtrag: Nach Informationen der Immobilien Zeitung hat die Comfort-Gruppe die 115 m² Ladenfläche in Kiel vermittelt.

Harald Thomeczek

Von CBRE Global Investors zu Accor

Gruppenbild mit Dame (v.l.n.r.): Tarik B'shary, Laurent Picheral (COO von AccorInvest Global), Ralf Bombita, Andrea Agrusow, Michael Verhoff und John Ozinga.

Gruppenbild mit Dame (v.l.n.r.): Tarik B'shary, Laurent Picheral (COO von AccorInvest Global), Ralf Bombita, Andrea Agrusow, Michael Verhoff und John Ozinga.

Urheber: Christian Boehm

Karriere 13.07.2017
Der Hotelkonzern Accor spaltet sich auf. Das Immobiliengeschäft in Deutschland verantwortet Andrea Agrusow. ... 

Der Hotelkonzern Accor spaltet sich auf. Das Immobiliengeschäft in Deutschland verantwortet Andrea Agrusow.

Am 30. Juni meldete der Zentrale Immobilien Ausschuss noch ihren Einzug als Mitarbeiterin von CBRE Global Investors Germany ins ZIA-Präsidium, nur einen Tag später trat Andrea Agrusow offiziell ihren neuen Job an. Seit dem 1. Juli 2017 füllt Agrusow nämlich, wie ihr neuer Arbeitgeber nun verkündet, die Rolle des COO von AccorInvest Central Europe bzw. der Vorsitzenden der Geschäftsführung von AccorInvest Germany aus.

Der französische Hotelkonzern hat ja bekanntlich entschieden, sich aufzuspalten: in eine Hotelbetriebsgesellschaft auf der einen und einen Hotelimmobilieninvestor auf der anderen Seite. Ende Juni hat die außerordentliche Hauptversammlung von AccorHotels der geplanten Aufspaltung in eine Betriebs- und eine Immobiliengesellschaft AccorInvest dann auch mit 99,67% zugestimmt. Die Mehrheit an AccorInvest soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 an Investoren verkauft werden. Das Portfolio von AccorInvest umfasst 960 Hotels im Volumen von 6,6 Mrd. Euro, die dem Konzern gehören oder gepachtet sind. Die Häuser liegen zum Großteil in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.

In Deutschland erfährt die Aufspaltung ihre Abbildung mit der rechtlichen Trennung in die beiden Gesellschaften AccorInvest Germany (Hoteleigentümer und -investor oder Mieter bzw. Pächter) und AccorHotels Deutschland (Hotelmanager und Franchisegeber). In der Geschäftsführung der deutschen Immobiliengesellschaft sitzen neben Agrusow auch Tarik B'shary, der u.a. für die Themen Technik und Asset-Management zuständig ist, und Michael Verhoff (für Human Resources). Als Prokurist vervollständigt Ralf Bombita (Finanzen/Steuern) die Führungsriege.

Agrusow berichtet an John Ozinga, den CEO von AccorInvest Global. Für CBRE Global Investors Germany arbeitete sie seit 2010. Im Jahr 2012 wurde sie dort CFO und Geschäftsführerin für u.a. Finanzmanagement, Controlling und Risikomanagement. Auch für Deka Immobilien Investment war sie schon als Fondsmanagerin tätig, und zwar ebenfalls sieben Jahre lang.

Harald Thomeczek

Diese Werte sollen uns leiten!

Maik Dederichs aus dem Technischen Einkauf, Personalleiterin Catherine Boisserée und Vorstand André Müller machen mal Pause. Die zehn Werte, an denen die Deutsche Reihenhaus und ihre Mitarbeiter ihr Handeln gemessen wissen wollen, sind - auch ganz konkret im Hintergrund an der Küchenwand - immer dabei.

Maik Dederichs aus dem Technischen Einkauf, Personalleiterin Catherine Boisserée und Vorstand André Müller machen mal Pause. Die zehn Werte, an denen die Deutsche Reihenhaus und ihre Mitarbeiter ihr Handeln gemessen wissen wollen, sind - auch ganz konkret im Hintergrund an der Küchenwand - immer dabei.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere 13.07.2017
Vor geraumer Zeit hatte die Chefetage der Deutschen Reihenhaus ein Leitbild entwickelt. Den Mitarbeitern blieb der verordnete Wertekanon fremd: "Das sind nicht unsere Werte", kam Vorstand ... 

Vor geraumer Zeit hatte die Chefetage der Deutschen Reihenhaus ein Leitbild entwickelt. Den Mitarbeitern blieb der verordnete Wertekanon fremd: "Das sind nicht unsere Werte", kam Vorstand André Müller ab und an sinngemäß zu Ohren. Damit kann sich jetzt keiner mehr rausreden: Am neuen Verhaltenskodex durften alle mitschnitzen.

Das Ergebnis der Mitarbeiterbefragung hängt jetzt im Großformat in den beiden Küchen aus und, auf Postkartengröße geschrumpft, an den Trenn- bzw. Pinnwänden zwischen den Open-Space-Arbeitsplätzen. Als Müller dem Reporter mitsamt Personalchefin Catherine Boisserée und Mitarbeiter Maik Dederichs die Räumlichkeiten der Deutschen Reihenhaus im Kölner Stadtteil Poll zeigt, fällt den Beteiligten selbst zum ersten Mal auf, wer sich die Postkarte alles an seinem Arbeitsplatz aufgehängt hat - und wer alles nicht ...

Doch Anlass zur Besorgnis gibt der kleine Rundgang nicht: Wie dieser nämlich zeigt, hat die große Mehrheit der rund 80 Mitarbeiter in der Kölner Zentrale die - man möchte fast scherzhaft sagen - Tafel mit den zehn Geboten tatsächlich bei der Arbeit stets vor Augen. Oder, je nach Arbeitsplatzgestaltung, im Hinterkopf.

"Jeder konnte selbst entscheiden, ob er bei der Online-Befragung mitmacht. Und auch, ob er sich die Postkarte an seinem Schreibtisch aufhängt", erklärt Müller entspannt. Immerhin: 70% der insgesamt 150 Köpfe großen Belegschaft machten mit.

Doch ehe die Mitarbeiter randurften, traf ein fünfköpfiger Arbeitskreis, dem Müller und Boisserée angehörten, eine Vorauswahl von insgesamt 18 Werten. Auf deren Ausformulierung wurde in der Umfrage verzichtet, weil "solche Erläuterungen zwangsläufig subjektiv sind und Euch bei der Auswahl beeinflussen würden", heißt es im Fragebogen. Die Mitarbeiter konnten anonym für beliebig viele der zur Wahl gestellten Begriffe votieren, sie gewichten und ihre Auswahl begründen. Werte, die mehr als die Hälfte der Teilnehmer für sehr wichtig erachteten, fanden Aufnahme in den hauseigenen Wertekanon.

Herausgekommen ist ein Wertebaum, an dem - mit dieser Gewichtung - "Vertrauen", "Wertschätzung", "Zuverlässigkeit", "Fairness", und "Qualität" ebenso wie "Verantwortung", "Kritikfähigkeit", "Loyalität", "Spaß bei der Arbeit" und "Einsatzbereitschaft" hängen. In einer Art Fußnote werden die Begriffe ausformuliert (z.B.: "Mit Spaß an der Arbeit und Einsatzbereitschaft - auch mal über die Grenzen hinaus - streben wir unsere selbst gesteckten Ziele an.") Nicht in den Wertebaum geschafft haben es "Offenheit", "Vorbild", "Freundlichkeit", "Identifikation", "Transparenz", "Konsequenz", "Nachhaltiges Handeln" und "Gesprächskultur". Sie hätten "knapp" unter den maßgeblichen 50% gelegen, so Boisserée. Neu eingestellten Mitarbeitern - ihnen wird die Postkarte am ersten Arbeitstag von ihrem Mentor überreicht - soll das Leitbild Orientierung geben. Und den Alteingesessenen als Anlass zu einer kritischen Hinterfragung des Status quo dienen.

Zu überlegen wäre, ob ein Unternehmen, das sich u.a. Wertschätzung oder Kritikfähigkeit auf die Fahnen schreibt, Vorständen und Führungskräften die Messlatte vor den Augen aller Mitarbeiter - von denen sich praktisch in jeder größeren Unternehmung mindestens immer einer nicht wertgeschätzt fühlt, während er die Kritikfähigkeit seiner Vorgesetzten für überschaubar ausgeprägt hält - nicht unnötig hoch legt. Müller sorgt sich nicht: "Wir würden doch nichts vorgeben, was wir auf Dauer nicht selbst vorleben. Klar können wir Kritik ertragen."

Die Mitarbeiter nehmen die Unternehmensleitung beim Wort: "Ich wollte mitbestimmen, was hier wichtig ist", sagt Maik Dederichs, der im Technischen Einkauf arbeitet. Als er die Postkarte bekam, "bin ich jeden einzelnen Punkt durchgegangen: Welche Aspekte sind für mich am wichtigsten und werden sie hier auch wirklich gelebt?" Das Resultat: "Vertrauen und Wertschätzung - ja, die spüre ich hier!" Besonders liegt ihm am Herzen, "dass ich morgens motiviert zur Arbeit fahre".

Dass es mit dem Aufstellen eines Wertebaums nicht getan ist, weiß man bei der DRH: "Wir wollen ein Führungskräftecoaching aufsetzen, das sich am Leitbild orientiert", kündigt Boisserée an. Dieses Training solle in Form von Workshops stattfinden, in denen anhand der Leitbildwerte das gewünschte Führungsverhalten erarbeitet und definiert werde. Dabei sollen auch mögliche Baustellen nicht ausgeklammert werden.

Harald Thomeczek