Karriere-News

JLL Hamburg braucht neuen Leiter Bürovermietung

Köpfe 25.07.2019
Tobias Scharf und Christopher Meinen verlassen JLL Hamburg. Scharf wechselt zu Cushman & Wakefield in Hamburg und Meinen macht sich selbständig. ... 

Tobias Scharf und Christopher Meinen verlassen JLL Hamburg. Scharf wechselt zu Cushman & Wakefield in Hamburg und Meinen macht sich selbständig.

Tobias D. Scharf (35) hat nach Informationen der Immobilien Zeitung am Dienstag seinen Job als Leiter der Hamburger Bürovermietungsabteilung von JLL gekündigt. Gleichzeitig wurde bei Cushman & Wakefield verkündet, man habe sich mit Scharf geeinigt. Scharf wird bei C&W Hamburg dem Vernehmen nach Leiter der Bürovermietung. Ken Hoppe, der diese Aufgabe im Mai in der Nachfolge von Matthias Huss, der zu WeWork wechselte, vorübergehend übernommen hatte, bleibt bei Cushman & Wakefield in Hamburg. Scharf war bis 2013 bei BNPPRE und wechselte zum 1. Januar 2014 zu JLL Hamburg.

Auch Christopher Meinen verlässt JLL Hamburg

Wie aus Marktkreisen ebenfalls zu erfahren war, wird mit Scharf auch Christopher Meinen JLL verlassen. Meinen war nach seiner Ausbildung zum Immobilienkaufmann bei JLL ab 2015 im Bürovermietungsteam von Scharf tätig und macht sich nun selbständig.

Marktexperten können sich vorstellen, dass der Wechsel von Scharf zu weiteren Jobwechseln innerhalb der Maklerbranche Hamburgs führt. JLL Hamburg, Cushman & Wakefield sowie Scharf und Meinen wollten zum Thema keinen Kommentar abgeben.

Friedhelm Feldhaus

Agilität braucht ein Menschenbild 2.0

Ulrich Schüppler.

Ulrich Schüppler.

Quelle: Immobilien Zeitung

Karriere 25.07.2019
Agiles Arbeiten ist keine Neuheit, sondern ein alter Hut, findet IZ-Redakteur Ulrich Schüppler. Langfristig würde die agile Methode jedoch einen komplett anderen Gesellschaftsvertrag erfordern. ... 

Agiles Arbeiten ist keine Neuheit, sondern ein alter Hut, findet IZ-Redakteur Ulrich Schüppler. Langfristig würde die agile Methode jedoch einen komplett anderen Gesellschaftsvertrag erfordern.

Viele angeblich brandheiße Neuheiten entpuppen sich bei näherem Hinsehen als alter Hut. Die Römer hatten bekanntlich schon Fußbodenheizung und im Iran der Antike gab es bereits die erste Batterie. Mit dem agilen Arbeiten, also projektbezogenen und selbstverantwortlichen Teams, verhält es sich nicht anders. Es gab sie vermutlich schon in der Steinzeit. Denn bei Naturvölkern, so haben Anthropologen festgestellt, werden die Verantwortlichen fürs tägliche Jagen und Sammeln fallweise ausgewählt, die dem Einzelnen zugesprochene Kompetenz ist das Auswahlkriterium. Dauerhafte Führungspositionen sind weitgehend unbekannt, die Rolle der Ältesten beschränkt sich zumeist auf beratende und zeremonielle Aufgaben.

Der US-amerikanische Verhaltensforscher Leonard L. Martin hat allerdings darauf hingewiesen, dass solche Strukturen dauerhaft nur in Gesellschaften funktionieren, in denen es eine unmittelbare Belohnung für die in der Gruppe gezeigte Kooperation gibt. Liegt der Ertrag des gemeinsamen Handelns hingegen in ferner Zukunft, so müssen Verträge ausgehandelt werden, um festzulegen, welche Leistung in der Gegenwart welchem Anteil am künftigen Erfolg entsprechen soll. Dabei verhandeln naturgemäß einige besser als andere, über mehrere Perioden kommt es zwangsläufig zur Akkumulation von Eigentum und Macht. Und damit endet die schöne, neue, agile Welt: Denn wer Dinge sein Eigen nennt, will sie vor dem Zugriff der anderen schützen und sie nicht durch Fehlentscheidungen auf Ebene der Gruppe womöglich verschleudert sehen. Anders ausgedrückt: Agile Teams sind genau dann kein Nachteil, wenn im Falle eines Scheiterns alle nur genauso arm dran sind wie vorher. Daher funktionieren sie ganz gut für Start-up-Gründer, die kein Geld haben, aber auf Reichtum hoffen.

Mit der Macht, die eine klassische Führungskraft sich entbehrungsreich erarbeitet hat, ist agiles Arbeiten nicht kompatibel. Letztendlich könnte das Team entscheiden, die Führungskraft abzuschaffen. Und spätestens, wenn das Team das komplette Unternehmen verkaufen möchte, um mit dem Erlös die Welt zu verbessern, dürfte es auf den Widerstand der Eigentümer treffen. In hierarchischen Strukturen bleibt agiles Arbeiten daher nur eine Simulation von Freiheit, ein Motivationstool. Echte Agilität hingegen würde darauf hinauslaufen, die Grundprämissen unseres Wirtschaftssystems radikal infrage zu stellen. Das aber wollen wohl die wenigsten.

Lesen Sie dazu die Titelgeschichte "Lieber autoritär als agil" in dieser Ausgabe.

Ulrich Schüppler