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Die Boni für Manager schrumpfen

Die Boni für Investmentprofis sind 2020 nicht mehr ganz so üppig ausgefallen.

Die Boni für Investmentprofis sind 2020 nicht mehr ganz so üppig ausgefallen.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: kaninstudio

Karriere 04.06.2021
Die Krise ist bis jetzt an der Immobilienbranche weitgehend vorbeigegangen. Ein kleines bisschen enger schnallen müssen Immobilienprofis den Gürtel aber schon. Zumindest bei den Boni. ... 

Die Krise ist bis jetzt an der Immobilienbranche weitgehend vorbeigegangen. Ein kleines bisschen enger schnallen müssen Immobilienprofis den Gürtel aber schon. Zumindest bei den Boni.

500.000 Euro Gehalt für einen leitenden Asset-Manager, 620.000 Euro für einen Capital-Raising-Chef, 750.000 Euro für einen Managing Director im Investmentbereich: Private-Equity-Firmen zahlen gut. Vergleichbare Mitarbeiter von institutionellen Investmentmanagern, die etwas weniger offensiv unterwegs sind, müssen aber auch nicht am Hungertuch nagen. Jemand, der in einem solchen Haus im Asset-Management den Titel Managing Director führt, hat im vergangenen Jahr bis zu 345.000 Euro nach Hause gebracht, Fixum plus Bonus. Für einen leitenden Angestellten im Investment belief sich die Gesamtvergütung am oberen Ende auf eine halbe Million Euro.

Diese und viele weitere Zahlen hat die Londoner Personalberatung Bohill Partners ermittelt. Managing Partner Alice Fontana und ihr Kollege Joseph Smith stellten für die Positionen Managing Director (kurz MD, Leitungsfunktion), Director (direkt unter dem MD angesiedelt) und Vice President (noch eine Stufe weiter drunter) eine Gehaltstabelle für Asset- und Investmentmanager, Eigenkapitalsammler sowie für Finance und Research zusammen, eingeteilt nach Topverdienern, Mittelfeld und unterer Gehaltsebene. Im Fokus: Mitarbeiter, die in Deutschland angestellt sind, also Arbeitsverträge nach deutschem Recht haben und in Euro bezahlt werden, wenngleich sie mitunter für in London ansässige und global agierende Vermögensverwalter tätig sind.

Die Gehälter dieser Spezialisten sind zweifellos üppig. Einziger Wermutstropfen: Vor Corona fielen sie noch etwas üppiger aus. Die Boni sind nämlich, der leicht gedämpften Stimmung am Markt und einem geringfügig gebremsten Dealflow geschuldet, ein wenig geschrumpft.

"Am Basisgehalt ist nicht gerüttelt worden, aber die Boni haben teilweise etwas gelitten, weil es weniger Transaktionen in Deutschland gab", sagt Fontana und verweist auf den Rückgang des Investmentvolumens um fast 25% von 76 Mrd. auf 58 Mrd. Euro. Die Headhunterin und Gehaltsexpertin betont aber im gleichen Atemzug: Von einem dramatischen Einbruch bei den Boni könne mitnichten die Rede sein, denn es wurde ja nach wie vor gutes Geschäft gemacht, das Transaktionsvolumen lag über dem Zehnjahresdurchschnitt.

20% bis 30% geringerer variabler Anteil

Doch Differenzierung tut not: "Bei den großen institutionellen Investmentmanagern sind die Boni schon etwas stärker gesunken. Die haben nach dem ersten Lockdown ja Einstellungsstopps ausgerufen und schauen sich bei Besetzungen jetzt eher inhouse als draußen nach geeigneten Kandidaten um; da sind sie auch mit Bonuszahlungen vorsichtiger geworden." Die Assetklasse spielt ebenfalls eine Rolle: "Bei Hotels z.B. sind die Boni natürlich stärker eingebrochen als bei Wohnen oder Logistik." Der CFO eines Hotelbetreibers beispielsweise, der die dazugehörigen Immobilien teils im Bestand hält, habe - mehr oder minder freiwillig - auf seinen 2020er Bonus verzichtet. Im Schnitt beziffert Fontana den Rückgang des variablen, leistungs- und erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteils auf 20% bis maximal 30%.

Bei den Spitzenverdienern macht der Bonus derweil immernoch mindestens die Hälfte des Gehalts aus. So setzen sich die eingangs genannten Bezüge eines Managing Directors wie folgt zusammen: 250.000 Euro fest, 250.000 Euro variabler Anteil im Asset-Management; 230.000 Euro fix, 390.000 Euro obendrauf im Capital Raising; 300.000 Euro garantiert, 450.000 Euro Bonus im Investment.

Ein Head of Research bringt zwischen 140.000 und 200.000 Euro heim. Der Bonus macht hier maximal ein Viertel der Gesamtbezüge aus. Die Verträge von CFOs sind mit 300.000 bis 450.000 Euro dotiert, wobei der variable Anteil hier annähernd das Niveau des Basisgehalts erreichen kann.

Auf Vice-President-Level werden kleinere Brötchen gebacken. Hier fangen die Gehälter bei ca. 100.000 Euro an - all in - und enden in der Spitze bei knapp 300.000 Euro. Die Boni machen auf der unteren Gehaltsebene meist nur 20%, 30% vom Kuchen aus. Am Ende der Fahnenstange kann sich das Gehalt aber mindestens verdoppeln.

Harald Thomeczek

Sirius Facilities besetzt zwei Director-Posten neu

Andreas Schlesinger.

Andreas Schlesinger.

Quelle: Sirius Facilities GmbH

Köpfe 04.06.2021
Andreas Schlesinger und Tobias Schorstädt steigen in leitende Positionen auf. Beide sind schon mehrere Jahre für das Unternehmen tätig. ... 

Andreas Schlesinger und Tobias Schorstädt steigen in leitende Positionen auf. Beide sind schon mehrere Jahre für das Unternehmen tätig.

Auf Andreas Schlesinger und Tobias Schorstädt kommen bei Sirius Facilities neue Aufgaben zu: Die beiden langjährigen Mitarbeiter steigen in das Board of Directors auf.

Schlesinger übernimmt die Rolle des Directors für Contracts, Utilities and Environmental Services. Dabei wird er eng mit Chief Marketing und Impact Officer Kremena Wissel zusammenarbeiten. Seine Aufgabe wird es sein, die unternehmenseigene Strategie zu Klimaneutralität, CO2-Reduktion und Dekarbonisierung auszubauen und voranzutreiben. Seine bisherigen Aufgaben als Leiter der Betriebskostenabteilung und als Prokurist behält er bei.

Schorstädt steigt zum Aquisitions Director auf. Er soll sich auf den Ankauf neuer Liegenschaften für das Sirius Portfolio und für das Titanium Joint Venture mit AXA IM Alts konzentrieren.

Schlesinger ist 2010 als Sachbearbeiter für Betriebskostenabrechnungen bei Sirius eingestiegen. 2012 wurde er Teamleiter, 2016 Abteilungsleiter. Außerdem betreut er als Prokurist der Curris den Einkauf der über das Team Service Charge abgerechneten Leistungen.Schorstädt kam 2012 als Key Acount Manager ins Unternehmen. 2015 wechselte er in das Aquisitionsteam, das er seit 2016 leitet.

Janina Stadel

Asset-Manager ILG geht unter die Entwickler

Tobias Drasch.

Tobias Drasch.

Quelle: ILG-Gruppe

Köpfe 01.06.2021
Der Asset- und Fondsmanager ILG hat eine eigene Projektentwicklungssparte aus der Taufe gehoben. Geführt wird die neue Abteilung von Tobias Drasch, der vom LEH-Entwickler Ratisbona zu ILG kommt. ... 

Der Asset- und Fondsmanager ILG hat eine eigene Projektentwicklungssparte aus der Taufe gehoben. Geführt wird die neue Abteilung von Tobias Drasch, der vom LEH-Entwickler Ratisbona zu ILG kommt.

ILG hat sich bisher einen Namen als Fonds- und Asset-Manager für Nahversorgerimmobilien und Fachmarktzentren gemacht. Nun will sich das Unternehmen auch Sporen im Bereich der Projektentwicklung verdienen. Dafür wurde die neue Gesellschaft ILG Projektentwicklung gegründet.

Im Zentrum der Bemühungen stehen "Stand-Alone-Lebensmittel-Vollsortimenter und -Discounter sowie rein nahversorgungsorientierte Fachmarktzentren mit Wertsteigerungspotential", schreibt ILG in einer Mitteilung. Die Konzentration gilt fürs Erste Immobilien der Risikoklasse Value-add: Diese sollen "durch vertragliche oder bauliche Maßnahmen" eine Aufwertung erfahren. Gesucht wird bundesweit. Neubauten sollen (zunächst) nicht hochgezogen werden, denn komplette Neuentwicklungen können sich über viele Jahre hinziehen.

14 Jahre Ratisbona-Erfahrung

Geführt wird die junge Abteilung von Tobias Drasch. Drasch hat sich als geschäftsführender Gesellschafter in die neue Gesellschaft ILG Projektentwicklung eingekauft. Er kommt von dem auf Immobilien für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) spezialisierten Entwickler Ratisbona zu ILG. Dort wirkte er die vergangenen 14 Jahre, davon zehn Jahre als Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung.

"Bei zwei Objekten sind wir in der Due Diligence schon weit fortgeschritten, die Beurkundung ist für Juni geplant", berichtet Drasch. Es handelt sich um zwei LEH-Discounter. Nach größeren oder kleineren Eingriffen in die Bausubstanz, die Mieterstruktur oder die Vertragsdauer, die sich über zwölf bis 18 Monate hinziehen können, sollen die aufgefrischten Objekte wieder an den Markt gebracht werden. Was laut Drasch durchaus auch bedeuten kann, dass ein bestehender oder neuer ILG-Fonds als Käufer firmieren kann, aber nicht muss.

Der Developer-Bestrebungen ungeachtet: Core- und Core-plus-Objekte passen aber auch weiterhin ins Beuteschema der bestehenden ILG-Fonds, betont die Firma aus München.

Harald Thomeczek