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Christian Jäkel BILD: ALL SERVICE 4 YOU

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Köpfe 13.09.2012

Arbeitsunfälle - keine Kollateralschäden!

Am 5. September dieses Jahres ruhte die Arbeit bei allen
Ländergesellschaften von NCC für einige Stunden. Alle Mitarbeiter, auf den Baustellen und in den Büros, diskutierten beim zweiten Awareness Day, wie Arbeitsunfälle verhindert werden können.

Am 5. September dieses Jahres ruhte die Arbeit bei allen Ländergesellschaften von NCC für einige Stunden. Alle Mitarbeiter, auf den Baustellen und in den Büros, diskutierten beim zweiten Awareness Day, wie Arbeitsunfälle verhindert werden können.

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Karriere 13.09.2012
Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt seit Jahren. Doch jeder Unfall, jeder verletzte oder sogar tödlich verunglückte Mitarbeiter sei einer zu viel, sagt Nils Olov Boback, Geschäftsführer von NCC ... 

Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt seit Jahren. Doch jeder Unfall, jeder verletzte oder sogar tödlich verunglückte Mitarbeiter sei einer zu viel, sagt Nils Olov Boback, Geschäftsführer von NCC Deutschland. Der Konzern hat gerade seinen zweiten Awareness Day veranstaltet, um mit den Beschäftigten Maßnahmen zur Arbeitssicherheit zu diskutieren und zu entwickeln.

Mit einer Schweigeminute begann für alle 17.500 Mitarbeiter des NCC-Konzerns der zweite Awareness Day zum Thema Arbeitssicherheit. Auch die rund 650 Mitarbeiter in Deutschland ließen um neun Uhr ihre Arbeit ruhen - und gedachten ihrer drei in den vergangenen zwölf Monaten tödlich verunglückten Kollegen. Mehrere Stunden diskutierten die Mitarbeiter Ansätze, um die Arbeit sicherer zu machen. Schwerpunktthemen waren in diesem Jahr die Sicherheitskultur, Arbeiten in der Höhe, Kranarbeiten und Arbeiten in verkehrsreicher Umgebung.

Während es auf den Baustellen u.a. darum ging, wie Stürze verhindert werden können, diskutierten die rund 500 Bürokräfte in Deutschland über die richtige Beleuchtung, die Vermeidung von Stolperfallen durch Kabel sowie eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze.

Veränderung der Unternehmenskultur

Boback geht es vor allem um eine Veränderung der Wahrnehmung. Er kritisiert, dass das Denken beim Thema Arbeitssicherheit vor allem von den Vorgaben der Berufsgenossenschaft geprägt sei. Doch Arbeitssicherheit sei viel mehr, als nur durch Kontrollen aufgedeckte Missstände abzustellen. Er will eine neue Kultur des Hinsehens einführen. Jeder Mitarbeiter soll auf der Baustelle genau hingucken, wo es Missstände gibt, und diese beseitigen. 2011 verzeichnete das Unternehmen zwölf Unfälle, in den ersten acht Monaten dieses Jahres nur sieben. Als Unfälle zählt NCC dabei all jene Zwischenfälle, die zu einem Krankheitsausfall am nächsten Tag führen. Diese Zahl konnte reduziert werden: 8,08 Ausfalltage je Mitarbeiter gab es bis Ende August 2011. Diese Zahl reduzierte sich auf 7,75 Ausfalltage zum 31. August dieses Jahres. Dabei zählt das Unternehmen jeden Ausfalltag, und nicht wie wohl manch anderes Unternehmen erst ab dem vierten Ausfalltag.

"Jeder schwere Unfall ist sehr bedauernswert und wird nicht akzeptiert", sagt Boback. Sobald etwas passiert, werde er sofort benachrichtigt. Dass Arbeitsunfälle keine hinnehmbaren Kollateralschäden eines Projekts sind, macht er sehr deutlich: Arbeitssicherheit gehe vor Gewinn und vor Termintreue, betont Boback. Gerade beim letzten Punkt sieht er auch die anderen Marktteilnehmer in der Pflicht und möchte diese nicht zuletzt mit dem Awareness Day aufrütteln. Weder dem Architekten noch dem Mitarbeiter im Büro einer Bank, der die Projektfinanzierung sicherstellt, weit weg von der Baustelle, dürften die Arbeitssicherheit und Unversehrtheit der Arbeiter gleichgültig sein. Auch von ihnen erwartet er, dass sie sich Gedanken über den Prozess zur Erstellung ihres Projekts machen. Um das Thema Arbeitssicherheit auch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, hat NCC verschiedene Politiker zum Awareness Day eingeladen - vergeblich.

Vielleicht liegt das auch daran, dass die Zahl der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr um mehr als 1.000 auf 116.689 Unfälle gesunken ist. Im Zehn-Jahres-Vergleich haben sich die Unfallzahlen sogar um 36% (ca. 65.000) verringert, wie Untersuchungen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) zeigen. Zudem verunglücken auch immer weniger Menschen tödlich bei Arbeitsunfällen (2011: 99; 2010: 103).

Stürze zählen zu den häufigsten Unfallursachen

Die Auswertung der Unfälle durch die BG BAU zeigt, dass Beschäftigte insbesondere durch Abstürze von hochgelegenen Arbeitsplätzen gefährdet seien, dazu zählen Durchstürze sowie Abstürze von Dächern oder Gerüsten. Zudem gebe es zahlreiche Unfälle durch Baumaschinen. Die Berufsgenossenschaft spricht sich denn auch für regelmäßige Baustellenbesichtigungen durch Aufsichtspersonen der BG BAU aus. So gebe es z.B. finanzielle Unterstützung bei der Nachrüstung schwerer Baumaschinen mit Kamera-Monitor-Systemen.

Auch NCC hat sich Maßnahmen überlegt, um die Arbeitsabläufe anders zu organisieren. Wenn es zu hektisch wird, kann auf der Baustelle ein "Timeout" wie beim Basketball eingefordert werden. Dann wird die Arbeit unterbrochen und die Sicherheitslage noch einmal geprüft. Zudem sind ab Anfang 2013 die Leiter der verschiedenen Leitungsebenen verpflichtet, mindestens zwei Begehungen pro Jahr zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz durchzuführen. "NCC hat eine Null-Unfälle-Vision. Jeder Mitarbeiter soll jeden Tag gesund nach Hause kommen", sagt Boback. Aus diesem Grund hat NCC sogar die Abschaffung von Leitern diskutiert.

Sonja Smalian

You is now wird fortgesetzt

Karriere 06.09.2012
ImmobilienScout24 setzt sein 2010 entwickeltes Innovationsförderprogramm You is now fort. Vom 21. bis 23. September veranstaltet das Unternehmen ein Startup-Weekend in Berlin, wo sich der ... 

ImmobilienScout24 setzt sein 2010 entwickeltes Innovationsförderprogramm You is now fort. Vom 21. bis 23. September veranstaltet das Unternehmen ein Startup-Weekend in Berlin, wo sich der Nachwuchs für eine Aufnahme in das Förderprogramm You is now empfehlen kann.

Das Motto in diesem Jahr heißt "Rethinking real estate marketplaces". Der Wettbewerb richtet sich u.a. an Kreative, Gründungsinteressierte sowie Entwickler, Designer und Wirtschaftswissenschaftler, die an einem "Social, Mobile oder Local Product aus den Bereichen Immobilien, Leben, Wohnen und Internet arbeiten wollen", heißt es. Gemeinsam in Teams müssen die Teilnehmer innerhalb von 54 Stunden ein Geschäftsmodell entwickeln, einen Prototyp erstellen und ihre Ergebnisse vor einer Jury präsentieren. Unterstützung erhalten sie dabei von Mentoren.

Die Gewinner des Start-up-Weekends werden für drei Monate in das Förderprogramm You is now aufgenommen, wo sie weiter an ihrem Projekt in Begleitung von Mentoren arbeiten können. Während dieser Zeit wird ihnen ein Arbeitsplatz gestellt und eine Grundvergütung gezahlt.

Nach drei Monaten wird über eine weitere Unterstützung der Projekte durch den Inkubator You is now entschieden. Das Programm wurde im Herbst 2010 erstmals aufgelegt. Die Vorstellung der Arbeitsergebnisse des Start-up-Wochenendes und die Preisverleihung finden am 23. September 2012 um 18 Uhr statt und sind öffentlich.

Weitere Informationen: http://weekend. youisnow.de; Teilnehmertickets kosten 99 Euro.

Sonja Smalian