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Kleinere Firmen sponsern die teuersten Dienstwagen

Mit der Unternehmensgröße steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Firmenwagen zu fahren.

Mit der Unternehmensgröße steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Firmenwagen zu fahren.

Quelle: fotolia.com, Urheber: FotolEdhar

Karriere 06.11.2017
Mit der Anzahl der Mitarbeiter wächst zwar die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitgeber aus der Immobilienbranche ihren Führungskräften den Job mit einem Firmenwagen versüßen. Die ... 

Mit der Anzahl der Mitarbeiter wächst zwar die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitgeber aus der Immobilienbranche ihren Führungskräften den Job mit einem Firmenwagen versüßen. Die teuersten Dienstwagen fahren aber Führungsfiguren aus kleineren Unternehmen.

Drei von vier Führungskräften in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern fahren einen Firmenwagen. Der Neupreis der Firmenkarossen liegt im Schnitt bei knapp 54.700 Euro. Dies geht aus der aktuellen Vergütungsstudie "Führungskräfte und Spezialisten in der Immobilienwirtschaft 2017/2018" der Vergütungsberatung Compensation Partner und des Branchenmagazins Immobilienwirtschaft hervor.

Führungskräfte in mittelgroßen Betrieben fahren günstigere Firmenwagen und erhalten kleinere Prämien

Mit der Zahl der Mitarbeiter wächst der Wert der vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Firmenwagen allerdings nicht: Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern lassen sich Geschäftswagen für Führungskräfte durchschnittlich sogar ein kleines bisschen mehr kosten als die viel größeren Unternehmen (ca. 55.100 Euro). Und in Häusern mit 101 bis 1.000 Köpfen müssen sich Führungsfiguren im Schnitt sogar mit deutlich günstigeren Firmenwagen zufrieden geben (knapp 46.000 Euro).

Auffällig ist außerdem, dass Prämien für Führungskräfte in mittelgroßen Betrieben mit ca. 17.900 Euro spürbar kleiner ausfallen als in kleineren Betrieben mit gut 20.900 Euro. "Führungskräfte in kleinen Unternehmen übernehmen öfters eine direktere Verantwortung für die Unternehmensentwicklung als in mittelgroßen Betrieben und erhalten aufgrund dessen eine höhere Prämie", sagt Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Führungskräfte in kleineren Firmen kommen seltener in den Genuss eines Dienstwagens und einer Prämie

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, überhaupt in den Genuss eines Firmenwagens oder einer Prämie zu kommen, mit der Unternehmensgröße steigt: So erhalten bei den mittelgroßen Betrieben jeweils etwa zwei von drei Führungskräften solche Leistungen, die über das Grundgehalt hinausgehen. In den großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Leuten sind es sogar jeweils drei Viertel, und die Prämien sind hier mit durchschnittlich ca. 24.900 Euro auch mit Abstand am höchsten. Bei den kleineren Häusern sehen dagegen nur 39% der Mitarbeiter auf leitenden Positionen eine Prämie, und über einen Firmenwagen können sich hier auch nur relativ geringe 57% freuen.

So viel verdienen kaufmännische Leiter, Niederlassungsleiter und Asset-Manager

Zu Grundgehältern von Führungs- und Fachkräften in der Immobilienwirtschaft gibt die Studie von Compensation Partner natürlich auch Auskunft. Im Durchschnitt am besten verdienen demnach kaufmännische Leiter: Sie erhalten rund 109.900 Euro im Jahr. Der Median liegt jedoch nur bei ca. 75.100 Euro, sprich: Die eine Hälfte der kaufmännischen Leiter verdient weniger als das, die andere Hälfte mehr.

Niederlassungsleiter und Asset-Manager verdienen knapp 108.000 Euro bzw. 106.200 Euro - wohlgemerkt: durchschnittlich. Denn zieht man den Median zu Rate, zeigt sich: 50% der Niederlassungsleiter erhalten Jahresgehälter von mehr als 96.600 Euro, und bei den Asset-Managern landet die obere Hälfte sogar im sechsstelligen Bereich. Dass der Unterschied zwischen Durchschnittswert und Median bei den kaufmännischen Leitern viel größer ist als bei den anderen beiden Positionen, deutet darauf hin, dass die Streuung der Gehälter hier besonders groß ist.

Bauleiter verdienen in großen Unternehmen mehr

Bauleiter schneiden in großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern deutlich besser ab als in kleineren Betrieben mit bis zu 100 Leuten: Während sie hier im Median ein jährliches Grundgehalt von gut 61.700 Euro bekommen, liegt der entsprechende Wert in den großen Häusern bei knapp 72.600 Euro.

Für die aktuelle Gehaltsanalyse hat Compensation Partner exakt 5.249 Datensätze gesammelt. So haben 21 Unternehmen aus der Immobilienbranche zwischen Mai und August 2017 431 Datensätze beigesteuert und durch Direktbefragungen von Fach- und Führungskräften zwischen September 2016 und August 2017 wurden weitere 4.818 Datensätze zusammengetragen.

Harald Thomeczek

Gleicher Ort, gleicher Lohn

Karriere 02.11.2017
Die Arbeits- und Sozialminister der EU einigen sich auf eine Reform der Entsenderichtlinie. Das löst gemischte Gefühle aus. ... 

Die Arbeits- und Sozialminister der EU einigen sich auf eine Reform der Entsenderichtlinie. Das löst gemischte Gefühle aus.

Die europäischen Arbeits- und Sozialminister haben sich auf eine Reform der Entsenderichtlinie von 1996 geeinigt. Der Kerngedanke: gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit am gleichen Ort. Entsandte Arbeiter sollen also im Prinzip genauso bezahlt werden wie einheimische Kollegen. Firmen, die Bauarbeiter z.B. aus dem osteuropäischen Ausland auf deutsche Baustellen schicken, könnten damit zukünftig dazu verpflichtet werden, außer dem Mindestlohn auch andere Vergütungsbestandteile, die in Deutschland z.B. für schwere Arbeiten fällig werden, zu zahlen.

Während die Gewerkschaft IG Bau die Reformpläne begrüßt, weil sie den "durch die bisherigen Regelungen der Entsenderichtlinie verursachten Lohndruck deutlich reduziert", hält der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes die Pläne für wenig praxistauglich, nicht zielführend und kontraproduktiv: Schon die Einhaltung des Mindestlohns sei schwer zu kontrollieren - wie solle das erst aussehen, wenn z.B. auch die Zahlung von Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen kontrolliert werden müsste?

Daran, dass entsandte Arbeitnehmer nicht zu den gleichen Lohnkosten auf deutschen Baustellen arbeiten wie deutsche Facharbeiter, werde sich außerdem ohnehin nichts ändern, denn z.B. die Sozialabgaben für ausländische Arbeitnehmer seien ja weiterhin deutlich niedriger als für deutsche Beschäftigte, so der Arbeitgeberverband. Würden die Reformpläne in der Baubranche umgesetzt, sei dies nicht etwa zum Wohl entsandter Arbeitnehmer, im Gegenteil: Damit würde "der Scheinselbstständigkeit und damit dem Unterlaufen von Mindeststandards Tür und Tor geöffnet".

Harald Thomeczek