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"Kein Grund zur Bescheidenheit": IG Bau will 5,9% mehr Lohn

Bauarbeiter sollen 5,9% höhere Löhne erhalten. Auch Auszubildende sollen mehr Geld in der Lohntüte vorfinden.

Bauarbeiter sollen 5,9% höhere Löhne erhalten. Auch Auszubildende sollen mehr Geld in der Lohntüte vorfinden.

Bild: BHW Bausparkasse

Karriere 17.02.2016
Berechtigte Forderung oder unerfüllbare Erwartung? Die IG Bau will 5,9% mehr Geld für Beschäftigte im Baugewerbe. Die Gewerkschaft verweist zur Untermauerung ihrer Lohnforderung ... 

Berechtigte Forderung oder unerfüllbare Erwartung? Die IG Bau will 5,9% mehr Geld für Beschäftigte im Baugewerbe. Die Gewerkschaft verweist zur Untermauerung ihrer Lohnforderung insbesondere auf den anziehenden Wohnungsbau.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) geht mit einer Forderung von 5,9% höheren Löhnen und Gehältern für die rund 785.000 Beschäftigten in der Bauwirtschaft in die Tarifrunde 2016. Außerdem fordert die Bundestarifkommission der IG Bau u.a. eine Erhöhung der Vergütung Auszubildender um monatlich hundert Euro für jedes Ausbildungsjahr sowie die Einführung eines Mindestlohns II für Ostdeutschland, wie es ihn im Westen bereits gibt.

"Die Bauwirtschaft läuft rund. Es besteht kein Grund zur Bescheidenheit", erklärte der Stellvertretende Bundesvorsitzende der IG Bau, Dietmar Schäfers. In diesem Jahr rechne die Bauwirtschaft mit einem Umsatzwachstum von 3%, argumentiert die Gewerkschaft. Mit rund 60 Prozent sei der Wohnungsbau die größte Bausparte, die voraussichtlich um 5% zulegen werde. Der öffentliche Bau erwarte ein Wachstum von 4%. "Wir haben gerade in Ballungsgebieten einen enormen Nachholbedarf an bezahlbaren Wohnungen und Sozialwohnungen. Gleichzeitig müssen die Verkehrswege saniert und ausgebaut werden", so Schäfers. Das Wachstum sei stabil - und die Beschäftigten müssten an der guten Entwicklung beteiligt werden.

Arbeitgeber: "Kein Verteilungsspielraum für Lohnerhöhungen"

Die Arbeitgebervertreter werfen der IG Bau vor, sie wecke mit einer Lohnforderung von 5,9% "unerfüllbare Erwartungen": Dieser Forderung "stehen weiterhin niedrige Umsatzrenditen der Betriebe im Baugewerbe gegenüber. Die nur gering gestiegenen Umsätze haben nicht zu höheren Umsatzrenditen geführt; es besteht nach wie vor ein hoher Wettbewerbsdruck, der weiterhin über die Preise ausgetragen wird", sagte der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite für die diesjährige Tarifrunde und Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Frank Dupré. Weil Bauen arbeitsintensiv sei und der Lohnkostenanteil um ein Vielfaches über dem der stationären Industrie liege, werde "der Kostenwettbewerb vor allem auf dem Rücken der tarifgebundenen Betriebe ausgetragen". Billiglohnkonkurrenz und immer mehr Scheinselbstständige verhinderten zudem bei vielen Aufträgen auskömmliche Preise. Vor diesem Hintergrund habe ein Umsatzwachstum von "gerade mal einem Prozent im vergangenen Jahr" nicht zu einem Verteilungsspielraum für Lohnerhöhungen geführt.

Die Tarifverhandlungen sollen am 15. März 2016 beginnen.

Harald Thomeczek

Dritter Vorstand für Hanse Merkur Grundvermögen

Malte Andes.

Malte Andes.

Bild: Hanse Merkur Grundvermögen

Köpfe 16.02.2016
Die Hanse Merkur Grundvermögen, eine Tochter der Hanse Merkur Versicherungsgruppe, bekommt einen dritten Vorstand: Malte Andes. Der avisierte Ausbau des Investorenkreises ist ... 

Die Hanse Merkur Grundvermögen, eine Tochter der Hanse Merkur Versicherungsgruppe, bekommt einen dritten Vorstand: Malte Andes. Der avisierte Ausbau des Investorenkreises ist derweil angelaufen.

Malte Andes (41) ist zum 1. Januar 2016 in den Vorstand der Hanse Merkur Grundvermögen, der jüngsten Tochter der Hanse Merkur Versicherungsgruppe, berufen worden. Andes kümmert sich dort um die Ressorts Portfolio- und Fondsmanagement, Konzeption/Finanzierung, Rechnungswesen, Organisation und Risikomanagement. Er tritt an die Seite von Raik Mildner, des Vorstandsvorsitzenden der Hanse Merkur Grundvermögen bzw. Vorstandsmitglied der Hanse Merkur Versicherungsgruppe, und von Lutz Wiemer, der für Themen wie Investments, Asset Management, Anlagestrategie und Fondsvertrieb zuständig ist.
Ebenfalls zu Jahresbeginn hat Ulrich Haeselbarth (39) die Leitung des Bereichs Investment bei der Hanse Merkur Grundvermögen übernommen. Wie Andes ist auch Haeselbarth seit Gründung der Hanse Merkur Grundvermögen am 1. Juli 2014 im Unternehmen und hat vorher mehrere Jahre lang mit Wiemer beim Fondsinitiator Hamburg Trust zusammengearbeitet.

In der Hanse Merkur Grundvermögen sind die Immobilienaktivitäten der Versicherungsgruppe gebündelt. Aktuell sind knapp 20 Mitarbeiter in dem Immobilienunternehmen beschäftigt, bis Mitte des Jahres sollen es 22 sein: Drei zusätzliche Stellen sind ausgeschrieben. In ihrem ersten vollen Geschäftsjahr hat die Gesellschaft 450 Mio. Euro (inklusive Fremdkapital) für drei Immobilien-Spezialfonds in den Asset-Klassen Wohnen, Büro und Einzelhandel investiert. Der größte Brocken waren die Mercaden Böblingen mit ungefähr 130 Mio. Euro. (Der endgültige Kaufpreis steht erst fest, wenn das Center vollvermietet ist und also auch die Mieteinnahmen feststehen. Bislang ist nur der Kaufpreisfaktor klar.) In der Pipeline sind rund ein halbes Dutzend Letters of Intent mit einem Gesamtvolumen von circa 200 Mio. Euro.

Bis Ende 2017 will die Hanse Merkur "trotz schwieriger Märkte" mindestens 1,2 Mrd. Euro investiert haben, wie Vorstand Lutz Wiemer erklärt. "Und das schaffen wir sicher auch." Ob dieses Ziel erreicht oder gar übertroffen werde, hänge aber nicht zuletzt davon ab, ob und wie schnell es gelinge, weitere innerstädtische Shoppingcenter für den Einzelhandelsfonds, der 500 Mio. Euro schwer werden soll, zu akquirieren. Das investierte Geld stammt nicht nur von der Hanse Merkur: Nachdem die Fonds zum Teil befüllt sind, hat sich die Hanse Merkur Grundvermögen nun auf die "selektive Suche nach geeigneten Partnern" gemacht. Ein externer Investor hat laut Wiemer bereits Fondsanteile gezeichnet.

Harald Thomeczek

Dirk Schumacher wird Country Head vom Software-Haus Reasult

Dirk Schumacher.

Dirk Schumacher.

Bild: Reasult

Köpfe 16.02.2016
Der niederländische Software-Anbieter Reasult bietet seine Finanzanalyse-Tools für das Immobilienmanagement nun auch in Deutschland an. Das Unternehmen hat ein Büro in Düsseldorf eröffnet. ... 

Der niederländische Software-Anbieter Reasult bietet seine Finanzanalyse-Tools für das Immobilienmanagement nun auch in Deutschland an. Das Unternehmen hat ein Büro in Düsseldorf eröffnet. Den Vertrieb hierzulande aufbauen soll Dirk Schumacher (43), zuvor Account Manager bei Reasult und nun Country Head Germany.

Reasult sieht sich als Marktführer von Software-Lösungen für Projektentwickler und Bauträger, Bestandshalter sowie Asset-Manager in den Niederlanden. Das Immobiliensoftware-Haus beschäftigt in seiner Heimat rund 50 Leute und zählt dort nach eigenen Angaben "mehr als 60% der großen Projektentwickler und Bauträger" zu seinen Kunden. Der Deutschlandchef von Reasult, Dirk Schumacher, ist bislang auch der einzige Mitarbeiter. Erster und bislang ebenfalls einziger Kunde hierzulande ist Kondor Wessels.


Schumacher hat eine Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann gemacht und Rechtswissenschaften an der Fernuniversität Hagen studiert. In der Immobilienwirtschaft ist er kein ganz Unbekannter: Zunächst bei einem IT-Unternehmen und später als Netzwerktechniker und Consultant beschäftigt, wechselte er 2007 in den Immobilienvertrieb. Dort kümmerte er sich um den Auf- und Ausbau von IT- und Vertriebsstrukturen. Auch für den BVFI Bundesverband für die Immobilienwirtschaft war er zwischen August 2013 und Frühjahr 2015 schon tätig. Seit Mai 2015 arbeitet Schumacher für Reasult.

Harald Thomeczek