Karriere-News

Jedes fünfte Planungsbüro bietet Jobs

Die bayerischen Planungsbüros blicken optimistisch in die Zukunft: 35% erwarten steigende Umsätze, 32% rechnen mit mehr Aufträgen und 30% mit mehr Erträgen bis zum Herbst 2013. Jedes fünfte Unternehmen sucht zusätzliche Mitarbeiter.

Die bayerischen Planungsbüros blicken optimistisch in die Zukunft: 35% erwarten steigende Umsätze, 32% rechnen mit mehr Aufträgen und 30% mit mehr Erträgen bis zum Herbst 2013. Jedes fünfte Unternehmen sucht zusätzliche Mitarbeiter.

Bild: BilderBox.com

Karriere 20.06.2013
Die Geschäfts- und Auftragslage der Planungsbüros in Bayern hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Jedes dritte Unternehmen erwartet bis zum Herbst steigende Umsätze - und jedes fünfte ... 

Die Geschäfts- und Auftragslage der Planungsbüros in Bayern hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Jedes dritte Unternehmen erwartet bis zum Herbst steigende Umsätze - und jedes fünfte Büro plant, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Das zeigt die Konjunkturumfrage 2013 der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau. Gesucht sind vor allem Ingenieure von Fachhochschulen mit Diplom- oder Master-Abschluss.

Knapp jedes dritte bayerische Ingenieurbüro hat im vergangenen Jahr zusätzliche Mitarbeiter angeheuert. Dieser Trend setzt sich in den nächsten sechs Monaten etwas abgeschwächt fort: 20% der insgesamt 270 an der Umfrage beteiligten Ingenieurbüros und Ingenieure wollen sich bis Oktober 2013 personell vergrößern.

Damit bleiben die bayerischen Planungsbüros deutlich hinter den Prognosen der Immobilienunternehmen zurück. Von den 134 teilnehmenden Unternehmen der Immobilienwirtschaft an der diesjährigen IZ-Joboffensive sucht die Hälfte neue Mitarbeiter. Doch die bayerischen Planungsbüros bauen auch weniger Personal ab: Nur 3% planen eine Verringerung der Mitarbeiterzahl, während es bei den Immobilienunternehmen immerhin 7% sind.

Derzeit melden 39% der bayerischen Ingenieurbüros offene Stellen. Darunter haben 64% Schwierigkeiten bei der Besetzung. Das sind etwas mehr als im Vorjahr (61%). Die Bayerische Ingenieurkammer-Bau macht hierfür den Fachkräftemangel verantwortlich. Obwohl die Zahl der Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen langsam wieder ansteige, liege der Bedarf der Büros deutlich über den Absolventenzahlen.

Am häufigsten suchen die Planungsbüros nach Mitarbeitern für den Konstruktiven Ingenieurbau (59%). Aber auch für die Bereiche Projekt- und Objektmanagement (16%) sowie Baubetrieb und Objektüberwachung (16%), Technische Ausrüstung (15%) und Gebäudeplanung/Sanierungsplanung (12%) sowie Sachverständigenwesen bzw. Gutachtertätigkeit (10%) werden Fachkräfte gesucht.

Ganz oben auf der Wunschliste der Planungsbüros stehen dabei Diplom-Ingenieure mit Fachhochschulabschluss (79%). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Nachfrage nach FH-Ingenieuren mit Master-Abschluss von 37% auf 61% erhöht. Die Nachfrage nach Master-Absolventen von Fachhochschulen übertrifft dabei erstmals die nach den Diplom-Ingenieuren mit Universitätsabschluss (53%). Auch FH-Ingenieure mit Bachelor-Abschluss sind in der Gunst der Planungsbüros gestiegen und werden von 47% der Büros gesucht (Vorjahr: 37%).

68% der Planungsbüros locken den Nachwuchs mit Einstiegsgehältern zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Fast jeder fünfte Arbeitgeber bleibt mit seinen Offerten unterhalb der 30.000-Euro-Grenze. Bei jedem zehnten hingegen gibt es schon zum Einstieg zwischen 40.000 Euro und 50.000 Euro.

Sonja Smalian

Berufsbegleitend zur Bauleitung qualifizieren

Karriere 20.06.2013

GSW-Aktionäre: Kottmann und Freyend heftig unter Beschuss

Bei einem Misstrauensvotum von über 63% gefriert jedes Lächeln.

Bei einem Misstrauensvotum von über 63% gefriert jedes Lächeln.

Bild: GSW

Köpfe 19.06.2013
Das hätte es zu guten alten IVG-Zeiten nicht gegeben: Die Aktionäre der Berliner Wohnungs-AG GSW haben sich mehrheitlich gegen John von Freyend (Aufsichtsratsvorsitz) und Bernd Kottmann ... 

Das hätte es zu guten alten IVG-Zeiten nicht gegeben: Die Aktionäre der Berliner Wohnungs-AG GSW haben sich mehrheitlich gegen John von Freyend (Aufsichtsratsvorsitz) und Bernd Kottmann (CEO) ausgesprochen. Verpflichtende Konsequenzen müssen daraus nicht gezogen werden. Doch die Zeichen stehen dennoch auf Veränderung: Der GSW-Aufsichtsrat werde in den nächsten Tagen zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten und "über die Situation beraten", heißt es in einer Mitteilung.

Als Wortführer der GSW-Aktionäre hatte sich vor wenigen Wochen die niederländische Pensionskasse PGGM gegen das Duo Freyend-Kottmann positioniert. Offenbar gab es aber noch viele andere, die mit der vor drei Monaten erfolgten Bestellung Kottmanns als neuer GSW-Chef nicht einverstanden waren. Auf der gestrigen Hauptversammlung gab es dafür die Quittung: Für die Abberufung von Freyends aus dem Aufsichtsrat stimmten knapp 70% des anwesenden Grundkapitals. Um die Abberufung durchzusetzen, hätte es aber 75% der Stimmen bedurft, so dass dieser Antrag zurückgewiesen wurde.

Eine Mehrheit von 63,3% sprach sich außerdem für einen Vertrauensentzug gegenüber Kottmann aus. Auch dieses Ergebnis könnte rein formal ohne Folgen bleiben - nur der Aufsichtsrat hat die Macht, einen Vorstand zu entlassen. Da aber der Aufsichtsratschef ebenfalls im Visier der Anteilseigner steht, erscheinen Konsequenzen zumindest nicht ausgeschlossen.

Die Zinnöcker-Kottmann-Rochade

Der Anlass für all die Aufregung: Im Februar hatte der damalige GSW-CEO Thomas Zinnöcker den Aufsichtsrat darüber informiert, möglicherweise vorzeitig aus dem Amt ausscheiden zu wollen. Wenig später bestätigte die Gagfah, ein großer Wettbewerber der Berliner Wohn-AG GSW, man verhandele mit Zinnöcker über einen Chefposten.

Der GSW-Aufsichtsrat bestellte am 18. März Bernd Kottmann zu seinem Nachfolger. Das harmonische und schnelle Ausscheiden des profilierten Wohn-Managers Zinnöcker und dessen geschmeidiger Wechsel zur Konkurrenz sorgten schon damals für viele Fragen. Auch die kollegiale Übergabe der ZIA-Plattform Wohnen an Kottmann, welcher sich in den letzten Jahren seiner Managerkarriere ausschließlich mit Kavernen und Büroimmobilien beschäftigt hatte, sorgte für fragende Gesichter. Die ZIA-Plattform Wohnen war zuvor von Zinnöcker geführt worden, GSW-Aufsichtsratschef Eckart John von Freyend ist Mitglied des ZIA-Vorstands.

Warum der vakante GSW-Chefposten ausgerechnet Kottmann zufiel, dazu gibt es zwei Versionen. Die offizielle der GSW: Nach der Prüfung zahlreicher Kandidaten in einem ergebnisoffenen Verfahren entschied man sich nach sorgfältiger Prüfung für Kottmann. Die inoffizielle aus dem Markt: von Feyend, langjähriger Vorstands- und Aufsichtsratschef der einstmals größten deutschen Immobilien-AG IVG, habe seinen langjährigen Weggefährten Kottmann, ebenfalls ein altgedienter IVG-Manager, aus dem Hut gezaubert und ins Amt gehievt.

Kottmann war seit 2009 bei keinem Unternehmen in einer Führungsposition beschäftigt, saß aber im Aufsichtsrat der Hamborner Reit - an der Seite von John von Freyend.

Monika Leykam