Karriere-News

Reale Projekte, reale Menschen

Karriere 12.03.2015
Nachhaltigkeitsmanagement lernen die FM-Studenten der htw Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin "on the job". Professorin Regina Zeitner führt mit ihnen seit 2011 Non-Profit-Projekte ... 

Nachhaltigkeitsmanagement lernen die FM-Studenten der htw Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin "on the job". Professorin Regina Zeitner führt mit ihnen seit 2011 Non-Profit-Projekte durch.

Immobilien Zeitung: Frau Zeitner, seit 2011 arbeiten Sie mit Ihren Masterstudenten im Fach Facility-Management in Non-Profit-Projekten mit. Warum haben Sie sich für das Ehrenamt als Lehrform entschieden?

Regina Zeitner: Weil ich etwas positiv verändern wollte. Zudem möchte ich mit meinen Studenten etwas realisieren und nicht nur Konzepte entwickeln, die vielleicht nie umgesetzt werden.

IZ: Zu ihren Projektpartnern zählten bislang der Kinderbauernhof Pinke-Panke, die Moabiter Grundschule, das Quartiersmanagement Moabit-Ost und die Berliner Stadtmission. Wie wurden Sie auf die Einrichtungen aufmerksam?

Zeitner: Bislang haben uns persönliche Kontakte oder Interessen zu unseren Kooperationspartnern geführt. Inzwischen entwickeln sich durch die vollendeten Projekte weitere Optionen.

IZ: Was sind das für welche?

Zeitner: Ein Projektpartner setzt bereits Werkstudenten von uns ein und die ersten gemeinsamen Masterarbeiten laufen. Die Studenten führen die Non-Profit-Arbeit auch im zweiten Semester in der Vorlesung Pilotprojekte eigenständig weiter.

IZ: Ihre Studenten haben bei den Projektpartnern Gründächer bepflanzt, Betriebskosten optimiert, Prozesshandbücher erstellt, den Umgang mit Leerstand thematisiert und einen Baum gepflanzt. Das klingt nach viel Arbeit.

Zeitner: Ist es auch, aber die Ergebnisse machen das wett. Die Studenten müssen in realen Projekten mit realen Menschen umgehen lernen. Das zeigt ihnen, wo sie stehen und dass sie selbst etwas verändern können.

IZ: Frau Zeitner, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Sonja Smalian

Wenn der liebe Kollege am Schreibtisch gegenüber nervt

Laute Privatgespräche zählen zu den zehn am häufigsten genannten Sünden im Büro und können die Arbeit ganz schön vermiesen.

Laute Privatgespräche zählen zu den zehn am häufigsten genannten Sünden im Büro und können die Arbeit ganz schön vermiesen.

Bild: DragonImages/Fotolia.com

Karriere 12.03.2015
Durchschnittlich mehr als 1.800 Stunden verbringen Angestellte pro Jahr im Büro. Da kann es schon mal zu Konflikten um die Sitzordnung kommen. Bevor der Nachbarschaftsstreit eskaliert, sollten ... 

Durchschnittlich mehr als 1.800 Stunden verbringen Angestellte pro Jahr im Büro. Da kann es schon mal zu Konflikten um die Sitzordnung kommen. Bevor der Nachbarschaftsstreit eskaliert, sollten die Betroffenen das offene Gespräch suchen. Denn prinzipiell bestimmt der Arbeitgeber, wer mit wem Schreibtisch an Schreibtisch sitzt.

Nach rund einem halben Jahr im neuen Großraumbüro platzte Verena Schmidt (Name von der Redaktion geändert) der Kragen: Sie stürmte zu ihrem Bereichsleiter und schleuderte ihm ein entnervtes "Ich verklage euch!" an den Kopf. Grund für den Gefühlsausbruch der Endfünfzigerin war ihre neue Sitzplatzsituation. Nach einem Umzug in ein neues Gebäude fand sich Schmidt im Großraumbüro wieder, obwohl die Anwältin bislang immer in einem Einzelbüro gesessen hatte. Konzentriertes Arbeiten an Anträgen war für sie kaum mehr möglich. Ihre Schreibtischnachbarin, mit Reiseplanung beschäftigt, telefonierte den ganzen Tag. Schmidt besorgte sich Ohrstöpsel. Sie selbst sprach fast nur noch im Flüsterton am Telefon. Öffnete jemand ein Fenster des Büros, schaltete sich automatisch die Heizung ab. Schmidt stellte einen Heizlüfter neben ihrem Schreibtisch auf, bevor sie endlich mit dem Bereichsleiter sprach. Der ließ sofort einige Besprechungsräume zu Zweierbüros umbauen - Schmidt saß fortan etwas geschützter.

"Das Zuweisen eines Arbeitsplatzes gehört zu den Weisungsbefugnissen des Arbeitgebers", erklärt Heike Kroll, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Geschäftsführerin des Verbands Die Führungskräfte. Theoretisch ließen sich Angaben zu Größe, Art und Lage des Arbeitsplatzes im Arbeitsvertrag festhalten. Dann wäre das Weisungsrecht durch diese vertragliche Konkretisierung stark eingeschränkt. Doch weniger als 1% der Arbeitsverträge würden entsprechende Klauseln enthalten, sagt Kroll. Weist der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern neue Plätze zu, ist er dabei nicht völlig frei. "Der Arbeitgeber darf gleichwertige Umsetzungen vornehmen", sagt Kroll, "also von einem Einzelbüro in ein anderes Einzelbüro." Bei der Versetzung von einem Einzelbüro in ein Großraumbüro sehe es hingegen schon anders aus. Hierfür müssten betriebsbedingte oder organisatorische Gründe vorliegen. Dazu zähle, dass der Vertrieb komplett in einem Großraumbüro zusammengefasst werden soll. Oder, dass der Nachfolger des Geschäftsführers übergangsweise ein Einzelbüro braucht, bis er das seines Vorgängers beziehen kann. Sind alle Büros besetzt, dann könne ein Mitarbeiter angewiesen werden, seines für den designierten Nachfolger zu räumen, sagt Kroll.

Unzulässig sind hingegen Mobbing und Willkür bei der Arbeitsplatzvergabe. Haben beispielsweise alle Abteilungsleiter eine Sekretärin und ein Einzelbüro, dann gehöre diese Ausstattung zum sogenannten "Umfeld der Position", erläutert Anwältin Kroll. "Wird der Abteilungsleiter plötzlich vom Einzelbüro in ein Zweierbüro umgesetzt, ohne dass es einen nachvollziehbaren arbeitsorganisatorischen Grund dafür gibt, dann ist das nicht mehr durch das Weisungsrecht abgedeckt", sagt sie.

Wie wichtig eine gute Büroatmosphäre ist, um Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, zeigt auch eine Umfrage des Karriereportals Monster. 45% der Deutschen nennen eine gute Büroatmosphäre als attraktivsten Punkt für einen Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber. Eine innovative Bürogestaltung hingegen ist der am wenigsten wichtige Anziehungsfaktor, um sich nach einer neuen Arbeitsstelle umzuschauen.

Welche Mitarbeiter in welcher Form zusammensitzen, ist im beruflichen Alltag vor allem durch die Aufgaben bestimmt. Einige Funktionen eignen sich allein aus Gründen der Geheimhaltungspflicht nicht für ein Großraumbüro, wie z.B. die Personalabteilung. Bei DIC Asset hat eine Projektgruppe den Umzug in die neuen Büroräume im MainTor Primus ein Jahr lang vorbereitet. Das Unternehmen mit rund 130 Mitarbeitern setzt ganz auf Einzel-, Zweier- und Gruppenbüros mit bis zu vier Personen. Bei den Gruppenbüros stehen u.a. die Funktionen Abstimmung im Team, gute Koordination der Arbeiten und eine einfache Organisation der Vertretung im Vordergrund. "Welche Mitarbeiter zusammensitzen, haben die Vorgesetzten gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitern festgelegt", berichtet Birgit Rüdiger, Leiterin Human Resources. Damit sich die Mitarbeiter in dem neuen Gebäude sofort zurechtfanden und schnell heimisch fühlten, gab es für jeden eine Willkommensbroschüre zum ersten Arbeitstag. Dort fanden sich u.a. Informationen zum Standort mit seinen Angeboten, aber auch zum Umgang mit der neuen Telefonanlage.

Bei Drees & Sommer hingegen ist das Arbeitsplatzkonzept je nach Standort verschieden. Während in Frankfurt Einzelbüros vorherrschten, gebe es auch Gebäude ohne feste Arbeitsplätze - außer für die Assistentinnen. Denn die müssten zuverlässig gefunden werden, sagt Friederike Schammann-Vogel, Leiterin Human Resources bei Drees & Sommer. Bei Konflikten um die Arbeitsplatzsituation gehe es meist um die Art der zu verrichtenden Arbeiten. Dabei müsse beachtet werden, dass sich die Bedürfnisse nicht zu stark unterscheiden. Betroffene Mitarbeiter sollten einander Feedback geben, beispielsweise zur Lautstärke beim Telefonieren. Manchmal könnten vielleicht auch technische Lösungen Abhilfe schaffen. Bei Problemen sollten Mitarbeiter ihre Führungskraft ansprechen, der eine wichtige Rolle zukommt. Denn nicht selten könnten Konflikte eine Rolle spielen, die mit der Sitzplatzanordnung gar nichts zu tun haben, sagt Schammann-Vogel. Lasse sich im Gespräch keine Lösung finden, müssten Kollegen auseinandergesetzt werden.

Auch Anwältin Kroll empfiehlt, den Schreibtischnachbarn zuerst persönlich anzusprechen. Wenn das nicht fruchtet, dann sollte ein sachliches Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat geführt werden. Rauchende und trinkende Kollegen, unangenehme Gerüche, laute Privattelefonate oder gar Selbstgespräche zählen zu den zehn größten Sünden im Büro, wie eine Umfrage von Regus, dem Anbieter von Arbeitsplatzlösungen, zeigt. Um sich dagegen zu wehren, könnten Angestellte "über Bande spielen", sagt Kroll. Denn der Arbeitgeber ist laut § 618 des Bürgerlichen Gesetzbuchs dazu verpflichtet, Arbeitsräume so bereitzustellen, dass der Angestellte "gegen Gefahr für Leben und Gesundheit so weit geschützt ist, als die Natur der Dienstleistung es gestattet". Bei Querelen mit dem Schreibtischnachbarn könnte der Mitarbeiter also behaupten, dass er sich psychisch beeinträchtigt fühlt. Wie auch Verena Schmidt reichen die wenigsten tatsächlich Klage ein. Meistens würden Probleme "auf dem kleinen Dienstweg" geregelt, meint Kroll. "Ein kluger Arbeitgeber wird es sicherlich nicht auf eine Auseinandersetzung ankommen lassen."

Sonja Smalian

Die Turmprüferin der Strabag

Große Höhen sind für Mareike Nieden kein Problem.

Große Höhen sind für Mareike Nieden kein Problem.

Bild: Strabag PFS

Köpfe 12.03.2015
Mareike Nieden ist für die Strabag PFS in schwindelerregenden Höhen unterwegs. ... 

Mareike Nieden ist für die Strabag PFS in schwindelerregenden Höhen unterwegs.

Höher hinaus geht es im Saarland nicht: Alle zwei Jahre bezwingt die Turmprüferin Mareike Nieden (30) den 290 m hohen Sendemast Schocksberg. In voller Klettermontur erklimmt sie die Stahlgitterkonstruktion. Sie klettert nicht allein. Turmprüfer steigen immer zu zweit, um sich gegenseitig zu sichern. "So entsteht eine ganz spezielle Art von Kollegialität, schließlich vertrauen wir uns unser Leben an", erklärt Nieden.

Die Saarländerin ist eine von bundesweit sechs Turmprüfern bei Strabag Property and Facility Services (PFS) und besteigt jedes Jahr bis zu 200 Funktürme, Antennenmasten oder Dachstandorte im Saarland und in der Pfalz. Sie checkt die technischen Anlagen und die Masten auf Funktionsfähigkeit und mögliche Schäden und übernimmt Wartungsarbeiten. Wichtige Anforderungen sind dabei aus ihrer Sicht Respekt vor der Höhe, eine gute Ausbildung und das peinliche genaue Einhalten sämtlicher Sicherheitsvorschriften. Selbst ein vergleichsweise niedrigerer Antennendachstandort mit nur 10 m Höhe erfordere dieselbe Sorgfalt und Vorbereitung wie der Schocksberg-Turm. Auch dann hätte ein Sturz schlimme Folgen.

Nieden ist die einzige Frau in der Turmprüfer-Truppe der Strabag PFS. "Im Alltag spielt mein Geschlecht keine Rolle. Viel wichtiger ist es, kein Warmduscher, sondern geländetauglich und wasserdicht zu sein", betont Nieden. Turmprüfer sind bei Wind und Wetter unterwegs, nur im Falle einer konkreten Sturmwarnung bleiben sie am Boden.

Bevor sie eingesetzt werden, müssen sie einen mehrmonatigen Steigerlehrgang absolvieren. Dazu kommt eine jährliche Rettungsübung und ein Fitnesscheck alle zwei Jahre. Weitere Grundvoraussetzung ist eine Ingenieursausbildung: Nieden besitzt z.B. einen Bachelor-Titel in Architektur und Bauingenieurwesen und macht gerade ihren Master. Gefragt ist außerdem die Fähigkeit, das Gesehene in Prüfberichten zu beschreiben. "Für mich ist es oft schwieriger, im Büro die passende Formulierung zu finden, als auf die höchsten Masten zu klettern", verrät Nieden. Von ihrem Urteil hängen Investitionsentscheidungen in Millionenhöhe ab.

Trotz der hohen Verantwortung und des Risikos orientiert sich der Verdienst von Turmprüfern eng an der üblichen Gehaltstabelle der Strabag PFS. Nur wenn höher als 20 m gestiegen wird, gibt es pro Tag eine Erschwerniszulage.

Lars Wiederhold

Donnerstag ist Karrieretag

Der FM-Karrieretag bietet von 10 bis 13 Uhr Informationen zu Berufschancen.

Der FM-Karrieretag bietet von 10 bis 13 Uhr Informationen zu Berufschancen.

Bild: sma

Karriere 12.03.2015
Am dritten Messetag dreht sich auf der Bühne alles um das Thema Karriere im FM. Qualifikationsmöglichkeiten, Tipps für den Berufsweg, die Verleihung der Gefma-Förderpreise und ein Ausblick auf ... 

Am dritten Messetag dreht sich auf der Bühne alles um das Thema Karriere im FM. Qualifikationsmöglichkeiten, Tipps für den Berufsweg, die Verleihung der Gefma-Förderpreise und ein Ausblick auf die Trends in der Arbeitswelt stehen dann auf dem Programm.

Jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland macht "irgendwas mit FM". Diese Zahl könnte sich sogar noch erhöhen, denn die Unternehmen suchen Mitarbeiter: 60% der befragten FM-Unternehmen planten, ihren Personalbestand bis zum Frühjahr 2015 zu erhöhen. Das ergab die Umfrage zur IZ-Joboffensive im vergangenen Jahr.

Die Ein- und Aufstiegschancen im FM haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich entwickelt. Von der Servicekraft über den Fachwirt bis zu Zertifikatsstudiengängen sowie fachspezifischen Bachelor- und Masterstudiengängen reichen die Qualifikationsmöglichkeiten, wie Gefma-Vorstand für Bildung und Wissen, Markus Lehmann, anhand der Gefma-Bildungspyramide auf dem Karrieretag zeigen wird. Neu hinzukommen soll noch ein eigenständiger FM-Ausbildungsberuf.

Dass für ein solches Angebot ein Bedarf in der Branche besteht, zeigt eine aktuelle Umfrage der Gefma: 83% der insgesamt 198 Befragungsteilnehmer bewerten die Einführung eines eigenen Ausbildungsberufs für die Branche als sehr wichtig bzw. wichtig. Dabei legen die Unternehmen neben grundlegenden FM-Kenntnissen besonderen Wert auf Serviceorientierung und Kommunikationsfähigkeiten, auf Kenntnisse zum fachübergreifenden und lebenszyklusorientierten Objektbetrieb sowie kaufmännisches Wissen. Die Arbeitsgruppe sei seit dem vergangenen Jahr gut vorangekommen, sagt Lehmann. Derzeit würden u.a. Gespräche mit der IHK und Verbänden geführt. Im Idealfall könnten die ersten jungen Menschen 2017 mit der Ausbildung beginnen

Der FM-Karrieretag demonstriert auch, wie vielfältig die Themen und Aufgaben der Branche sind: Drei FM-Profis, die in der Beratung, der Objektleitung und der Industriedienstleistung tätig sind, gewähren Einblicke in ihren Berufsalltag.

Gerade in der deutschen Hochschullandschaft hat sich in den vergangenen 15 Jahren viel getan: Elf Bachelor- und acht Masterstudiengänge FM, die rund 2.500 Studienplätze zählen, werden von 15 Hochschulen angeboten. Absolventen dieser und verwandter Studiengänge können sich mit ihren Abschlussarbeiten für die Gefma-Förderpreise bewerben, die in sechs Kategorien vergeben werden. Von nachhaltigem Immobilien-Portfoliomanagement bis hin zu Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality im Instandhaltungsmanagement reichte die Bandbreite der ausgezeichneten Themen 2014.

Einen Ausblick in die Zukunft wagt auch Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen. Unverändert sei die demografische Entwicklung ein Megatrend in der Arbeitswelt. "Deutschland hat die größte Alterungsgeschwindigkeit auf der ganzen Welt", sagt Rump. Bis zum Jahr 2030 würden viele der geburtenstarken Jahrgänge, also der sogenannten Baby-Boomer-Generation, in den Ruhestand gehen. Angesichts dieser Entwicklung prophezeit die Forscherin künftig eine längere Lebensarbeitszeit.

Sonja Smalian