Karriere-News

Stoßt den König vom Thron!

Harald Thomeczek.

Harald Thomeczek.

Quelle: Immobilien Zeitung

Karriere 06.07.2017
Über 200 Unternehmen haben die 320 Studenten, die der Immobilien Zeitung ihren Wunscharbeitgeber verraten haben, genannt. Doch nur eine kleine Gruppe von Arbeitgebern scheint in den studierenden ... 

Über 200 Unternehmen haben die 320 Studenten, die der Immobilien Zeitung ihren Wunscharbeitgeber verraten haben, genannt. Doch nur eine kleine Gruppe von Arbeitgebern scheint in den studierenden Köpfen wirklich präsent zu sein. Viel zu wenige, findet IZ-Redakteur Harald Thomeczek.

Die Top Ten allein vereinen fast die Hälfte aller in diesem Jahr vergebenen Punkte auf sich. Und gerade mal rund 30 Unternehmen erzielen eine Punktzahl, die der Rede wert ist. Kann doch nicht sein, dass die Immobilienbranche nicht mehr als zweieinhalb Dutzend relevante Arbeitgeber zu bieten hat. Und so ist es ja auch nicht, wie die Studenten selbst wissen: "Mit Sicherheit gibt es noch weitere gute Unternehmen, die nicht so bekannt sind oder mit ihrem Marketing weniger auf die Zielgruppe Student ausgerichtet sind", hat mir eine der Studierenden geantwortet, die ich nach den Wahlmotiven befragt habe.

In der Antwort der jungen Frau scheint mir der Schlüssel zum Verständnis für die unausgewogene Verteilung der abgegebenen Stimmen zu stecken: Die Immobilienwirtschaft ist mittelständisch geprägt und von vielen kleinen, kleineren und mittelgroßen Unternehmen bzw. Arbeitgebern bevölkert - die es bisher vielleicht nicht nötig hatten oder zu haben meinten, Nachwuchsmarketing zu betreiben (oder einfach keine Kapazitäten dafür).

"Für meinen Chef ist Employer Branding ein Fremdwort. In der Vergangenheit hatten wir ja auch nie Probleme, neue Leute zu bekommen - aber das ändert sich langsam", sagte mir die Pressesprecherin eines deutschen Immobilienunternehmens, das immerhin über 100 Mitarbeiter an mehreren Standorten beschäftigt, mal hinter vorgehaltener Hand.

Nicht, dass die Unternehmen, die das IZ-Arbeitgeberranking - meist seit Jahr und Tag - dominieren, keine tollen Arbeitgeber wären. Doch wer sich mit ihnen beschäftigt, merkt schnell, dass sie nicht allein wegen ihrer Qualitäten als Arbeitgeber und ihrer spannenden Tätigkeitsfelder weit vorne stehen, sondern weil sie sich auch darauf verstehen, Nachwuchskräften ihre Vorzüge nahezubringen.

Und noch ein Wort zum unangefochtenen Seriensieger JLL. So sehr ich dem Unternehmen die sicher nicht unverdiente fünfte Titelverteidigung in Folge gönne: Als der Redakteur, der die Abstimmung über den Wunscharbeitgeber deutscher Immobilienstudenten auswerten darf, bitte ich alle Personalverantwortlichen: Tun Sie nicht nur Gutes, sondern reden Sie auch darüber! Zeigen Sie sich dem Nachwuchs: auf Hochschulmessen und Jobbörsen, an Campustagen und Karriereabenden - wann und wo immer möglich. Laden Sie Studierende zu sich ein, erklären Sie das Buhlen um Nachwuchskräfte zur Chefsache. Damit die Auswertung des IZ-Arbeitgeberrankings wieder spannender wird als die Auszählung von Stimmen bei einer Wahl in Nordkorea.

Harald Thomeczek

"JLL ist überall präsent"

Karriere 06.07.2017
Die IZ hat Studenten gefragt, weshalb sie für JLL, Corpus Sireo oder CBRE als Top-Arbeitgeber votiert haben. Einige von ihnen haben geantwortet. ... 

Die IZ hat Studenten gefragt, weshalb sie für JLL, Corpus Sireo oder CBRE als Top-Arbeitgeber votiert haben. Einige von ihnen haben geantwortet.

"Ich habe mich um ein Praktikum im Office-Investment beworben, weil JLL einfach eines der großen und besonders namhaften Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft in Deutschland ist. Unter einem JLL-Eintrag im Lebenslauf kann sich jeder, der in der Branche arbeitet, etwas vorstellen", sagt ein junger Mann, der nach seinem Bachelor in Immobilienwirtschaft an der HfWU in Geislingen zurzeit einen Immobilien-Master an der London South Bank University draufpackt und letztes Jahr ein Praktikum bei JLL machte.

Dem HfWU-Absolventen gefällt außerdem, dass "JLL breit aufgestellt ist, sowohl was die räumliche Präsenz in Deutschland als auch die Tätigkeitsbereiche angeht. Auch die internationale Ausrichtung ist für mich interessant." Sein letztes Wahlmotiv könnte JLL weniger gut gefallen: "Aus meiner Sicht eignet sich ein Dienstleistungsunternehmen wie JLL auch dafür, zunächst ein paar Jahre Erfahrung zu sammeln und dann, sollte sich die Gelegenheit bieten, auf die Eigentümerseite zu wechseln."

Eine 24-Jährige, die Bauingenieurwesen an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden studiert und ein Praktikum bei JLL macht, sagt: "JLL ist überall präsent, auf Messen und in den Social Media. Zudem macht das Unternehmen den Eindruck, eine Größe in der Immobilienbranche zu sein und dennoch nahbar." Und in einem Interview las sie, wie einfach es angeblich sei, "je nach Interesse und Stärken der Mitarbeiter die Abteilungen und Aufgabenfelder zu wechseln".

Der Zweitplatzierte hat es offenbar ebenfalls verstanden, sich einen gewissen Bekanntheitsgrad unter Studierenden zu erarbeiten: "Die Firma Corpus Sireo tauchte schon des Öfteren bei uns im Studiengang als potenzieller Arbeitgeber auf. Da mich die Tätigkeit des Asset- und Investment-Managements interessiert, rückte Corpus Sireo sowieso in meinen Fokus. Zusätzlich punktet das Unternehmen durch sein professionelles Auftreten sowie durch das gezielte Recruiting nach Persönlichkeiten und nicht nur nach Know-how und Arbeitserfahrung", gibt eine Studentin, die sich an der HTW Berlin dem Bachelor-Studium der Immobilienwirtschaft widmet, zu Protokoll. "Aus den genannten Gründen werde ich dort auch mein Praktikum antreten."

Einem jungen Mann, der berufsbegleitend ein Masterstudium absolviert, ist Corpus Sireo "durch die Präsenz und den Namen" aufgefallen. Weshalb er, der sich zu diesem Zeitpunkt in einem festen Arbeitsverhältnis befand, sich bei Corpus Sireo bewarb. Fazit:"Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen!" Vor allem das Zwischenmenschliche überzeugt ihn: "Das Arbeitsklima ist super. Ich habe nette Kollegen, und die Vorgesetzten setzen sich für ihre Mitarbeiter ein." Und noch einem Anspruch sieht er Genüge getan: "Die Work-Life-Balance ist Extraklasse!"

Eine 27-Jährige, die Internationales Immobilienmanagement studiert, hat CBRE ihre Stimme gegeben. Sie ließ dabei "ausschließlich das Image, den Bekanntheitsgrad und den Eindruck des Unternehmens auf mich als Außenstehende wirken". Der eine oder andere Wettbewerber kam für sie nicht infrage: "Man hört immer wieder von Kommilitonen vieles über andere große Maklerhäuser, die keinen so guten Eindruck hinterlassen haben oder bei denen die Bezahlung grenzwertig ist."

CBRE steht jedoch nicht nur als Makler auf dem Treppchen. "Ich habe die Arbeitsatmosphäre sehr genossen, konnte bei spannenden Projekten mitwirken und habe auch als Werkstudent Verantwortung übernehmen dürfen", erzählt ein angehender Master-Student, der zehn Monate bei CBRE Preuss Valteq im Einsatz war. "Die Kollegen sind sehr nett, die Dynamik in den Teams ist gut, und die Geschäftsführung hat ein gutes Auge für die Arbeitsmoral der Mitarbeiter." Besonders gefreut hat ihn, dass er sich mit Thomas Herr, dem Head of Digital Innovation, über technologische Innovationen in der Immobilienbranche austauschen konnte.

Harald Thomeczek