Karriere-News

Stadt und Land Facility: König folgt auf Schütze

Köpfe 08.04.2016

Bindung durch Bildung

Karriere 07.04.2016
Gute Leute können sich den Arbeitgeber heute oft aussuchen. Firmen müssen sich schon etwas einfallen lassen, um Talente zu binden. Ein schönes Beispiel dafür ist die Geschichte von Norman ... 

Gute Leute können sich den Arbeitgeber heute oft aussuchen. Firmen müssen sich schon etwas einfallen lassen, um Talente zu binden. Ein schönes Beispiel dafür ist die Geschichte von Norman Romeike (33).

Der studierte Architekt empfand nach drei Jahren bei combine Consulting das dringende Bedürfnis, sich neben seinem Architekturfundament ein zweites, immobilienökonomisches Standbein aufzubauen und Führungskompetenzen zu entwickeln. Seine Chefs legten ihm keine Steine in den Weg: combine finanzierte nicht nur ein Aufbaustudium Executive MBA Real Estate an der Irebs-Akademie komplett - Kostenpunkt: rund 20.000 Euro - und stellte ihn für die Präsenzzeiten frei. Romeike durfte für seine Abschlussarbeit zur Eignung von Bürohochhäusern für eine Wohnumnutzung sogar bei vollen Bezügen vorübergehend mit dem Projektentwickler Hubert Haupt Immobilien zusammenarbeiten, um dort eine Fallstudie zum Siemens-Hochhaus in München-Obersendling durchzuführen. Insgesamt gingen für Romeikes MBA rund 70 Nettoarbeitstage drauf.

Für Romeike hat sich die Weiterbildung ausgezahlt, nicht nur auf dem Gehaltszettel: "Ich bin vor wenigen Wochen auf der Karriereleiter hochgeklettert und kann jetzt kleinere Projektteams verantworten", erzählt der Senior Consultant. Seine Chefs haben nicht nur einen Mitarbeiter, der nun besser "auf komplexe multifaktorielle Fragestellungen vorbereitet" ist, wie combine-Geschäftsführer Oliver Dittmar sagt, sondern auch einen, der ihnen in den nächsten Jahren garantiert erhalten bleibt: Romeike unterzeichnete im Gegenzug für die Unterstützung beim MBA-Studium einen Bindungsvertrag.

Dass Arbeitgeber die Kosten für eine Weiterbildung zum Executive MBA Real Estate tragen, ist bei der Irebs übrigens keineswegs die Regel, kommt aber immer öfter vor: Der Anteil der Studierenden, die ihre MBA-Weiterbildung von ihrer Firma komplett bezahlt bekamen, ist von 37,5% im Jahr 2013 auf 40% anno 2014 und nun 50% im Jahr 2015 gestiegen (2013 teilten sich Arbeitnehmer und -geber in 25% der Fälle die Kosten zu gleichen Teilen.)

Harald Thomeczek

Ex-Boss von Rewe bei Signa im Gespräch

Dieter Berninghaus (r.) mit Migros-Chef Dieter Bolliger und Depot-Geschäftsführer Hans-Dieter Christ (Mitte).

Dieter Berninghaus (r.) mit Migros-Chef Dieter Bolliger und Depot-Geschäftsführer Hans-Dieter Christ (Mitte).

Bild: Ute Schmidt/bildfolio

Köpfe 07.04.2016
René Benko scheint es mit dem Handel ernst zu meinen. Seine Signa-Gruppe holt angeblich Dieter Berninghaus, einen Top-Manager der Schweizer Migros-Gruppe. Der gebürtige Deutsche ... 

René Benko scheint es mit dem Handel ernst zu meinen. Seine Signa-Gruppe holt angeblich Dieter Berninghaus, einen Top-Manager der Schweizer Migros-Gruppe. Der gebürtige Deutsche Berninghaus stand auch einmal fünf Monate lang an der Spitze des Rewe-Konzerns.

Ich hatte immer die Gabe, die besten Leute für mich zu begeistern." So hat Signa-Gründer René Benko einmal das Geheimnis seines Erfolgs erklärt.

Demnächst verstärkt sich seine Firma offenbar mit einem prominenten Manager aus dem deutschen und schweizerischen Einzelhandel. Wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz berichtet, wechselt Dieter Berninghaus, derzeit noch Mitglied der Generaldirektion des Migros Genossenschaftsbundes, zu Signa. Dem Blatt zufolge soll Berninghaus Benko an der Spitze des Signa-Beirats nachfolgen. Dieses 13-köpfige Gremium, besetzt u.a. mit Signa-Investoren, thront über den operativen Gesellschaften der Gruppe. Ein Dementi gibt es weder von Berninghaus noch von Signa. Ein Signa-Sprecher erklärte auf Anfrage: "Wir kommentieren keine Gerüchte."

Signa hat unlängst gegenüber der Immobilien Zeitung angekündigt, dass die Handelssparte des Unternehmens in einigen Jahren für zehn Milliarden Euro Umsatz stehen solle (siehe "Signa hat große Pläne und sucht einen Immobilienvorstand", www.iz.de, 29. Februar 2016). Derzeit besteht Signa Retail im Wesentlichen aus der Warenhauskette Karstadt und einer 51%-Beteiligung an der KaDeWe Group, was in etwa einem Umsatz von 3 Mrd. Euro entspricht. Die Personalie Berninghaus könnte darauf hindeuten, dass es der Immobilienprofi Benko mit dem Einzelhandel tatsächlich ernst meint.

Berninghaus hat trotz seiner erst 51 Jahre ein an Höhen und Tiefen reiches Berufsleben hinter sich. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler war ein Shootingstar im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und schaffte es nach einigen Jahren bei Metro 2001 in den Rewe-Vorstand, dessen Vorsitz er 2004 im Alter von 38 Jahren übernahm. Auf dem Chefposten des zweitgrößten deutschen LEH-Konzerns konnte er sich allerdings nur fünf Monate halten. 2007 wechselte er in die Schweiz zum Lebensmitteldiscounter Denner, der ein Jahr später von Migros gekauft wurde. Dort führt er seit 2008 das Department Handel. Beim Schweizer Handelsriesen machte sich Berninghaus, wie es in einer Mitteilung von Migros heißt, um den Discounter Denner, die Convenience-Schiene Migrolino und die "digitale Transformation" verdient. Berninghaus ist gebürtiger Deutscher, hat aber die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen.

Unerwähnt lässt Migros in seiner Würdigung das Kapitel Das Depot. Berninghaus war es, der, glaubt man einem Bericht der Schweizer Illustrierten von 2009, mit einem Anruf bei Depot-Inhaber Christian Gries die Übernahme des Deko-Filialisten durch Migros einfädelte. Laut letzter veröffentlichter Bilanz verbuchte die Ladenkette 2014 einen Konzernjahresfehlbetrag von 26,5 Mio. Euro (2013: -42,4 Mio. Euro). Angesichts der aufgelaufenen Verluste verkündete Berninghaus im Februar 2014 eine zwölf bis 24 Monate dauernde Atempause für Das Depot (siehe dazu "Migros haut bei Depot die Bremse rein", IZ 8/14).

Christoph von Schwanenflug

Rolf Buch landet in Dax-Gehaltsliga auf Platz 17 und 25

Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch am ersten Handelstag (11. Juli 2013) seiner Aktie an der Börse Frankfurt.

Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch am ersten Handelstag (11. Juli 2013) seiner Aktie an der Börse Frankfurt.

Bild: Vonovia/Martin Joppen

Karriere 06.04.2016
Im vergangenen Herbst ist der börsennotierte Wohnungsvermieter Vonovia in den Dax aufgestiegen, nun muss sich deren Vorstand unter anderem im alljährlichen Dax-30-Vergütungsranking der ... 

Im vergangenen Herbst ist der börsennotierte Wohnungsvermieter Vonovia in den Dax aufgestiegen, nun muss sich deren Vorstand unter anderem im alljährlichen Dax-30-Vergütungsranking der Personalberatung Kienbaum mit den Vorstandsvorsitzenden von Daimler, Volkswagen, Merck oder Siemens messen lassen. Das Ergebnis: Mit einer Gesamtvergütung von 2,86 Mio. Euro im Jahr 2015 (2014: 2,57 Mio. Euro) liegt Vonovia-CEO Rolf Buch Kienbaum zufolge im Vergleich mit den 29 anderen Vorstandschefs auf Rang 25. Die Unternehmensberatung hkp group kommt in ihrer Analyse der Vergütung der Dax-Vorstände allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis: Hier landet Buch mit 4,5 Mio. Euro auf Platz 17. Diese eklatante Differenz erklärt sich aus der abweichenden Methodik der beiden Untersuchungen.

Im Schnitt verdiente ein Vorstandsvorsitzender eines Dax-30-Konzerns laut Kienbaum im vergangenen Jahr 4,72 Mio. Euro. Spitzenverdiener mit einem Jahressalär von 9,2 Mio. Euro ist Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, gefolgt von Merck-Chef Karl-Ludwig Kley mit einer Gesamtdirektvergütung von 7,7 Mio. Euro. Die hkp Group hat eine durchschnittliche Gesamtvergütung von 5,86 Mio. Euro errechnet.

Kienbaum berücksichtigt in seiner Auswertung die jährliche Grundvergütung (Buch erhielt 900.000 Euro), die jahresbezogene variable Vergütung (bei Buch waren das 693.000 Euro) und die zugeteilte - also nicht die tatsächliche ausgezahlte - aktienbasierte Vergütung. Bei Buch entfallen auf diesen Gehaltsbestandteil 1,26 Mio. Euro.

Was die variable, erfolgsabhängige Vergütung angeht, erreicht Buch mit 693.000 Euro einen Auszahlungsgrad von 99%. Mehr als 100% oder 700.000 Euro hätte er laut einer Kienbaum-Beraterin bei Vonovia aber auch nicht schaffen können. In anderen Dax-Unternehmen ist deutlich mehr drin: Der durchschnittliche Auszahlungsgrad des Bonus für die Vorstandsvorsitzenden im Dax lag 2015 bei 116%, bei einer Bandbreite von 40% bis 230%. Die meisten CEOs haben ihre Ziele 2015 also mehr als erreicht.

Ist Buchs Salär angemessen?

Damit stellt sich die Frage, ob sich Rolf Buch im Dax-Vergleich unterbezahlt fühlen muss. Kienbaum zufolge wohl nicht, denn Vonovia landet im Vergleich mit den anderen 29 Dax-Unternehmen auch in puncto Umsatz "nur" auf Rang 24, bei den Beschäftigtenzahlen auf Rang 28 und beim Jahresüberschuss auf Position 19, um nur einige wichtige Kennziffern zu bemühen.

Im Ranking der ordentlichen Vorstandsmitglieder schafften es die Vertreter von Vonovia mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von 2,3 Mio. Euro sogar auf Platz 16. Die Werte von Thomas Zinnöcker (wechselt zu Ista) und Gerald Klinck, die im Zuge der Gagfah-Übernahme erst zum 1. April 2015 in den Vonovia- bzw. Annington-Vorstand einzogen, sind hier hochgerechnet.

Im Durchschnitt verdiente ein ordentliches Vorstandsmitglied der Dax 30 gut 2,6 Mio. Euro. Last but not least: Die Grundvergütung der vier Vorstandsmitglieder von Vonovia lag im Durchschnitt bei 612.500 Euro, der erfolgsabhängige variable Anteil betrug durchschnittlich 755.300 Euro und die aktienbasierte Vergütung belief sich im Schnitt auf 933.200 Euro.

hkp-Analyse kommt zu einem anderen Ergebnis

Da die Unternehmensberatung hkp group, die ebenfalls die Gehälter der Vorstände im Dax 30 analysiert hat, eine andere Methodik anwendet, landet Buch in ihrem Gehaltsranking mit einer Gesamtvergütung von 4,5 Mio. Euro auf Platz 17. Bei diesem Betrag handelt es sich auch um die Gesamtvergütung, die Buch anno 2015 laut Vonovia-Geschäftsbericht zugeflossen ist.

Die erhebliche Differenz von rund 1,7 Mio. Euro zu dem Wert, den Kienbaum für Buch errechnet hat, erklärt sich dadurch, dass Kienbaum für seine Analyse anstelle der 2015 tatsächlich zugeflossenen aktienbasierten Vergütung in Höhe von 2,514 Mio. Euro - die Buch laut der Kienbaum-Beraterin de facto in Cash erhielt - die zugeteilte aktienbasierte Vergütung in Höhe von 1,26 Mio. Euro heranzieht. Außerdem berücksichtigte Kienbaum auch den Versorgungsaufwand in Höhe von rund 356.000 Euro nicht.

Kienbaum-Methode soll bessere Vergleichbarkeit schaffen

Die Kienbaum-Beraterin erklärt die abweichende Methodik so: "Für die Berechnung der Gesamtvergütung nehmen wir für alle Vergütungskomponenten bis auf die aktienbasierte Vergütung ausgezahlte Werte auf. Hier rechnen wir die zugeteilten statt der in dem aktuellen Geschäftsjahr ausgezahlten Werte ein. Grund dafür ist die Vergleichbarkeit der Werte über Jahre und Unternehmen hinweg. Die Auszahlung aus aktienbasierter Vergütung kann durch flexible Ausübungszeiträume über die Jahre stark schwanken. Dadurch ist die Vergleichbarkeit der Werte eingeschränkt." Und was die Altersversorgung angeht, "nehmen wir den Dienstzeitaufwand auf, rechnen diesen jedoch nicht in die Gesamtvergütung ein. Hierbei handelt es sich um eine Nebenleistung seitens des Unternehmens, welche erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommt und einer bestimmten Unverfallbarkeits-Regelung unterliegt."

Harald Thomeczek