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Jedes zweite Unternehmen will Mitarbeiter einstellen

Mehr als die Hälfte der Immobilienunternehmen will sich bis zum Frühjahr 2015 personell verstärken. Etwa jede dritte offene Stelle ist für Berufseinsteiger reserviert.

Mehr als die Hälfte der Immobilienunternehmen will sich bis zum Frühjahr 2015 personell verstärken. Etwa jede dritte offene Stelle ist für Berufseinsteiger reserviert.

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Karriere 12.06.2014
Der Arbeitsmarkt in der Immobilienwirtschaft ist weiter im Aufwärtstrend und mehr Mitarbeiter werden gesucht, wie die aktuelle Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. Doch die Unternehmen haben ... 

Der Arbeitsmarkt in der Immobilienwirtschaft ist weiter im Aufwärtstrend und mehr Mitarbeiter werden gesucht, wie die aktuelle Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. Doch die Unternehmen haben deutlich weniger offene Positionen im Angebot als noch im vergangenen Jahr.

Die Unternehmen der Immobilienwirtschaft bleiben weiterhin auf Wachstumskurs. 54% wollen bis zum Frühjahr 2015 neue Mitarbeiter einstellen. Das sind etwas mehr als noch im vergangenen Jahr (52%) und immerhin sechs Prozentpunkte mehr als 2012 (48%). Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der 115 Unternehmen der Immobilienwirtschaft teilgenommen haben.

Die jährliche Umfrage zur Entwicklung des Arbeitsmarkts und der Gehälter für Hochschulabsolventen und Young Professionals führt die Immobilien Zeitung (IZ) seit nunmehr 14 Jahren durch. Welche Branchensegmente suchen besonders intensiv nach Nachwuchskräften und welche zahlen die höchsten Gehälter? Doch nicht nur Immobilienunternehmen kommen zu Wort. Auch Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer werden zu ihren Gehaltsvorstellungen, ihren beruflichen Zielen und ihren Qualifikationen befragt.

Die Wachstumsprognose der Personaler dürfte die künftigen Berufseinsteiger freuen. Zumal die Personalprofis die Entwicklung des Arbeitsmarkts sogar noch einen Tick positiver bewerten als in ihren eigenen Unternehmen: 56% gehen davon aus, dass sich die Zahl der Beschäftigten in der Immobilienbranche bis zum Frühjahr 2015 erhöhen wird. Das sind mehr als in den beiden Vorjahren, als exakt die Hälfte der Unternehmen bzw. nur 37% (2012) diese Einschätzung teilten.

Mit diesen Prognosen übertrifft die Immobilienwirtschaft die Beschäftigungserwartung des bundesweiten Branchendurchschnitts deutlich. Denn im Schnitt rechnen nur 38% der deutschen Unternehmen in diesem Jahr mit einer höheren Beschäftigung in ihrem Betrieb, wie die Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigt.

Die Ausgangsbedingungen für einen zügigen Berufseinstieg in die Immobilienwirtschaft nach dem Hochschulabschluss scheinen nach der Zahlenlage also gut sein, zumal nur 6% der Befragten mit einem Personalabbau in der Branche rechnen. Knapp 5%, weniger als im Vorjahr (7%), hegen Pläne, die eigene Mannschaft zu verkleinern. Auch beim Thema Personalabbau weichen die Unternehmen der Immobilienwirtschaft stark vom branchenübergreifenden Durchschnitt in Deutschland ab: Nach der IW-Konjunkturumfrage rechnen nämlich 14% der Unternehmen mit einem Beschäftigungsrückgang im eigenen Unternehmen. Im vergangenen Jahr waren sogar noch ein paar mehr dieser Meinung (19%) gewesen.

Obgleich an der IZ-Umfrage eher Unternehmen teilnehmen, die sich personell vergrößern wollen, trauen sich die Personaler auch negative Prognosen zu äußern. So war 2009 die Sicht der Personaler deutlich pessimistischer. Damals glaubte jeder zweite Personalverantwortliche, einen Personalabbau in der Branche zu beobachten. 37% von ihnen rechneten damit, dass sich dieser Trend in den folgenden zwölf Monaten fortsetzen würde. Doch solche Töne sind in diesem Jahr nicht zu hören.

Wo werden die Berufseinsteiger also mit offenen Armen erwartet? Allen voran im Asset- und Property-Management. 91% der befragten Unternehmen aus diesem Segment wollen neue Mitarbeiter einstellen und sich vergrößern. Zudem planen fast drei Viertel der Immobiliendienstleister (Unternehmensberater, Marktforscher, Gutachter) zu expandieren. Im Investment, der Immobilienvermittlung und im Facility-Management stehen bei fast zwei Dritteln der Unternehmen die Zeichen auf Mitarbeitersuche.

Doch das sind alles relative Angaben. In wie viele Stellen sich diese übersetzen, hat die IZ auch gefragt - und diese Zahlen sind ernüchternd: 145 offene Stellen für Berufseinsteiger melden die 115 befragten Unternehmen. Das sind fast 80% weniger als im Vorjahr. Damals hatten sich allerdings etwas mehr Unternehmen (134) an der Umfrage beteiligt und die Zahl von 678 offenen Positionen für Nachwuchskräfte aufgerufen.

In diesem Jahr sind 27% der zu besetzenden Positionen für Berufseinsteiger reserviert, im letzten Jahr waren es 38% gewesen. Ein herber Rückschlag für die nächste Generation der Immobilienprofis. Für die Berufserfahrenen hat sich das Angebot an offenen Stellen ebenfalls verkleinert, und zwar um mehr als zwei Drittel . Gab es im vergangenen Jahr noch 935 Jobs für Professionals, so geben die an der Befragung teilnehmenden Personalverantwortlichen ihren geschätzten Bedarf in diesem Jahr mit nur 285 an. Bei den Führungskräften beträgt der Rückgang 36% - von 166 auf 106. War im vergangenen Jahr jede zehnte Stelle für eine Führungskraft vorgesehen, so ist es jetzt jede fünfte.

Für Berufseinsteiger lohnt es sich vor allem, ein Auge auf die FM-Unternehmen sowie die Planer und Steuerer zu werfen. Die Unternehmen wollen sich im Schnitt mit drei Nachwuchskräften verstärken. Auch das Asset- und Property-Management überzeugt mit guten Zahlen: Gut zwei Stellen bietet jedes Unternehmen im Schnitt, die bis zum Frühjahr 2015 besetzt werden sollen.

Obwohl der geschätzte Personalbedarf gegenüber dem Vorjahr reduziert ist, sind Nachwuchskräfte gesucht. Allein die 30 Aussteller auf dem IZ-Karriereforum, das an diesem Samstag, 14. Juni, in Frankfurt stattfindet, bieten mehr als 362 offene Stellen für Berufseinsteiger und Young Professionals.

Sonja Smalian

Einstiegsgehälter bleiben unverändert

Nach einem Plus von 4% im vergangenen Jahr, bleiben die Gehälter für Berufseinsteiger 2014 auf Vorjahresniveau.

Nach einem Plus von 4% im vergangenen Jahr, bleiben die Gehälter für Berufseinsteiger 2014 auf Vorjahresniveau.

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Karriere 12.06.2014
Die Berufseinsteiger dürften in diesem Jahr große Augen machen. Ihre Gehälter sind quasi unverändert geblieben. Nach 2012 ist das die zweite Nullrunde für die jungen Nachwuchskräfte binnen ... 

Die Berufseinsteiger dürften in diesem Jahr große Augen machen. Ihre Gehälter sind quasi unverändert geblieben. Nach 2012 ist das die zweite Nullrunde für die jungen Nachwuchskräfte binnen kurzem. Asset-Manager und Immobilienverwalter zahlen dem Nachwuchs allerdings etwas mehr als im Vorjahr.

Für Berufseinsteiger in die Immobilienbranche gibt es 2014 keine Gehaltssteigerungen, sondern so viel Geld wie im Vorjahr. Das Durchschnittsgehalt ist sogar leicht um 0,4% auf 35.043 Euro gesunken. Schon im Jahr 2012 hatten die Nachwuchskräfte mit einem hauchfeinen Plus von 0,25% quasi eine Nullrunde hinnehmen müssen. Im vergangenen Jahr hatten die Arbeitgeber die Einstiegsgehälter um 4% erhöht. Somit bleibt auch das diesjährige Durchschnittsgehalt immer noch 368 Euro hinter dem bisher besten Jahr zurück: 2003 konnten sich die Berufsstarter im Schnitt über 35.411 Euro freuen. Diese Ergebnisse offenbart die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der sich 115 Unternehmen der Immobilienbranche beteiligt haben. Sie gaben Auskunft zu Durchschnittsgehältern für Einsteiger nach der Ausbildung bzw. einem Studium und prognostizierten ihren Personalbedarf (siehe Artikel "Jedes zweite Unternehmen will Mitarbeiter einstellen" auf Seite 11).

Das Durchschnittsgehalt zeigt jedoch nur eine grobe Tendenz an. In den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Immobilienwirtschaft rufen die Unternehmen mitunter sehr unterschiedliche Einstiegsgehälter auf. Am besten zahlt das Segment Investment, zu dem u.a. Fonds, Kapitalanlagegesellschaften, Immobilien-AGs und Pensionskassen gehören. Dort liegt das Einstiegsgehalt mit 41.005 Euro 17% über dem Durchschnittsgehalt. Zudem haben die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr auch noch 2% draufgelegt.

Mit den zweithöchsten Einstiegsgehältern locken die Planungs- und Steuerungsunternehmen. Sie bieten durchschnittlich 40.225 Euro. Und an dritter Stelle stehen die Asset-Manager/Vermögensverwalter, die Berufsstarter mit 38.908 Euro locken. Sie haben ihr Angebot in diesem Jahr um knapp 3% aufgestockt.

Zu den Schlusslichtern hingegen zählen die Facility-Manager, die Immobilienvermittler und die Immobiliendienstleister (Unternehmensberater, Marktforschung, Sachverständiger), die alle Einstiegsgehälter von gut 31.000 Euro anbieten. Damit liegen sie 11% unter dem Branchendurchschnitt. Mit einem Durchschnittsgehalt von 31.233 Euro zahlen die FM-Unternehmen zudem 5,9% weniger als im Vorjahr. Dabei hatten sie 2013 ihr Angebot gerade erst um 4,4% verbessert und sich vom Schlusslicht auf den drittletzten Platz hochgearbeitet. 2014 nun sind sie auf den vorletzten Rang - vor den Vermittlern - abgerutscht. Auch die Vermittler haben ihr Angebot gekürzt. Sie rufen im Schnitt 31.061 Euro auf, fast 12% weniger als noch 2013.

Um diese Durchschnittswerte mäandern in den verschiedenen Segmenten recht breite Gehaltsbänder, denn Einsteiger ist nicht gleich Einsteiger. Zwei grundsätzliche Trends können bei der Staffelung der Einstiegsgehälter identifiziert werden: Zum einen belohnen die Unternehmen eine höhere und längere akademische Ausbildungsdauer, d.h. für einen Masterabschluss, der im Schnitt nach fünf Jahren Studium erreicht wird, gibt es mehr Geld als beispielsweise für einen Bachelor-Abschluss, der meist ein dreijähriges Studium voraussetzt. Berücksichtigt werden sechs verschiedene Abschlüsse, und zwar die immobilienspezifische Berufsausbildung (Lehre), der Abschluss an einer Berufsakademie (duales Studium), der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Bachelor-Abschluss von einer Hochschule und der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Masterabschluss oder das Diplom einer Hochschule.

Zum anderen honorieren die Unternehmen immobilienwirtschaftliches Fachwissen. Berufseinsteiger mit einem fachspezifischen Abschluss können sich über höheres Einstiegsgehalt freuen als ihre Kommilitonen, die beispielsweise ein allgemeines betriebswirtschaftliches Studium absolviert haben (siehe Grafik "Immobilien-Fachwissen bringt mehr Geld" auf dieser Seite unten).

Ausgenommen von diesen beiden Trends sind die Absolventen eines dualen Studiums an einer Berufsakademie. Die meisten von ihnen haben ein dreijähriges, immobilienspezifisches Bachelorstudium mit integrierten Praxisphasen im Partnerunternehmen absolviert, dennoch werden ihnen niedrigere Einstiegsgehälter angeboten als Absolventen eines allgemeinen Bachelorstudiums. Offenbar sind die Unternehmen mit dem Konzept des dualen Studiums noch nicht überall völlig vertraut. Das ist umso erstaunlicher, als die Berufsakademien dem Wunsch der Wirtschaft nach jüngeren Berufseinsteigern mit mehr Praxiserfahrung entgegenkommen. Zudem hat sich die Zahl dualer Studiengänge deutschlandweit von 2006 bis 2011 um mehr als 50% erhöht. Gleichzeitig stiegen die Studentenzahlen von rund 40.000 auf über 60.000, heißt es auf dem Infoportal Wegweiser duales Studium. In Baden-Württemberg heißen die Berufsakademien inzwischen Duale Hochschule Baden-Württemberg - bilden aber im Gegensatz zu Fachhochschulen weiterhin nach dem dualen System aus.

Die Gehaltszahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausbildungsformen: Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung in einem Immobilienberuf können mit einem durchschnittlichen Gehalt von 28.128 Euro rechnen. Absolventen von Berufsakademien, die dort zumeist einen Bachelorabschluss erworben haben, erhalten im Schnitt 32.484 Euro. Ein Absolvent einer Fachhochschule oder Universität, der ebenfalls einen allgemeinen oder immobilienspezifischen Bachelorabschluss in der Tasche hat, bekommt zum Berufseinstieg hingegen zwischen 34.100 Euro und knapp 37.000 Euro. Das sind bei gleicher Ausbildungslänge und demselben akademischen Grad - Bachelor - immerhin zwischen 5% und 14% mehr. Absolventen mit allgemeinem bzw. immobilienspezifischem Masterabschluss offerieren die Unternehmen zwischen rund 37.400 Euro und 39.800 Euro.

Neben einem höheren Ausbildungsgrad ist den Unternehmen auch immobilienspezifisches Fachwissen einen Aufschlag wert. So erhalten Bachelorabsolventen mit immobilienwirtschaftlicher Spezialisierung 8,3% mehr (insgesamt: 36.929 Euro) als ihre Kommilitonen mit einem allgemeinen Abschluss (insgesamt: 34.112 Euro). Bei den Masterabsolventen gewähren die Unternehmen für Immobilien-Know-how noch einen Aufschlag auf das Berufsstartergehalt von 6,4%. Mit 39.839 Euro erhält diese Absolventengruppe die höchsten durchschnittlichen Einstiegsgehälter.

Eine noch höhere Differenz offenbart ein Vergleich zwischen einem immobilienspezifischen Bachelorabschluss und einem immobilienspezifischen Masterabschluss: Immo-Masterabsolventen erhalten zum Berufseinstieg im Schnitt 7,9% mehr als ihre Kommilitonen mit Immo-Bachelorabschluss. Immobilienunternehmen scheinen die zusätzliche Lehrzeit im Hörsaal offenbar finanziell zu honorieren, doch das gilt nicht für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Denn zwei Drittel der deutschen Unternehmen nehmen diese Unterscheidung nicht vor, wie eine Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigte.

Das Gehalt spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber. Es ist aktuell der drittwichtigste Faktor bei der Unternehmenswahl, zeigt die IZ-Joboffensive. Insgesamt 446 Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer haben sich in diesem Jahr an der Umfrage beteiligt. Die Studenten gaben nicht nur Einblick in ihre Ausbildungssituation und ihre Qualifikation, sondern äußerten sich auch zu ihren beruflichen Zukunftsplänen und Gehaltswünschen.

Es dürfte kaum einen Leser überraschen, dass die Studenten von höheren Einstiegsgehältern träumen, als ihnen die Unternehmen laut Umfrage im Schnitt anbieten. 44.825 Euro wünschen sich die Studenten zum Start. Das sind fast 28% mehr als das durchschnittliche Angebot der Arbeitgeber und liegt knapp unterhalb der Gehaltsobergrenze des Segments Investment, des Segments mit dem höchsten Einstiegsgehalt.

Die Studenten wissen, dass Geld nicht alles ist. Während der Bewerbungsphase achten sie deswegen auch darauf, welche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten die Arbeitgeber anbieten. Die Unternehmen haben dementsprechend ihre Angebote aufgestockt: Knapp drei Viertel versuchen Mitarbeiter durch Weiterbildungen an sich zu binden und 62% locken mit Aufstiegsprogrammen. Auf "Ergänzungen" des Gehalts setzen immerhin ebenfalls knapp zwei Drittel der Unternehmen, und zwar mit Boni, Firmenwagen und anderen Incentives.

Die IZ-Joboffensive

Die Joboffensive ist eine Initiative der Immobilien Zeitung. Ein Kernelement ist die jährliche Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage, an der sich 115 Immobilienunternehmen und 446 Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer beteiligt haben. Die Ergebnisse der beiden getrennt durchgeführten Umfragen werden im IZ-Karriereführer 2014/15 für die Immobilienwirtschaft veröffentlicht, der im August 2014 erscheint. Den Ratgeber ergänzen Unternehmensporträts, eine Übersicht über das fachspezifische Studienangebot sowie zahlreiche Karrieretipps. Unterstützt wird die IZ-Joboffensive 2014 von folgenden Unternehmen: Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Corpus Sireo, DTZ, ECE, Irebs Immobilienakademie, Kaufland, Messe München/Expo Real, mfi management für immobilien, Patrizia Immobilien und RGM. sma

Sonja Smalian

pbb verliert Chefin

Köpfe 12.06.2014
Manuela Better will nicht mehr die Vorstandsvorsitzende von Hypo Real Estate Holding und pbb Deutsche Pfandbriefbank sein. Währenddessen läuft es operativ bei der pbb gut. ... 

Manuela Better will nicht mehr die Vorstandsvorsitzende von Hypo Real Estate Holding und pbb Deutsche Pfandbriefbank sein. Währenddessen läuft es operativ bei der pbb gut.

Manuela Better hat die Aufsichtsräte von Hypo Real Estate (HRE) und pbb gebeten, sie von ihren Pflichten als Vorstandsvorsitzende beider Gesellschaften zu entbinden. Nach der Entscheidung der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung gegen den ausverhandelten Verkauf der Depfa und für die von ihr nicht präferierte Abwicklung unter der FMS Wertmanagement habe sie "keine Basis mehr" für die Ausübung der Mandate gesehen, sagte Better. Der Aufsichtsrat bedauere die Entscheidung sehr, hieß es. Better habe mit der Restrukturierung der HRE und deren Tochtergesellschaften pbb Deutsche Pfandbriefbank und Depfa "einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der Finanzkrise in Deutschland geleistet". Mit der Koordination der Arbeit im Vorstand habe der Aufsichtsrat bis auf weiteres Andreas Arndt betraut.

Die unter der Holding angesiedelten Gesellschaften sind rechtlich und operational voneinander getrennt, verfolgen aber aufeinander abgestimmte Unternehmensziele. Die pbb mit Sitz in München ist Mitte 2009 aus dem Zusammenschluss von Hypo Real Estate Bank und Depfa Deutsche Pfandbriefbank entstanden. Dort wird unter anderem die Immobilienfinanzierung verantwortet.

Operativ geht es der pbb gut. Im ersten Quartal 2014 wurde ein Vorsteuerergebnis von 38 Mio. Euro erzielt, fast einem Drittel mehr als im Vorjahresquartal. Das Neugeschäft von 1,6 Mrd. Euro bewegte sich auf Vorjahresniveau. Vorstandschefin Better sah die pbb bei Bekanntgabe der Zahlen "auf dem prognostizierten Weg für die angestrebte Reprivatisierung". Vom Neugeschäft (einschließlich Prolongationen um mehr als ein Jahr) entfielen 1,3 Mrd. Euro auf Immobilien, davon rund 50% in Deutschland. Größere Volumina wurden zudem in Frankreich (14%), Nordeuropa (14%) und Osteuropa (17%) vergeben. Der Anteil der Erstkreditvergaben lag bei 97% (Gesamtjahr 2013: 76%) und der durchschnittliche Beleihungsauslauf für neue Darlehen stieg von 61% auf 63%. Das Immobilienfinanzierungs-Portfolio wuchs auf 22,8 Mrd. Euro.

Bernhard Bomke

Die insolvente IVG Immobilien verliert zwei ihrer Manager: Christian...

Christian Kühni Bild: IVG

Christian Kühni Bild: IVG

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Köpfe 12.06.2014
Die insolvente IVG Immobilien verliert zwei ihrer Manager: Christian Kühni (links), Mitglied der Geschäftsführung von IVG Institutional Funds, hat das Unternehmen zum 31. Mai 2014 verlassen. ... 

Die insolvente IVG Immobilien verliert zwei ihrer Manager: Christian Kühni (links), Mitglied der Geschäftsführung von IVG Institutional Funds, hat das Unternehmen zum 31. Mai 2014 verlassen. Das bestätigte IVG auf Anfrage. Kühni war Sprecher der Geschäftsführung der IVG Private Funds gewesen und hatte im Oktober 2011 im Vorstand der IVG Immobilien AG die Position des Chief Operating Officer (COO) übernommen. Auch die Betreuung des Großprojekts The Squaire zählte zu seinem Aufgabenbereich. 2013 übergab er die Position des COO an Guido Piñol (rechts) und wechselte in die Geschäftsführung der IVG Institutional Funds. Die Trennung soll in allerbestem gegenseitigem Einvernehmen erfolgt sein. Branchenkreisen zufolge wird auch Piñol die IVG in etwa drei Monaten verlassen - angeblich in Richtung Hamburg, um dort das Angebot eines anderen Immobilienkonzerns wahrzunehmen. Ein IVG-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Immobilien Zeitung, dass Piñol zum 30. September dieses Jahres aus dem Unternehmen ausscheiden werde. Piñol war 2010 als Sprecher der Geschäftsführung zur IVG gekommen und verantwortete zuletzt im Vorstand sämtliche wichtigen operativen Geschäftsbereiche (Immobilien, Projektentwicklung, institutionelle Fonds und Asset-Management). IVG hat zwar mit Hans-Joachim Ziems und Elmar Geissinger noch zwei weitere Vorstände, beide sind jedoch Partner bei der Ziems Unternehmensberatung und wurden im Mai 2013 bzw. 2014 für die Restrukturierung der IVG in die Chefetage bestellt. Schon zu Ende März dieses Jahre war Jörn Heidrich (46), Geschäftsführer der IVG Private Funds, ausgeschieden. Er hat als Managing Director beim Mittelstandsfinanzierer IKB Deutsche Industriebank angeheuert. Hatte er bei der IVG vor allem damit zu tun, Immobilienanlageprodukte zu entwickeln, geht es bei der IKB vornehmlich dann um Immobilien, wenn er in der Reihe der mittelständischen Kunden des Finanzierers Immobilienunternehmen berät. Heidrich war sechs Jahre bei der IVG tätig gewesen.

IZ