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Wer Zeit für die Pflege schafft, bindet Mitarbeiter

57% aller Berufstätigen würden pflegebedürftige Angehörigen gern selbst
betreuen - eine Herausforderung für Unternehmen.

57% aller Berufstätigen würden pflegebedürftige Angehörigen gern selbst betreuen - eine Herausforderung für Unternehmen.

Bild: BilderBox.com

Karriere 23.01.2014
In einer alternden Gesellschaft stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege eine immer größere Herausforderung für Unternehmen dar. Jeder zweite Geschäftsführer und Personalleiter ... 

In einer alternden Gesellschaft stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege eine immer größere Herausforderung für Unternehmen dar. Jeder zweite Geschäftsführer und Personalleiter rechnet damit, dass dieses Thema weiter an Bedeutung gewinnt. Die Berliner degewo hat reagiert und eine Betriebsvereinbarung geschlossen, die über das Familienpflegezeitgesetz hinausgeht, um ihre Mitarbeiter langfristig zu binden. Doch auch bei der Rekrutierung können Unternehmen mit familienfreundlichen Strukturen punkten.

Wie Beruf und Pflege vereint werden können, vor dieser Frage stehen viele Familien in Deutschland. Allein im Jahr 2007 gab es 2,25 Mio. Pflegebedürftige mit einer Pflegestufe. Diese Zahl dürfte sich bis 2020 auf 2,9 Mio. erhöhen. Derzeit werden mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege versorgt, und zwar in neun von zehn dieser Fälle durch Angehörige. Hinzu kommen zudem weitere rund 3 Mio. pflegebedürftige Menschen, die keine Pflegestufe haben, aber ebenfalls vor allem von Angehörigen betreut werden. Diese Zahlen nennt der Leitfaden "Vereinbarkeit von Beruf und Pflege - Wie Unternehmen Beschäftigte mit Pflegeaufgaben unterstützen können", herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Von diesen Angehörigen - ca. 4,6 Mio. Personen - steht knapp die Hälfte mitten im Berufsleben. Jeder dritte Pflegende ist jünger als 44 Jahre. Um die Pflege übernehmen zu können, ist fast jeder zweite gezwungen, seine Erwerbstätigkeit in erheblichem Umfang zu reduzieren oder gar ganz aufzugeben. Die übrigen verringern ihre Wochenarbeitszeit meist nur um fünf bis zehn Stunden.

So hoch die Belastung für die pflegenden Angehörigen auf der einen Seite ist, so hoch ist auch die Belastung durch den Ausfall der Mitarbeiter auf der Seite der Unternehmen. Einer Untersuchung zufolge haben 44% der Unternehmen Erfahrung mit Beschäftigten gesammelt, die sich um ihre Angehörigen kümmern müssen. In Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten steigt dieser Wert sogar auf 66%. Derzeit sei jedes vierte Unternehmen betroffen, heißt es in dem Leitfaden. Und so ist auch nicht verwunderlich, dass das Thema Pflege und Beruf sowohl auf Arbeitnehmer- wie auch auf Arbeitgeberseite an Bedeutung gewonnen hat: 86% der Beschäftigten halten die Familienfreundlichkeit von Unternehmen für wichtig (2003: 55%), zeigt der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013. Auch der Leitfaden liefert ähnliche Werte: 82% der Unternehmen halten es für wichtig oder sogar sehr wichtig, dass Berufstätige unterstützt werden, die ihre Angehörigen pflegen möchten.

Schon in mehr als einem Drittel der Unternehmen gibt es entsprechende Angebote, z.B. können die Beschäftigten ihre Arbeit kurzfristig unterbrechen. Temporäre Arbeitszeitreduzierung im Rahmen einer Familienpflegezeit haben 27% der Unternehmen in Deutschland angeboten. Arbeitsfreistellung gibt es bei 27% und einen Pflegedienst bzw. Kurzzeitpflege bieten 3% der Unternehmen an.

Dem Thema Pflege hat sich auch die Berliner degewo angenommen. Seit dem 1. November 2013 ist dort eine Betriebsvereinbarung in Kraft, die über die Regelungen im Familienpflegezeitgesetz deutlich hinausgeht. Ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit besteht nicht. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung des Unternehmens. degewo hat diese für sich nun definiert: So ist den Mitarbeitern beispielsweise erlaubt, die

70% der Fachkräfte achten auf Familienfreundlichkeit bei der Arbeitgeberwahl

Arbeitszeit auf Null Stunden zu reduzieren und die Familienpflegezeit kann schon ab einer kurzen Pflegedauer von drei Monaten in Anspruch genommen werden, obwohl das Gesetz dies erst ab sechs Monaten vorsieht. Wie im Familienpflegezeitgesetz geregelt, stockt das Unternehmen das Arbeitsentgelt um die Hälfte dessen auf, was durch die reduzierte Arbeitszeit wegfällt, und es besteht für die Arbeitnehmer keine Versicherungspflicht gegen den Ausfall der Rückzahlung. Das Risiko übernehme degewo, sagt Tom Goerke, Leiter Zentrales Personal- und Betriebsmanagement. Das Unternehmen will damit seine Mitarbeiter langfristig binden und ein vollständiges Ausscheiden aufgrund eines familiären Pflegefalls verhindern.

Angesichts des Fachkräftemangels sind viele Unternehmen sicherlich gut beraten, familienfreundliche Strukturen zu schaffen. Denn 70% der Fachkräfte unter 49 Jahren achten darauf bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers, ebenso wie auf das Gehalt. Umgekehrt wenden sich auch Arbeitnehmer von Unternehmen ab, die ihnen bei Betreuungsthemen nicht entgegenkommen, wie der Leitfaden zeigt. Mehr als zwei Drittel der Befragten könnten sich vorstellen, für bessere Bedingungen den Job zu wechseln, mehr als jeder Vierte hat dies bereits getan.

Sonja Smalian

Personalwechsel bei Wölbern Treuhand und Hansische Treuhand

Köpfe 21.01.2014
Suzanna Artmann und Carsten Riemer haben mit sofortiger Wirkung die Geschäftsführung von Wölbern Treuhand übernommen und wurden zudem in den Vorstand der Hansische Treuhand, beide Hamburg, ... 

Suzanna Artmann und Carsten Riemer haben mit sofortiger Wirkung die Geschäftsführung von Wölbern Treuhand übernommen und wurden zudem in den Vorstand der Hansische Treuhand, beide Hamburg, berufen. Die bisherigen Geschäftsleitungen beider Unternehmen wurden mit sofortiger Wirkung abberufen, wie die Paribus-Gruppe mitteilte. Die Gruppe hatte zum Jahresanfang 2014 die Anlegerverwaltung für alle Wölbern-Fonds übernommen. Die Paribus Fondsdienstleistung ist für das Fonds- und Assetmanagement der Wölbern Fondsmanagement zuständig, während die Paribus Treuhand Dienstleistung das Anlegermanagement und die Treuhandverwaltung für Dritte steuert.

Artmann ist seit 2009 bei der Paribus-Gruppe tätig und führt seit 2014 die Geschäfte der Paribus Treuhand Dienstleistung. Zudem ist sie Prokuristin von Paribus Trust.

Riemer ist seit 2008 bei der Paribus-Gruppe beschäftigt und leitet das Controlling von Paribus Capital. Zudem ist er Geschäftsführer des Anlegermanagements und der Treuhandverwaltung bei Paribus Trust und seit 2014, ebenso wie Artmann, zudem Geschäftsführer von Paribus Treuhand Dienstleistung.

Sonja Smalian

Bayerische Hausbau beruft kaufmännischen Geschäftsführer

Dr. Hermann Brandstetter.

Dr. Hermann Brandstetter.

Bild: Bayerische Hausbau

Köpfe 21.01.2014
Dr. Hermann Brandstetter ist zum kaufmännischen Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau berufen worden. Er trat die Nachfolge von Christoph Sieger an, der zum Jahresende 2013 aus dem ... 

Dr. Hermann Brandstetter ist zum kaufmännischen Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau berufen worden. Er trat die Nachfolge von Christoph Sieger an, der zum Jahresende 2013 aus dem Unternehmen ausgeschieden war, wie die Bayerische Hausbau mitteilte, in der die Bau- und Immobilienaktivitäten der Schörghuber Unternehmensgruppe gebündelt sind. In verschiedenen Gesellschaften der Unternehmensgruppe war Sieger seit 1998 beschäftigt gewesen. Und auch Brandstetter war in der Vergangenheit schon für die Unternehmensgruppe tätig gewesen, und zwar von 1999 bis 2001 als Vorsitzender der Geschäftsführung der Paulaner Brauerei Gruppe sowie als Mitglied des Vorstands der Bayerischen Brau Holding (heute Brau Holding International). Vor seinem Wechsel zur Bayerischen Hausbau hatte Brandstetter seit 2008 die Geschäfte des RWTH Aachen Campus geführt. Der Führungsspitze gehören nun neben Brandstetter, weiterhin Dr. Jürgen Büllesbach (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Kai-Uwe Ludwig (Ressort Investment und Asset Management).

Sonja Smalian