Karriere-News

Anklage gegen Tiggemann

Köpfe 26.10.2017
Düsseldorf. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Untreue gegen den früheren Chef des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), Ferdinand Tiggemann, erhoben. ... 

Düsseldorf. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Untreue gegen den früheren Chef des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), Ferdinand Tiggemann, erhoben.

Rund sieben Jahre dauerten die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Untreue. Wie eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts bestätigte, sei nun die Anklage gegen den Ex-Chef des landeseigenen Immobilienunternehmens seitens der Staatsanwaltschaft eingegangen.

Konkret geht es um den Bau des neuen Landesarchivs in Duisburg. Dabei soll der BLB auf Anweisung Tiggemanns die Grundstücke zum Bau des Projekts für 30 Mio. Euro gekauft haben, obwohl sie laut einem Gutachten nur 21,8 Mio. Euro wert waren. Er habe keine Nachverhandlungen geführt und auf Rücktrittsrechte verzichtet. Später sind die Kosten für das Vorhaben komplett aus dem Ruder gelaufen: Statt der geplanten 30 Mio. Euro hat der Bau rund 200 Mio. Euro verschlungen.

Tiggemann befindet sich bereits wegen des Verdachts der Korruption bei anderen landeseigenen Bauprojekten in Untersuchungshaft. Zudem wurde er im Februar wegen Bestechlichkeit und Untreue zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt, wobei dieses Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Tiggemann wurde damals noch im Gerichtssaal verhaftet.

Thorsten Karl

Entsenderichtlinie: Reform löst gemischte Gefühle aus

Von ausländischen Firmen entsandte Arbeiter sollen auf deutschen Baustellen künftig genauso bezahlt werden wie ihre deutschen Kollegen.

Von ausländischen Firmen entsandte Arbeiter sollen auf deutschen Baustellen künftig genauso bezahlt werden wie ihre deutschen Kollegen.

Quelle: <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">Pixelio.de</a>, Urheber: Bernd Sterzl

Karriere 25.10.2017
Die europäischen Arbeits- und Sozialminister haben sich auf eine Reform der sogenannten Entsenderichtlinie von 1996 geeinigt. Während die Gewerkschaft IG Bau dies begrüßt, hält der ... 

Die europäischen Arbeits- und Sozialminister haben sich auf eine Reform der sogenannten Entsenderichtlinie von 1996 geeinigt. Während die Gewerkschaft IG Bau dies begrüßt, hält der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes die Reformpläne für wenig praxistauglich, nicht zielführend und kontraproduktiv.

Die europäischen Arbeits- und Sozialminister haben sich auf eine Reform der sogenannten Entsenderichtlinie von 1996 geeinigt. Der Kerngedanke: gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit am gleichen Ort. Entsandte Arbeiter sollen also im Prinzip genauso bezahlt werden wie einheimische Kollegen. Firmen, die Bauarbeiter z.B. aus dem osteuropäischen Ausland auf deutsche Baustellen schicken, könnten damit zukünftig dazu verpflichtet werden, außer dem Mindestlohn auch andere Vergütungsbestandteile, wie sie in Deutschland z.B. für schwere Arbeiten fällig werden, zu zahlen.

Gewerkschaft IG Bau begrüßt Reformpläne

Während die Gewerkschaft IG Bau die Reformpläne begrüßt, weil sie den "durch die bisherigen Regelungen der Entsenderichtlinie verursachten Lohndruck deutlich reduziert", hält der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes die Pläne für wenig praxistauglich, nicht zielführend und kontraproduktiv: Schon die Einhaltung des Mindestlohns sei schwer zu kontrollieren - wie solle das erst aussehen, wenn z.B. auch die Zahlung von Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen kontrolliert werden müsste?

Daran, dass entsandte Arbeitnehmer nicht zu den gleichen Lohnkosten auf deutschen Baustellen arbeiten wie deutsche Facharbeiter, werde sich außerdem ohnehin nichts ändern, denn z.B. die Sozialabgaben für ausländische Arbeitnehmer seien ja weiterhin deutlich niedriger als für deutsche Beschäftigte, so der Arbeitgeberverband. Würden die Reformpläne in der Baubranche umgesetzt, sei dies nicht etwa zum Wohl entsandter Arbeitnehmer, im Gegenteil: Damit würde "der Scheinselbstständigkeit und damit dem Unterlaufen von Mindeststandards Tür und Tor geöffnet".

Harald Thomeczek

Fair Value: Rolf Elgeti und Markus Drews machen Platz

Markus Drews.

Markus Drews.

Quelle: Demire Deutsche Mittelstand Real Estate AG

Köpfe 24.10.2017
Bei der Fair Value Reit-AG dreht sich das Personalkarussell im Aufsichtsrat kräftig: Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Elgeti und sein Stellvertreter Markus Drews legen ihre Mandate gleichzeitig zum ... 

Bei der Fair Value Reit-AG dreht sich das Personalkarussell im Aufsichtsrat kräftig: Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Elgeti und sein Stellvertreter Markus Drews legen ihre Mandate gleichzeitig zum 30. November 2017 nieder.

Drews ist seit dem 1. Juli 2017 CEO von Fair-Value-Mehrheitsaktionär Demire. Er war vorher COO von Demire und beerbte den ausgeschiedenen Ex-CEO Andreas Steyer. Elgeti wiederum ist seit der Übernahme von Fair-Value durch Demire per Aktientausch zweitgrößter Aktionär von Demire.

Damit der Aufsichtsrat von Fair-Value ohne Elgeti und Drews nicht auf einen einzigen Kopf schrumpft - den von Aufsichtsratsmitglied Frank Hölzle - und handlungsunfähig wird, sollen beide Posten pünktlich zum 1. Dezember 2017 mit Leuten aus den Reihen von Demire nachbesetzt werden. Die Namen der beiden neuen Fair-Value-Aufseher stehen allerdings noch nicht fest.

Ein möglicher Ausstieg von Demire aus Fair-Value oder von Elgetis Beteiligungsgesellschaft Obotritia aus Demire stecke nicht hinter den beiden Personalia, versichert Demire-CEO Drews: "Wir haben nicht vor, uns von Fair-Value zu trennen. Im Gegenteil: Wir rücken Fair-Value näher an uns heran", sagte Drews heute der Immobilien Zeitung. Von einem anhaltenden Engagement von Elgeti bei Demire gehe er ebenfalls fest aus. Auch ein mögliches Ausscheiden seiner selbst aus dem Demire-Vorstand sei definitiv nicht der Grund für die Mandatsniederlegung bei Fair-Value, so Drews.

Harald Thomeczek