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Wüstenrot Immobilien legt weiter zu

Karriere 25.02.2014

Klartext hinter verschlossenen Türen

Köpfe 20.02.2014
Hamburg. Andreas Ibel, bislang Vorsitzender des BFW Nord,wird voraussichtlich Nachfolger von Walter Rasch beim BFW Bundesverband in Berlin. ... 

Hamburg. Andreas Ibel, bislang Vorsitzender des BFW Nord,wird voraussichtlich Nachfolger von Walter Rasch beim BFW Bundesverband in Berlin.

Immobilien Zeitung: Sie stellen sich als Vorsitzender des BFW Nord nicht wieder zur Wahl. Geht es zum BFW Bund nach Berlin?

Andreas Ibel: Ich bin bereits seit einem Jahr BFW-Vizepräsident beim Bundesverband in Berlin. Im Rahmen einer internen Nachfolgeregelung ist es wahrscheinlich, dass ich innerhalb eines Jahres Walter Rasch nachfolge. Hier hinterlasse ich ein gut bestelltes Haus, so dass ich keinen besseren Zeitpunkt hätte finden können.

IZ: Wie sieht der Vorstand des BFW Nord künftig aus?

Ibel: Neu in den Vorstand kommen voraussichtlich Peter Jorzick sowie Jan Petersen. Claas Kießling steigt für die Verwalter ein und Volker Heins soll den Part von Sönke Struck in Schleswig-Holstein übernehmen, der wiederum die Aufgabe des Vorsitzenden übernimmt. Weiterhin im Vorstand bleiben Jan Behrendt, Stefan Wulff sowie Jens Scharfenberg als Schatzmeister.

IZ: Wie läuft das Bündnis für das Wohnen?

Ibel: Wir haben in Hamburg eine Atmosphäre geschaffen, mit der wir die Probleme zwar nicht wegzaubern können. Aber wir können hinter verschlossenen Türen Klartext reden, ohne dass es am nächsten Tag gleich in der Presse zu lesen ist. Wir haben in Hamburg Gutes geschaffen, aber die Konjunktur und die niedrigen Zinsen, der internationale Fokus auf den deutschen Wohnungsmarkt und die Alternativlosigkeit sicherer Anlagen waren dabei ebenfalls entscheidend.

IZ: Womit beschäftigen Sie sich aktuell?

Ibel: Wir stehen vor einer großen Diskussion im Kontext mit der Mietpreisbremse. Es gab eine unheilige Allianz der beiden großen Volksparteien für regulatorische Eingriffe in die Immobilienwirtschaft.

IZ: Was befürchten Sie?

Ibel: Die Mietpreisbremse wird sicherlich zügig eingeführt, um die Verunsicherung der Investoren nicht weiter zu verlängern. Die Probleme der EnEV und der Mietpreisbremse werden wir jedoch erst in fünf bis zehn Jahren spüren: Es wird weniger Kapital geben, um die Bestände zu sanieren und es wird weniger gebaut. Die Entscheidungen betreffen besonders den sozialen Wohnungsbau mit dem ohnehin vorhandenen Mietendelta nach dem Auslaufen der Förderung. Dieses Delta wird sich jetzt auf bis zu 20 Jahre ausdehnen. Aber auch der Wohnungsneubau ist massiv betroffen. Zwar kann ich eine frei finanzierte Neubauwohnung zurzeit zu 12,50 Euro/m2 vermieten - dann aber jahrelang die Miete nicht anheben, bis die Marktmiete dieses Niveau erreicht hat. In den begehrten Städten werden wir eine Mietpreisdeckelung sehen, im Umland nicht. Damit werden die Städte künstlich noch attraktiver gemacht. Die Mieter werden nach ihren handwerklichen Fähigkeiten und ihrer Solvenz ausgesucht.

IZ: Was schlagen Sie vor?

Ibel: Eingriffe in das Marktgeschehen haben sich selten bewährt. Die steuerliche Subventionierung des Wohnungsbaus im Ostdeutschland der 90er Jahre hat zu viele Wohnungen und zu niedrige Mieten hervorgebracht. Die jetzt geplante Regulierung hingegen verschärft das Problem, statt es zu lösen. Es sollten mehr Sozialwohnungen gebaut werden, da die Realeinkommen mit den Baupreisen nicht Schritt halten. Wir müssen nur genug Wohnungen bauen, dann wird sich die Entspannung auf dem Mietwohnungsmarkt zeigen. In den letzten 20 Jahren wurde die Wohnungsförderung reduziert: die degressive AfA, Eigenheimzulage, Wohnungsförderung Ost. Das trifft gerade die strukturschwachen Regionen. Die Kostenspirale wird durch staatliche Interventionen forciert: Grunderwerbsteuer, Verschärfung der EnEV und vieles mehr. Zudem ist das Wohnen gegenüber anderen Immobilien benachteiligt, da die Umsatzsteuer nicht wie bei gewerblichen Immobilien abziehbar ist.

IZ: Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Ibel!

Das Interview führte Friedhelm Feldhaus.

IZ

So viel verdient ein CRE-Manager

Rund drei Viertel der betrieblichen Immobilienmanager haben im vergangenen Jahr eine höhere Vergütung erhalten. Die Basisgehälter stiegen im Schnitt um 6%.

Rund drei Viertel der betrieblichen Immobilienmanager haben im vergangenen Jahr eine höhere Vergütung erhalten. Die Basisgehälter stiegen im Schnitt um 6%.

Bild: BilderBox.com

Karriere 20.02.2014
Mehr Geld gab es 2013 für Corporate Real Estate Manager (CRE). Drei Viertel erhielten ein höheres Grundgehalt, wie eine Studie von CoreNet Global (CNG) zeigt. Doch wer in Europa ... 

Mehr Geld gab es 2013 für Corporate Real Estate Manager (CRE). Drei Viertel erhielten ein höheres Grundgehalt, wie eine Studie von CoreNet Global (CNG) zeigt. Doch wer in Europa betriebliche Immobilien betreut, verdient weniger als in Nordamerika.

Die Grundgehälter der CRE-Manager, die mehrheitlich in international tätigen Konzernen beschäftigt sind, stiegen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 6%. Auch von höheren Boni und sonstigen Vergünstigungen konnten 45% der Befragungsteilnehmer berichten und jeder dritte erhielt an langfristigen Zielen orientierte Vergünstigungen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Vergütungsstudie von CoreNet Global (CNG) und FPL Associates, an der sich 291 Mitglieder aus 244 verschiedenen Unternehmen beteiligten. Insgesamt listet die Studie Gehaltsinformationen zu 19 verschiedenen Positionen auf, vom Head of Corporate Real Estate bis zu Senior-Level Workplace Services (u.a. Arbeitsplatz- und Flächenplanung). Aufgrund einer starken Beteiligung der nordamerikanischen Mitglieder gibt es nicht für jede Position auch Angaben zum europäischen Raum. CNG zählt weltweit mehr als 7.300 Mitglieder, davon ca. 950 in Europa.

Doch die positiven Meldungen stützen sich vor allem auf die qualitativen Aussagen der Befragungsteilnehmer. Die konkreten Zahlen sprechen oft eine andere Sprache. Die mitunter extremen Schwankungen (bis zu 60% Abweichung vom Vorjahreswert) können jedoch dadurch beeinflusst sein, dass die Datenbasis für Europa sehr gering ist und sich die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe jedes Jahr ändert. Die Studienmacher selbst verzichten denn auch auf Jahresvergleiche der konkreten Zahlen.

2013 erhielt ein Head of Corporate Real Estate im Durchschnitt ein Grundgehalt von rund 98.650 Euro. Zusammen mit variablen Vergütungskomponenten addiert sich die Vergütung auf etwa 124.000 Euro. Dabei umfasste die interne Einheit des betrieblichen Immobilienmanagements, für die der Leiter dieser Einheit zuständig ist, im Median 17 Beschäftigte (Durchschnitt: 121) bei einer Unternehmensgröße von 13.000 Beschäftigten im Median (Durchschnitt: ca. 44.000). Ein Regional Head of Corporate Real Estate erhält nach der Studie ein Grundgehalt in Höhe von ca. 104.580 Euro, das mit Boni insgesamt ca. 126.980 Euro erreicht.

Der Vergleich mit Nordamerika zeigt, dass ein europäischer Leiter des betrieblichen Immobilienmanagements im Durchschnitt ein Fünftel (Grundgehalt) bis ein Drittel (Gesamtvergütung) weniger verdient als sein Kollege westlich des Atlantiks. Bei der Position Regional Head of CRE ist die Differenz geringer und beträgt zwischen 10% (Grundgehalt) und 18% (Gesamtvergütung). Die Differenz kommt vor allem durch die variablen Vergütungsanteile zustande.

Doch neben den konkreten Zahlen zu der Vergütung offenbart die Studie auch einen Einblick in das Personalmanagement der CREM-Einheiten. 91% der Befragungsteilnehmer haben theoretisch Anrecht auf einen jährlichen Bonus bei entsprechender Leistung. Dieser so genannte Cash-Bonus ist bei 45% der Teilnehmer im vergangenen Jahr gestiegen, im Schnitt um 22%. Die Höhe des Cash-Bonus hängt bei jedem Zweiten von der Unternehmensgesamtperformance ab. Thomas Glatte, Präsident für Zentraleurope bei CNG, erwartet, dass künftig die internen CREM-Ziele stärker bei der individuellen Vergütung berücksichtigt werden, auch wenn die Unternehmensgesamtperformance den Rahmen vorgeben werde. Gerade in Deutschland seien die CREM-Einheiten noch sehr stark beratend und weniger selbst operativ tätig.

Mit Erschrecken sieht er jedoch das Umfrageergebnis, dass nur 36% der Befragten angeben, dass ihre CREM-Einheit über ein langfristiges Anreizsystem verfügt. In der aktuellen Diskussion spreche sich die Wirtschaftspresse eher gegen Programme aus, die kurzfristige Erfolge pushen und belohnen. Nichtsdestotrotz sind 88% der Befragten in Boni-Programme eingebunden, die sich an langfristigen Zielen orientieren.

Darüber hinaus gibt es noch eine Liste von zusätzlichen Nebenleistungen des Arbeitgebers: Weltweit dominieren Handys und mobile Geräte vor Parkplätzen. In Deutschland sei nach wie vor der Dienstwagen ein wichtiges Statussymbol, so Glatte. Hierarchieebenen würden gerade in der Industrie auch über Arbeitsplatzmaße ausgedrückt. Darüber hinaus seien Kantinenzuschüsse ein weit verbreiteter Klassiker. Die Entwicklung der Vergütung für CRE-Manager sieht Glatte positiv und auch die Befragungsteilnehmer blicken voller Zuversicht in die Zukunft: 79% rechnen mit weiter steigenden Grundgehältern.

Der Immobilienberufsverband CoreNet Global bietet eine Qualifizierung für CRE-Manager an, die mit dem Weiterbildungszertifikat Master of Corporate Real Estate abschließt. Kooperationspartner für die Fortbildung in Deutschland ist die Irebs Immobilienakademie (www.irebsimmobilienakademie.de) an der Universität Regensburg. Absolventen der Irebs-Weiterbildung Corporate Real Estate Manager qualifizieren sich mit ihrem Abschluss für die Endphase der CNG-Weiterbildung, die dreitägigen Capstone-Seminare.

Sonja Smalian